Habe so viele Fragen...

  • Hallo erst einmal!
    Ich bin neu hier und absolut blutige Anfängerin.
    Wir haben im Februar 2 Völker bekommen von einem befreundeten Imker,
    der mir versprochen hat in den ersten Monaten mit mir zusammen zu imkern und alles Notwendige zu zeigen. Nun stellt sich doch heraus dass er weniger Zeit hat als erwartet - was vielleicht nicht ganz schlecht ist denn so muss ich halt einiges selbst machen. Ich bin aber ziemlich unsicher und habe, trotz ständigem Lesen in Bienenbüchern, viele Fragen.
     
    Leider hat die Imkerschule Mayen meinen Mann und mich für den Anfängerkurs dieses Jahr abgelehnt und uns auf nächstes Jahr vertröstet. Eine etwas unverständliche Maßnahme denn auf der anderen Seite suchen sie händeringend neue Imker. Aber ok. Ich habe dieses Forum gefunden und ich hoffe ihr verzeiht mir so manch unbeholfene Frage.
     
    Meine beiden Völker sind umwerfend fleißig. Sie stehen auf idealem Standort, haben ein Tal mit Flüßchen, Wald, Felder und Gärten. Im Moment haben sie (bitte entschuldigt dass ich mich vielleicht fachlich etwas ungenau ausdrücke) 2 Brutzargen und oben drauf die erste Honigzarge. Bei dem Fleiß den sie an den Tag legen haben sie die auch in ein paar Tage voll und mein Kumpel der Imker meint ich solle bis dahin 2 neue Zargen mit Rähmchen fertig gemacht haben. Nächste Woche sollen die dann als 3. Zarge dienen und die jetzigen Honigzargen wandern ganz nach oben. Ist es üblich mit 2 Brutzargen, dann Absperrgitter und dann zwei Honigzargen zu imkern? Mein Freund sagt dass den Bienen Platz zu geben eine der wichtigsten Voraussetzungen wäre um ein Abhauen zu verhindern. So hätten sie etwas zu tun und kämen nicht auf dumme Gedanken. Stimmt das?
     
    Die letzten Tage als es noch so heiß war saßen sie oft mit vielen Bienen am Einflugloch und fächelten mit den Flügeln. Warum machen sie das eigentlich?
     
    Bei der Kontrolle der Beuten hatte jedes Volk ein bestifeltes Weiselnest. Das haben wir zerstört. Mein Freund sagt ich soll in 2-3 Tagen nochmal kontrollieren ob weitere Weiselnester entstanden sind, wo und wie viele. Er meint es gäbe verschiedene Arten Schwärmen zu verhindern. Die Nester heraus brechen würde überhaupt nichts bringen. Sie würden dazu gehören.
     
    Ich lese oft in dem Buch "Der Wochenendimker" von Karl Weiss. Dort sind 4 verschiedene Arten aufgeführt wie man schwärmen verhindern kann - leider habe ich keine davon verstanden. Was kann man als Anfänger tun?
     
    Ich werde natürlich in meine Zargen schauen und wenn mir etwas spanisch vorkommt meinen Freund anrufen und um Rat bitten (oder eher Hilfe schreien...). Aber wie ich das so verstanden habe kann einen die Schwärmerei ganz unvermittelt treffen.
     
    Wie kann ich mich vorbereiten falls meine Bienen plötzlich am Baum hängen? was brauche ich auf jeden Fall? Gartenspritze mit Wasser? Eimer mit Tuch?
    Ich habe eine kleine Wanderbeute in die 11 Rähmchen passen. Sie hat sogar einen Futternapf. Wäre das die richtige Behausung für einen evtl. Schwarm?
     
    Noch eine Frage zum Entwachsen der Rähmchen.
    Wir haben alte Sachen von Imkern gekauft die aufgegeben haben. Unter anderem auch alte Rähmchen mit Waben und einen elektrischen Wachsschmelzer. Wir räumen die Sachen nun alle auf, reinigen sie und wollten die unpassenden alten Waben entsorgen. Dafür haben wir die alten schwarzen Waben in den Schmelzer getan und es war grauenvoll. Das Wachs war schwarz und viele Waben ergaben eine Hand voll schwarzes Wachs. Es stank grauenvoll, der Schmelzer wurde schwarz und ich stank hinterher fürchterlich.
    Ausserdem tropfte flüssiges Metall (wie Lötzinn) aus dem unteren Teil des Geräts.
    Da wir mir deutsch-normal imkern und die Rähmchen alle ein anderes Format hatten, habe ich sie letztendlich entsorgt. Habe ich etwas falsch gemacht? Es kann doch nicht normal sein dass aus so einem Gerät Metall tropft. Wie kann man sonst noch die Rähmchen vom Wachs befreien?
    Vielen Dank für die Beantwortung meines Fragen-Chaos ;)

