Varroen in der Drohnenbrut???

  • Moin,


    Nachdem ich nun die letzten 2 Imkerjournale in die Ecke geschmissen habe, da jeder Bericht mit dem Schneiden der Drohnenwaben anfängt oder aufhöhrt, habe ich gestern mal wieder einen Versuch gemacht:
    Ich habe gestern bei einem Volk Wildbau entfernt.
    Dieser Wildbau bestand zum grossen Teil aus Drohnenbrut.


    Gegen ende des Tagen, nachdem ich diese Leckerei eigentlich den Hühnern überlassen wollte, habe ich etwa 50 Drohnenpuppen aus den Waben gezogen.
    Ergebnis: keine einzige Varroe!


    Bei den 30 Arbeiterpuppen ist mir eine Varroe entgegen gekommen.


    Diese Ergebnis beobachte ich schon seit einigen Jahren.


    Wäre nett, wenn noch mehr Imker mal Ihre Auszählungen hier rein stellen könnten.
    Vielleicht ist es ja nur bei mir so? (was ich nicht glaube)


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo, Patrick,
    ist bei mir nicht anders, und das auch schon seit Jahren.
    Durchschnitt:100 Drohnenzellen 1 Varroa, 100 Arbeiterinnenzellen 3-4.
    Ich sehe einfach keinen Sinn im Drohnenschneiden, außer daß es eine Wahnsinnsbelastung für das Volk ist.
    Diese ganze Energie und Ressourcen (Pollen!) sind doch in Arbeiterinnenbrut viel besser angelegt.:wink:


    Gibt es eigentlich Untersuchungen, wie sich das auf den Ertrag auswirkt?:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nu beruhig Dich ma wieder!


    Findest Du Kotflecken in geschlüpftem Drohnenbau?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Das ist ein Zeichen das die Völker gut behandelt sind!

  • Das ist ein Zeichen das die Völker gut behandelt sind!


    Sehe ich auch so.
    Letztes Jahr war meine Überwinterung/Behandlung besser gelaufen und ich konnte bis in den Sommer hinein kaum Milben in der Drohnenbrut endecken.
    Dieses Jahr läuft es dagegen ganz anders. Meine Völker sind teilweise mit einer viel höheren Milbenlast gestartet und bei dem gestrigen Drohnenschneiden bin ich fast erschrocken, über so viele Milben.
    Übrigens war auf einer Wabe ca. 1/3 Arbeiterinnenbrut und 2/3 Drohnenbrut. In der Arbeiterinnenbrut fand ich keine Milbe.
    Wer also mit einer geringen Milbenlast in die Saison gestartet ist, kann sicherlich auf das Schneiden (wenn er zeitig behandelt) verzichten, aber in meinem Fall...

    Zitat

    Findest Du Kotflecken in geschlüpftem Drohnenbau?


    Wie sehen denn die Flecken aus?
    Gruß Peter

  • Moin,


    Also nur zur Vervollständigung:
    So prima hab ich nicht behandelt...
    Ich habe aus persönlichen Gründen die Winterbehandlung weggelassen.
    Die Bienen, die ich noch habe, sind nur einmal mit Ameisensäure/Nassenheider Verduster behandelt worden...Das ist aber nen anderes Thema.


    Varroen hab ich zur Zeit wenige, das Verhältnis, ist nur interressant.
    Vor 8 - 10 Jahren waren extrem viele Varroen in der Drohnenbrut. Da konnte man die schon sehen, wenn man die Waben gegen das Licht gehalten hat.
    Durch ständiges Ausschneiden => dadurch Selekion, habe wir es nun endlich geschafft, die Varroen in die Arbeiterinnenbrut zu drängen / züchten.


    Mit anderen Worten: wir haben im Sommer kaum noch die Chance Varroen zu reduzieren!


    Also warum sollte ich (noch) Drohnen scheiden?
    Weil es in der monatlichen Imkerliteratur immer noch Gebetsmühlenartig gepredigt wird?
    Warum wird es denn immer noch allen geraten?
    Gibt es noch Gegenden in Deutschland wo es anders ist?


    Wir Imker müssen diese Arbeitsweise auch ruhig mal hinterfragen.


    Bis denne


    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935


  • Dann haste Glück gehabt, in deiner Umgebung gibt es wenig Varroa.
    Jetzt bloß nicht jubeln, wenn es hart kommt, kannst du im Juni schon wieder Probleme bekommen und deine Falschbehandlung kostet dich die Völker!

  • Ich habe aus persönlichen Gründen die Winterbehandlung weggelassen.

    :roll: Persönliche Gründe: Ausreden über die man nicht spricht. Aha. Sind eben bloß Bienen.

    Zitat

    Varroen hab ich zur Zeit wenige

    Wie ermittelt?

    Zitat

    Durch ständiges Ausschneiden => dadurch Selekion, habe wir es nun endlich geschafft, die Varroen in die Arbeiterinnenbrut zu drängen / züchten.

