Fragen eines blutigen Anfängers

  • Nach langer Internetrecherche und einiger Bedenkzeit bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich auch mit der Imkerei anfangen will. Da ich mir nicht erst Bienen anschaffen will und mich dann mit der „Pflege“ beschäftigen will habe ich mich schon ein wenig eingelesen. Ich habe mir auch schon das Buch von Dr. Liebig bestellt und warte nun darauf, dass es bei mir ankommt. Ich will mich auch die nächsten Tage mit einem bekannten Imker treffen und Ihn einige Zeit bei seiner Arbeit mit den Bienen begleiten. Desweiteren habe ich mich auch schon wegen eines Imkerkurses schlau gemacht (Imkerschule Oberentersbach/Heidelberg) jedoch musste ich leider feststellen, dass diese wohl immer im Januar beginnen.
    Da ich in anderen Bereichen mit Foren schon sehr gute Erfahrungen gemacht habe:daumen:, habe ich auch schon in diesem Forum gestöbert und fleißig mitgelesen. Deshalb will ich, bevor ich das Buch bekomme und mir daraus eine Meinung bilde bzw. daraus was übernehme weil ich es ja nicht besser weiß, auch ein paar andere Meinungen vorab anhören bzw. anlesen. Sicher wurde die ein oder andere Frage hier im Forum auch schon beantwortet nur gestaltet sich die Suche für mich als Anfänger etwas schwieriger, da mir doch noch das ein oder andere Fachwort fehlt. Ich bitte dies zu entschuldigen.:oops: 

    Als erstes stellt sich mir die Frage, welche Beute die richtige für mich ist Und welche Beute vom Forum empfohlen wird. Da gibt es ja sehr verschiedene Meinungen und auch Möglichkeiten. (Wer die Wahl hat, hat die Qual) Da ich ja Jungfräulich beginne, habe ich jetzt also noch die Möglichkeit das richtige für mich zu wählen.
    Eine weitere Frage die mich beschäftigt ist wann ist eine geeignete Zeit sich die Bienen zuzulegen. Ist es sinnvoll bis zum Frühjahr zu warten oder ist es jetzt günstig, da zu dieser Jahreszeit evt. ja auch schon Ableger angeboten werden.
    Gibt es Erfahrungen mit den o.g. Imkerschulen? Ist ein Kurs überhaupt nötig? Teuer sind die Kurse ja nicht! Und Oberenterbach wäre auch nur 50 km von mir entfernt.
    Wie groß ist eigentlich der Radius des Fluggebietes der Bienen? Der Hintergrund dieser Frage ist, dass meine Eltern die Ihren Wein- und Obstbaubertieb am Kaiserstuhl haben verschiedene Flächen haben, auf denen die Bienen aufgestellt werden können. Einige geeignete Aufstellflächen, liegen aber nicht gerade in der Nähe (3-4 km)von Obstplantagen sondern eher so im Weinberg mit Böschung/Waldrand (Mischwald).Befürchte nur das hier die Tracht nicht so üppig ist oder?
    Letzte Frage: Ist hier im Forum jmd. aus den Bereich Kaiserstuhl/Tuniberg auch aktiv?

    So das wären vorerst die ersten Fragen. Ich würde mich freuen wenn mir jmd. Die Fragen beantworten könnte. Vielen Dank schon mal im Voraus!



    Viele Grüße,
    Stefan

  • Nach langer Internetrecherche und einiger Bedenkzeit bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich auch mit der Imkerei anfangen will. Da ich mir nicht erst Bienen anschaffen will und mich dann mit der „Pflege“ beschäftigen will habe ich mich schon ein wenig eingelesen. Ich habe mir auch schon das Buch von Dr. Liebig bestellt und warte nun darauf, dass es bei mir ankommt. Ich will mich auch die nächsten Tage mit einem bekannten Imker treffen und Ihn einige Zeit bei seiner Arbeit mit den Bienen begleiten.


