Bienenvölker verkaufen welcher Preis ?

  • Wo kommt denn die Nachfrage her?

    Bei mir reservierten Jungimker mit ausgeprägter Vergrößerungsbestrebung, Altimker mit Beutenumstiegsgedanken und Anfänger, die so richtig loslegen wollen. Paar ganz auswärtige sind auch darunter. Also die selbe Mischung wie immer. Wahrscheinlich werden die Völker also dann doch nicht zur Trachtnutzung aufgesetzt, sondern in (Nachschaffungs-)Ableger zerkloppt und liefern so Bienen für's ganze Bienenhaus. Man weiß es nich, man weiß es nich.:wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Also hier in Berlin zahlreiche Jungimker und Anfänger aber eben auch Imker-Neulinge mit 100% Verlust...der leider häufig auch auf Behandlungsfehler zurückzuführen ist (da wird dann z.B. im Winter monatlich mit Bienenwohl behandelt...).


    Melanie

  • Also hier in Berlin zahlreiche Jungimker und Anfänger aber eben auch Imker-Neulinge mit 100% Verlust...der leider häufig auch auf Behandlungsfehler zurückzuführen ist


    Bei mir reservierten Jungimker mit ausgeprägter Vergrößerungsbestrebung, Altimker mit Beutenumstiegsgedanken und Anfänger, die so richtig loslegen wollen.


    Jungimker gibt´s bei uns auch ganz viele, einige davon wollen aber auf Schwärme warten! Es gibt aber auch etliche alte Altimker die Völker abgeben wollen, bestimmt ganz billig.



    Ich gebe dieses Jahr "aufsatzreife" Zweizarger für 160 € ab. Und die Nachfrage nimmt zu.


    Der Preis hört sich auch für den Verkäufer vernüftig an.

  • Kritik: Sehe nur ich das so, oder gibt es auch noch andere, die die Preisspirale langsam auch bedenklich finden? Paketbienen aus Frankreich sind da ja schon günstiger...


    Ich habe auch immer Bedenken, solange ein "aufsatzreifes" (schönes Qualitätsmerkmal) Volk weniger als 250 Euro kostet. Um 30 kg Honig werden deutschlandweit als jährlicher Durchschnittsertrag angegeben, was 60 zu 4 Euro verschleuderten Pfundgläsern entspricht. Gebe ich ein trachtreifes Wirtschaftsvolk für weniger ab, verkaufe ich also nicht, sondern schenke Geld, Bienen, ausgebautes Wabenwerk und mit persönlichem Aufwand meinen Vorstellungen angepaßte Rähmchen daher.


    Es erscheint mir hilfreich, das als Referenzrahmen gerade bei Preisfeilschereien im Bereich des Hobby"verkaufens" im Kopf zu haben.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Kritik: Sehe nur ich das so, oder gibt es auch noch andere, die die Preisspirale langsam auch bedenklich finden? Paketbienen aus Frankreich sind da ja schon günstiger...


    Hallo Tim,


    ich sehe es etwa anderes. Ein ausgewintertes Volk und aussatzreif kostet den Imker halt um die 150€. Reiner Schwarz hat mal eine genauer Rechnung zusammen gestellt. Die niedrigen Preise sind meiner Meinung genau das Problem. Ich gebe dir hier zwei Beispiele aus der Praxis, damit du verstehst wie niedrige Völkerpreise den Bienen "schaden"


    a) letztes Jahr haben einige Jungimker und Altimker in unserm Verein Völker gebraucht, doch die ganzen erfahrenen Imker (über 50) in unserem Verein konnten keine Völker anbieten, so waren die Suchende gezwungen Völker aus ganz weit weg zu importieren. Nicht mal Schwärme konnte man den Anfängern anbieten, was ich bei einem großem Verein sehr schlimm finde. Wo ist das Problem? Ja genau, bei Priesen von 80€ pro Volk hat kein Imker Lust mehr Völker einzuwintern, um sie dann nach viel Arbeit und Kosten für so einen Pries zu verschenken. Könnte man vom Völkerverkauf auch was gewinnen oder mindestens die Kosten zurück kriegen, hätten mehr Imker Lust gehabt, Völker zum Verkaufen einzuwintern!


    b) Es soll WIRKLICH Großimker (vor allem im Süd- Westdeutschland) geben, die nach dem Abschleudern alle ihre Völker abtöten und im Frühjahr früh gebildete Ableger/Kunstschwärme aus z.B. Südfrankreich oder Italien kaufen, weil der Preis der billig importierten Völker günstiger ist als die Kosten um ein Volk über den Winter zu bringen.
    Ich hoffe nur, dass in D die Preise nicht so billig bleiben, dass solche Betriebsweisen sich hier auch verbreiten. Das ist nicht bienengerecht.


