Frühjahrsnachschau - Was gibts da zu tun?

  • Hallo,
     
    da ich meine Völker offensichtlich über den Winter gebracht habe, wäre eine Frühjahrsnachschau angebracht.
    Doch was soll ich dabei alles tun? soll ich jetzt schon Futterwaben entfernen?
    Oder Böden austauschen?
    Danke
    mfg

  • Hallo Frühaufsteher,


    1. der Wnter ist noch nicht vorbei, lasse die Futterwaben im Volke! Mit welchen Beuten arbeitest du, dass ein Entfernen der Futterwaben nötig wäre?


    2. Böden kannst du tauschen, wenn sie recht vermüllt sind


    3. Evtl. kann schon eine Gabe von Mittelwänden gut sein, bei mir bauen die Völker an den wäremeren Standorten schon recht gut.


    4. Schwächlinge könntest du jetzt noch auf eine starke Völker über Absperrgitter aufsetzen, zum Aufpäppeln und in drei Wochen wieder weg an anderen Stand.

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  • DAnke erstmal,
     
    ich hab in 2 BW Flachzargen überwintert und beim Vorsichtigen reinschaun hab ich gesehne das doch noch einiges an Futter da ist.
    Wann soll ich dann die Futterwaben entgültig rausgeben, es wird ja auch schon fleißig Pollen eingetragen?
    mfg

  • Ich mache das nie, deshalb meine dumme Frage. Denke bitte an den stetigen Mindestfuttervorrat von 5-8kg der IMMER im Volk sein soll.


     
    Hallo Reiner,
    mich würde interessieren wie du es vermeiden kannst, das dein winterfutter nicht mit in den Honigraum getragen wird.
    Mir stellt sich die Frage, weil meine Völker auch noch so 8-10kg Winterfutter drin haben.
     
    Mit meiner Durchschau wollte ich eigentlich am Wochenende beginnen, der starke Wind bei mir am Stand verhinderte jedoch diese erste Durchsicht.
    Bis wann sollte ich denn entgültig alle Völker durchgesehen haben?
    Zarge mit MW´s habe ich teilweise, der volksgröße entsprechend schonmal aufgesetzt.
     
    Grüße aus der Lausitz
    Fabi

    WO KÄMEN WIR DENN HIN, WENN JEDER SAGEN WÜRDE, WO KÄMEN WIR HIN, UND NIEMAND GINGE, UM ZU SCHAUEN, WOHIN MAN KÄME, WENN MAN GINGE?!!

  • Hallo Fabi,


    Winterfutter heisst so, weil es selbiges ist und auch in selbiger zeit verbraucht wird (werden sollte). Beim Beobachten deiner Völker ist dir sicher aufgefallen, dass das Brutnest immer schön mit Nektar/Honig umrahmt wird. So lange das Volk nicht trocken fällt, ist das immer Honig. Vor dem Einfüttern sollten die Völker auch nicht so trocken gefahren sein, dass sie zu 100% auf Sirup/Zucker überwintern. Ein Anteil Honig muss meines Erachtens immer dabei sein, mindestens 15%, also bei mir etwa 3kg. Winterfutter wird zwar brutnestnah eingelagert, aber auch dort wieder alsbald verbraucht. Wenn du deine Honigräume aufsetzt kommt von draussen doch richtig was rein. Das wird dann in den Honigraum durchgeschoben. Welchen Anlass sollte dann ein Volk haben Futtervorräte (!) aus der Brutnestumrahmung in den Honigraum umzutragen? Keinen. Solange du keine Brutwaben in den Honigraum umhängst ist das Entfernen von Futterwaben m.E. für die Katz. Du siehst das ja auch, wenn du mal Honigräume aufsetzt und schlechtes Wetter ist und nix hereinkommt. Da wird nix umgetragen nur weil die Mädels sonst Langeweile haben.


    Servus
    Reiner


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  • Hallo zusammen,


    verstehe ich das richtig ? Das Herausnehmen von (WInter)-Futterwaben zum Zeitpunkt des Aufsetzens des Honigraumes ist nicht nötig ? Die tragen nix um ?


    Ich will meinen Kunden ja kein Zuckerwasser verkaufen !


    Meine Vollvölker haben relativ wenig Futter, deshalb habe ich am Samstag nochmal in Voraussicht auf die nächsten 10 Tage je 2,5kg APIFonda gegeben. Soll ja noch mal richtig eklig werden.


    Die Ableger des letzten Jahres haben noch Futter ohne Ende, aber das ist ja normal (weniger Bienen = weniger Futterverbrauch).


    Bei uns blüht noch nichts groß außer der Weide.


    Gruss
    Veet

  • Hallo,


    schreibt denn der Zander-Einfach-Imkern-Papst LieBig was vom Futterwaben herausnehmen? So weit ich weiss nicht. Und mit Recht. Man kann natürlich Futterwaben aus Völkern herausnehmen, die "richtig im Speck sitzen" um später Ableger damit auszustatten. Die entnommenen Waben werden dann klassisch durch MW ersetzt. Aber immer die Mindestreserve im Volk beachten.