  • Hallo,
    mit dem Erweitern des Honigraumes hat dein Kumpel schon recht aber erstmal mit einer Zarge, dann die Nächste, wenn es soweit ist. Du musst spätestens alle sieben Tage Weißelzellen brechen, um ein Schwärmen zu verhindern. Wenn du sowieso deine Völkerzahl steigern willst, kannst du dein Volk teilen und damit die Schwarmlust verkleinern. Mit dem Fächeln am Flugloch regulieren die Bienen die Innenraumtemperatur, um nicht zu überhitzen. Das ist normal. Du kannst ihnen helfen, indem du das Flugloch so groß wie möglich machst. Mit Wachsschmelzern ist das so eine Sache. Das Metall wird vieleicht heißes Zink von den Drähten in den Rähmchen sein. Das Schwarze sind die Reste von den verpuppten Larven, die bei viel bebrüteten Waben diese immer dunkler werden lassen. Bei vielen Schmelzern werden diese mit gelöst bzw. man schmilzt nur gelbe, unbebrütete Waben. Bei einem Sonnenwachsschmelzer läuft nur das gelbe Wachs in die Auffangschale und die Reste werden dann von der Schmelzfläche entfernt. Also kann man damit auch super alte Waben schmelzen.
    Ach ja wenn du einen Schwarm am Baum hast, kannst du ihn einfach in deine Kiste fegen. Diese stellst du dann dort unter den Baum und gibst den Bienen eine Ausflugmöglichkeit. Am abend kehrst du sie in eine neue Beute mit Rähmchen oder lässt erstmal in diese Kiste vorsichtig Rähmchen gleiten und stellst sie an einen geeigneten Standort.
    Viel Glück bei allem und natürlich auch Spaß
    Gruß
    Daniell

  • Hallo
    Ich kann dir nur den Rat geben, den hier jeder erst mal bekommt:
    Such dir jemanden der dich wirklich an die Hand nimmt und sich die Zeit nimmt mit dir an den Völkern zu arbeiten. Das ist beim Imkernlernen das A und O.
    Wende dich zur Not an den Imkerverein vor Ort. Dort Mitglied zu werden ist schon wegen dem Versicherungsschutz sinnvoll.


    Schwärmen passiert nicht von jetzt auf nachher.
    Es gibt schon sehr viele Threads zu diesem Thema, wo sehr genau und detailiert erzählt wird wie das alles nach einander abläuft. Schwarmtiming ist ein Stichwort für die Suche.


    Weiselzellen brechen ist nicht unwichtig, verhindert das Schwärmen allerdings nicht alleine.
    Ein sehr gutes Buch ist Einfach Imkern von Liebig. Da werden auch sehr logisch einige Maßnahmen zur Schwarmverhinderung geschildert. Ablegerbildung, Schröpfen sind die Stichwörter für die Suchfunktion dafür.


    Mit dem Wachsschmelzer kenne ich mich nicht aus hört sich allerdings nicht wirklich gut an.
    Gibt es da irgendwas um Temperaturen einzustellen? Für mich hört es sich so an, als ob er zu heiß geworden wäre. Auf die Ferne aber schwierig.


    Viel Erfolg

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo,
    alles weiß ich auch nicht, aber den elektrischen Wachsschmelzer würde ich nicht weiter verwenden - Dampfwachsschmelzer oder welche auf Solarbasis (Entschuldigung) Sonnenwachsschmelzer sind besser und ökonomischer.
    Allerdings sollte das Wachs auch aus dem "Elektrischen" nicht schwarz raukommen.


    Übrigens: Nie irgendwelchen Sperrmüll kaufen - schon gar keine alten Waben, die bauen die Bienen eh neu, wenn sie gebraucht werden.
    Wenn noch so'n alter Zentralheizungsofen für feste Brennstoffe vorhanden sein sollte, kann man mit solchen Schwarten prima Feuer machen ... ist aber nicht überall statthaft, in manchen Landkreisen ist Müll zwingend abzugeben, alles andere ist illegale Entsorgung.


    Schwarmverhinderung ist so 'ne Sache - da macht man hin und wieder auch noch nach jahrelanger Erfahrung Fehler - oder die Bienen haben die schlauen Bücher nicht gelesen und machen's mal ganz was anderes ...


