Rausschmiss kranker Bienen?

  • Unser Bienenvolk im Garten schmeißt Jungbienen raus.
    2 oder 3 Bienen packen eine ganz Junge und Zerren sie vor die Beute.
    Dort liegen mittlerweile zig von den armen Dingern - viel Kraft scheinen sie nicht zu haben - einige regen sich gar nicht mehr, andere zucken noch etwas, wieder andere krabbeln noch rum und versuchen nochmal in den Stock zu kommen.


    Was kann das sein? Uns als Anfängern kommen Gedanken an mit Gift gesprühte Felder oder an die Tracheenmilbe...


    Die rausgeschmissenen Bienen haben keine Fehlbildungen - also Flügel, Beine, Fühler usw. sind OK.


    Habt Ihr noch Ideen? Worauf kann ich noch achten, was können wir tun?
    Müssen wir überhaupt etwas tun?


    Grüße
    von den NewBees

  • Hallo NewBees,
    also die Tracheenmilbe würde ich zunächst mal ausschließen, spielt seit Jahren eigentliche keine Rolle mehr als Bienenkrankheit.
    Du/Ihr schreib(s)t, dass es Jungbienen sind. Sicher? Kein Flugbienen?
    Wie viele Bienen werden tot oder halbtot vor Flugloch gelegt?
    Wenn die Bienen noch Lebenszeichen von sich geben bzw. tot sind und den Rüssel weit herausstrecken, spricht das für eine Vergiftung. Achtung Ferndiagnosen sind immer ein Problem.
    Wir hören aber, dass aus den Maisanbaugebieten die z.Zt. mit großen Vergiftungen zu kämpfen haben, dass das oben beschriebene Bild ein typisches ist.
    Auch aus den Württembergischen und Bayerischen Maisanbaugebieten werden ja auch inzwischen Bienenverluste gemeldet.
    Ich hoffe für Dich/Euch, dass es nur einzelne Bienen sind.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Korrektur: Nein, nicht nur Jungbienen. Auch ältere sitzen teilweise zitternd vor der Beute.
    Ob es heimgekommene oder rausgekrabbelte sind, vermag ich nicht zu sagen.


    Sooo viele sind es nicht, aber ich könnte ohne Mühe 50 bis 100 von ihnen einsammeln - tot oder lebendig. Einige sind schon von Ameisen angenagt, also passiert das nicht erst seit heute?!


    Was mich wundert, dass ich halt doch einige Male erlebt habe, wie eine so geschwächte Biene rausgeschmissen und ihrem Schicksal überlassen wurde.


    Das Volk hat heute wie die letzten Tage ca. 1,5 bis 2kg Zeug eingetragen.


    Ich werde morgen mal die Nachbarimker fragen, ob sie ähliches beobachten können (bloß haben die nicht die Zeit für so versunkene Fluglochbeobachtungen ;-)


    Gruß,
    Malte

  • Hallo, Malte,
    dann bitte deine Kollegen, vor den Kisten Omas alte Bettlaken auszulegen.
    Im Gras kannst du den Totenfall nie exakt erfassen, dann hilft eben eine Plane oder ein Laken oder eine alte Tischdecke.
    50 bis 100 am Flugbrett ist nicht viel, entscheidend ist eher die Frage, wie viele der ausgeflogenen Flugbienen wieder heim kommen?
    Bei akuten Vergiftungen kommen eben die Flugbienen NICHT wieder heim, und das Volk kriegt gewaltige Probleme schon allein durch Wasser- und Pollenmangel, aber du wirst dann keine tote Flugbienen am Volk finden....
    Das macht die Beweislage ja so schwer.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo NewBees,
    50 bis 100 sind schon eine beachtenswerte Menge. Sicher nicht dramatisch aber klingt schon sehr nach Vergiftung. Solche Größenordnungen habe ich auch schon öfters erlebt in der Regel bei typischen "Spritzorgien" in (Klein)Gärten; wenn es dabei bleibt.
    Aber wirklich wichtig ist die Nachbarimker zu befragen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ja, ich frage gleich morgen nach bzw. sensibilisiere nebenan.


    Dafür, dass alle bzw. viele Sammlerinnen wieder heimkehren spricht doch die heutige Gewichtszunahme von 2kg (immer nach Ende Flugbetrieb gewogen).


    Danke und gute Nacht!

  • Holla - also, die Völker des einen Nachbarimkers sind augenscheinlich OK. Der ist nur wenige hundert Meter entfernt.


    Ich erinnere mich, bei unserem direkten Nachbarn vor einigen Tagen eine Spritze im Garten stehen gesehen zu haben. Ich weiß aber nicht was er spritzte - und ausserdem blüht in dessen Garten nicht viel...


    Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn ich heute Abend heimkomme schaue ich gleich wieder nach, wie's heute aussieht!


    Gruß,
    Malte

  • So - heute wieder eine Menge toter oder zuckender und krabbelnder Bienen. Die ein oder andere hüpft auch mal komisch auf der Steighilfe zum Flugbrett rum... das erinnert mich doch an die Tracheenmilben-Beschreibung "Krabbler und Hüpfer vor der Beute" aus "Einfach Imkern" von Dr. Liebig.


    Wie kann ich die Tracheenmilbe ausschließen? Und was kann man gegen Sie tun bzw. wie das Volk unterstützen?


    Aber weit über die Hälfte der Toten haben den Rüssel weit herausgestreckt. Das spricht ja wohl wieder für eine Vergiftung.


    Die Nachbarn meinen bei ihren Bienen sei alles OK. Ich weiß nicht, wie gründlich sie nachgesehen haben.


    Hier mal ein Bild:


    In der Einflugschneise liegen sie dicht an dicht im Gras, bis 2 oder 3 Meter vor die Beute. Es dürften deutlich über hundert sein! Scheiße das... :-(


    Trotzdem sind übrigens wieder 2kg eingetragen worden. Das heißt doch, dass es sooo schlimm nicht sein kann?


    Ich hoffe, das hört bald auf!

  • Nimm ein Honigglas, mach es voll mit den toten Bienen und schicke es in ein Labor. Könnte eine Vergiftung sein. Bevor Du lange rumrätselst, schaffe Klarheit.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hallo !
     

    BernhardHeuvel schrieb:

    Nimm ein Honigglas, mach es voll mit den toten Bienen und schicke es in ein Labor. Könnte eine Vergiftung sein. Bevor Du lange rumrätselst, schaffe Klarheit.



    Adressen? Ansprechpartner? Kostenschätzung?


     
     
    Das ist wiedermal so ne regionale Landessache, deshalb meine Empfehlung (in absteigender Reihenfolge):
     
    - Euren Bienenberater (vom Verein) fragen
    - den zuständigen BSV fragen
    - im für Euch zuständigen Landesbetrieb Bienen (bei uns Bieneninstitut Kirchhain) anfragen
    - den für das Gebiet zuständigen Amtsveterinär fragen
     
     
    Kosten entstehen bei begründetem Verdacht, der hier wohl vorliegt, in Hessen keine.
     
    Achtung betroffene Bienen sichern, am besten gleich einfrieren, die vergehen sehr schnell. Im isolierten Behälter als Päckchen an das Prüflabor schicken.
     
     
    Ich persönlich würde so vorgehen:
    Unseren Vereinsobmann für Bienengesundheit anrufen und anfragen, mit Ihm die weitere vorgehensweise besprechen.


    Hatte ich fast vergessen:
    Vielleicht liest Du auch hier mal rein:
    JKI



    Gruß
    B.K. A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

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