Varroaresistente kleine nachhaltige Bienen

  • hallo an alle,
    zu meiner großen Freude habe ich in diesem Forum festgestellt, daß in Deutschland nun auch einige Mitkämpfer vorhanden sind.
    Zu uns -
    Wir haben auf einer kleinen Insel im Atlantik eine Bioimkerei mit 150 Völkern und seit nun 7 Jahren haben wir mit Hilfe von Dee Lusby unsere Bienen umgestellt. Das war ein verlustreicher doch am Ende erfolgreicher Kampf, denn wir mußten Schritt für Schritt vorgehen, zuerst 5,1mm dann 4,9mm, denn früher ga es noch keine HSC Waben, mit denen das Ganze im Vergleich ein Kinderspiel ist.
    Wir haben hier nun eine Gruppe von 15 SC (small cell) Imker und auch in Spanien sind einige am beginnen.


    Unser Ziel ist eine nachhaltige Biene die sich gegen ALLE Krankheiten aus eigener Kraft wehrt ohne jegliche künstlichen Chemikalien – nur Honig, Wachs, Propolis und Pollen.
    So hat uns Dee ihren Weg vorgegeben, der 100% funktioniert, WENN WIR GENAU SO ARBEITEN WIE SIE ES UNS VORGIBT.


    Nun hab ich schon das Thema angeschnitten das ich, nachdem ich die letzten Themen hier gelesen habe, ansprechen muß.


    Es geht um sogenannte wissenschaftliche Versuche die beweisen sollen, ob das mit der kleinen Biene funktioniert oder nicht, ob sie sich gegen die Varroa wehren kann oder nicht.


    Wenn wir, wie schon gesagt, nach dem System der kleinen Biene vorgehen, müssen wir uns genau an das halten was Dee Lusby uns nach ihrer mehr als 20jährigen Erfahrung vorgibt.
    Die Größe der Biene ist nur ein, wenn auch entscheidender Teil im Konzept der resistenten nachhaltigen Biene. Dazu gesellen sich, aus der Erfahrung von Profi Imkern aus aller Welt
    die seit zig Jahren tausende SC Bienenvölker ohne jegliche Behandlung führen, sehr wichtige und unumgängliche Änderungen in der Betriebsweise. Ohne diese Anderungen ist das Projekt zum scheitern verurteilt oder wenn es doch klappt nur reiner Zufall.


    Wenn nun irgend ein Institut oder Universität Versuche anstellt mit den kleinen Bienen, müssten sie sich haargenau an die Betriebsweise von Dee Lusby halten um verlässliche Resulte zu erlangen.
    Sie ist diejenige, die vor fast 30 Jahren darauf kam, daß die zu großen Zellen der weltweit verwendeten Mittelwände ein entscheidender Faktor für die heutige Schwäche der Bienen darstellt.


    Wer sagt mir nun, daß in diesen “wissentschaftlichen” Versuchen folgende Faktoren eingehalten werden?



    • Ungedingt erforderlich ist Rückstandsfreies Wachs
    • Die in Deutschland angebotenen Mittelwände haben ALLE entscheidende Fehler.
      Das Problem ist, daß durch die Fertigung durch Rollen das Wachs sich in eine Richtung mehr dehnt als in die anderen. dadurch haben wir hexagonale Zellen die auf einer Seite länger sind.
      Dees Erfahrung lehrt daß das Maximum für Krankheitsresistenz 4,9mm in allen Richtungen
      ist.
      http://www.lapalmamiel.com/ceraengl.htm
      Unser Freund Erik Österlund hat erreicht daß eine Firma in Schweden nun exakte 4,9mm Mittelwände anbietet. Nun haben wir uns selbst helfen müssen zunächst mit Zemetformen und jetzt verkaufen wir auch wassergekühlte Silikonformen:
      http://www.lapalmamiel.com/tiempo/mold/siliconemold.htm
      kürzlich machten wir zu dritt 600 Mittelwände mit 2 Formen an einem Tag.
    • Orientierung der Waben
      http://www.beesource.com/pov/lusby/housel.htm
    • unumgänglich ist ein weitabgelegener Standort für die kleinen Biene daß sie sich nicht mit den großen mischen und ALLE müssen klein sein am selben Stand.
    • KEIN ZUCKER
    • den Bienen muß wieder gelehrt werden, daß sie die richtige Menge Drohnen ziehen – nicht zu viel und auch nicht zu wenig.
      Dee sagt:
      Also, we recommend culling of dronecombs to no more than 10% of anyoneframe within the broodnest, to trigger broodnest cleaning by our apismellifera workerbees. This continuously culling (a field management change)has trigger our workerbees to chewout varroa from our colonies broodnestsfor both worker and drone brood. It has also resulted in stimulative raisingof drones throughout the active season when our bees are raising brood,which we believe helps for better mating of our queens.”
    • Änderungen der Masse innerhalb des Stocks – Abstand der Rahmen 32mm
      Aussparung an jeder Mittelwand daß die Bienen Drohnen bauen können.
    • Verwendung einer an die Zone angepassten Biene, am besten schwarzen Biene.
    • Zuchtauswahl nach Gesichtspunkten die FÜR die Biene sind nicht für den Imker.
      Auswahl nach viel Honigertrag, Friedlichkeit, Schwarmträgheit sind keine Kriterien für eine starke Biene.
    •  Arbeiten nur mit sehr starken Völkern mit sehr viel Futtervorrat.
    • in den ersten Jahren nur mit Ablegern arbeiten bis 80% überleben.
    • unbegrenztes Brutnest