    -Raum geben ist schon mal eine Idee, wenn die Bienen trotzdem meinen (z.B. weil das Wetter gerade so schön ist...), eine Teilung stünde an, dann war das auch nur ein Versuch.


    -Zellenbrechen bekämpft nur Symptome, nicht die Ursache. Meiner Ansicht nach höchstens bei Hinterbehandlungsbeuten eine Zeit lang erfolgreich - aber auch da übersieht man irgendwann eine kunstvoll in einer Wabenlücke eingepasste Weiselzelle.


    -Wirkungsvoll sind m.E. Zwischenableger, allerdings hat man beim "Restvolk" wieder das Problem der Nachschaffungszellen, sonst gibt's da auch Nachschwärme. Ist aber beherrschbar, wenn man nicht über drei Zargen Brut "verzettelt" verteilt hat. Wenn man dann den Zwischenableger weiterpflegt, hat man mit Glück im Herbst ein neues Volk.
    Sorgfältig muss aber das "Stammvolk" beobachtet (behandelt) werden, bis da dann eine neue Königin eierlegend für Ordnung sorgen kann. Zur Not muss man eine Weisel dazukaufen, sollte aus der eigenen "Nachzucht" nichts gewordensein, oder man meint, die Bienen sind zu stachlich, schwärmen lieber als sie arbeiten, oder die Rassemerkmale gefallen nicht.
    Andererseits: Auch wenn man den Vorschwarm zulässt, muss man die Nachschwärme möglichst verhindern, sonst ist irgendwann das Restvolk so geschwächt, daß selbst das Einwintern schwer möglich erscheinen wird.


    Wenn man allerdings die Umgebung so einschätzt, daß man den Schwarm fangen kann (die höchsten Bäume im Umkreis von 50....80 Metern sind mit der längsten Leiter locker erreichbar) und man genug Zeit hat, gegen Mittag oder am frühen Nachmittag die Bienen zu beobachten, sollte man die Bienen ruhig ihren Vermehrungsdrang ausleben lassen. Irgendwannn wird's sowieso passieren.


    Schwarmfangkasten wäre sinnvoll, aber vor allem auch ein erfahrener Imker, der erklärt, was zu tun ist und dem Anfänger (auch beruhigend) zur Seite steht. Ohne den geht es m.E. kaum, denn Bienen sind nicht so einfach zu verstehen, wie eine Hauskatze.
    Selbsterkärend sind sie auch nicht.


    Viel Glück und vor allem Spaß bei den Bienen
    ralf_2

  • Hallo!


    Ein Erklärungsversuch einer Anfängerin :wink::


    Ja, also erstmal die alten Schwarten:
    Die leeren Waben kannst Du mit einem alten Messer aus den Rahmen schneiden und in einer Plastiktüte zum nächsten Imkerladen bringen. Der wiegt das aus und tauscht zu einem bestimmten Kurs Deine ollen Teile gegen blitzsaubere neue Mittelwände ein. :-D
    Die alten Holzteile kann man zum Grill anzünden oder im Winter für den Ofen nehmen. Zinnteile sollten natürlich vorher entfernt werden.


    Das Schwärmen ist ein normaler Vorgang im Volk und als Anfänger kann man sich freuen, wenn sich die eigenen Völker ständig vermehren.
    Als Methode zur Vermehrung bietet sich z.B. der Saugling an: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=11404.
    Oder als Alternative der Flugling: http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=148833&postcount=14
    Beides kann man ganz gut anwenden, wenn die Bienen gerade in Schwarmstimmung sind.


    Die Königinnen haben eine Entwicklungszeit von 16 Tagen: 3 Tage als Ei, 5 Tage als Larve und 8 Tage in der verdeckelten Weiselzelle.
    ABER, wenn das Volk in Schwarmstimmung ist, ist das Verdeckeln der Weiselzelle, wie hier zu lesen ist, der Zeitpunkt, an dem die Altkönigin mit ihren Arbeiterinnen das Volk verläßt und sie ausschwärmen. Daraus ergibt sich, dass man spätestens alle sieben Tage alles durchschauen und die Weiselzellen brechen muß. Das war mir zu stressig, also haben wir lieber einen Ableger gemacht.


    Ansonsten schau mal beim örtlichen Imkerverein vorbei. Die helfen auch bei Notfällen und das kommt offenbar häufiger als erwartet vor. :lol:


    Viel Spaß beim Imkern!


  • Bei der Kontrolle der Beuten hatte jedes Volk ein bestifeltes Weiselnest. Das haben wir zerstört.