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  • Hallo,
    es ist hier wirklich Fingerspitzengefühl angesagt. Es kommt auf den Standort an. Gestern war ich auf 1000 m Höhe, da ist noch tiefster Winter mit 50 cm Schnee. Hier ist vor dem 15. Mai nichts los. Entfernen von Futterwaben wäre tödlich. Bei Veet kommt es ganz auf den Standort an. Hat er die Bienen auf der Alb, dauert es mindestens bis zum ersten Mai bis etwas hereinkommt. An seinem Wohnort dürfte es in zehn Tagen blühen. Bei mir begann heute Nachmittag die Kirschenblüte. Wäre jetzt 10 Tage schönes Wetter, dann könnte "ein Teil" der Futterwaben entnommen werden. Imkern ist keine Geheimwissenschaft, sondern eine Sache der Erfahrung und Beobachtung der Natur. Bienen tragen auf jeden Fall Futter in den Honigraum, das habe ich im letzten Frühjahr wieder beobachtet. Nach dem Aufsetzen der Honigräume wurde dunkler Tannenhonig angetragen, weil ich aus dem Dadantbrutraum nicht schleudere. Als Anfänger hat man kein Gefühl, wie viel Futter ein brutstarkes Volk in 14 Tagen zehren kann. Die meisten Bienenherkünfte brüten in Abhängigkeit des Futtervorrates. Schau dir mal Waagstockdaten an und sehe wie viel ein starkes Volk am Tage wegputzen kann, so aus dem Kopf 300 - 400 g. "Bienenvölker verhungern im April", das ist eine alte Weisheit der Imker.
     
    Empfehlung: Erst wenn die Vollblüte einsetzt und der Wetterbericht mehrere Tage gutes Wetter vorhersagt, dann kannst du vorsichtig Futterwaben entnehmen.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ willi the bee


    Ja, du kannst damit die alten Schwarten im untersten Brutraum entfernen. Die unterste Zarge ist der sogenannte 'Fußabstreifer' des Bienenvolkes. Dafür muß du dem Volk dann einen neuen zweiten Brutraum aus Mittelwänden oder die ausgeschleuderten Honigwaben vom Vorjahr geben.


    Bei Aufsatz der vorjährigen Honigwaben brütet die Königin früher - weil diese bereits ausgebaut sind. Wie in der aktuellen Zeitschrift 'die Biene' empfohlen, kann man sich das Bewässern der Honigwaben mit dem Blumensprüher sparen, die Waben werden von der Königin trotzdem zur Eilage angenommen.


    Üblicherweise versucht man das Volk auf möglichst helle Brutwaben zu halten, u.a. auch um Krankheitserregern, die sich im Nymphenhäutchen alter Brutwaben vermehren können, zuvorzukommen...


    In einem Jahreszyklus kann eine Brutwabe bis zu sechs mal bebrütet werden, bis die Winterbienen schlüpfen, danach sind die Waben gut dunkel durchgefärbt - halte deine Waben gegen das Sonnenlicht und deine Hand dahinter, wenn der Umriß der Hand nicht mehr erkennbar ist - unbedingt aussondern!


    Dies sind eigentlich die Arbeiten der Spätsommerpflege...

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Moin


    Ich kann Kopmeier nur zustimmen: raus mit den alten Schwarten.
    Wann die Waben rauskommen hängt mit Deiner Völkerführung und Standort der Imkerei zusammen.


    Ich sach mal: Hauptsache raus und neu bauen lassen.
    Was besseres kannst Du Deinen Völkern nicht antun als frische junge Waben und den Bautrieb ausleben lassen.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo liebes Forum,


    grundsätzlich lohnt es sich, die Bienen auf neuem Wabenwerk umzulogieren... dies beugt Mehrfach-Krankheiten (ausgenommen die Varroa, diese ist grundsäztlich über die Spätsommerbehandlung zu reduzieren) vor, das Volk ist gesünder, vitaler und entwickelt sich besser. Der Bautreib wird gestärkt....


    Wer es im Herbst macht, gut...
    Wer es lieber im zeitigen (!) Frühling macht, auch gut....


    nur:


    Die verbleibenden Futtervorräte unbedingt berücksichtigen !


    Evtl. überzählige Futterwaben umhängen - wie in einem anderen Thread nachzulesen!


    Als absolutes Minimum gilt: je 1 Speck-Waben rechts und links in der Erweiterungszarge!
    Der Rest wird je nach Verfügbarkeit mit leeren, ausgebaute Honigwaben oder neuen Mittelwänden aufgefüllt!


    Andernfalls kann an dem Völkchen noch ca. 1/2 Nektapoll (nach Meinung vieler Mitglieder ist die jedoch Geldverschwendung!) oder Api-Futterteig über dem Brutnest auflegen - abhängig von der Volksstärke, dem Futtervorrat und der örtlichen Witterung...


    zum Vergleich: bei mir fängt gerade erst die Weide an zu blühen, un der Wetterdienst meldet April-typische Witterungsbedingungen! Bisher wurde bei mir nur wenig Pollen eingetragen!

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Hallo,


    schreibt denn der Zander-Einfach-Imkern-Papst LieBig was vom Futterwaben herausnehmen? So weit ich weiss nicht.


    Hi Reiner,


    ja, schreibt er. Seite 106 erster Absatz: Aufsetzen des Honigraums......"Wenn außerdem noch nicht bebrütete (Rand-)Waben mit Futter gefüllt sind, werden diese entnommen...."