Korrekte Kennzeichnung von Honig

  • Hallo zusammen.
    Nachdem ich jetzt nach einer halben Stunde Recherche nicht fündig geworden bin wende ich mich direkt an Euch. (Kann es sein, dass die Suchmaschine kein AND kann?)
    Ich habe so meine Probleme mit der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung und der Honig Verordnung.


    1.) In welchem Fall muß der Honig mit Etikett versehen werden?
    Wenn ich ihn nur an Freunde verkaufe, ein Schild an der Tür "Honig vom Imker", auf dem Markt/Bäckerei verkaufe.


    2.) In welcher Form ist das Mindesthaltbarkeitsdatum anzugeben?
    Ende 200X, Mai 200X, 12.05.200X.


    3.) Kann bei der Angabe des MHD in der Form 12.05.200X auf eine Chargennummer verzichtet werden?
    Z.B. Gebe ich immer ein Jahr ab dem Tag des Abfüllens Garantie.


    Vielen Dank im Vorraus.

  • :-D
    1):bei jedem "in-Verkehr-bringen", also sogar, wenn du deiner Oma ein Glas gibst....egal ob du Geld dafür bekommst oder nicht.


    2): das kannst du halten wie du willst, du garantierst damit, daß der Honig bis zu dem Datum nicht schlechter wird.
    Du kannst auch nur 6 Monate angeben oder was immer dir verkaufsfördernd erscheint, die empfohlenen zwei Jahre ab Abfüllung finde ich eher kontraproduktiv. Aber man sollte bei kurzen Zeiten nicht so viele Etiketten auf einmal drucken...:cool:


    3): wenn du mehr als eine Abfüllung pro Jahr hast, ist eine Chargennummer Pflicht. Leider. Aber 1/08 und 2/08 reicht, aber vergiß nicht deine Rückstellproben von jeder Abfüllung, die du bis zum Ablauf des MHD aufbewahren mußt. Das kann dich vor enormen Problemen bewahren.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi!
    Also in der Honigverordnung steht


    "§ 1 Anwendungsbereich
    Die in Anlage 1 aufgeführten Erzeugnisse unterliegen dieser Verordnung, soweit sie dazu bestimmt sind, als Lebensmittel gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht zu werden."


    Da geht es als um eine gewerbsmäßige Imkerei, oder wie ist das zu interpretieren?


    Oder ist ausschlaggebend die LMKV:


    "§ 1 Anwendungsbereich
    (1) 1Diese Verordnung gilt für die Kennzeichnung von Lebensmitteln in Fertigpackungen im Sinne des § 6 Abs. 1 des Eichgesetzes, die dazu bestimmt sind, an Verbraucher (§ 3 Nr. 4 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches) abgegeben zu werden."


    Ich würde es gerne genau wissen.

  • :-D

    3): wenn du mehr als eine Abfüllung pro Jahr hast, ist eine Chargennummer Pflicht.



    NEIN. Wenn ein konkreter Tag (also z.B. 22.05. 200x) angegeben wird als Mindesthaltbarkeitsdatum kann die Chargennummer entfallen.
    So handhabe ich es und das Lebensmittelüberwachungsamt ist damit auch immer zufrieden gewesen.
    Es gab zu dieser Thematik mal eine Serie im Deutschen Bienenjournal" letztes Jahr (oder war es vor 2 Jahren?).

    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Wenn ein konkreter Tag (also z.B. 22.05. 200x) angegeben wird als Mindesthaltbarkeitsdatum kann die Chargennummer entfallen.


    Moin Alfred,


    ich hoffe, daß Du aber trotzdem Rückstellproben von jeder Verfalls-Charge sammelst.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo zusammen,


    da dies mein erster Beitrag hier ist, ganz kurz zwei Worte zu mir. Ich imkere seit 5-6 Jahren im sonnenverwöhnten Nordbaden auf Zandermaß (ein Brutraum).


    Nun zu meiner Frage, für die ich diesen uralt-Thread wiederbelebe. Ich überlege meinen Honiggläsern einen kleinen Anhänger zu spendieren, sprich ein Faltzettel der mit einer Faden um das Glas befestigt wird. Ähnlich wie dies z.B. manchmal bei Geschenktaschen der Fall ist. Meine Frage: Dürfen Pflichtangaben auch auf diesem Anhänger stehen oder müssen diese zwingend auf dem Etikett selbst stehen? Der Anhänger ist am Glas befestigt, kann aber natürlich abfallen und auch abgenommen werden.


    Ich hab versucht mir die Antwort zu ergoogeln, aber ich scheine die falschen Suchbegriffe zu verwenden.

  • Da spricht gar nichts dagegen. Es müssen aber die Angaben zum Produkt ("Honig") und Mengenangabe im gleichen Sichtfeld sein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,


    vielen dank für deine Antwort. Das bedeutet also, auf das Frontetikett (da im Sichtfeld) muss rauf: "XXX g deutscher Honig" und alles andere könnte (theoretisch) auch auf die Anhänger und da sogar auf die Innenseite des Faltblatts?


    Viele Grüße

    Jörg

  • Das würde ich mich so nicht trauen.

    Warum?

    Es gibt in der LMVI, nichts was dagegenspricht.

    Natürlich muss die Innenseite des Falzzettels lesbar zugänglich sein.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nur ungern widerspreche ich Wolfgang. Aber die LMIV lese ich anders:

    Art. 12 Abs. 2 LMIV:

    "Bei vorverpackten Lebensmitteln sind die verpflichtenden Informationen über Lebensmittel direkt auf der Verpackung oder auf einem an dieser befestigten Etikett anzubringen."

    Art. 13:
    "...sind verpflichtende Informationen über Lebensmittel an einer gut sichtbaren Stelle deutlich, gut

    lesbar und gegebenenfalls dauerhaft anzubringen. Sie dürfen in keiner Weise durch andere Angaben oder Bildzeichen oder sonstiges eingefügtes Material verdeckt, undeutlich gemacht oder getrennt werden, und der Blick darf nicht davon abgelenkt werden."

    https://eur-lex.europa.eu/LexU…2011:304:0018:0063:de:PDF

  • Ja, aber warum sollte ein Anhänger diese Anforderungen nicht erfüllen? Da unterschieden wird zwischen "direkt auf der Verpackung" und "auf einem an dieser befestigten Etikett" kann mit Zweiterem nur ein Anhänger o.ä. gemeint sein, weil ein aufgeklebtes Etiket wäre ja direkt auf der Verpackung.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)