    Hallo Stefan,


    ich halte nun im 2. Jahr Bienen und kann Dir (ohne den Experten zuviel vorzugreifen) schonmal sagen, dass die ersten Schritte sicherlich die richtigen waren. Lese dich gut ein, Liebig ist schonmal nicht verkehrt. Wichtig ist auch ein Imkerpate, frage doch deinen Bekannten ob er das nicht übernehmen könnte und in den 1 oder 2 Jahren betreuen kann.





    Als erstes stellt sich mir die Frage, welche Beute die richtige für mich ist Und welche Beute vom Forum empfohlen wird.


    Hier gibt es wie Du schon vermutet hast, verschiedenste Meinungen, mindestens doppelt soviele wie Imker ;-) 
    Schlau ist es, das Mass zu nehmen, das in Deiner Gegend auch oft vorkommt. Ich konnte mich hier zwischen DN und Zander entscheiden. Mein Imkerpate nutzte DN, somit bin ich bei einer Magazinbeute mit DN gelandet, hatte also rein praktische Gründe.


    Ansonsten wünsch ich viel Spass mit den Bienen, wirst hier sicher noch ein Haufen Tipps bekommen.

  • Kann da Tombee
     
    nur zustimmen. Habe letztes Jahr angefangen und mir einen Ableger + einen Kunstschwarm organisiert. Jetzt denke ich ist die beste Zeit, da die Bienen im vergleich preiswert sind und du von denn noch was hast. Im Juli/August ist das Riskio dann zuhoch noch was zuerleben bzw. Winterrisiko.
     
    Nimm das mass was dein Pate hat. Dann ist nur noch die Frage Holzbeute oder Kunststoff. Wenn du an verschiedenen stellen aufstellen willst, dann Kunststoff da tragbar.

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Hallo, Micha,

    Zitat

    Wenn du an verschiedenen stellen aufstellen willst, dann Kunststoff da tragbar.


    Sorry, das sehe ich aber anders.:lol:
    Mit meinen Selbstbaubeuten, "Kästchen" wie Ralph zu sagen beliebt:lol:, bin ich aber tragetechnisch erheblich besser dran als damals mit den Riesendingern von Segeberger oder Holtermann.

    Und ich hab schöne Griffklötze und kann ordentlich anpacken statt mir die Finger wehzutun an den Sch***Griffmulden....
    (und billiger ist es auch noch...:p)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Gibt es Erfahrungen mit den o.g. Imkerschulen? Ist ein Kurs überhaupt nötig? Teuer sind die Kurse ja nicht! Und Oberenterbach wäre auch nur 50 km von mir entfernt.
    Wie groß ist eigentlich der Radius des Fluggebietes der Bienen? Der Hintergrund dieser Frage ist, dass meine Eltern die Ihren Wein- und Obstbaubertieb am Kaiserstuhl haben verschiedene Flächen haben, auf denen die Bienen aufgestellt werden können.


    Vielleicht hierzu noch etwas:


    Der Imkerkurs gab mir grundlegendes theoretisches Wissen mit auf den Weg, ausserdem kann man hierbei schonmal ein paar Fragen loswerden, die einem die Bücher nicht immer ausreichend beantworten können. Meine Meinung: Mach den Anfängerkurs, aber solltest du jetzt schon die Möglichkeit haben mit einem Imkerpaten anzufangen, reichts auch wenn Du ihn nächster Jahr machst, da Dir der Pate anfangs eh bei allen Eingriffen zur Seite steht.


    Der Flugradius der Bienen beträgt übrigens so ca. 3km.

  • Hallo Stefan,


    Zitat

    Als erstes stellt sich mir die Frage, welche Beute die richtige für mich ist

    Ich habe mich ziemlich an das von dir erwähnte Buch gehalten, was dann automatisch auf die Hohenheimer Einfachbeute/Liebigbeute (Zandermaß) hinausläuft. Das würde ich dir somit auch empfehlen, sofern das in deiner Gegend nicht ein exotisches Maß ist (wovon ich mal nicht ausgehe).


