Massives Bienensterben nach Maisaussaat

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    ..... weil man 1 ppb als Nachweisgrenze benutzt hat, aber man davon ausgehen kann dass Rückstände in einer größenordnung von 0,5 bis 0,8 ppb zu finden gewesen wären, dann kann man ihm glauben. ..



    Eine Nachweisgrenze (limit of quantification) ist immer technisch bedingt. (Die Maschine und Methode, mit der man mißt, ist nicht in der Lage, weniger zu messen).
    Für "praktische Berechnungen" nimmt man meist die Hälfte der Nachweisgrenze (LoQ), vielleicht kommt der Wert so zustande?

    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Nachweisgrenze= Limit of Detection (LOD)
    Bestimmungsgrenze= Limit of Quantification (LOQ)


    Bei der LOQ und der LOD kann man das technisch mögliche machen oder man kann höre Grenze für die Analyse aussuchen.


    Wenn man im voraus weiss dass man mit einer LOD von 1ppb über dem zu erwartenden Rückstand liegt, dann heisst das Ergebniss: es war nichts nachzuweisen!
    Was aber nicht bedeutet es sind keine Rückstände da!


    Es gibt ja auch Leute (Wissenschaftler) welche Honig schon mit einer LOD von 0,1 ppb untersucht haben. Aus den Erfahrungen der Kollegen kann man lernen!

  • Hallo, immenheger,
    es kommt aber immer auch drauf an, ob man wirklich objektiv untersucht bis an die echte technisch machbare Nachweisgrenze....
    Schon bei Imidacloprid waren deutsche Methoden unfähig, unter 1ppb zu kommen, französische und andere schon....
    Frag doch mal ein paar Labore ab, die Honig- und Wachsanalysen machen, was ihre Nachweisgrenze für die gängigen Mittel ist.
    Ich wüßte jedenfalls sehr genau, wen ich als zu beauftragen hätte als Verkäufer oder als Käufer....:cool:
    Nich alle sind technisch auf dem gleichen Stand, was aber gleich 3 Zehnerpotenzen ausmachen kann.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine, wir schließlich ein Entwicklungsland, so am Ende der Reihe der Entwicklungsländer?
    Es kommt wohl darauf an, wo öko-politisch motiviert, die jeweiligen Grenzen definiert werden. Wo nichts sein darf, dort ist auch wirklich nichts zu finden. Bzw. können nur noch dünnste Spuren "Gleise auf dem Bahndamm" festgestellt werden, angesichts derer es noch zu prüfen sei, ob darauf überhaupt je ein Zug hätte fahren können. Schließlich gibt es noch die Varroamilben, die Überzüchtung, den Nicht-Winter und die, die gute imkerliche Praxis ignorierenden Imker. Achso, die vier Hauptfeinde des ...lismus, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter, die hätte ich ja beinahe vergessen!


    Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Hi Imkers,


    was mich neben der ganzen Sachlage auch so richtig schockt, ist die Tatsache dass das Nervengift quasi auf der Straße rumliegt, in schönem rot. Ich könnte meinen Hintern verwetten, dass nur ein Bruchteil der vorbeilaufenden Eltern wirklich wissen womit ihre Kids da gerade spielen! Nicht nur als Imker auch als Vater regt mich das merklich auf.


    Ausserdem haben Hummeln, Schmetterlinge, Käfer, Hornissen, Wespen & Co. keine Betreuer/Menschen die deren Verschwinden bemerken könnten.



    Alder bin ich grad am Kochen!
    Arnd

  • Guten Morgen alle zusammen,
    folgendes Problem bedrückt mich. Ich habe seit einem Jahr einen Außenstand in einem kleinen Naturschutzgebiet mit angrenzenden, intensiv bewirtschafteten Feldern. Letzte Woche, es war so kurz vor Sonnenuntergang und die Lichtverhältnisse nicht mehr ideal, hatte ich dort ein wenig das Gras um meine Beuten gekürzt, da dieses (schon allein wegen den Zecken) zu hoch war. Am Dienstagabend besuchte ich den Stand erneut und wollte den Wassergehalt des Honigs messen. Dabei ist mir ein Volk aufgefallen, welches einen Teppich toter Bienen vor dem Flugloch hatte. Ein großer Teil der Bienen schien schon etwas längere Zeit da zu liegen. Aber es werden immer noch tote Bienen heraus geschafft. Einige krabbeln im Gras und andere liegen mit ausgestrecktem Rüssel da. Durch den momentanen starken Brutumfang, scheint das Volk die Verluste in Grenzen halten zu können und auch ein voller Honigraum zeugte bisher von guter Leistungsfähigkeit.
    Auf den angrenzenden Feldern ( Abstand knapp 100 m) wächst zur Zeit Roggen, Gerste und auf einem Feld ( hier schon seit Jahren) Mais. Meines Wissens gehören die Felder einer großen Agrargenossenschaft. Es ist durchaus möglich, dass der Genossenschaft die Anwesenheit meiner Bienen nicht bekannt ist. Aus diesem Grunde wollte ich gestern Abend noch den Geschäftsführer sprechen, doch ich traf diesen nicht mehr an.
    Von den toten Bienen habe ich am Dienstag einige (ca. 20g) eingesammelt und in meinen Gefrierschrank gelegt. Ich hab keine Ahnung ob es an Spritz- oder Beizmitteln liegen kann. Was würdet ihr tun an meiner Stelle? Würdet ihr die Bienen untersuchen lassen? Hat das jetzt noch einen Sinn? Was kostet mich das und wohin müsste ich mich wenden (aktuelle Anschriften oder Tel.-nr.)?
    Sorgenvolle Grüße
    Peter

