Besuchermagnet Honighäuschen vom Abriß bedroht

  • Halllo zusammen,


    wie ja sicher bekannt ist, kann man Honig und Imkerei nicht als hochwertig betrachten und so hat ein mit der "Aufwertung des Tourismus auf dem Drachenfels" beauftragtes Büro der regionale2010 entschieden, daß unser Honighäuschen nach einem Umzug in einen ehemaligen Imbiß etwas oberhalb von Schloß Drachenburg abgerissen werden soll - nötigenfalls durch Enteignung, weil Privatbesitz. In einem Sanierungsgebiet ist das rechtlich möglich, wenn man als Eigentümer nicht verkaufen will. Die Stadt, im Besitz eines Vorkaufsrechtes, hat auch schon ein lächerliches Entschädigungsangebot vorgelegt.


    Es ist schon ein Witz, auf dem Drachenfels sind drei mit Landesmitteln unterhaltene große Streuobstwiesen in unmittelbarer Flugweite meiner Bienen, alle Welt schreit nach regional erzeugten Lebensmitteln möglichst in Bioqualität sowie praktischer Umweltbildung. Ins Honighäuschen kommen jährlich 40 - 60 Schulklassen und Besuchergruppen, es ist neben Honig und Bienenwachskerzen auch der Apfelsaft der Biostation im Angebot sowie das Infoangebot der auf meiner Website www.honighaeuschen.eu befindlichen Inhalte. Das Siebengebirge soll zum Nationalpark werden, der NP wiederum schreibt sich Umweltbildung auf die Fahnen, hat auch auf Anfrage die Imkerei auf seinem Gebiet durchaus eingeplant und dann will eine Aufwertung des Tourismus mehr in Richtung "Cocktails", "Krabbenspießchen" und "Event-Tourismus" gehen - und dazu passen Bienen und Imkerei nicht.


    Auch meine Besucher verstehen und akzeptieren das nicht, es liegen im Honighäuschen Unterschriftenlisten mit einem Appell an Bürgermeister und Stadtrat in deutsch, englisch, französisch, niederländisch, spanisch und arabisch aus, die seit Ostern von mehreren Tausend Besuchern unterzeichnet wurden.
    http://www.honighaeuschen.eu/f…nterschriftenliste-de.pdf


    Ich setze zunächst mal auf ein Gespräch mit dem Bürgermeister. Es ist ja nicht so, daß ich nicht bereit wäre, das Honighäuschen weiter zu renovieren. Aber versucht mal, in einem Naturschutzgebiet etwas zu machen. Ich hatte schon eine Abmahnung, nachdem ich im Herbst Rindenmulch über gepflanzte Tulpen- und Osterglockenzwiebeln verteilt hatte. Vorgeschlagen habe ich auch die Einrichtung eines mehrsprachigen Bienenlehrpfades entlang der Grundstücksgrenze.


    Wenn man bedenkt, daß auf dem Drachenfels Platz ist für einen Zoo mit Schlangen, Vogelspinnen, Alligatoren, Sittichen und Ratten, aber nicht für einen Schaubienenstand...


    Gruß, Klaus

  • Heute kamen die ersten Unterschriftenlisten, die von Imkerkollegen in den Imkervereinen Goslar und in Hamburg gesammelt worden sind.
    Ein nettes Zeichen der Solidariät, für das ich mich hier bedanken möchte.


    Gruß, Klaus