    Zitat

    Ist ein Kurs überhaupt nötig?

    "Nötig" ist relativ. Ich selbst mache zur Zeit einen Anfängerkurs bei Dr. Liebig. Da kommt natürlich nicht viel drin vor, was nicht auch in seinem Buch zu lesen ist. :wink: Aber vor Ort das Ganze gezeigt zu bekommen hilft trotzdem ungemein.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo lieber Landmann,
    meine Empfehlung, gehe den Rest des (Bienen)Jahres zum bekannten Imker schaue über die Schulter und wenns geht arbeite mit.
    Im Nächsten Jahr meldes Du Dich RECHTZEITIG (Kurse sind immer gut ausgebucht) bei der Imkerschule Oberentersbach zum Anfängerkurs. Bis dahin hast Du auch einen guten Überblick über die möglichen Standorte in Deinem Umfeld in dem Du Bienen aufstellen kannst.
    Gruß Eisvogel
    PS: Ich weiß es läuft Deiner derzeitigen Vorstellung, JETZT mit den Bienen anzufange zu wieder, aber glaube Gut Ding will Weile haben.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hi,


    bevor Du dir die Frage nach dem Rähmchenmaß stellst, macht es evtl. Sinn, sich über die Bienenrasse Gedanken zu machen. Wir hatten vor wenigen Jahren mit Zander und Carnica angefangen. Um uns ein Bild machen zu können, hatten wir uns vorletztes Jahr eine Buckfastkönigin gegönnt. Zuerst ging das vollkommen daneben, da wir die Buckfast sehr ähnlich der Carnica geführt hatten. Ab Herbst letzten Jahres hatten wir bei einem Buckfast-Volk die Betriebsweise trotz weiterhin Zander vollkommen umgestellt. In diesem Jahr läuft dieses Volk richtig Klasse. Es gibt sicherlich viele die bei Buckfast schreien aber nach den momentanen Ergebnissen ist Buckfast auch gerade für Anfänger eine Alternative zu den Carnis und eine Entscheidung zu Buckis kann ein anderes Rähmchenmaß sinnvoll machen.

  • Fast alles richtig was du bisher gehört hast.
    Wenn man allerdings so liest, was gerade an Bienensterben in der Rheinschiene abgeht ist es vielleicht wirklich ratsam erst nächstes Jahr ein Volk zu kaufen, das es über den Winter geschafft hat.
    Falls dir natürlich (beim Imkerpaten oder so) ein Ableger oder Schwarm in den Schoß fällt kannst du selbstverständlich auch schon dieses Jahr zugreifen. Allerdings kann ich mir vorstellen, daß Ableger dieses Jahr ordentlich teuer werden könnten.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Habe letztens ein Geheimrezept von einem Uraltimker gehört. Gereinigten (!) Salmiakgeist aus der Apotheke, unmittelbar nach Entfernen des Stachels draufträufeln. Er schwor, dass das Zeug sofort jegliche Schwellung und Schmerz stoppt.


    Habt davon sonst schon mal jemand was gehört?


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten.
    Ich habe mir jetzt überlegt, dass ich wie von Eisvogel vorgeschlagen, wohl doch bis zum Frühjahr warte und in dieser Zeit das Buch und mehr lese, evt. Zargen & Deckel baue, Böden kaufe :), und mich frühzeitig für den Kurs anmelde. Und sollte sich wie Drollhos schon sagte doch unerwarteter weise für mich die Möglichkeit ergeben einen Ableger zu bekommen, werde ich den dann natürlich nicht ablehnen!
    Fazit für mich: Erst mal die ganzen Beute-Bau Freds durchlesen und in Erfahrung bringen, welche Beute bei uns in der Gegend denn State of the Art ist.


    Vielen Dank nochmal für die Beiträge.


