Umtragen von Winterfutter

  • Hallo allerseits,
     
    im Nachbarthread wurde das Problem des Umtragens von Winterfutter angesprochen. Die Meinungen gehen diesbezüglich auseinander.
     
    Unter welchen Umständen tragen Bienen Winterfutter in die Honigräume und wie kann solches verhindert werden?
    Logisch betrachtet, würde die ganze Aktion keinen Sinn machen. Das Winterfutter wurde im Herbst schon entwässert und verdeckelt. Warum sollten die Bienen diese Waben öffnen und den Sirup in die Honigräume schleppen?
    Die einzige Erklärung wäre die plötzliche Nachfrage von Bruträumen, wie sie im Frühjahr jetzt Sinn macht.
     
    Ab wann holt ihr das Winterfutter raus? Wie unterscheidet man dieses von frisch verdeckelten Honigeinlagerungen? Zumal auch da folgerichtig Vermengungen möglich wären.
     
    Danke und Gruß ins Forum.

  • Unter welchen Umständen tragen Bienen Winterfutter in die Honigräume

    Es muß ein Honigraum drauf sein.

    Zitat

    und wie kann solches verhindert werden?

    Man macht keinen drauf.

    Zitat


    Logisch betrachtet, würde die ganze Aktion keinen Sinn machen. Das Winterfutter wurde im Herbst schon entwässert und verdeckelt.

    Es ist um die Brut herum großflächig entdeckelt.

    Zitat

    Warum sollten die Bienen diese Waben öffnen und den Sirup in die Honigräume schleppen?

    Platz?

    Zitat

    Die einzige Erklärung wäre die plötzliche Nachfrage von Bruträumen, wie sie im Frühjahr jetzt Sinn macht.

    Oder es gibt noch 5 andere Erklärungen, die wir nur nicht kennen. ... Schließlich ist nach unten in aller Regel sehr viel Platz da.

    Zitat

    Ab wann holt ihr das Winterfutter raus?

    Direkt vor der sicher erreichbaren Kirschblüte.

    Zitat

    Wie unterscheidet man dieses von frisch verdeckelten Honigeinlagerungen?

    Ich unterscheide das nicht - muß ich auch nicht - Futter auf Brutwaben bleibt ohnehin unten - Brut hängt man ja nicht mehr hoch. Reine Futterwaben werden bist auf die Randwaben entnommen. Sollte da tatsächlich schon fertiger Honig drin sein - wo soll der herkommen? Schneeglöckchenhonig?

    Zitat

    Zumal auch da folgerichtig Vermengungen möglich wären.

    Wenn man dem Brutnest etwas Luft macht regulieren die Bienen mit dem Futterkranz all das was in der Brutnestnähe gebraucht wird. Macht man also unten (meint unter dem HR / Absperrgitter) Luft, dann holen die Bienen erstmal Nektar in die Brutnestnähe und den holen sie in aller Regel von außen. Wächst das Brutnest dahinein, dann wird dort der Nektar verbraucht. Weiterer Nektar der von außen rein kommt wird durch das Brutnest durch nach oben gelagert. Futter ist in diesem Bereich nicht mehr. Erst in der Kirschblüte, also nach dem Blühbeginn setze ich die HR auf. Dabei einnehme ich manchmal nochmal FW.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Leute,


    fragt mal die ganz ganz Alten.
    Bis Ende der 60er Jahre gab es für Imker steuerbegünstigt rot eingefärbten Zucker .
    Nur zum Einfüttern.
    Da hat so manch einer mit der ersten Schleuderung wunderschönen zartrosafarbenen "Honig" geschleudert ...:daumen:


    PS:
    Zum Schnapsbrennen war der Zucker auch super.
    Durch die Destillation ging der Farbstoff nämlich raus.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Henry,
     
    danke soweit für deine Ausführungen.
     
    Im Celler Rotationsverfahren werden in die Honigraumzarge abwechselnd leere Brutwaben und Mittelwände eingehängt. Laut verlinktem Lehrfilm soll dies ein Umtragen von Winterfutter verhindern.
     
