Nosema/Ruhr: Restvolk mit Königin rettbar?

  • Liebe Imkers,
    beim heutigen schönen Wetter mal in die Bienen geschaut: Machen sich alle prächtig, ein Volk explodiert geradezu und besetzt schon fast alle Rähmchen. Aber Nr. 5 macht mir Sorgen - deutliche Spuren von Nosema/Ruhr (bekotete Waben) und ein trauriges Brutnest mit Königin (vom letzten Jahr) und einer kleinen Bienenschwar. Kurzum zu schwach als daß man sie übers Jahr päppeln sollte und wegen der deutlichen Kotspuren will ich das Volk auch nirgendwo aufsetzen.
    Habe aber wegen der möglichen Räuberei die Sorge daß sich das Nosem/Ruhr-Thema weiter ausbreitet - daher will ich das nun eigentlich schnell abräumen. Also einfach nur abschwefeln? Oder gibt es eine andere Alternative? Tut mir ja schon wegen der Königin leid...


    Seufz, dann erhöht sich mein Verlust ja schon auf 33%...dann liege ich ja im Normbereich wie es die Labis für die deutsche Imkerei vorhersagen...


    Gruezi
    Melanie

  • Hallo,
    ja sowas ist immer traurig. Am besten schnell weg mit dem Volk. Abschwefeln ist gut. Wenn du das Wabenmaterial komplett vernichten willst, kannst du die mit Bienen besetzten Rämchen auch einfach ins Feuer werfen - funktioniert eigentlich gut und du sparst dir das vorherige Töten der Bienen.
    Gruß
    Daniell

  • Ich hatte vor Wochen auch so einen Kandidaten, wollte ihm aber noch eine Chance geben.


    Also in eine kleinere Beute umgehängt, vom Stand separiert, und im dritten Stock auf der Terrasse einquartiert. Und während ich dies hier schreibe, fliegen die Mädels vorm Bürofenster und sammeln reichlich Pollen aus den Vorgärten der Nachbarschaft.


    Aber es ist ganz klar natürlich abhängig von den eigenen Rahmenbedingungen. Wenn man so etwas nicht machen kann, ohne andere Völker zu gefährden, sieht die Sache natürlich schon anders aus.


    Viele Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo Zusammen,
    auch wenn ich hier langsam dem Eindruck hinterlasse, ich hätte da Aktien im Schwefelabbau,
    mein Rat ist immer noch der, alles was gesundheitlich nicht auf der Höhe ist, abschwefeln.
    Letztendlich verteilen sich die kranken Bienen durch Verflug auf die anderen Völker und verbreiten damit die Krankheit.
    Dann hat man statt eines kranken Volkes den ganzen Stand krank.
    Ein Volk opfern zu müssen ist das kleinere Übel.
    Waben unbedingt einschmelzen und Kasten grünglich reinigen.
    Immer im Hinterkopf behalten:
    Aus den restlichen Völkern lassen sichdiese Verluste wieder ausgleichen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
    das gesunde starke Nachbarvölker von einem mit Nosema befallenem Volk angesteckt wurden habe ich noch nicht gehört.
    Aber wohl von Völkern,die sich bei besserem Wetter und guter Tracht schnell erholen.
    Da kann man mal wieder sehen, wie unterschiedlich die Meinungen sind.
    Ich würde das Volk also nicht töten,sondern nur weiter beobachten
    Gruß
    Helmut.

  • Hallo Melanie,
     
    hier schließe ich mich absolut Marcus und Helmut an. Mit Hund oder Katze fährt man zum Tierarzt, bei den Bienen nimmt man den Schwefelfaden?
    Bis auf die Wabe(n) mit Brut würde ich dem Volk die verkoteten Waben entnehmen und durch angewärmte Waben ersetzten, die natürlich Futter enthalten müssen. Kannst Du das Volk dann noch separieren, ist ein Bienetransfer leicht möglich, und es wird sicher durchkommen.
    Bei Magazinen sind vielleicht schon viele Bienen unterm Deckel und könnten, Stärke vorausgesetzt, zum Verstärken entnommen werden.
     
