• Hallo,
    angenommen ich wäre nur an der Bestäuzbungsleistung der Bienen interessiert (z.B. wegen vorhandener Streuobstwiese) und hätte gar kein Interesse an der Honiggewinnung, inwiefern würde sich dann der Aufwand pro Volk reduzieren?
    Zufütterung würde sich ja erübrigen, da der Honig bei den Bienchen bleibt, oder?
    Die Aufgaben wäre hier vor allem rechtzeitige Erweiterung und Krankheitsbekämpfung!
    Hat hier jemand Erfahrungen?
    Gruß Michel
    PS: Nur aus Interesse, ich will natürlich Honig gewinnen!

  • Hi,
     
    fange gerade selbst erst an mit den Bienen :Biene:und habe mich Ähnliches auch schonmal gefragt. In der Natur wird (i.d.R.) ja auch kein Honig entnommen, theoretisch müsste es doch auch funktionieren, wenn man keinen Honig entnimmt oder ist die Sammelleistung schon "angezüchtet" höher als natürlich der Fall wäre und es würden Vorräte u.U. verderben?
     
    Ich häng' mich mal an die Eingangsfrage dran und bin gespannt auf Meinungen...
     
    Viele Grüsse!

  • Hallo!
    Wo bleiben die Antworten der Experten? Ist es ein Problem, keinen Honig zu entnehmen? Muss man trotzdem Zufüttern? Oder entspricht das nicht am ehesten der natürlichen Bienenhaltung?
    Vielleicht könnte Sabi(e)ne aushelfen?
    Gruß Michel

  • KEINEN Honig zu ernten ist KEIN Problem.
    Die Antwort gibst du dir selber (oder nicht?)


    NATÜRLICHE BienenHALTUNG


    In der Natur hält keiner Bienen


    Gruß Jogl

  • Hallo Jogl,


    und was wäre das Gegenteil davon?


    Bienen-HALTUNG <----> Bienen -???

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Aloha,


    es gibt nur "gehaltene Bienen" und wilde Bienen.
    Wilde Bienen brauchen Behausung, und intakte Landschaft drumrum, mit Trachtfluß vom Frühjahr bis zum Herbst, sowohl qualitativ als auch quantitativ ausreichend.
    Heutzutage gibt es weder vom ersten noch zweiten Punkt etwas, außer vielleicht in Nationalparks ohne Bewirtschaftung der Natur.
    Deshalb gibt es kaum wilde Bienen in D dauerhaft überlebend.


    Gehaltene Bienen tauschen unfreiwillig ihren Honig gegen Behausung, Futter und Behandlung gegen Parasiten ein, sind ohne Unterstützung des Halters in der heutigen Kulturlandschaft kaum noch allein überlebensfähig und völlig abhängig.


    Sich also Bienen in den Garten zu stellen zum Zweck der Bestäubung ist ähnlich dämlich, wie sich ein Schaf als Rasenmäher hinzustellen und nichts über Schafe und deren Bedürfnisse zu wissen. Das fängt damit an, daß ein Schaf ein Herdentier ist, wie ein Pansen funktioniert und warum Brot keine geeignete Ernährung ist, geht über Klauenpflege und -Krankheiten bis hin zur Geburtshilfe etcetera...


    Wer Bienen in seinem Garten will, ohne selber zum Imker zu werden, der biete einem Imker aus der Gegend einen Standplatz in seinem Garten an und rechne damit, daß dann da mehr als ein Volk steht, der Imker öfter vorbeikommt, er auch ein paar Gläser Honig spendet, und daß Bienen stechen, wenn man im Gras auf sie tritt.


    Bienen nur zur Bestäubung, ohne daß sich wirklich jemand um sie sorgt, würde ich entschieden ablehnen.
    (und was macht so jemand, wenn der erste Schwarm im Baum sitzt? Einfach dem Schicksal ausliefern?)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne),
    danke für Deine Antwort, trotzdem möchte ich noch etwas zur Diskussion zwecks Bestäubung beitragen.
    Du schreibst, dass für wilde Bienen die Trachtsituation in einer intakten Landschaft ganzjährig gut sein müsse, das gilt wahrscheinlich vor allem für den Herbst, also müsste für die Jahreszeit vor allen Dingen vorgesorgt werden.
    Nehmen wir an, dass unser "Bienenhalter" in einer "intakten" Landschaft lebt und bereit ist, einen Hektar zusätzlich für artenreiche Ansaaten zur Verfügung zu stellen , um z.B. ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen von April bis November zu garantieren.
    Auch ist unser "Bienenhalter" durchaus willig, sich mit den Bedürfnissen von Bienen auseinanderzusetzen, er fängt auch gerne mal einen Schwarm ein und gibt ihm eine neue Behausung, hilft den Bienchen auch bei der Krankheitsbekämpfung , sofern nötig und ist auch sonst sehr daran interessiert, dass es seinen "Mädels" gut geht, aber er möchte allerdings keinen Honig ernten, sondern diesen bei den Bienchen belassen. Sein Hauptinteresse ist nach wie vor die Bestäubung seiner Streuobstwiese. (Dass dies "dämlich" sei, kann ich nicht nachvollziehen, sonst gäbe es ja z.B. in der USA keine ausgeprägte kommerzielle "Bestäubungsindustrie" wie in dem Beitrag über Bienen in "Abenteuer Wissen" gezeigt wurde, die ich natürlich genauso missbillige wie alle anderen hier im Forum).
    Also, wie gesagt, Bienen halten zur Bestäubung, und man sorgt sich trotzdem um seine Bienen, belässt aber den Honig bei ihnen. Ist die Idee wirklich so abwegig?
    Gruß Michel

