Was wächst auf sandigem Boden?

  • Nun hat es sich ergeben...
    Ich wander dieses Wochenende mit einem Volk auf meinen neuen Standplatz. Mein Plan ist´s, viele Standplätze mit wenig Bienen jeweils(1Volk plus Ableger) zu beziehen. Mehr Arbeit, aber verschiedene Honigsorten - maximal 6 Waben werden pro Standplatz geschleudert - rest bleibt im Volk.
    So, nu mein 2. Standplatz ist umgeben von Wein( aslo direkt um die Kiste drumherum) Spargel...
    Ach, ich sollte zum Thema kommen:
    das Land da drausen ist sehr sandig, bei uns sagt man, man "fährt in den Sand" wenn man an sein dortiges Land fährt. Ideal für die Spargelbauern.
    Gleich nebenan liegt ein Acker brach und - ich darf mit dem machen was ich will. Schätzungsweise 20*50 Meter Sandigster Ackerboden. Die Winzer fahren woll öfters ihren Trester drauf.
    Kann ich auf diesen dörren Boden irgendwas ausbringen, ohne das ichs bewässern muß.
    Ich hab voller Hoffnung in den Gartenbüchern auf die mediterranen geschielt-selbst denen könnt´s da drausen etwas happig werden.
    Jemand Ideen?
    Saatgutmischungen wären schön.

  • Sortenhonig im eigentlichen Sinne ist mir nicht wichtig, da ich dat Zeug nicht verkaufe. Aber unterschiedliche Honige sind schon schön.
    Ein breites Pollenangebot wäre mir wichtig.

  • ein tipp wäre sanddorn. wächst wie der name schon sagt auch gerne auf sand. sanddorn ist eine sehr robuste pflanze die schnell wächst und robust ist.
    ausserdem eignet sich die pflanze als bienenweide. sanddorn bildet sehr schnell sogenannte wurzelausläufer, wodurch sie sich rasch vermehren. falls die kosten also ein thema sind, könntest du einfach mit wenigen pflanzen beginnen und selbst die ausläufer abnehmen und verpflanzen.
    sanddorn (hippophae rhamnoides) ist eine zweihäusige pflanze, was soviel bedeutet als das es männliche und weibliche pflanzen gibt. falls du auch früchte möchstest solltest du darauf achten auf ca. 4 weibl. pflanzen eine männliche zum bestäuben dazu zu setzen. die früchte des sanddorns sind ausgesprochen vitamin c hältig und bleiben bis in den winter am strauch. man kann sie selbst verkochen, sirup draus machen oder am strauch lassen, weil sie ca. von 40 vogelarten als nahrung genutzt werden. daher auch ein weiterer name fasanbeere.


    viel spass beim bepflanzen


    werner

  • Hallo Sebbele,
    wenn Deine Zahlen stimmen und meine Berechnung, dann kommen wir auf eine Fläche von 10 ar.
    Auch wenn die mit einer Nektar spenden Pflanze angelegt sind, wird es zwar Deine 2 Völker freuen, wenn aber der Rest im Umkreis von mehreren hundert Metern Rheinhessisches Rebland sind (so wie ich es kenne) und die Winzer mit ihrem Trester die 10 ar auch noch als Deponie verwenden, wird das nichts mit den 6 Waben Honig. Es scheint mir keine guter Platz für Bienen zu sein, von der Rebspritzbelastung ganz abgesehen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ja ,die Rebspritzung macht mir auch ein wenig Sorgen. Zumindest der Winzer der direkt an meinen Völkern ist, wird mir vorher bescheidgeben, so daß ich die Völker mal umstellen kann.
    Und die "Tresterdeponie": Da sind jetzt 6 Haufen drauf. Ich hab´gestern mal einen dieser Haufen versucht aufm Acker zu verteilen-nach ner halben Stunde war kein wirklicher Erfolg zu sehen.
    Und da kommen ja frühestens im Herbst neue dazu-und die Bienen können sich dann auch noch am Spargel laben.
    Der Abstand zum Dorfrand beträgt ca. 700 Meter in die eine Richtung-und ca. 1000 Meter in die andere. (Ein Hoch auf Google-earth)
    Wenn das Googleearth-Lineal stimmt sind´s sogar über 20ar

  • Blöde Frage: Darfst du da wirklich Gehölze anpflanzen, wenn die Winzer weiter Trester draufwerfen wollen?


    Trester ist eigentlich sehr positiv. Ich wundere mich etwas über die Winzer eurer Gegend. Trester ist wertvoll, er wird anderswo schon lange wieder in die Anlage eingebracht, denn er wirkt humusbildend, düngend, bringt wertvolle Spurenelemente zurück in den Weinberg, verbessert die Wasserhaltung.


    Auf dem freien Platz würde ich Ruderalpflanzensamen aussäen oder Dinge wie Phacelia, Klee oder so was. Wie gut der Platz für die Bienen ist, hängt trotzdem von der sonstigen Umgebung ab. Weinberg ist nicht gleich Weinberg. Begrünte Rebzeilen mit eher niedrigen Erziehungsformen bringen durchaus Nektar, während die 100%-Agrarwüsten ohne Begrünung wie Wüste für die Bienen ist. Ökologisch wirtschaftende Winzer begrünen ihre Weinberge immer, z.B. mit verschiedenen Kleesorten, Gräser, Luzerne, Wicken, Sonnenblumen, Phacelia, Lupinen, Buchweizen und Malven. Wenn du solche Nachbarn hast, dann haben die Bienen das grosse Los gezogen!


