Rähmchen mit Sodalauge reinigen. Dosierung?

  • Hallo,
    nachdem sich bei mir das Verhältnis besiedelte zu unbesiedelten Bienenstöcke vom Spätsommer letzten Jahres zum Frühjahr dieses Jahres leider zugunsten der leeren Bienenstöcke verschoben hat, stehe ich vor einem Berg dampfwachsausgeschmolzener Rähmchen.


    Diese muss ich jetzt noch endreinigen. Dazu möchte ich Sodalauge verwenden.


    In der Literatur und den Fachzeitschriften wird von einer 5-6 %igen Sodalauge gesprochen. Die Texte erwähnen richtigerweise 500g auf 10l Wasser.


    Nun habe ich hier 500g kalzinierte (sprich wasserfreie) Soda liegen, die laut Aufdruck etwa 1300g Kristallsoda entspricht.


    Welche Soda wurde wohl in den Fachbuchbeschreibungen verwendet?


    Hat schon jemand von Euch kalzinierte Soda verwendet und wie wird die dosiert?


    500g auf 10l Wasser oder auf 26l? - Das ist hier die Frage...


    Gruß
    Ralph


  • Hallo Ralph,


    normal reichen 2,5 %.
    Ich nehme 250 g Ätznatron auf 5 Liter Wasser.
    Das reicht alle mal.

  • Moin, Ralph,
    kalzinierte Soda ist Waschsoda, und genau das Richtige zum Schrubben.
    Das ist auch in den alten Büchern gemeint, außer sie sprechen ausdrücklich von Ätznatron (NaOH), was aber nur im Seuchenfall zur Anwendung kommt.
    Aber bitte vorsichtig und Handschuhe tragen, auch Waschsoda entfettet die Haut sehr stark.:wink:

  • Hallo Ralph,


    normal reichen 2,5 %.
    Ich nehme 250 g Ätznatron auf 5 Liter Wasser.
    Das reicht alle mal.


    Hallo Micha,
    ja, da sagt die Literatur auch 0,2 bis 0,3 kg auf 10l Wasser.


    Mhh, ich möchte gerade kein Ätznatron nehmen.


    Die Alternative ist Soda. Selbe Funktion wie Ätznatron. Nur stehe ich vor dem o.g. Problem. :oops:


    Trotzdem, bei Deiner Anwendung: Genügt das Tauchen in der Lauge, oder musst Du schrubben? Bei welchen Temperaturen arbeitest Du?


    Gruß
    Ralph

  • michel : Soda ist was anderes als Ätznatron....:wink:


    Hallo Sabiene,


    ich denke Ralph will die Rähmchen reinigen, ich kenne das nur mit Ätznatron, wenn man weiß das man keine Krankheiten hat, kann man die Rähmchen auch nur Auskochen, zur Sicherheit nimmt man halt Ätznatron, was anderes kenne ich da nicht.

  • Moin, Ralph,
    ja, 500g auf 10 Liter, und so heiß, wie du das verträgst :wink:
    Schrubben mußt du trotzdem noch ein bißchen, sowas wie Kukident für Rähmchen gibt es noch nicht...*g*
    Für die Rähmchen ist es aber besser, eben kein Ätznatron zu nehmen, davon fasern sie ja ziemlich auf, wohingegen sie mit Waschsoda einfach nur sauber werden (gut spülen nicht vergessen).


    Aber mal ne Ketzerfrage: warum willst du das überhaupt machen?
    Langeweile?:cool:
    Wenn du keine Nosema oder sonstwas drin hattest, reicht abkratzen allemal, den Bienen ist das wurscht, ob da noch Wachsreste oder Propolisflecken drauf sind nach dem Ausschmelzen...:wink:


    michel : Es gibt Soda (amerikanisches Backpulver, Natriumbicarbonat, Kaiser-Soda), Wasch- oder kalzinierte Soda (Natriumcarbonat, Holste-WaschSoda) und Ätznatron (NaOH).
    Beide Sodas sind als E500 für Lebensmittel zugelassen, und man findet sie im Supermarkt in der Drogerie-Putzabteilung.
    Meine Omma hat damit sogar noch gewaschen und geputzt, weil es kaum was anderes gab...