    Warum das so sein soll, ist mir aber immer noch nicht klar.
     
    http://www.iwf.de/iwf/do/mkat/details.aspx?GUID=444C4755494400B9D8364493893800DBCC299C0301030061F44C867C00000000&Action=Schnell&SearchStr=Kunstschwarm&Offset=20

  • [quote='hans2','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=147202#post147202']Hallo Henry,
     
    danke soweit für deine Ausführungen.
     
    Im Celler Rotationsverfahren werden in die Honigraumzarge abwechselnd leere Brutwaben und Mittelwände eingehängt. Laut verlinktem Lehrfilm soll dies ein Umtragen von Winterfutter verhindern.
     
    Warum das so sein soll, ist mir aber immer noch nicht klar.
     
    http://www.iwf.de/iwf/do/mkat/details.aspx?GUID=444C4755494400B9D8364493893800DBCC299C0301030061F44C867C00000000&Action=Schnell&SearchStr=Kunstschwarm&Offset=20[/quote]



    Hallo,
     
    nur 2:56 Minuten dauert dieser relevante Ausschnitt des Films.


    Wenn ich noch ergänzend den Dr. J. Bretschko hier zitieren darf:


    "Der Mindestfuttervorrat zur Frühjahrrevision muß 5 kg betragen - ist er höher, so ist das kein Schaden. Die verdeckelten Futterwaben soll man möglichst in die Bodenzarge bringen, dann sind sie für die Notzeiten immer greifbar. Sie werden nicht umgetragen."
     
    MfG

  • Hallo jjsxsjj,
    leider weiß ich für diese Buchstabenkombination keinen Namen:-(,
    Ausgebaute Waben und Mitelwände abwechselnd im Honigraum ergeben bei stark einsetzender Tracht schöne Dickwaben.
    Willst Du diese?
    So früh wird dies aber noch nicht auftreten, aber der gleiche Rat zum späteren Zeitpunkt führt zu diesem Ergebnis.
    Ich bevorzuge blockweise Anordnung:
    einen Wabenkern von vier bis sechs ausgebauten Waben,
    links und rechts davon Mittelwände.
    Wenn dabei eine stärkere Tracht einsetzt, betrifft das Ausziehen der Waben zu Dichwaben nur die äußeren Waben.
    Wenn man dies erkennt, kann man durch Umhängen entgegensteuern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Thema "Herausnehmen der Futterwaben". Klingt gut, in der Praxis jedoch großes Problem! Es gibt nämlich - z.B. bei meinem erweiterten Ableger - keine Futterwaben mehr, wohl aber Futter (Zuckerhonig). Wie kommt das? Weil bei Einsatz der Entwicklungstracht Futterreste in den ehemaligen Futterwaben hängen, sagen wir 20 %. Der Rest dieser Flächen wird sukkzessive mit Nektar vollgeladen. Wir haben also eine Mischsituation. Soll ich jetzt die Futter-Nektar-Waben herausnehmen und den Bienen ihre wertvolle Arbeit stehlen? Mach' ich nich'!! - Soll ich anfangen, Futter zu schneiden oder soll ich hoffen, daß das Futter bleibt, wo es ist? - Spätestens wenn sie den Platz unten brauchen, werden sie umtragen (weil fressen tun sie das Zeugs wahrscheinlich nicht!).

  • Hallo Michael,


    meines Erachtens kam der gefärbte Honig früher vom Umhängen der Waben. Der Farbstoff war ja wasserlöslich und konnte somit auch in die Nymphenhäutchen diffundieren und wieder zurück, oder?

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Thema "Herausnehmen der Futterwaben". Klingt gut, in der Praxis jedoch großes Problem!

    Nö.

    Zitat


    Es gibt nämlich - z.B. bei meinem erweiterten Ableger - keine Futterwaben mehr, wohl aber Futter (Zuckerhonig).