    Unsinn! Auf Apis Cerana hatte die Milbe zig Jahre Zeit, endlich Arbeiterbrut zu befallen und nicht ständig in der Drohnenbrut eingemauert zu werden. Und hat sie's getan?

    Zitat

    Mit anderen Worten: wir haben im Sommer kaum noch die Chance Varroen zu reduzieren!

    Müssen wir auch nicht: Wir haben im Winter keine persönlichen Gründe.

    Zitat

    Also warum sollte ich (noch) Drohnen scheiden?

    Damit Du Deine Völker solange in der Tracht halten kannst, bis es Dir der Honiggeiz erlaubt Behandlungsmittel anzuwenden.

    Zitat

    Weil es in der monatlichen Imkerliteratur immer noch Gebetsmühlenartig gepredigt wird?

    Ne, grad andersrum.

    Zitat


    Warum wird es denn immer noch allen geraten?

    Weil der Peter Milben in den ersten Drohnenzellen sieht und ich und einige andere auch.

    Zitat


    Gibt es noch Gegenden in Deutschland wo es anders ist?

    Offensichtlich bzw. bei genauerem Hinsehen.

    Zitat

    Wir Imker müssen diese Arbeitsweise auch ruhig mal hinterfragen.

    Klar! Forenimker müssen Alles und Jeden hinterfragen! Sogar mehrfach und immer wieder!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry


    Schön das Du nur die Sachen beantwortest die Du falsch verstehen möchtest.


    Nach Deinem letzten Satz zu urteilen hast Du Dein Wissen damals erworben und wendest es seitdem an.


    Frage war hier, wie das Verhältnis der Varroen in Drohen und Arbeiterinnenbrut ausschaut?


    Irgend eine kontruktiven Beitrag dazu?


    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Moin Patrick,


    es gibt kein Verhältnis, ein festes schon gleich garnicht. Die Milbenentwicklung ist entgegen der landläufigen Meinung nicht statisch und kontinuierlich. Sie gleicht einer unregelmäßigen Wellenbewegung.


    Ein brutloses Volk als Start. Alle Milben egal wieviele es auch sind, sind folglich auf den Bienen und nicht in der Brut
    = 0% in der Brut
    = 0% in der Drohnenbrut
    = 100% auf Bienen


    Dann fängt so ein Volk an und legt wie sau Arbeitereier in Arbeiterzellen und fängt langsam an Drohnenrahmen zu bebauen.
    = 0% in der Brut
    = 0% in der Drohnenbrut
    = 100% auf Bienen


    Die Arbeiterbrut steht zum Verdeckeln an, also machen fast alle Milben da rein. Locho! Oda?
    = 90% in der Brut
    = 0% in der Drohnenbrut
    = 10% auf Bienen


    Örschendewann ist dann auch mal so ein BauR reif zum Verdeckeln und zwar entweder bevor der erste Milbenvermehrungssatz wieder aus den Zellen kann oder eben später. Nehmen wir mal an am Tag 20 nach Start ist eine signifikante Menge Drohnenlarven infizierbar und wird von fast allen frei verfügbaren Milben befallen.
    = 90% in der Brut
    = 9% in der Drohnenbrut
    = 1% auf Bienen


    5 Tage später - die Bienen waren halt nicht so fleißig bei den Drohnen - sind die vermehrten Milben (Anzahl dann schon mal 2) wieder unterwegs auf Zellensuche und finden nun auch die Drohnenlarven:
    = 50% in der Brut
    = 110% in der Drohnenbrut
    = 40% auf Bienen


    Einmal findest Du keine Milben im BauR das nächste Mal isser voll davon! Willst Du daher manchmal Drohnen doch lieber schlüpfen lassen mit dann schon wieder doppelt, ja dreifach soviel Milben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    Wenn dann 110% Milben aus der Drohnenbrut schlupfen sind das eine Wabe und in einen Bienen Volk sagen wir mal ist das Verhältniss von gedeckelter Drohnenbrut zu Arbeitern Brut 1/10.


    Also 110%x1/10 = 11% Milben


    Und 50%x9=450% Milben

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Aber aus der Drohnenbrut schlüpfen doch schon 330% aller Milben. :liebe002:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Wäre nett, wenn noch mehr Imker mal Ihre Auszählungen hier rein stellen könnten.
    Vielleicht ist es ja nur bei mir so? (was ich nicht glaube)


     
    ...die Ergebnisse von Simon Hummel (Varroaentwicklung beim Schachtbretteln) sprechen eine andere Sprache.
     
    Im Frühjahr schaue ich mir die Drohnenbrut nicht genauer an (dazu habe ich gar keine Zeit...), aber später im Jahr findet man doch meist mehr Milben in der Drohnenbrut, als in der Bienenbrut. Und besonders ärgerlich: Viele Milben in den Königinnenzellen....... :evil: 
     
    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"