     


    Das ist das was mir gerade in den Sinn kommt.
    Hier eine Zusammenfassung von Dee:
    http://www.lapalmamiel.com/fundamentosengl.htm
    Wenn wir das einhalten ist es fast sicher daß es klappt, wenn wir aber nur eine Komponente weglassen ist der Erfolg reiner Zufall.



    Wer kann mir also bestätigen daß diese “wissenschaftlichen Versuche” genauso durchgeführt wurden?



    ein ungewollter Nebenefekt unserer Arbeit ist daß unsere Bienen sehr zahm wurden und der Schwarmtrieb fast ganz zum erliegen kam. Heuer hatten wir 3!!! Schwärme von 200 Völkern.
    (Früher 50)
    Ich führe das auf die Housel Positionierung der Waben zurück.





    Hier gibt es info über unsere Arbeit auch in englisch:
    http://www.lapalmamiel.com/



    ein Fernsehfilm über unsere Bienen (in spanisch aber man sieht sehr gut die Umgänglichkeit unserer Bienen):
    http://www.lapalmamiel.com/abejaspeq.wmv



    wir haben auch ein Forum (auf spanisch);
    http://es.groups.yahoo.com/group/bioapi/





    alles Gute
    Stephan

  • Hallo stephan2,
     


     
    glaubst Du an einen Erfolg Deiner Mitkämpfer in Deutschland, wenn gleichzeitig solche Bedingungen aufgestellt werden?
    Mich interessiert dieses Thema natürlich auch. Aber ich möchte kein Don Quichotte sein.

  • Hallo, Stephan2,
    Dee ist aber nicht weit genug gegangen, Dennis Murrell ( http://www.bwrangler.com/bee/index.html )dagegen schon, und ich auch :wink:
    Eine einzige Zellgröße im Volk ist völlig unnatürlich, und auf Dauer ist es dann egal, ob das große oder kleine Zellen sind: es wird nicht funktionieren.
    Ich bin bei 32mm Wabenabstand und reinem Naturbau-Brutnest, und das erfordert keinerlei Opfer oder Umstellungsverluste.
    Das kann jeder zugeflogene Schwarm.
    Die ganzen Probleme sind völlig überflüssig und selbstverursacht, weil man damit die Bienen wieder in etwas Unnormales zwingt.
    Und es muß nicht 100% kleine Zellen sein, der normale geringe (25-40%) Anteil im Brutnest reicht aus.
    Aber man muß sich von den Mittelwänden verabschieden und vom beliebigen Umhängen von Waben, das Brutnest sollte so bleiben, wie der Schwarm es gebaut hat.
    Erfreulicherweise geht das mit wesentlich weniger Arbeit als vorher einher, wenn man sich dran gewöhnt hat :wink: und den Bienen geht es auch besser.
    Und man braucht keine isolierten Stände, denn wie gesagt, es geht mit jedem beliebigen Schwarm, und kleine Bienen kommen nicht ganzjährig, sondern nur zu bestimmten Zeiten vor.
    Das wird für dich ziemlich ketzerisch klingen, aber es funktioniert.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine,
    Du schreibst beliebiges Umhängen von Waben geht nicht mehr.
    Wie erneuerst Du Deinen Wabenbau? Einfach Zargenweise.
    Bei Dadant kann man z.B. die neuen Waben ans Brutnest hängen und sobald diese bebrütet Werden nach innen ins Brutnest hängen. So wandern die Waben von der Mitte nach außen und die Äußeren sind dann alt und austauschbar. Würde das auch mit Naturbau funktionieren?