  • Hallo Ralph,
     
     


     
    ich mach es so:
     
    Wabe im Rähmchen ausschneiden und Holzteile mechanisch mit Messer reinigen ( je kälter, desto besser)
     
    Gefäß für nur 1 Rähmchen mit Wasser füllen + Ätznatron auf Propangaskocher zum Kochen bringen (3% - 10 Ltr. Wasser u. 300 Gramm Atznatron)
     
    1 Rähmchen einlegen und beschweren ( untertauchen )
     
    das entnommene Rähmchen wird im klaren Wasser mit Bürste gereinigt
    kreuzweise gestapelt, Stapel von 20 St. beschweren und trocknen lassen
     
    während das Rähmchen mit Bürste gesäubert wird, befindet sich ein neues Rähmchen in der Brühe; der Wechsel dauert ca. 1 Min.
     
    nach ca. 25 ausgekochten Rähmchen werden verseifte Wachsreste abgeschöpft, 1 Liter Wasser mit 30 Gramm Ätznatron nachgefüllt
     
    das Rähmchen transportiere ich mit einer kleinen Rohrzange, beschwert wird es mit zwei 30 cm langen Eisenfeilen; Gummihandschuhe sind Pflicht
     
    diese Matcherei mache ich in einem Kleingarten mit Wasseranschluss, bei Einstellung des Bienenfluges werden keine Bienen von den Rähmchen angelockt ( zeitiges Frühjahr oder Herbst )
     
    Diese Methode wende ich für mich mit etwa 100 Rähmchen an.

  • Hallo, MichaelM,
    nö, brauchst du nicht. Ausschneiden und abkratzen reicht, das ist nicht halb soviel Sauerei wie im SoWaSch/DampfwachsSch mit anschließendem Auskochen.
    Rähmchen von kranken Völkern sollten eh thermisch entsorgt werden, samt Wabenwerk.
    Die schlauen nehmen aussonderungsreife Rähmchen eh für Verkaufsvölker..:roll:


  • Hallo Michael,
    ja, hätte ich letztes Jahr bestimmt auch gesagt! :cool:
    Aber selbst wenn das fertige Rähmchen "nur 80 ECT" kostet, sind das bei 300 Stück 240 EUR plus ca. 17 kg Wachs (selbst beim Abgabepreis von aktuell 3 EUR) im Wert von ca. 50 EUR. Sind über 300 EUR.
    Wenn ich Leihgebühr für DaWaSchm und die 11kg Gas abrechne sowie Wasser und Soda in die Rechnung einbeziehe, bleiben ca. 250 EUR für mich.
    Meine Mühe und die Arbeitszeit verbuche ich unter Lehrgeld bzw. gesammelter Erfahrung! :wink:


    Gruß
    Ralph


  • Hallo Ralph,


    rechnerisch hast du ca. 15 Völker verloren oder sehe ich das falsch, was war die Ursache?
    Varroa sicherlich, ich kenne deinen Behandlungsplan nicht.


    In der Bienenzeitung hatte eine Thüringer Imker Einzarger für sage und schreibe 85 Euro angeboten, scheinbar können einige Leute nicht rechnen.


    Es ist immer wieder lustig wie viele Leute von Imkerei Ahnung haben, wenn man für wenig Geld seine Völker verschleudern kann, es ist einfach nur traurig.


    Wie viele Völker hast du jetzt noch?


    Bei mir waren sogar Leute aus dem Osten Völker kaufen, weil da einfach kein richtiger Markt mehr ist und die restlichen Imker mit der Varroa nicht zu recht kommen, evtl nicht behandeln, falsch organisiert sind.


    Neue Rähmchen einfach so in den Ofen werden ist keine schlaue Idee, alles kostet Geld, wenn man sieht das Zubehör immer teurer wird, ich habe keine 300 Rähmchen zum anstecken.
    Des reinigen und wieder verwenden.

  • ...oder sehe ich das falsch, was war die Ursache?