    Wer erfolgreich Bienen überwintert soll belohnt werden und wer es nicht hinbekommt seine Völker halbwegs über den Winter zu kriegen, darf dafür nicht belohnt werden? Mit einem aufsatzreifen Volk für 80€ bekommt jeder Käufer schon bei der ersten Schleuderung das Geld zurück (wenn Honig nicht für 3€ verkauft wird)


    Die Arbeit der (Hobby)Imker soll auch belohnt werden, so macht das Imkern mehr Spaß und man gewinnt dadurch mehr Interessierte. Wenn aber alles für die Katz ist, dann ist es kein Wunder, dass keiner so viel Arbeit und Geld investieren will.



    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Zitat

    Es soll WIRKLICH Großimker (vor allem im Süd- Westdeutschland) geben, die nach dem Abschleudern alle ihre Völker abtöten und im Frühjahr früh gebildete Ableger/Kunstschwärme aus z.B. Südfrankreich oder Italien kaufen, weil der Preis der billig importierten Völker günstiger ist als die Kosten um ein Volk über den Winter zu bringen.

    :lol::lol::lol::lol::lol:


    Das ist eine richtige S-Parole. Ich kenne solche Imker nicht. Ich kenne nur solche, welche mit diesen Schwärmen handeln. Wäre auch Unsinn, denn solche Schwärme bringen aus der Frühtracht nichts und die Waldtracht wird auch immer spärlicher.


    Für Großimker sind Rähmchen und Mittelwände und gute Völker Kapital. Mit dem Schwarm kauft er zuerst mal die Katze im Sack.


    Also keinen Unsinn erzählen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Es ist mir durchaus bewußt, dass die verkaufenden Imker oftmals das Gefühl haben, sie würden noch viel zu sehr unter dem tatsächlichen Preis liegen.
    Nur unterhalte ich mich auch gerne mit neuen Imkern, die sich nichts aus Honig machen, sondern die Bienen begleiten möchten.


    Ich gewinne mittlerweile einen differenzierten Einblick und habe daraus meine Überlegungen gezogen.


    So sehe ich beispielsweise viele Imker, die nicht mehr mit Honig ihr Geld verdienen, sondern mit den Varroaverlusten. Sie bilden massiv Ableger, behandeln diese ab Sommer massiv mit AS und im Winter mit OS und verkaufen die Bienen dann im Frühjahr. Soweit so gut. Das Material beziehen sie kostenfrei über den Verein, der auf Kosten der Kasse Institutsköniginnen anschafft. Somit haben sie immer F1 Carnica mit Stammbaum am Start und können damit genauso dienen, wie mit dem Gesundheitszeugnis, welches ebenfalls ohne eigene Kosten erstellt wird. Man schickt es über den Verein ein.


    Nun spielt es praktischerweise noch in die Hand, dass wir durch die Medien ja nun einen schönen Zulauf an Bienenbegeisterten haben und die Vereine zweistellige Neuanmeldungen verzeichnen. Da kann man ja auch gleich die eigenen Bienen mit verkaufen, da man ja weiß, dass man wieder Kundschaft erhält.


    Seit mir nicht böse, aber vielleicht ist dies nur eine lokale Betrachtung von mir, aber in Honig zu rechnen hinkt für mich. Lieber verkaufe ich Bienen und wenn es Neuimker sind (die sicherlich noch einige hunderte € für den ganzen anderen Kram hinlegen müssen), da verstehe ich manche Preise nicht mehr.


    Ich mahne ein Zitat eines Imkers an, der mir mal am Telefon sagte: Hoffentlich bleibt die Varroa noch lange, ich verdiene mit den Bienen jedes Jahr mehr, als wenn ich mich noch mit Honig irgendwo hinstelle.


  • Hallo Remstalimker,


    wenn du solche Imker nicht kennst, bist du dir sicher, dass es sowas nicht gibt? Ich kenne (vom Forum) einen Imker aus Avignon und er berichtet, dass bei ihnen die Obstblüte (Pfirsich) schon Ende Februar losgeht. Er hat Bilder von 11.03. von blühenden Pfirsichbäumen gezeigt und meinte dass dieses Jahr die Blüte zwei Wochen hinterher ist.


    Ich will keinen Unsinn mehr erzählen :) aber ich kann mir vorstellen, dass (starke) Ableger, die im Februar gebildet werden können, aus einer Frühtracht in D. im Mai was bringen könnten.


    Wenn ein Großimker die Bienen abtötet, muss er nicht unbedingt die Rähmchen vernichten. oder?


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • ... die verkaufenden Imker oftmals das Gefühl haben, sie würden noch viel zu sehr unter dem tatsächlichen Preis liegen. ... viele Imker, die nicht mehr mit Honig ihr Geld verdienen, sondern mit den Varroaverlusten. Sie bilden massiv Ableger, behandeln diese ab Sommer massiv mit AS und im Winter mit OS und verkaufen die Bienen dann im Frühjahr.

    Die Käufer unterlassen offfnesichtlich genau das und deshalb gehen ihre Bienen angefressen ein. Man sollte also an Imker mit Verlusten, nicht "teuer" sondern lieber gar nicht mehr verkaufen und Anfänger sollte man Bienen schenken. Versteh ich das richtig? Der Anfänger dem die geschenkten Bienen eingehen bleibt dann auch Anfänger, der seine Bienen nur in den Tod begleitet ...


