Warum keine Bienenwagen an Rapsfeldern?

  • Hallo,


    ich bin kein Imker, ich habe aber eine Frage, die ich früher anders beantwortet hätte.


    In den letzten Jahren hat der Rapsanbau in Deutschland rapide zugenommen.


    Nun weiß ich, daß der Raps sich selbst bestäubt, aber durch Bienen (Hummeln, Honigbienen usw.) der Ertrag enorm gesteigert werden kann. Deshalb zog der Opa eines Freundes mit seinem Bienenwagen immer in die Nähe von Rapsfeldern und war von den Landwirten gern gesehen. Das war vor zirka 30-35 Jahren.


    In dieser Woche war ich, aus beruflichen Gründen, in Dortmund, Nürnberg und auf der Insel Rügen und habe enorm viele Rapsfelder gesehen. Da stellte sich mir eben die Frage:


    Warum stehen an den Rapsfeldern keine Bienenwagen mehr?


    Gruß Michael.

  • Hallo Hans2,


    die Antwort kam mir auch, aber so wenige Imker, daß man keine Wagen sieht? Nirgends? In den eher industriell geprägten Gebieten fiele mir diese Antwort ein, aber in den eher landwirtschaftlich geprägten Gegenden, wie z.B. Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern? Haben die Landwirte kein Interesse an höheren Erträgen ihrer angebauten Pflanzen, oder gibt es doch andere Gründe?


    Gruß MIchael

  • Hallo,
    mir hat mein Dr.agr. erzählt, daß es ihm zu blöd ist mit den Imkern, schon wegen des Aufwandes wegen der notwendigen Vollblütenspritzung und der Haftung, falls doch was passiert. Außerdem bräuchte er für seine 50ha dann mindestens 200 Völker und die kann ihm kein einzelner hinstellen, und die Streitereien bei mehreren täte er sich nicht mehr an...:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich denke mal auch ,das es einfach zu gefährlich ist wegen der Spritzerei.
    Vor zwei Tagen selbst gesehen : Spritzwagen auf die volle Blüte Vormittags um 11 Uhr, Großflächeneinsatz. Also zu besten Flugzeit.
    :evil:

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Nichts desto trotz wandern jährlich Tausende (!) Völker in den Raps.
    Und vergiss nicht die Imker nördlich der Elbe, wo der Raps mehr oder weniger die einzige Trachtquelle darstellt.
    Allerdings bindet heute kaum jemand seinen Wanderwagen an den Trecker, sondern die Bienen kommen per LKW oder Pickup und stehen dann frei im Feld.
    Die sieht man nicht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Wanderwagen sind heute meist zu teuer beim Transport bzw. in der Unterhaltung (TÜV -welche Aufstände gab es, als der Wanderwagen wiedermal zum TÜV mußte :roll: )
    trotzdem stehen noch Bienen im Raps:

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo liebe Bienenfreunde und Imker,


    dann bleibt mir ja nichts weiter übrig, als mich für die rege Beteiligung an dem Thread und der Beantwortung meiner Frage zu bedanken. Besonders für das Bild. Soetwas würde ich natürlich nicht für einen Wanderbienenstock halten.



    Viele Grüße Michael.:Biene:


    P.S. Gut das es noch heimischen Rapshonig gibt und nicht nur das Gepansche aus Fernost, Fernwest u.s.w.

  • P.S. Gut das es noch heimischen Rapshonig gibt und nicht nur das Gepansche aus Fernost, Fernwest u.s.w.


    Wenn du beim Imkerforumstreffen gewesen wärest und Christians Rapshonig bei der Honigverkostung auf der Zunge gehabt hättest, würdest du eine Menge anderer Honige nimmermehr anfassen.....:daumen::Biene:
    Rapstechnisch war das absolut DIE Spitze, aber ich hab trotzdem noch 3 andere Honige da probiert, die völlig superklasse sind....und alle aus D.:cool:
    Wer braucht Auslandshonig....:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
    ich war am Wochenende in Dresden. Tolle Stadt. Bin auf dem Markt mit einem Imker ins Gespräch gekommen, der mir sein Leid geklagt hat.
    Er besitzt auch die guten alten DDR Wanderwagen. Zu Zeiten des real existierenden Paradieses sogar 5 davon. Dann nach der Wende hat sich so einiges für ihn geändert. Keine Bestäubungspramien mehr und die waren doch recht hoch.
    Die Wanderwagen wurden früher aneinander gehängt und vom LKW gezogen. Zulässige höchstgeschwindigkeit 80km/h.
    Heutzutage darf man nur noch einen Wanderwagen anhängen und der gilt dann als Landwirtschaftliches Nutzfahrzeug. Also mit nur 25km/h darf gefahren werden.
    Das allein ist schon schlimm genug.
    Hinzu kommt, dass ja ein Sonn- und Feiertags Fahrverbot gilt.
    Alles in allem eine Katastrophe. Zwar sind die alten Wanderwagen mit ihren Hinterbehandlern nicht mehr ganz zeitgemäß, jedoch konnten auch in ihnen gute Erträge erzielt werden.
    Er erzählte, wie man früher erst in die Obstblüte, dann in den Raps (der blühte früher später im Jahr als heute), Robinie, Sonnenblume und zu guter letzt Heide fuhr.
    Also ausgelegt auf Bestäubung und Honigproduktion.
    Da könnte man schon sagen es war früher in der DDR besser um die Imker bestellt.
    Seine Preise waren übrigens so niedrig, dass ich aus Solidarität erstmal etwas Kaufen mußte, auch wenn ich zu Hause alles vollstehen habe.