  • Hallo, Boris,
    ich sehe ja grade den Sinn im Naturbau, das Brutnest überhaupt nicht anzufassen.
    Bauerneuerung über Totalbauerneuerung alle 2 Jahre nach der Ernte, Vermehrung wie beschrieben über KS.
    Wenn von den WZ bei der Schwarmvorwegnahme welche gut zu packen (auszuschneiden) sind, wandern sie ins Mini, aber die Waben bleiben, wo und wie sie sind. Keine Ableger mehr.
    Ist ein sehr entspanntes Imkern und sehr entspannte Bienis.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    neben der jahreszeitlichen Größenunterschiede sollte man auch bedenken,
    das nördliche Bienenherkünfte größer sind als südliche,
    Bergbienenherkünfte größer als Talbienenherkünfte.
    Diese natürliche Anpassung sollte man nicht außer acht lassen, wenn man Bienen unbedingt "verkleinern" will.
    Wer gesunde Völker haben möchte, braucht eine biengemäße Völkerführung, kleine Völkerzahlen auf den Ständen, ein relativ gutes Trachtumfeld.
    Dazu eine Betriebsweise, die mit wenigen Eingriffen im Volk auskommt.
    Dann können wir auch mit den Bienen Honig ernten, nicht von ihnen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Text gelöscht.

    Zitat

    Wäre sowas eine eigene Rubrik "Betriebsweisen" wert ?


    Mannomann...:oops: :roll:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Antars ()

  • hallo Sabiene,


    Hallo, Stephan2,
    Dee ist aber nicht weit genug gegangen, Dennis Murrell ( http://www.bwrangler.com/bee/index.html )dagegen schon, und ich auch :wink:
    :wink:


    Dennis war ein big boy mit 10.000 Bienenstöcken die alle im Herbst umgebracht werden - dann hat er aus Frust die erwähnte Betriebsweise gewählt. Das klingt ganz gut was du beschreibst nur hat das ganze kein Fundament. Das soll ja für jeden und überall funktionieren.
    Das ist reiner Zufall wenn das klappt wenn man nicht die im ersten post erwähnten Dinge einhält.
    Ich kann dir Erfahrungen schildern die katastrophal waren als wir uns nicht an die Grundsätze hielten. Meine ganzen TBHs hatten auch nicht dieselbe Kraft sich gegen die Krankheiten zu wehren wie meine SC Stöcke.
    Hab alle verloren.
    Schau mal was die die am meisten Erfahrung auf dem Gebiet haben dazu sagen: http://www.lapalmamiel.com/a/study.pdf
    Unser Ziel ist eine auf ALLE Krankheiten resistente Biene der wir viele Dinge wieder beibringen müssen die sie in den hundert Jahren des zu groß seins vergessen hat. Dann kommen Dinge zutage wie Thelytoky.
    Später kann man dann den Bienen freien Lauf lassen wie du es meinst.
    Wir sind Profis und leben von unseren Bienen, also brauchen wir etwas sicheres worauf wir bauen können. Und 25 Jahre Erfahrung mit SC ist sicher.
    Andererseits hat Dee ein weit größeres Wissen um die Bienen als Dennis -
    du mußt dich mal da durchgraben:
    http://www.beesource.com/pov/lusby/
    Hier wirst du so viele Dinge über die Bienen finden was du nie im Traum gedacht hast daß das möglich wäre.
    Ein Beispiel möchte ich nur anfügen was ich von Dee gelernt habe ist unsere Art Königinnen zuzusetzen. Wir geben einfach Jungfernköniginnen in einen Stock, unbefruchtet, die werden zu 90% angenommen und ersetzten von selbst die alte Königin ohne daß wir diese suchen müssen. So können wir unsere Völker sehr schnell an schlechte Situationen anpassen.
    50 Königinnen an einem Tag wechseln ist ein Kinderspiel - früher ein Alptraum.
    Eine andere Sache die mir zeigt daß es der richtige Weg ist den wir gehen zeigen uns die Bienen selbst. Seit wir in der beschriebenen Art und Weise imkern stechen unsere Bienen nicht mehr und schwärmen nicht mehr.
    Und das waren ungewollte, aber natürlich angenehme, Nebeneffekte.