    Waben mit Futter und Nektar sind ein Zeichen dafür, daß zu spät reagiert wurde. Die Maßnahme soll vor massivem Nektareintrag erfolgen. Dennoch kann und soll man überzählige Waben, die Futter und Nektar einthalten entnehmen. Bei zeizargern können diese Waben unten innerhalb weniger Tage auch wieder nektarfrei getragen und dann fast trocken aber futtervoll eintnommen werden.

    Zitat

    Soll ich jetzt die Futter-Nektar-Waben herausnehmen und den Bienen ihre wertvolle Arbeit stehlen?

    Ja, denn diese engen das Brutnest ein und drücken Deine Völker in den Schwarm.

    Zitat

    Mach' ich nich'!!

    Dann mach Dich auf was gefaßt.

    Zitat

    Spätestens wenn sie den Platz unten brauchen, werden sie umtragen.

    Also ich - als Biene - würde das lassen wo's ist für die Bienen die nach dem Schwarm zurückbleiben. Ich würde feststellen, daß ordentlich viel Nektar das ganze verfügbare Brutnest zukleistert und als Königin würde ich da erstmal keinen Platz zum Legen finden, außer in diese komischen Näpfchen da, am Wabenrand. Und dann würde ich die Chance nutzen und davonsegeln, sobalb eines davon verdeckelt ist ... Danke lieber Imker, daß das Futter drinne blieb. :p

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Waben mit Futter und Nektar sind ein Zeichen dafür, daß zu spät reagiert wurde. Die Maßnahme soll vor massivem Nektareintrag erfolgen.


    Lächerlich! Das kriegst du nie sauber hin. Bei dem wechselwarmen Wetter, das wir diesen Winter hatten, sind viele Völker schon sehr individuenstark, während der Imker noch bibbert, ob ihm die Bienen erfrieren. "zu früh", "zu spät" sind keine wirklich guten Ratschläge in unserer Zeit!


    Zitat

    Bei zeizargern können diese Waben unten innerhalb weniger Tage auch wieder nektarfrei getragen und dann fast trocken aber futtervoll eintnommen werden.


    Versteh' ich nicht!


    Zitat

    Ja, denn diese engen das Brutnest ein und drücken Deine Völker in den Schwarm.


    Ich gehe immer noch davon aus, daß die Bienen wissen was sie tun. Zur Zeit wollen sie jedenfalls wachsen. Und wenn sie es nicht schaffen sollten, sich Platz zum Brüten zu machen, dann brauchen wir andere Bienen!

  • Lächerlich! Das kriegst du nie sauber hin.

    Ich schon, weil ich sehe, wann die Mirabelle blüht und die Kirsche anfängt weiß zu werden. Andere übrigens auch.


    Nektar auf Brutwaben bleibt ohnehin drinnen.


    Wenn angetragene Futterwaben für paar Tage in die untere Zarge gegeben werden tragen die Bienen den ungedeckelten Nektar aus. Kannst Du das verstehen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich seh' schon, gegen deine Schläue ist schlecht ankommen! :wink:


    1. Bei mir blühen weder Kirsche noch Mirabelle, trotzdem sind die "Futterwaben" halbvoll Nektar. Klingel was? - Mit Lehrbuchweisheit ist nicht jedem geholfen.


    2. Ok, ich versteh's jetzt. - Ich hab' aber nur eine Zarge! :-D


    Trotzdem danke für's Bemühen!

  • Ich schon, weil ich sehe, wann die Mirabelle blüht und die Kirsche anfängt weiß zu werden. Andere übrigens auch.


    Aber was mache ich denn wenn wie hier die Mirabelle geblüht hat bevor die Kälte kam und von Kirsch- oder Birnen- oder Schlehenblüte noch nicht annähernd was zu sehen ist. Gerade diese wetterwendischen Kapriolen sind doch der Tod der starken Völker, wenn das Winterfutter zu früh herausgeholt wurde.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!