  • Guten Morgen alle zusammen,
    folgendes Problem bedrückt mich. Ich habe seit einem Jahr einen Außenstand in einem kleinen Naturschutzgebiet mit angrenzenden, intensiv bewirtschafteten Feldern. Letzte Woche, es war so kurz vor Sonnenuntergang und die Lichtverhältnisse nicht mehr ideal, hatte ich dort ein wenig das Gras um meine Beuten gekürzt, da dieses (schon allein wegen den Zecken) zu hoch war. Am Dienstagabend besuchte ich den Stand erneut und wollte den Wassergehalt des Honigs messen. Dabei ist mir ein Volk aufgefallen, welches einen Teppich toter Bienen vor dem Flugloch hatte. Ein großer Teil der Bienen schien schon etwas längere Zeit da zu liegen. Aber es werden immer noch tote Bienen heraus geschafft. Einige krabbeln im Gras und andere liegen mit ausgestrecktem Rüssel da. Durch den momentanen starken Brutumfang, scheint das Volk die Verluste in Grenzen halten zu können und auch ein voller Honigraum zeugte bisher von guter Leistungsfähigkeit.
    Auf den angrenzenden Feldern ( Abstand knapp 100 m) wächst zur Zeit Roggen, Gerste und auf einem Feld ( hier schon seit Jahren) Mais. Meines Wissens gehören die Felder einer großen Agrargenossenschaft. Es ist durchaus möglich, dass der Genossenschaft die Anwesenheit meiner Bienen nicht bekannt ist. Aus diesem Grunde wollte ich gestern Abend noch den Geschäftsführer sprechen, doch ich traf diesen nicht mehr an.
    Von den toten Bienen habe ich am Dienstag einige (ca. 20g) eingesammelt und in meinen Gefrierschrank gelegt. Ich hab keine Ahnung ob es an Spritz- oder Beizmitteln liegen kann. Was würdet ihr tun an meiner Stelle? Würdet ihr die Bienen untersuchen lassen? Hat das jetzt noch einen Sinn? Was kostet mich das und wohin müsste ich mich wenden (aktuelle Anschriften oder Tel.-nr.)?
    Sorgenvolle Grüße
    Peter


    Hallo Peter,


    ich hatte einen ähnlichen Fall, nur viel weniger tote Bienen.


    Das war bei einem Volk, bei einem Imkerkollegen der mit den Völkern in einer Apfelplantage stand, war der Bienentotfall höher, unterhalb dieser Plantage waren Rapsfelder dazwischen ein frisch eingesätes Feld, vermutlich Mais.


    Als die Völker verstellt wurden waren keine toten Bienen mehr zu sehen!


    Man kann davon ausgehen das diese Beizmittel allgemein für Bienen nicht gut sind, egal ob Poncho Pro und Co, diese Mittel sollte mit sofortiger Wirkung verboten werden!!!


    Wer meinen Bienen schadet den zeige ich an, so einfach ist das!


    Es ist wirklich eine Frechheit was 2008 ab geht! :evil::evil::evil:

  • Das geht nicht erst 2008 ab. Das schleicht sich schon seit Jahren ans Volk und an die Völker an. Ich erinnere an die Beiträge, u.a. von Musikus. Und ich erinnere auch daran, wie schnell sich geborene Besserwisser fanden, die Mahner zu diffamieren. Der Rest, schaute einfach weg; das ist wohl auch eine unserer wesentlichen Eigenschaften, die womöglich die Wegschauer schon einer anderen Generation vorwarfen.
    Ja, alles was gesät wird, das ist auch zu ernten...


    Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Also, wenn ich die letzten Beiträge so lese, dann habe ich den Eindruck, dass ein großer Teil der Imker über keine klare Vorgehensweise bei vermuteten Spritzschäden verfügt oder über Maßnahmen die in so einem Fall Sinn machen. Gibt es denn keinen der aus dem süddeutschen Raum berichten könnte wie er vorgegangen ist.
    Wenn ich sehe, wie sich Vögel, Ameisen und Co. die toten Bienen teilen...:-(
    Peter

  • Das "Landwirtschaftliches Wochenblatt" Westfalen-Lippe
    bringt auch einiges.
    Inclusive Verbotsliste.
    jetzt kann auch hier keiner mehr sagen: Mein Name ist Hase,ich weiß von nichts !!
    Reste dürfen aber noch ausgebracht werden.
    Ist Die Maissäesaison nicht längst vorbei??
    Fragt
    Helmut

  • Wer meinen Bienen schadet den zeige ich an, so einfach ist das!


    Es ist wirklich eine Frechheit was 2008 ab geht! :evil::evil::evil:


    Das sind doch ganz neue Töne!
    Vor 2 Wochen haben die Offiziellen stellen noch getönt:
    Die Giftmenge ist zu gering, die Bienen haben diese kleine Menge nicht überlebt, weil der Varroadruck zu hoch ist!


    Hätte man doch zuerst mal die Varroa im Griff! Die Gute Imkerliche Praxis!


    Es geht doch schon so seit einigen Jahren!!!!!!

  • Hi Imkers,


    was mir auch auf den Magen schlägt ist, dass jetzt alle Bio-Imker ein wirkliches Problem haben könnten, wenn man das Zeug im Volk hat.


    Hat schon mal jemand mit seinem Verband gesprochen, wie die über das Thema denken? Was passiert wenn die Bio Produkte nachweisbare Rückstände haben? Wie sehen die rechtlichen Möglichkeiten aus, gegen Maisfelder bzw. die Aussaat gebeizter Samen, vorgehen zu können? Was soll mit den kontaminierten Völkern passieren?


    Oder bleibt uns nur die Flucht?




    Fragt sich der Arnd,
    ... der so wie viele hier erst mal die Katastrophe gebraucht hat um dieses Thema wirklich ernst zu nehmen.