Bacillus thuringiensis

  • Bacillus thuringiensis:
    Dieses Mittel wurde in Tübingen zur bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt und 30000 € von einem GRÜNEN Bürgermeister dafür ausgegeben.


    Quelle: http://www.tuebingen.de/index_24897.html


    Infos zum Mittel: http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis


    Muß uns da noch erschrecken, wenn man anderswo alles spriztzen darf und unsere Bienen sterben?


    MfG Bienenhansi

  • Hallo, Bienenhansi,
    keine Aufregung.
    Mir ist Bt ganz entschieden lieber als jede Chemie, denn Bt hinterläßt keine Rückstände, ist nicht bienentoxisch, und wenn du es nicht grad ißt/trinkst oder in offene Wunden reibst, passiert auch niemandem was.
    Wen du mal ein Kind gesehen hast, was so eine Raupendermatitis hat, dann ist Bt wirklich harmlos im Vergleich zu dem, was die Raupenhaare anrichten in den befallenen Gebieten. Das ist ja nichts, was man nur ein paar Tage hat, sondern über Monate, schon bei einmaligem Kontakt.
    Dazu kommt, daß diese Haare auch noch enorm weit fliegen und auch noch Allergien auslösen...
    Die Alternative wäre großflächige Pestizidausbringung mit der wirklich harten Chemiekeule, und das kann keiner wollen.
    Dann lieber Bt.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin,


    da muss man sicher deutlich unterscheiden, ob der Bacillus wie in dem von Dir beschriebenen Fall auf quasi natürlichem Wege eingesetzt wird oder aber über eine genetische Manipulation als GVO-Mais auf die Felder gelangt..


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: RSF

  • Hallo, Marcus,
    nein, er meint diesen Satz aus wiki:

    Zitat

    Im Jahr 2000 haben Wissenschaftler im Fachjournal "Applied and Environmental Microbiology" dargelegt, dass es sich beim alternativen Pflanzenschutzbakterium Bacillus thuringiensis, dem Milzbranderreger Bacillus anthracis und dem Lebensmittel vergiftenden Bacillus cereus um die Variationen einer einzigen Spezies handelt. Die Keime von Bacillus cereus bilden ein hämolytisches und ein nichthämolytisches Enterotoxin, sowie Cytotoxin K, (ein enterotoxisches Protein). Dieses Bakteriengift kann beim Menschen nicht nur erhebliche Durchfälle hervorrufen, sondern auch zu Todesfällen führen.


    Aber wie gesagt, solange man es nicht ißt/trinkt oder in offene Wunden gelangen läßt, alles kein Problem.:wink:

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  • Bacillus thuringiensis:



    Muß uns da noch erschrecken, wenn man anderswo alles spritzen darf und unsere Bienen sterben?


    ...Moment mal: Das ist doch das B 401, das man auf die Waben sprüht als biologisches Insektizid zur Bekämpfung der Wachsmotten !!


    Das ist sowohl bienen-, als auch menschenunschädlich. Trinken würde das Fläschchen gerade nicht, aber selbst wenn die Verwandschaft des Bacillus böse ist, sagt das noch lange nichts über die eigene Pathogenität aus.
    Beispiele gibt es da massig. ( siehe Lebendimpfstoffe ! )


  • aus: http://www.scielo.br/scielo.php?pid=S1413-70542007000200003&script=sci_abstract


    Über Dipel PM

  • Hallo, Bernhard,
    wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß Bienen auf Eichen(!) gehen und diesen Wirkstoff oral aufnehmen?
    Und im abstract steht nur was über Mortalität bei Aufnahme mit Zucker, was beim direkten Sprayen rauskam, finde ich nicht.
    Und trotzdem ist mir Bt immer noch lieber als alles andere, 1965 hätten sie noch bedenkenlos DDT gespritzt :evil:

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    Bruce Springsteen

  • Gibt es denn ein Bakterium, das, von einem Organismus in grossen Mengen aufgenommen, nicht zu Schäden führt, egal wie harmlos in "normalem" Vorkommen ? Mir fällt nichts ein.
     
    Wo ist die Gelegenheit, dass Bienen eine Zucker-BT-Mischung fressen ?
    Ist mit Sicherheit eine interessante Versuchsanordnung, es fehlt meines Erachtens der Bezug zur Realität. LD50- Konzentrationen von 1.4g pro 100g Honig sind irreal, es sei denn gewollt kontaminiert.
    Zum Vergleich (o.k.,hinkt ein bisschen): Wieviel Honig wäre für einen Menschen tödlich ? Auch da gibt es sicher eine LD50.

  • Hallo Sabine,


    wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Bienen genügend Beizmittel (Clothianidin) aufnehmen, wenn der Träger Mais doch in den Boden gesät wird?


    Soweit ich das richtig gelesen habe, wird Dipel bei der Anwendung gegen den Traubenwickler mit 1% Zucker versetzt.


    Als "biologisch" würde ich ein solches Mittel nicht einstufen, auch wenn es so verkauft wird. Monsanto hat RoundUp vor Jahren auch als "biologisch abbaubar" verkauft. Und wie war das mit DDT noch gewesen?