    Die Bienen wegfahren bei jeder Spritzung ist zumindest im konventionellen Weinbau utopisch. Gespitzt wird bis zu 15 mal. Da willst du jedesmal die Kästen nachts einladen und wegfahren, dann wieder zurückbringen? Mein Ratschlag wäre, sich von konventionellen Plantagen gleich welcher Art von vornherein fernzuhalten. Die Imker unserer Gegend haben mittlerweile keine Bienenstände mehr in der Nähe der Obstplantagen. Zu viele schlechte Erfahrungen mit den Giftpanschern, die sich Obstbauern nennen. Meiner Erfahrung nach herrscht in der "modernen" Landwirtschaft ein sehr, sagen wir mal "elastisches" Verhältnis zu Vorschriften und Lehrbuch-Methoden, Pflanzenschutzmittel auszubringen.

  • Um meinen Stand habe ich sehr viel Symphoricarpos albus, oder einfach Schneebeere oder Knallerbse genannt, gepflanzt.
    Diese Pflanze vermehrt sich stark über Wurzelausläufer, die man aber gut in "Schach" halten kann. Sie wächst ganz anspruchslos auf sandigen Böden. Gießen ist von Vorteil, aber kein muß. Diese Pflanzen blühen am einjährigen Holz. Also was dieses Jahr treibt, blüht auch. Daher auch der Vorteil des gießens. Viel Wasser lange Triebe = viele Blüten = viel Nektar für die Bienen.
    Die Blüten sind, so klein sie auch sind, eine lukrative Sache für die Bienen. Sie blühen übrigens bis der Frost kommt.
    In unmittelbare Standnähe gepflanzt, werden die vielen Blüten auch bei schlechtem Wetter, Nieselregen etc., wo weite Flüge nicht machbar sind, beflogen.


    Weiter Informationen sind zu finden unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Schneebeere


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Was ist denn hier los?
     
    Naja-also, nochmal bei meiner Tante nachgehagt, weil mir der Acker zu sauber vorgekommen ist, hat sich ergeben das der Acker mit Frucht(also Weizen o.ä.) beplanzt wird-der Trester wird dann wohl Dünger sein. Sie zeigt mir morgen ein anderes Stück nebenan an dem ich mich gütlich tun darf. Wird wohl nicht ganz so groß.
    Appels http://www.appelswilde.de/ meint er kenne den Boden und ist guter Dinge mit der Veitshöchheimer Mischung. Nicht ganz billig, aber andere legen das gleiche Geld im Fitnessstudio monatlich hin.
    Danke für den Tipp mit der Schneebeere.
    Dann werd ich Samstag mal über den Rhein radeln und zu Appels fahren-und dann wird gesät.
    Möcht nur hoffen das die nicht totgesprizt werden:-(

  • Ok, sind dann doch so 15 Ar.
    Morgen werd ich Pflügen und Fräsen fahren (Mit´nem Güldner G30 Bj ca.`62 .)
    Die Aussaat muß dann wohl mit der Hand erfolgen.
    Soll ich anschließend nochmal mit der Zinkenegge drüber fahren, um die Saat in die Erde zu bringen?
    Ich hab soviel Ahnung von der Landwirtschaft wie die Kuh vom Kaba.
    Wird auch meine erste Fahrt mit´m Traktor-hoffentlich geht´s gut.
     
    Für eine Antwort währe ich dankbar-was das Säen betrifft!:Biene:

  • Och kommt Leute, hier sind doch einige betraut mit der Landwirtschaft.
    Vielleicht auch ein Tip wie`s früher gemacht wurde.
    Irgendwie muß ich doch die Saat in die Erde bringen-auch ohne Drillmaschine.
     
    Mit der Zinkenegge wirds nicht gehen, die wird ruckzuck voll höngen mit Gras und Wurzeln. Hab ich gestern an der Mittelschare des Fräskastens gesehen.
     
    Man, ich hab überall Muskelkater. Und ich dachte schon die Bauern habens gut-den ganzen Tag aufm Trecker sitzen. Brumm Brumm. Nö, mit som alten Ding zumindest ist das harte Arbeit.
    Und hätte ich gleich rausgefunden dat dat Ding vier Gänge hat-wär ich viel schneller dort gewesen:-D

  • dat Ding hat nicht nur 4 sondern 12 Gänge wenn mich nicht alles täuscht. Und ein voll synkronisiertes Getriebe und mit Glück auch noch Schnell Gänge mit über 32 km/h. (G30S) und mit Alrad gab es die größeren auch schon G60AS oder so. Die Güldner waren damals schon ihrer Zeit vorraus. Wollte damals nur keiner so schnell fahren.
    Musst bei schwereren Arbeiten nur bissel auf die Temperatuanzeige achten, die neigen bei verstopften Lüftern zum überhitzen.
     
    Vielleicht kannst die saat bissel mit der Wiesenschleppe mit Erde bedecken oder mit einer Walze andrücken,
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Genaugenommen 8 Gänge. Anfangs dachte ich 2 Schaltgruppen und 3 Gänge sind aber 4. Läuft dann ca 20km/h. Die Motortemperatur blieb auch beim Pflügen sehr angenehm. Anfangs hat ers nicht geschaft weil der alte 2Scharen - Handwendepflug zu viel war. Hab dann ne 3/4 Stunde gebraucht um die Scharen weiter auseinander zubringen-hatte woll die letzten 20
    Jahre keiner mehr gemacht. Mit einer Schare im Einsatz hatte der Güldner keine Probleme- manchmal hat auch die zweite Scharenoch nen schmalen Streifen geschnitten.
    Wiesenschleppe? Glaub auser den genannten Geräten hab ich keine in Schwiegervaters Scheune gesehen-doch nen Grubber noch.
    Wie mir Großmutter gerade mitteilte, glaubt sie sich daran zu erinnern, daß sie die Egge schon umgekehrt zum Einsäen benutzt hätten(also Zinken nach oben).