    Gruß,
    Stefan

  • Hallo Stephan,


    gerade aus der Art der Beute wird schon eine Art Dogma gemacht. Allerdings sollte das letzte Argument sein, welche Beute dein Nachbar hat! Beispiel: Nur weil du und dein Nachbar an der selben Strasse wohnen, beide einen Führerschein habt, die gleiche Haarfarbe habt und gerne Bier trinkt, brauchst du doch nicht die gleiche Bienenbeute haben, oder? Austausch von Bienenmaterial geschieht sowieso am besten über Kunstschwärme - aus Bienenhygienischer Sicht.


    Ich gebe aber zu, die "Beutenfrage" ist in D eine der schwierigsten, weils halt soviel gibt. In F und I kennen sie eigentlich nur einen Typ (Dadant-Blatt), bei den Aussies nur Langstroth (bei Millionenvölkern!). Da fällts leichter. Besorg dir doch noch vom Lampeitl "Bienen halten" der beschreibt da auch das US-Dadant als Alternative zur Zanderbeute, und auch sonst ist das Büchlein sehr empfehlenswert.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Moin Stefan


    Da ist noch viel vorzubereiten. Beuten bauen, oder kaufen, eventuell streichen, Rähmchen besorgen, Mittelwände einlöten, Raum für Gerödel aussuchen, vielleicht vorbereiten und und und.


    Ich habe mal für meinen "Imkerlehrling" eine Liste mit zeitlichem Ablauf der zu erledigenden Dinge zum Aufbau einer Imkerei aufgestellt.
    Bei Bedarf schreib mich mal an.


    Viel Wege führen nach Rom / zur Imkerei ;-)


    Ich habe nach jahrelangem Bienenliteraturlese von einem Tag auf den anderen ein Volk geschenkt bekommen...
    Hatte dann den Winter Zeit für das kommende Jahr vorzubereiten.
    Aber nen Plan wie ich anfange, hatte ich schon im Kopf...


    Lies Dich noch etwas in die Materie ein. Das kann nie Schaden.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • So kurzes Update. Ich war nun schon 3x beim erwähnten Imker mit bei seinen Bienen und ich muss zugeben, dass ich mich schon ein wenig in diese verliebt hab.:oops: Konnte mir bisher gar nicht vorstellen, wie friedfertig die Bienchen doch sein können obwohl man ihren ganzen Bau auseinander nimmt. Wir konnten bisher komplett auf Schutzkleidung verzichten. Die Stichausbuete liegt bei Ihm und bei mir bei je einem Stich!
    Ich habe ihm natürlich auch die Gretchenfrage gestellt…..welche Beute bzw. Rähmchenmaß.
    Er meinte dann das in unserer Gegend bzw. in seinen Verein ein Verhältnis von 70% Zander zu 30 % DNM herrscht. Er hat DNM in Martinbeuten @ sabi(e)ne auch mit schönen Griffklötzen:wink:. Er hat mir dann auch erzählt das sich seine Völker die er am „schwarzen Brett“ am Lehrstand anbietet sich nicht so gut verkaufen als die, die auf Zander angeboten werden.
    Meine erste Überlegung war dann eine Kombibeute alla Herold. Nachdem ich aber einiges über die Magazinimker gelesen habe und dieses System gut finde, werde ich mich wohl doch für eine Magazinimkerbeute mit Zandermaß entscheiden. Wenn ich dann mal in Verlegenheit kommen sollte doch DNM Rähmchen einhängen zu müssen, kann ich die Zanderzarge immer noch durch einschrauben eines 50mm? Holzes verkürzen.
    Start wird aber voraussichtlich erst nächstes Jahr sein, da ich hier im BW als Imkeranfänger einen Zuschuss für die Ausrüstung beantragen kann. (Hab ich vom Bienensachverständiger erfahren, der letzte Woche für das Gesundheitszeugnis vorbeikam)Dies geht aber nur mit Imkerkurs. Diese gibt es ja aber nur am Anfang des Jahrres. Und wenn ich einen gewissen Zuschuss mitnehmen kann, werde ich die natürlich tun. Es kommt ja doch einiges Zusammen.
    Werde euch auf dem Laufenden halten.
    Viele Grüße,
    Stefan