    Herzliche Grüße, Torsten

  • Hallo Melanie,
     
    noch ein kurzer Nachtrag. Falls Du, wie ich hoffe, Dich gegen eine "Vernichtungsaktion" nach Daniell (grad erst gelesen: Lebende Bienen ins Feuer! Schwefelfaden! Teufel, wo sind wir eigentlich hingekommen??:evil:) entscheidest, brauchst Du auch verkotete Waben nicht unbedingt zu verbrennen. Die Rämchen grob abgekratzt, mehrfach die Waben mit Haushaltsessig(Kein Konzentrat!) eingesprüht und bei wärmeren Temperaturen Konzentratdämpfen ausgesetzt, kannst Du Futterwaben und gute Leerwaben durchaus für die Ableger verwenden. Ansonsten kann ich nur auf meine Artikel in "Nosema Cerana" verweisen. Davon werde ich selbst, die Anwendung betreffend, nicht mehr abweichen! Nehme ich mir jedenfalls vor!!!
     
    Mal an Daniell ein Tipp! Schau Dir mal "Tierzeit" und/oder "Wildes Wohnzimmer" an!!! Fernsehen soll manchmal auch bilden! Betreffs der Tierliebe!:daumen:
     
     
    Herzliche Grüße, Torsten


  •  
     
    ich habs an anderer Stelle schon geschrieben, dass eines meiner Völker das ganze Anflugbrett verschissen hat und im Stock sah´s bestimmt genauso aus... jetzt ist es das stärkste am Stand.
     
    Liebig meinte einmal, dass nur der Imker Nosematose hat, der zu früh in die Völker schaut.
    Durch den Abgang der Winterbienen und dem daraus folgenden starken Umsatz der Bienen im Frühjahr läuft diese Krankheit meistens aus und der Imker der die Bienen lange in Ruhe lässt merkt davon so gut wie nichts, da sich die betroffenen Völker meist rasch erholen.
     
    vom Abschwefeln oder gar Verbrennen halte ich genauso wenig wie von den sogenannten "Imkern" die dies praktizieren!

  • Hallo !
     
    Ich würde auch nicht abschwefeln.
    Das Volk separieren und für Flüssigkeit sorgen, und ggf. einige Waben ersetzen, das hilft den Putzbienen sich nicht wieder zu sehr anzustecken -sollte bei nicht zu starkem Befall helfen.
     
    Da Nosema nach Aussagen des Institut teils auch auf eine entsprechende erbliche Vorbelastung (Königin) zurückzuführen ist, ist ggf. eine Umweiselung im Laufe des Jahres angebracht.
     
    Hier das Arbeitsblatt des Instituts zu Nosema.
     
    Die Darmkontrolle erlernt man im Institut wärend des Grundlehrgangs.
     
    Ansonsten halte ich es wie Isselbeine.
     
    Gruß
    Bienen.Knecht
    A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo nochmal!
     

    Zitat

    Die Darmkontrolle erlernt man im Institut wärend des Grundlehrgangs.


     
    Der noch lebenden Biene wird mit einer Hand(zw. Daumen und Zeigefinger; Tischler nehmen einen anderen!:lol:) Kopf und Brustschild zerdrückt, und gleichzeitig das letzte Hinterleibssegment mit Giftblase und Darm herausgezogen.
     
    Herzliche Grüße, Torsten

  • Schönen "Zwischenfeiertag" allerseits!!!


    Eines meiner Völker fiel mir seit längerem durch verstärkte Aktivität auf.
    Die Bienen flogen, wenn die der anderen Völker Ruhe hielten. Sie bildeten keine feste Wintertraube sondern waren in der ganzen Kiste unterwegs.


    Auf der Windel fand ich dann schließlich Mäusekot.
    Seid ich nun endlich den Fluglochkeil drin hab, ist kein Kot mehr da, aber die Unruhe noch immer.


    Desweiteren lagen Puppenteile auf dem Flugbrett. Die Königin sollte also da sein.


    Andererseits stellte ich auskristallisiertes Futter fest (dieses Volk hatte im Spätsommer noch mal extrem an Gewicht zugelegt und wurde somit nur wenig eingefüttert).


    Heute nun fand ich die Beutenfront voll mit Kotspritzern und auf der Windel sehr dünnflüssigen Kot.


    Ich nehme an, es handelt sich um eine Ruhr-Erkrankung.


    Nun wird empfohlen dünnflüssig Zuckerlösung zu füttern um die Bienen zu einem Reinigungsflug zu bewegen.
    Die Temperatur ist aber mit 2°C deutlich unter Flugwetter.


    Sollte ich trotzdem füttern oder fördere ich dadurch nur das Abkoten im Stock?
    Was könnte, sollte ich alternativ tun?
    Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Ruhr im Winter gemacht?


    MfG André