    alles Gute
    Stephan

  • Hallo, Stephan,
    nein, SC gibt es noch keine 25 Jahre, und die Varroa in den SA auch erst seit Anfang der 90er.
    Und Dennis schreibt doch selbst, daß er erst nach seiner Pensionierung, mit viel Zeit zum Hingucken und Experimentieren zu einem wirklichen Verständnis der Vorgänge gekommen ist.
    Dee / Eds Verdienste in allen Ehren, aber ihre Methode ist genauso eine Vergewaltigung der Bienen wie normale MWs, weil es keine einheitliche Zellgröße im natürlichen Brutnest gibt.


    Lothars Einwurf mit der "je weiter nördlich, desto größere Zellengröße" ist nicht unberechtigt, wobei wir beim Imkerforumstreffen festgestellt haben, daß z.B. Reiners Bienen, 800 km südlich von mir, aber 600 oder noch mehr Meter höher, nicht kleiner bauen als 5.0, wobei meine auf 26m sogar winzige Flecken bis 4.7/4.8 einbauen.
    Teilweise aus der gleichen Herkunft, wohlgemerkt, und alle auf 32mm.

    Zitat

    Wir sind Profis und leben von unseren Bienen, also brauchen wir etwas sicheres worauf wir bauen können.


    Oh, ich auch.:wink:


    Zitat

    Seit wir in der beschriebenen Art und Weise imkern stechen unsere Bienen nicht mehr und schwärmen nicht mehr.


    Beides wäre mir sehr suspekt, denn sowohl ein angemessenes(!!!!) Verteidigungsverhalten und das Bedürfnis zur Vermehrung der Art über den Schwarm sind ein Teil des natürlichen Bienenverhaltens.
    Bienen, die nicht mal ansatzweise schwärmen wollen, haben ein großes Problem.


    Und Thelytoky finde ich nicht erstrebenswert bei Europäischen Honigbienen (Apage, satanas...*verschreckt guck* diese Eigenschaft soll mal schön in Afrika bleiben....)


    Ich war mal ganz genauso überzeugt von Dee und den kleinen Zellen wie du jetzt, aber ich habe deshalb nicht das Denken und Weitersuchen eingestellt.


    Zitat

    Das ist reiner Zufall wenn das klappt wenn man nicht die im ersten post erwähnten Dinge einhält.


    :lol: Nein, tut mir leid, es ist KEIN Zufall, sondern die Reaktion der Bienen auf eine möglichst bienengemäße Haltung.


    Ich war am Anfang, als ich mit den SC anfing, der festen Überzeugung, daß Buckfastbienen dafür um vieles besser geeignet sind als Carnicas, weil die so schlecht mit den 4.9er MWs klarkamen, aber seit den 32mm Wabenabstand und ohne MWs klappt es bei allen. Ich kriege öfter von meinen Nachbarn ziemlich pure Carnicas in Schwarmform :cool:, und oh Wunder, die können es plötzlich auch (wenn sie denn Naturbau noch können, es gibt schon welche, die das verlernt/abgezüchtet haben).


    Die letzte Konsequenz wäre natürlich Stabilbau, aber bislang wollte noch kein Schwarm freiwillig in die "Baumbeute" oder in eine Warre, die Kisten mit Rähmchen und *Wachsmotten-Stink* sind wohl um einiges attraktiver.
    Und ich bin auf Stabilbau auch nicht sonderlich erpicht, weil ich schon noch bei Bedarf reingucken und zur Not auch eine Königin tauschen können will.


    Und das wahrhaft Entzückende an meiner Betriebsweise "mit den Bienen" ist, daß sie auch noch extrem arbeitssparend ist, und damit ziemlich streßfrei für mich und die Bienen.:wink:
    Und über die Überlebensquote kann ich nicht meckern.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo Sabiene,

    Hallo, Stephan,


    Beides wäre mir sehr suspekt, denn sowohl ein angemessenes(!!!!) Verteidigungsverhalten und das Bedürfnis zur Vermehrung der Art über den Schwarm sind ein Teil des natürlichen Bienenverhaltens.
    Bienen, die nicht mal ansatzweise schwärmen wollen, haben ein großes Problem.


    hab ich ganz andere Erfahrungen - was für ein Problem?