    Deine Ansicht ist neidgeprägt und tierverachtend. Ein Bienenvolk ist keine Sache, auch wenn es eine ist. Sein Preis ist Motivation Leben zu erhalten oder gar zu schaffen. Eines Honigäquivalentes bedarf es dazu nicht.


    Zudem muß niemand viel Geld für Bienenvölker ausgeben. Er kann es auch lassen. Preise werden durch Nachfragen bestimmt und Verkäufe durch Gewissen beeinflußt. Versteigerten wir Bienenvölker, sähen wir den erzielbaren Preis. Den Wert sehen wir nicht. Der ist individuell.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Kritik: Sehe nur ich das so, oder gibt es auch noch andere, die die Preisspirale langsam auch bedenklich finden? Paketbienen aus Frankreich sind da ja schon günstiger...


    Nein. Das ist eine normale Entwicklung gesteuert durch Angebot und Nachfrage. Und zum Thema Paketbienen einfach mal ein bisschen schämen geh'n.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Henry : Du bist Verkäufer und wirst keinen Imker wegschicken, der Dir 150€ hinhält. Ob der nicht richtig behandelt hat, oder doch, stellst Du ganz sicher in keinem Vorab-Fragebogen fest. So viel Heuchelei bringst Du nicht über's Herz.


    Neid kann ich nicht empfinden, denn ich verbinde kein finanzielles Interesse mit dem Hobby. Nimm das mal aus Deiner Weltsicht heraus.


    Wentorfer : Ich schäme mich nicht, denn die Nachfrage wird wieder enorm sein. Dies wird angesichts der Preise sogar noch attraktiver für die Deutschen Käufer. Wie Du weißt, sollte man sich nicht in einem Forum für die Benennung eines Zustands schämen müssen.

  • Neid kann ich nicht empfinden, denn ich verbinde kein finanzielles Interesse mit dem Hobby. Nimm das mal aus Deiner Weltsicht heraus.


    Ich weiß nicht Tim, aber ich habe meine Zweifel. Viele Imker behaupten, ihnen sei der Honig egal, aber fast alle wollen Honig verkaufen, leider für zu niedrigen Preis. Das macht die Situation für Berufsimker nicht einfacher. Und das ist ja das größte Problem der Bienen, es gibt nicht genug Berufs- und Hobbyimker, die die Bienen betreuen.


    Wer Bienen für die Umwelt oder als Hobby hält, soll doch lieber mit Wildbienen oder Hummeln anfangen, das ist für mich glaubwürdiger als Honigbienen zu halten und davon billigen Honig oder billige Völker zu verkaufen. Wer doch Honigbienen für die Umwelt halten will, dann soll er lieber Honig und Völker ganz kostenlos verschenken, oder die Hälfte verschenken, aber die andere Hälfte zum anständigen Preis verkaufen.


    Anfänger sollen mMn nachm Abschleudern kostenlose Schwärme bekommen, das kann jeder Imker mit über 8 Völker ohne Schmerzen abgeben. Aber wer unbedingt im April anfangen will und mehr Honig ernten will, dann sollte auch die Arbeit seines Kollegen würdigen.


    Ich bin ganz davon überzeugt, dass die niedrigen Preise bei Honig und Völkern den Bienen nichts Positives bringt, weil dadurch die Imker nicht motiviert werden, es weiter und für längere Zeit zu imkern. Wie wir alle wissen, man kann die Bienen nur retten, wenn man genug Imker für solche Arbeit motivieren kann.


    Ja, ich lebe auch nicht von den Bienen und habe max. 8 Völker, ich verschenke viel Honig und werde auch Schwärme verschenken, aber mein Honig und meine Bienen sind mir viel Wert. Sie billig zu bieten, helft weder Anfänger noch den Bienen, im Gegenteil.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

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  • Ich will keinem Bienen-Begeisterten vorschreiben, womit er sich abzugeben hat. Ich verbinde mit dem Hobby Hautflügler generell ein Interesse an der ganzen Familie und nicht nur an den Honigbienen.


    Dass nicht jeder Imkernde auch der geborene Verkäufer ist, merkt man doch auch beim DIB. Deswegen bekommen sie ja schon alles mundgerecht serviert. Es ist nicht auszudenken, was es alles und in welcher Form gäbe, würden die Hobbyimker den Honig ohne DIB-Führung anbieten...


    Ich sehe die Preisspirale bei den Völkerpreisen immer weiter nach oben klettern und hoffe, dass die Bienen dafür auch das Geld wert sind.


    Nichts für ungut, wir werden uns hier nicht annähern :p

  • Kritik: Sehe nur ich das so, oder gibt es auch noch andere, die die Preisspirale langsam auch bedenklich finden? Paketbienen aus Frankreich sind da ja schon günstiger...


    Wie viele Paketbienenvölker mit je 1,5 kg Bienen willst Du den kaufen und überflüssige Königinnen abdrücken um damit mit einem aufsatzfertigen 2 Zarger gleichzuziehen? Was denkst Du?