Korrekte Kennzeichnung von Honig

  • Die alte LebensmittelkennzeichnungsVO hatte ja ähnliche Regelungen. Da war es unumstritten, daß die Pflichtangaben - bei Glasverpackungen - auf das Etikett gehören und dieses Etikett wiederum "dauerhaft" auf dem Glas angebracht sein muß.

    Ich vermute, daß die LMIV an dieser strengen Regelung nichts aufweichen will. Verpackungen, die einfach und dauerhaft direkt bedruckt werden können (Pappschachteln etc.) benötigen kein Etikett, (Honig-)Gläser dagegen schon, weil bspw. das Eingravieren der Pflichtangaben auf dem Glas deutlich aufwändiger ist und eine Mehrwegverwendung unmöglich macht.

  • Du unterscheidest jetzt zwischen aufgeklebtem Etikett und Bedrucken/Gravieren. Den Unterschied kann ich nicht erkennen.

    Dauerhaft heisst ja nicht unablösbar.


    Die Auffassung, dass Etiketten auch angebunden sein dürfen, findet sich übrigens auch bei Riemer, Seitz: Lebensmittelkennzeichnung, Behr's Verlag, 2014, S. 19.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • oder getrennt werden,

    da wäre für mich die erste Hürde.

    auf einem an dieser befestigten Etikett" kann mit Zweiterem nur ein Anhänger gemeint sein

    nö, Die verpflichtenden Informationen stehen bei einem aufgeklebten Etikett nicht auf der Verpackung sondern auf dem Aufkleber/Etikett.


    Kurz und gut, wäre mir das den Ärger nicht wert, den ich eventuell damit bekommen könnte.

    Viele Sachen sind, wie wir hier schon sehen, Auslegungssache. Da müssten die Umsatzzahlen schon erheblich höher sein, um mir darum Gedanken zu machen. Da bleib ich lieber auf der sicheren Seite.

  • Bei der Variante in #6 hat der Frager selbst bereits Zweifel an der Dauerhaftigkeit der Befestigung:

    "Der Anhänger ist am Glas befestigt, kann aber natürlich abfallen und auch abgenommen werden."


    Meine Etiketten sind mit genetisch einem der ältesten organischen Materialien unserer Welt (Zellulose pur) dauerhaft befestigt und trotzdem (bei Wassereinwirkung von gewisser Dauer) leicht ablösbar. Das zuständige Amt war bei Kontrollen zufrieden damit. Vorsorglich könnte sich der Frager ja bei seinem Amt für Lebensmittelüberwachung erkundigen, wie die das in seinem Falle auslegen würden.

    Ich vermute auch, daß sich ein Etikett schneller und preiswerter aufkleben als anbinden läßt.

  • N'Abend


    Um wie viele Gläser gehts denn ? Und wo oder an wen sollen die vermarktet werden? Wenn nur wenige Gläser an Freunde, Verwandte, Kollegen oder gute Nachbarn würde ich das mit dem Anhänger machen. Da ist das Risiko an einen Kontrolleur zu kommen ja überschaubar und wahrscheinlich vernachlässigbar. Wenn das ne Riesen Auflage mit Verkauf im Supermarkt oder auf dem Markt werden soll, würde ich bei der Etikettfrage eher auf Nummer sicher gehen. Obwohl auch da die Wahrscheinlichkeit besteht, das es erstmal ne mündliche Verwarnung bzw Hinweis zur korrekten Befestigung gibt.

    Ich glaube Rase ist doch der, der immer nach konkreten Fällen fragt, in denen mal ein Imker wegen nicht korrekter Kennzeichnung belangt wurde. Bisher kam nie was, wenn ich mich recht erinnere.


    Grüsse, Robert, der auch mit fehlerhaftem Etikett vermarktet

  • Hallo zusammen,


    hier sind ja doch noch viele interessante Antworten zusammen gekommen. Nach WLFPs schneller und klarer Aussage (nochmals besten Dank dafür :-) ) habe ich mich damals entschieden, es mit den Anhängern zu versuchen. Allerdings habe ich hier keine gescheiten Modelle gefunden und alle selbst gebastelten Versionen waren mir zu aufwendig bzw. fielen (mir) zu schnell ab. Daher und auch deswegen:


    Ich vermute auch, daß sich ein Etikett schneller und preiswerter aufkleben als anbinden läßt.


    hab ich die Idee schließlich verworfen und bin doch zu normalen Etiketten übergangen. Allerdings zwei, eins vorne mit Sorte, Menge, Herkunft und Motiv und einem hinten mit MHD, Lagerhinweis sowie einigen erklärenden Worten zur Sorte.


    Um wie viele Gläser gehts denn ? Und wo oder an wen sollen die vermarktet werden? Wenn nur wenige Gläser an Freunde, Verwandte, Kollegen oder gute Nachbarn würde ich das mit dem Anhänger machen. Da ist das Risiko an einen Kontrolleur zu kommen ja überschaubar und wahrscheinlich vernachlässigbar.


    Es geht um ca. 900 - 950 Gläser die ich entsprechend nicht ausschließlich an vertrauenswürdige Personen abgeben kann ;-) Und es kam auch prompt Besuch von der Lebensmittelkontrolle und dem Veterinäramt. Die Etiketten wurden nicht beanstandet, allerdings auch nicht wirklich kontrolliert. Auf meine explizite Nachfrage hin ob die Etiketten so i. O. seien (habe mit der Bestellung einer größeren Menge die Kontrolle abgewartet) teilte man mir Folgendes mit: Bei Kleinimkern unter 30 Völkern wird meist ein Auge zugedrückt bzw. nicht so genau hin geschaut. Erst über der 30 Völker-Grenze würden Honigproben mitgenommen und auch die Etiketten en detail kontrolliert. Ob das überall so gehandhabt wird weiß ich natürlich nicht, aber das fand ich einen pragmatischen und begrüßenswerten Ansatz.


    Den Bienenstand wollte man dann letztlich auch nicht sehen, ein Blick in meine Aufzeichnungen genügte. Lag aber vermutlich eher dran, dass es einem dieser 35°C Nachmittage war...