    Und Thelytoky finde ich nicht erstrebenswert bei Europäischen Honigbienen (Apage, satanas...*verschreckt guck* diese Eigenschaft soll mal schön in Afrika bleiben....)


    scheint daß du nicht weißt was Thelytoky ist.



    Ich war mal ganz genauso überzeugt von Dee und den kleinen Zellen wie du jetzt, aber ich habe deshalb nicht das Denken und Weitersuchen eingestellt.


    welche Vorwürfe gegen uns!!! - kennst du mich?




    :lol: Nein, tut mir leid, es ist KEIN Zufall, sondern die Reaktion der Bienen auf eine möglichst bienengemäße Haltung.


    klar aber wo ist deine ursprüngliche schwarze Biene - Buckfast und Carnica sind nicht natürlich bei dir!




    Und das wahrhaft Entzückende an meiner Betriebsweise "mit den Bienen" ist, daß sie auch noch extrem arbeitssparend ist, und damit ziemlich streßfrei für mich und die Bienen.:wink:
    Und über die Überlebensquote kann ich nicht meckern.


    Mich interessiert eigentlich nicht deine Art Bienen zu halten. Ich weiß nicht warum du dich so verteidigst. Jeder hat seine Art die Dinge anzugehen und muß auch anderes akzeptieren. Nur daß du Dee vorwirfst daß sie nicht weit genug gedacht hat und du weitergegangen bist als sie ist eine enorme Überheblichkeit von dir. Ich hab nur hier gepostet weil der Titel des Subforums "small cells" heißt. Ich glaub da bist du am falschen Platz hier.


    dir viel Glück
    Stephan

  • hallo Sabiene,
    hab in posts von dir gelesen, daß du einen Teil deiner Völker behandelst.
    Da scheint ein großer Unterschied in unserem Vorgehen zu sein.
    Wir, 15 Freunde in Spanien, Dee, Erik etc arbeiten OHNE jegliche Behandlung.
    Jede Behandlung schwächt vor allem auch die Bienen.
    Grüsse
    Stephan

  • Moin, Stephan,
    was ich Dee vorwerfe, ist, daß ihre Methode so gewaltige Verluste in der Umstellung produziert und nicht beachtet, daß eine einzige Zellengröße nicht bienengemäß ist.
    Auch bei den ferals hast du ein strukturiertes Brutnest und nicht bloß eine Zellgröße, da sind alle Bienen gleich.
    Wie sollen da Bienen entstehen, die aus sich selbst heraus sozusagen wieder "voll funktionsfähig" sind?
    Es ist ja nicht mal ansatzweise erforscht, warum denn überhaupt verschiedene Zellgrößen und verschieden große Bienen in ein und demselben Brutnest im Laufe der Jahreszeiten vorkommen, aber es wird schon seinen Sinn haben...:wink:


    Klar helfen kleine Zellen überall schon mal ein Stück weiter, aber das ist wie ein Zug ohne Schienen; es geht noch besser und vor allem sanfter, und ohne diese Wahnsinnsverluste.
    Und ich habe selber ein paar Jahre gebraucht, darauf zu kommen, daß zu kleineren Zellen zwangsläufig auch ein kleinerer Wabenabstand gehört.
    Ich begreife mittlerweile ein Bienenvolk als ein Ganzes, mit eben nicht beliebig austauschbaren Teilen, und ich respektiere die Unantastbarkeit des Brutnests.


    Bienen, die nicht mal ansatzweise schwärmen wollen, fehlt ein absoluter Grundinstinkt.
    Das primäre Ziel jeden Lebens ist nunmal die Vermehrung der eigenen Art, und wenn das nicht mehr gegeben ist, dann stimmt was nicht.
    Der Vorschwarm wird ja nicht mal eben so gemacht, sondern ist das Resultat eines langen und komplizierten Prozesses ab Brutbeginn, und wenn ein Volk das nicht mehr allein hinkriegt, würde ich es nicht als gesund bezeichnen.