    Hallo Michael,
    habe überwiegend 2/3 LS. Selbst die Ableger, die sich gut in zwei Zargen entwickelt hatten, bekamen, damit genug Futter für den erwartet langen Winter vorhanden ist, zur Herbstauffütterung noch eine Zarge aufgesetzt.


    Das war wahrscheinlich ein Fehler. Mäusegitter, die die Säuger nicht wieder in die Freiheit entließen, ein weiterer. :oops:


    Ursachen? - Einige! - Varroa sicher auch.


    Die Schadbilder waren unterschiedlich. Einmal mit vielen toten Bienen in der Kiste, das andere mal waren die Kisten leer, bzw. eine kaputtgegangene Kö mit einer handvoll Bienen.


    Ich muss aber dazu sagen, auch wenn ich es Ende letzten Jahres schon einmal erwähnt hatte, die meisten leeren Kisten gab es bei mir schon vor der Winterbehandlung. Die sind im Spätherbst noch mächtig Pollenholen geflogen. Und irgendwann flogen mehr Wespen als Bienen.


    Was soll´s, es ist eine unschöne, aber immerhin eine große Erfahrung. Und jetzt Waben einzuschmelzen und Rähmchen zu reinigen ist eine Strafe, die für gewöhnlich "auf dem Fuß" folgt. Weil jetzt wollte ich Rähmchen herrichten und Zargen aufsetzten.


    Letztes Jahr fehlten mir noch Waben zum Erweitern und Honigraumgeben. Davon habe ich jetzt noch genug...


    Zwei schwache hab ich jetzt noch aufgelöst. Drei stehen auf der Kippe, die werde ich auch besser vereinigen. Ein paar sehen verhältnismäßig gut aus.


    Kannst Du ungefähr selber ausrechnen, wie viele es waren bzw jetzt noch sind. Oder zumindest glauben, es zu wissen.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier einer gute Völker für wenig Geld verkauft hat. In Süd- und Ostthüringen wird von sehr hohen Verlusten gesprochen, und alle meine "sicheren Quellen" sind versiegt. Ich bekomme, auch für mehr Geld, keine vernünftigen Bienen. Schade. Hat aber vielleicht auch etwas für sich...


    Die Ursachenforschung wird schwierig sein. Es hat auch einige sehr erfahrene Imker erwischt, auch "Profis". Und richtig gut organisierte. :cool:
    Und die, die im Moment hier grad über das Unvermögen der Nachbarimker lächelnd schwadronieren, haben ihre Verluste garantiert nächstes, oder übernächstes Jahr. Mit Sicherheit.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo, Ralph,
    mein Beileid! (und das ist ehrlich gemeint, nicht ironisch)
    Was mich interessieren würde, du schreibst:

    Zitat

    zur Herbstauffütterung noch eine Zarge aufgesetzt.
    Das war wahrscheinlich ein Fehler.


    Warum meinst du das, und wann war das etwa?
    Und 2 Zargen 2/3 LS reicht bei dir normalerweise?
    Wie viele Bruträume hast du normalerweise?
    Und aus was bestand die hauptsächliche Pollentracht spät?
    (Sorry für meine Neugier, aber ich versuche mir ein Bild zu machen, weil es dieses Jahr so völlig uneinheitlich ist, nix Varroa pur mit leeren Kisten überall....)


  • Hallo Sabine,
    die haben mir die dritte Zarge noch voll Futter getragen (müßte ich nachschauen, glaube im September), aber sehr wenig verdeckelt. Dann war das Personal wohl am Ende. :-(
    Die richtigen Völker haben schon 3 Zargen, die Ableger haben sich schön auf den zweien gut entwickelt.
    Ja die Pollentracht. Eigentlich habe ich entlang der Saale genügend Pollenspender, bis in den Wald und unter den Hochspannungsleitungen blüht auch immer etwas. Allerdings hatte ich unmittelbar am Heimatstand Mais und 100m Richtung Saale auch welchen.
    Übrigens hatte die Bienen im Spätherbst 06 unmengen von Indischem Springkraut-Nektar eingetragen. Im Jahr 07 blühte das zwar auch in mengen, aber es kam kaum etwas herein.


    Gruß
    Ralph