    Hi Sherry,


    nicht jede Weiselzelle ist eine Schwarmzelle. Es gibt Weiselzellen, die wichtig für das Volk sind. Auch kann es evtl. sein, dass die Alte mit einem Schwarm schon raus ist, ohne das Du es gemerkt hast. Wenn Du dann dem Volk die letzte Weiselzelle brichst, bekommt es keine Königin mehr. Als Anfänger kannst Du vermutlich nicht richtig beurteilen, ob es Sinn macht eine Weiselzelle zu brechen oder ob Du damit etwas zerstörst. Deshalb würde ich mir überlegen es zu tun. Und wenn ein Volk schwärmt, dann freu Dich darüber, sowas zu erleben. Es ist beeindruckend und vollkommen normal. Das Volk vermehrt sich. Schwärmen ist keine Krankheit und wenn Du dieses Jahr etwas weniger Honig erntest, wirst Du das wohl verschmerzen können. Vertrau doch einfach erstmal auch ein wenig auf die Bienen. Die kennen sich mit Bienenhaltung recht gut aus. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass Du schon auf dem richtigen Weg bist. Viel Spaß mit Deinen Bienen und toi, toi, toi.


  • Typisch für mich das Ding ohne Wasser zu betreiben. Jetzt weiß ich es, bzuw habe es erklärt bekommen. Mein Sohn ist Elektriker. den lasse ich das Gerät erst einmal checken ob ich etwas kaputt gemacht habe mit der Überhitzung. Danach nur noch mit Wasser....

  • Das mit dem Flugling hört sich ja super einfach an! Eigentlich wollen wir nur noch 2 weitere Völker. Also insgesamt 4. Und dann stoppen. Aber Bienenvermehrung stoppen ist scheinbar auch nicht einfach ;)


    Ich habe vorhin mit einem Imker darüber gesprochen. Er meinte dass die direkten Ableger eines Volkes evtl bissig werden können. (Meine Bienen sind super friedlich.) Da wir in Mayen sind empfahl er mir mir in der Imkerschule 2 Königinnen zu kaufen und hat mir kurz erklärt wie man diese zu einem kleinen Volk vereinigt. Im Forum stehts ja auch schön beschrieben.


    Frage jetzt: Wie hoch sind wohl die Chancen ein bissiges Volk zu produzieren aus eigenen Ablegern? Und vor allen Dingen - was macht man mit einem bissigen Volk?
    Und zweite Frage: Um welche Jahreszeit macht man das am besten mit dem Flugling?

  • Liebe Sherry,
    willst Du von uns hier nun einen Imkerkurs viva Internet?
    Sei bitte nun nicht beleidigt, all Deine Fragen sind, bis auf das Schmelzen ohne Wasser:wink:, hier mehr oder weniger beantwortet.
     
    siehe Sabines Signatur:Biene:
     
    Alles Gute
    wünscht Dir
     
    Der
    Drohn

  • Hallo!
     
    Bloß mal so zum Königinnenkauf:
    Nicht immer eine Notlösung!
    Bei mir in der Nähe ist ein Buckfastimker und ich kann nicht mit Standbegattung von meinem Rassengemisch nachziehen. Reinzuchtköniginnen sind mir in der Menge zu teuer.
    Darum kaufe ich von verschiedenen Züchtern unbegattete Königinnen und lasse sie standbegatten.
    Das ergibt sehr gute Wirtschaftsköniginnen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
    IMME

  • Wenn du ruhige Bienen hast die nicht STECHEN(!) kannst du das locker auch an deinem Stand nachziehen und auch dort begatten lassen. Wenn dann tatsächlich doch Stecher dabei sind kannst du immer noch im Herbst umweiseln mit einer gekauften, sanftmütigen Königin.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Huch...jetzt stechen Bienen schon nicht mehr:cool:
     
    Sagt mal.....
     
    Der
    Drohn

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von gast013 () aus folgendem Grund: verkaufe Bienen die nicht stechen ;-) äh...nicht oft!!!

  • Also, mein selbstgebastelter Ableger vom letzten Jahr (ich bin auch Anfänger) ist etwas stechiger als die "Urvölker" aber meiner Meinung noch vertretbar. Da ich noch kein gestandener Imker bin kommt es in der Hitze des Gefechts schon mal vor, daß ich die Bienen etwas verärgere-daher bietet sich mir eh noch nicht die Möglichkeit ohne Schutz zu Imkern.
    Die Leistung des Ablegers ist für meine ungeübten Augen phenomenal, hätte ich sie rechtzeitig erweitert, wären da sicher 2-3 Zargen Honig rausgekommen.
    Also ruhig mal versuchen, mit den selbstgemachten Völkern.