  • Hallo ihr Lieben,
    so geht es nicht,man müsste schon etwas von Bienenhaltung verstehen. Rein theoretisch funktioniert so etwas nur an Orten mit guter Sommertracht und darauf muss man reagieren, denn sonst hängt das Volk am Baume und bei dieser Arbeit ist die der Schleuderung gering. Irgendwann wird jeder,der nur Bienen sehen möchte, honigsüchtig.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo, Michel,
    bitte richtig lesen, das "dämlich" bezog sich auf Bienen hinstellen ohne jegliche Kenntnisse, nicht auf die Bestäubung.
    Und für eine Streuobstwiese muß man nicht ganzjährig Bienen halten, da kann man wie gesagt einen Imker bitten, für die Blütezeit welche hinzustellen.
    Wenn es da nicht genügend natürliche Bestäuber gibt, spricht das nicht gerade dafür, daß sich Bienen dort lange halten können ohne durchaus intensive Betreuung (ich erinnere an die Threads vor ein paar Wochen, als viele sich fragten, wie man denn jetzt schnell Futter in die Kisten reinkriegt, und an meine eigene Pollenersatzfütterung letzten Juni).
    Und, Entschuldigung, 1 Hektar artenreiche Ansaaten ist ein Tropfen auf einem heißen Stein, ein einziges Bienenvolk verbrütet im Jahr etwa 30kg Pollen, wo soll der herkommen?
    Dein fiktiver Bienen-Nur-Halter müßte also im Prinzip sämtliche Imkerkenntnisse besitzen, sich durchaus auch intensiv kümmern, auch, wenn er keine Honigräume aufsetzt, und auch durchaus in schlechten Jahren noch zufüttern.
    In jedem Fall ein Zuschußgeschäft.
    Ich sehe das nicht als besonders sinnvoll an, weil es viele Imker gibt, die sehr gern einen sicheren Standplatz haben würden.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ist es ein Problem, keinen Honig zu entnehmen? Muss man trotzdem Zufüttern?


     
    Hallo Imker-Michel,
    ich kenne zwar die Trachtsituation Deines fiktiven Bienenaufstellers nicht, würde aber doch darauf tippen, dass es im Frankenwald auch zu Honigtautrachten - auch spähten - kommt. Was macht er dann? Das Überwintern auf Honigtautrachten ist für die Bienen ein großes Problem. Also doch Honig ernten und einfüttern?
    Mir gefällt der bereits gemachte Vorschlag mit Standplatzvergabe an eine örtlichen Imker sehr gut.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Sabine,
    bitte richtig formulieren: "Sich also Bienen in den Garten zu stellen zum Zweck der Bestäubung ist ähnlich dämlich, wie..."
    Ansonsten, danke für die Antwort!
    Gruß Michel

  • hallo,
    also ich bin da etwas anderer meinung, wie die meisten hier.
    also ich denke es könnte schon funktionieren. allerdings sollte der fiktive bienen aufsteller (fba) schon ahnung vom imkern haben. damit er auch den zustand des volkes kontrollieren kann, und gegenfalls eingreifen.
    der fba muss dann nur im sommer und winter die varroabehandlung machen. außerdem den futtervorrat vor dem winter kontrollieren und gegebenenfalls zufüttern. außerdem noch im frühjahr wegen der wabenhygiene die unterste zarge weg und ne neue oben drauf.
    mfg jeffrey

  • Hallo,
    ich denke ich habe es schon einmal geschrieben. Ich habe vor 20 Jahren einen Garten gekauft. Der Kirschbaum hing voll saftiger Kirschen, dann kamen meinen Bienen rein. Seither finden nur noch Stare einzelne Früchte.
    Es fehlt in der Nähe ein zweiter Kirschbaum.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Jeffey,
    wenn kein Honig entnommen werden würde, wäre es dann nicht sinnvoller früher mit der Varroabehandlung zu beginnen, evtl. in regelmäßigen Abständen z.B. Ameisensäurebehandlung ganzjährig durchzuführen?
    Gruß Michel