Apides habeo

  • Seit Sonntag hab' ich nun auch meine Bienen! War auch ein schöner Tag zum beobachten und habe schon wundersame Dinge gesehen. Z.B. die Bienen gehen sich an die Hosen! Schon außerhalb der Beuten werden einzelne Pollensammlerinnen abgefangen und von einer Gruppe anderer abgeleckt. Die scheinen richtig wild auf frischen Weidenpollen zu sein!


    Als erste Nektarquelle habe ich in der Auenlandschaft am Standplatz die Rote Pestwurz entdeckt. Die wächst dort zahlreich und die Bienen scheint's zu freuen. - Was ich mir noch nicht erklären kann: am noch zahlreicheren Huflattich geht keine Imme ran!

  • Ich hab da ein Problemchen! - Es wird zur Zeit öfter mal gewarnt, man soll den Futtervorrat prüfen, weil es ziemlich kalt ist. Die Frage ist nur, wie? "Hinten anlüpfen" bringt mir nix, weil ich keine Vergleichsmöglichkeit habe. Also Waben anschauen. Der freudige Teil der Sache: meinen Bienen geht es zur Zeit recht gut, die 2 Kisten sind rappelvoll. Habe vor paar Tagen eine Erweiterung beim Ableger durchgeführt und dabei alle Waben umgesetzt und angeschaut. Weil es relativ kühl war, waren alle Bienen zuhause und hingen zweilagig an den Wabenseiten fest. Ich konnte von den Waben selbst kaum etwas sehen, eine Übersicht der Futterlage war damit nicht möglich! - Es bliebe mir also nur, die Bienen von den Waben abzustoßen, was ich aber aus Respekt vor der Kälte (und den Bienen) auch unterlassen habe. Also wie kontrolliert man in dieser Situation die Futtervorräte?

  • Hallo, wabenhansel,
    du brauchst sie nicht brutal abzustoßen, es reicht, wenn du gaaaanz leicht mit der Fingerspitze drauftupfst, dann gehen sie an der Stelle sofort zur Seite, und du hast freien Blick auf den Wabengrund.
    Allerdings solltest du das zur Beurteilung der Futtersituation nicht brauchen, das Gewicht in deiner Hand sollte dir schon alles sagen, bevor die Wabe auch nur zu einem Viertel gezogen ist.
    Nimm zum Vergleich zwei Kilotüten Zucker mit zum Stand, in einem Netz, dann erst das Netz lupfen und dann die Wabe, das sollte genau genug sein.
    (nein, das ist KEIN Aprilscherz, bei einem direkten Vergleich dieser Art kommt eine 100g Genauigkeit raus).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ...wenn du gaaaanz leicht mit der Fingerspitze drauftupfst, dann gehen sie an der Stelle sofort zur Seite...



    Ich puste sie immer leicht an, geht auch.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ok, vielen Dank für die sicher nützlichen Tips! - Ein Rest Unsicherheit bleibt allerdings. Vom Gewicht alleine kann ich nicht immer auf Futterwaben schließen, ich müßte also vorher wissen, wo das Futter war. - Klar, eine 3 kg Wabe ist eine Futterwabe. Aber was ist z.B. mit 1 kg? Auch Brut hat ein Gewicht und Pollen vermutlich auch.



    Na, ich muß mal sehn, wie ich damit noch klar komme. Ich hoffe die Mädels können sich heute wieder über Pestwurz und Weiden hermachen. Gott sei dank haben wir hier in der Bergregion größere Zeitfenster für die verschiedenen Trachtpflanzen als anderswo. Das ist ein Vorteil. - Solange sie nicht an den Huflattich gehen, heißt das für mich, daß sie genug anderes Zeug finden. Ist vielleicht eine nützliche Indikatorpflanze. :)

  • Hallo Leute!


    Ich habe einen Ableger, der inzwischen auf 7 Gassen residiert und etwa 10.000 - 15.000 Bienen haben dürfte. (Könnte aber sein, daß er wegen Brutloch und Trachtflug noch kurzfristig etwas abschmilzt.) Ein Imker sagte mir, er vereinigt schwache Völker oder Ableger im Frühjahr gerne mit einem anderen Ableger, sodaß sich daraus ein wirtschaftskräftiges Volk ergibt, und das würde leicht gehen.