    Reine Vermarktungstaktik und Augenwischerei.


    Zuerst wird das Zeug großzügig in die Umwelt gebracht, anschließend werden die Untersuchungen gemacht. In der Zeit, in der die Schädlichkeit nachgewiesen wird, wird abkassiert. Die Aufräumarbeiten und Folgekosten (finanziell und gesundheitlich) werden natürlich nicht von den verantwortlichen Marktführern beglichen, sondern großzügig der Allgemeinheit überlassen. Und so hangelt man sich von neuem Wundermittel zu neuem Wundermittel, kassiert fleissig ab. Zur Verantwortung werden die entsprechenden Unternehmen ja doch nicht gezogen.


    Denn wir schweigen.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Lieber Bernhard,
    bei allem Respekt, ein natürlich vorkommendes Bakterium mit Round-up oder gar DDT zu vergleichen ist "etwas" daneben.
    Dann müßte auch Penicillium roquefortii sofort verboten werden, ebenso wie alle anderen Schimmelpilzkulturen und diverse Wein- und Bierhefen, und natürlich auch Essige, und eben alles, was mit Mikroben hergestellt wird....:roll:
    Und natürlich auch alle Medikamente, die darauf basieren, und das sind eine ganze Menge.
    Welche Alternative würdest du denn beim Eichenprozessionsspinner empfehlen?
    Soweit ich weiß, gibt es keine biologische...

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  • ... natürlich vorkommendes ....


    Jaja, das Märchen von der substantiellen Äquivalenz. Die Applikation von Weinhefen ist quantitativ und qualitativ sehr unterschiedlich zur Anwendung von Bt, ganz zu schweigen von der Toxizität. Ganz zu schweigen von der Verwandschaft mit dem Milzbranderreger und B. cereus. Weswegen ich diesem Vergleich nicht folgen kann.


    Die Anwendung von Giften führt auf lange Sicht zu einer Resistenz und nicht zur Behebung der Ursachen für einen Befall. Biologisch zu arbeiten bedeutet für mich (= keine Allgemeinregel), nicht auf synthetisch produzierte Mittelchen zurückzugreifen, sondern mit dem Leben zu arbeiten. Dazu ist das Vernetzen innerhalb eines Biologischen Systems notwendig. Kümmert euch um die Ursachen, ignoriert sie nicht. Schaut hinter den Vorhang und unter dem Teppich. Findet die Ursachen.


    Gartenimker :


    Vielfach beruht Leben darauf, daß bestimmte Bakterienstämme sich gegenseitig in Schach halten. Also eine Art Gleichstand herrscht. Was passiert, wenn wir eine Bakterienart künstlich verstärken? Wissen wir das?


    Wie groß sind die ausgebrachten Mengen an Bt im Verlaufe der Zeit? Ist in Zeiten der "Biowelle" eine verstärkte Ausbringung zu verzeichnen? Wirkt eine verstärkte Ausbringung anders als eine geringe?


    Ist das oben zitierte Abstract keine Überraschung für Dich? Wußtest Du das Bt bienengefährlich sein kann?


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Biologische Systeme beruhen auf gegenseitiger Beeinflussung und Regulierung, nennt sich Ökosystem,ist klar . Das ist in allen Biotopen so und es spielen da viel mehr Faktoren mit.
     
    Bringe ich das System durch ein gewolltes Ungleichgewicht durcheinandert, "schwingen" die Wirkungen um das Gleichgewicht, bis ein Steady-state wieder erreicht ist. Dieses ist aber ein theoretisches Ziel, denn das Biotop unterliegt ständigen, verändernden, meinetwegen störenden, Einflüssen.
    Die ausgebrachte Menge Bt regelt sich von selbst ! Der Lebensraum ist begrenzt ! Lebensgrundlagen erschöpfen sich mit zunehmender Menge der verbrauchenden Organismen.
    Die seit 30 Jahren angewandten Mengen existieren schon ewig nicht mehr. Die sterben ab, wenn die Lebensgrundlage aufgrund der Masse der Bakterien erschöpft ist
    Das ist der Unterschied zu chemischen Substanzen. Bakterien haben keine Halbwertzeit.
    Das ist meines Erachtens der grosse Vorteil biologischer Insektizide.


    Das Abstract ist für mich neu insofern, dass ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht habe, ob die im Herbst gegen Wachsmotten besprühten Waben im Frühling bienentoxisch sind. Bin ich von ausgegangen.
    Das ist aber doch auch ein gutes Beispiel dafür, dass das Biosystem funktioniert. Das Bt ist im Frühling weg (abgestorben mangels Lebensgrundlage) und damit ungefährlich für die Bienen.
    Überraschend ist, dass die BT-Gene in GVO sind. 70% der Baumwolle, 30% des Mais (gegoogelt), das ist gefährlich und unkontrollierbar !! Ein ständiger Angriff auf das Ökosystem ! Damit können ganze Arten vernichtet werden. Das punktuelle Ausbringen von Bt regelt sich, die ständige Flächenpräsenz in GVO hektarweise ist für die betroffenen Organismen artbedrohend, da im Ökosystem nicht regelbar.