    Thelytoky - doch, ich weiß, was das ist, aber ich wüßte nicht, wozu unsere Bienen das brauchen könnten oder warum es erstrebenswert sein sollte.
    Nach der Lektüre von Jay Smith und persönlichen Erfahrungen bin ich mir eh nicht mehr sicher, ob das "ein Volk - eine Königin" überhaupt grundsätzlich richtig ist, oder ob da nicht doch permanent mehrere anwesend sind, die z.T. für ungeübte Augen gar nicht als solche erkennbar sind (nein, keine Arbeiterinnen!:wink:)


    Welche Biene - egal, siehe Erik Österlund mit den mite-biters und dem Monticola-Anteil.
    Wenn eine Unterart der A.m. milbentolerant werden kann, können es auch alle anderen, so sie noch genug genetische Grundausstattung haben und nicht zuviel wegselektiert wurde (nur capensis möchte ich bitte nicht hier haben :wink:).
    Mit den ferals ist nur genau das passiert, was man hier hätte auch machen sollen: gar keine Bekämpfung der Milben und weitervermehren der Überlebenden.
    Nur ist das hier nach 30 oder 35 Jahren ein bissel spät dafür, dazu die zunehmende Zerstörung natürlicher Lebensräume durch die Landwirtschaft - schlechte Karten nicht nur für wilde Honigbienen und natürliche Auslese.
    Und ich wüßte nicht mal, wo ich hier echte und 100% schwarze Bienen herkriegen sollte, es gibt sie einfach nicht mehr. (und wenn ich welche bekäme, müßte ich handbesamen, um Kreuzungen zu vermeiden, und das ist führt dann auch zügig in die Inzucht...)
    Also muß ich mit dem arbeiten, was ich bekommen kann, und je breiter die genetische Basis, desto besser, denn man kann schließlich keine Eigenschaften fördern, die genetisch gar nicht mehr angelegt sind.


    Und kleine Zellen sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber allein nicht genug.
    Schau dir doch mal die restliche Landwirtschaft in Bezug auf Tierhaltung an, je mehr man in Richtung artgerechte Haltung geht, desto besser werden die Ergebnisse.
    (neuerdings wird sogar empfohlen, den Kühen wieder täglichen Weidegang zu geben, der stärkende Effekt auf die Kuh wiegt auf Lebenszeit gerechnet den Milchverlust dadurch auf...:roll:).
    Warum also sollte es bei Bienen anders sein?
    Nur muß man im Kopf davon wegkommen, daß man ein Volk wie ein Bauwerk aus Legosteinen behandeln kann, denn nur weil sie alle möglichen Eingriffe überleben und trotzdem sogar noch Honig bringen, heißt das nicht, daß sie sich wirklich wohl fühlen und voll fit sind.


    Und ich akzeptiere deine Art zu imkern doch, ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß es noch besser (und bienenschonender) geht.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Mich interessiert eigentlich nicht deine Art Bienen zu halten. Ich weiß nicht warum du dich so verteidigst. Jeder hat seine Art die Dinge anzugehen und muß auch anderes akzeptieren. Nur daß du Dee vorwirfst daß sie nicht weit genug gedacht hat und du weitergegangen bist als sie ist eine enorme Überheblichkeit von dir. Ich hab nur hier gepostet weil der Titel des Subforums "small cells" heißt. Ich glaub da bist du am falschen Platz hier.


    dir viel Glück
    Stephan


    Moin Stephan,


    da muss ich mich direkt mal ungefragt einmischen. Mag vielleicht ja den einen oder anderen Imker geben, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht mit Sabi(e)nes Ideen und Erfahrungen übereingeht. Sie macht sich aber mehr Gedanken, als alle mir persönlich bekannten Imker zusammen und Überheblichkeit ist sicherlich das Letzte, was man ihr vorwerfen kann.


    Wissenschaftliche und auch praktische Erkenntnis entsteht nur durch Weiterdenken, Infragestellen und notfalls auch Überbordwerfen nicht mehr ausreichender Details. Und genau so muss ein Erkenntnisprozess m.M.n. auch verlaufen, wenn Erkenntnis mehr als nur einen historischen Wert haben und uns weiterbringen soll.


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • hallo Sabiene,
    behandelst du nun deine Bienen, mit Säuren oder ähnlichem, und warum?
    Ich hab von meinen TBHs (top bar hives), was ja dasselbe ist was du machst, (auch mit 32mm Abstand) keine Überlebenden mehr.
    grüße
    Stephan