    Meine Frage: bringt das wirklich etwas Dauerhaftes oder ist das eine Verstärkung auf 3 - 4 Wochen Frist?


    a) Man kann hier noch unterscheiden zw. Zusetzen von nur Bienen und Zusetzen von Bienen + Brutwaben.


    b) Meine Sorge: verwirrt eine solche Maßnahme die Königin und wird der Bien evtl. einfach die Verstärkung wieder "zurückschrauben", weil sie ihm nicht ins Konzept paßt?


    Danke für Hinweise!

  • Hallo Wabenhansel,
    sieh zu, das Du diesen Ableger auf volle Wabenzahl in einer Zarge bekommst,
    falls Du das noch nicht gemacht hast;
    und dann schnellstens eine zweite Zarge, je nachdem was Du hast mit Leerwaben und/oder Mittelwänden erweitern.
    Vergess (vorläufig) mal das Vereinigen von Völkern.
    Verstärkungs- und Vereinigungsbetriebsweisen, damit befasse Dich mal, wenn Du wirklich schwache Völker mit starken vereinigen muss.
    Sammle erst mal Erfahrungen, dann kannst Du Dich genauer mit Spezialbetriebsweisen befassen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Klingt vernünftig! - Was mich nur frappiert hat (und verführerisch klingt) war die Aussage, daß das eben ganz einfach zu machen sei, mit ein paar Waben dazustecken. Sowas könnte auch ein Anfänger. - Ich laß es aber sein, weil mich die natürliche Entwicklung meines Lieblingsablegers auch sehr interessiert.

  • Gestern eine Generaldurchsicht meiner Völker gemacht. Interessant: beide, Ableger und 11-er Dadant, haben in etwa dasselbe Verhältnis von Brut zu Bienen. Obwohl der Ableger (angeblich) zunächst wenig Brut hatte, hat er sich in den letzten 3 Wochen auf Gleichstand (Brutverhältnis) mit dem Dadantvolk berappelt. Alle Achtung! Ich sehe die Ablegerbienen auch emsiger fliegen als die anderen. Die sehen richtig begeistert aus am Flugloch! Ein schöner Anblick.


    Die Pestwurz ist durch, dafür kommen jetzt die ersten Kirschen heraus und ich sehe schon orange und braune Höschen. Leider hält das Wetter wieder nicht mit!


    Offene Fragen:


    Das Brutnest des Dadant-Volks wird begrenzt durch A) Nektar-Pollen Mischwabe (auch 100 Drohnennester drauf) und B) 2 Futter-Pollen Mischwaben, 50% belegt. Weiter hinter noch schwächer belegte Waben, die auch Kandidaten für's Herausnehmen wären. Nur einmal angenommen, ich würde den Wunsch haben, neben dem Brutnest auf der B-Seite eine Leerwabe einzufügen (um Platz für Brut zu schaffen) und die beiden Mischwaben um eine Nummer verschieben. Rein theoretisch. - Nun habe ich keine Leerwabe, sondern nur eine MW. Die müßte ausgebaut werden. Selbst wenn genug Tracht da ist, könnte das die Bienen in der Brutbetreuung bzw. -entwicklung stören (und dauert einige Zeit). Wenn man nicht mal ne MW hat, sondern nur einen AS, ist das ganze nur schlimmer. Es hängt dann ein richtiges Loch neben der Brut. - Kann man irgend eine dieser Maßnahmen überhaupt empfehlen?


    Zweitens habe ich leider bei zwei der Brutwaben die Bienen abgestoßen, bevor ich darüber nachdachte, daß das der Brut schaden kann. Andererseits habe ich dann im Lampeitl ein Foto entdeckt, in dem eindeutig eine große Brutwabe mit der Faust abgestoßen wird. Was ist davon zu halten und hab ich da was Schlimmes angerichtet? (Ich hab nicht absolut fest zugeschlagen :wink:)


    Drittens, beim Abstoßen - vermutlich auch beim Abfedern - fallen immer einige Bienen neben die Kiste. Nach Beendigung der Arbeiten konnte ich aber keine mehr entdecken. Können Ammenbienen auch fliegen? Oder kehren die sonstwie zurück (Huckepack auf anderen Bienen?).

  • Hallo Wabenhansel,
    die Bienen erweitern ihr Brutnest schon von allein.
    Die machen sich weniger Sorgen um Mischwaben als Du.
    Wenn denen da was nicht passt, ändern sie das schon nach ihren Bedürfnissen.
    "Lass das mal die Immen machen"
    ist nicht umsonst eine alte Imkerweisheit.
    Waben bitte immer über das geöffnete Volk halten, immer senkrecht.
    Sonst hast Du statt einiger flugunfähiger Jungbienen irgendwann einmal die Königin im Staub liegen.
    Waben mit "Faustschlag" von Bienen befreien ist eine Frage der Technik:
    Der Schlag geht auf die haltende Hand, die Wucht bemisst sich somit von selbst.
    Ziel ist ja nicht, das Du schreiend vor Schmerz die Wabe wegwierfst..
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen!


    Vor einer Woche hatte ich mir noch einen weiteren Ableger besorgt, für günstigen Preis weil er schlecht entwickelt war. Das waren 5 Zanderwaben. Ich habe diese in eine Dadant-Kiste gehängt und mit 5 AS-Rähmchen im DD-Format aufgefüllt. Experiment: letztere 32 WA.


    Es honigt jetzt doch mehr als ich dachte, jedenfalls hat sich die Brut in nur 5 Tagen etwa verdoppelt und der Rest der Altwaben ist ziemlich mit Nektar/Honig gefüllt. Am dicken Rand zur Beutenwand (den ich nicht verhindern konnte) haben sie etwas Wabenanbau gemacht und endlich-endlich (!!) jetzt auch angefangen, einen AS auszubauen. Siehe dort -> (was mir auffällt, die Farbe ist schon ziemlich gelb von Anfang an, ob das wohl am Löwenzahnnektar liegt?)




    Jetzt etwas Anderes:
    Folgende Fotos sind von einer Brutwabe aus diesem Volk. Besonderheit: Freiwerdende Brutzellen werden offensichtlich mit Honig belegt. Einige Zeitgenossen würden dies als Schwarmsignal werten, ist es aber wohl nicht! (Mit 10.000 Indies sind sie einfach nichr reif dafür.) Es ist vermutlich einfach Platzmangel (zu spät erweitert! :wink:). Sie versuchen, den Saublumen-Hype zu nutzen und stopfen (fast) alle erreichbaren Zellen voll. Auf einer Brutwabe ist ein Areal freigehalten, da wird die Alte wohl demnächst legen.


    Jetzt bin ich gespannt, wie schnell sie die Rähmchen ausbauen und mit welchen Zellen. Der erste Ansatz ist mit astreinen 5,5 mm Zellen ausgeführt. Und auch gespannt, wie sich anschließend das Brutnest entwickelt (honigmäßig).


    Kommentare stets willkommen.



  • Hallo Wabenhansel,
     


     
     
    bitte bringe Deine wunderbaren Bilder in Zukunft auf eine max. Breite von 800 Pixel.
     
    Etwa so:
     

  • Bei meinen Waldbienen ist zur Zeit der "Teufel los"! Der LöZa honigt jetzt richtig und die fliegen in so dichten Pulks Material ein, daß man sich fragt, wo sie das hintun. :daumen: Jetzt heißt es mithalten mit Zargenaufsetzen. :lol:


    Ein paar Bilder zur Begutachtung:



    Folgendes haben sie im Drohnenrahmen gebaut. Keine Ahnung ob das Drohnenzellen werden oder normale. Wenn es Drohnenzellen sind, sollte man die jetzt schon schneiden, oder erste wenn tatsächlich Brut drinne is?



    Mit folgenden beiden habe ich Interpretationsprobleme. Seht ihr da irgendwo Weiselzelln? Die Ballönchen am Wabenrand sehen aus wie Drohnenzellen, aber was ist mit den Näpfchen?



  • Hallo Wabenhansel,
    wenn schon Drohnen schneiden, dann erst nach der Verdeckelung. Dann siehst Du auch ob es wirklich Drohnen sind.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk