Bienenwachs aufkochen, was mache ich falsch ??!?

  • hallo zusammen


    ich bin noch recht neu im umgang mit bienen.
    was ich bisher nirgens nachlesen konnte, wie ich alte (honig-) waben einschmelze.


    wenn ich die waben samt pollen und honig in einen topf mit wasser aufkoche entsteht ein Brei aus dem sich unmöglich wachs gewinnen lässt?!


    das wachs schwimmt nicht oben und der dreck sinkt nach unten, es gibt einfach einen brei....


    soll ich die waben vorher schleudern?
    den pollen bekomme ich ja unmöglich durch schleudern vorher heraus.


    oder soll ich die alten waben ohne wasser im topf aufschmelzen?
    leider steht in den büchern nicht gerade viel darüber, da ja alle ihr wachs im laden kaufen.


    oder schüttet ihr schwefelsäure dazu?


    ich möchte einfach einigermassen normales wachs herstellen und zu einfachen platten ohne Prägung giessen und wiederverwenden.


    danke


    :Biene::Biene::Biene::Biene::Biene:

    3 bastardvölker auf dadant am luganersee (CH)

  • Hallo, Andreas,
    was für Waben hast du denn da, wenn da noch Pollen UND Honig drin sind?
    In alten Brutwaben sind schon noch Pollen, aber nicht in solchen Mengen.
    Und man kocht die auch nicht mit Wasser auf, sondern besorgt sich einen Dampfentsafter (kein Alu, sondern Edelstahl oder emailliert!).
    Sehr dunkle Waben schmeißt man zweckmäßigerweise einen Tag vor dem Schmelzen (in einer Plastiktüte plattgetreten) in Wasser, legt Steine drauf und läßt die Nymphenhäutchen sich vollsaugen. Das erhöht die Wachsausbeute.
    Die Waben in den Dampfkorb, genug Wasser im unteren Kessel, und heizen.
    Nach etwa 10-20 min kannst du oben nachlegen und unten Wachs-Wasser-Gemisch in einen handelsüblichen Plastikeimer ablassen.
    Das machst du, bis alles ausgeschmolzen ist.
    Dann läßt du deinen Eimerinhalt auskühlen (das dauert lange!) und kannst ihn dann einfach umdrehen: schwarzes klebriges Wasser und ein netter Wachsblock mit noch viel Dreck an der Unterseite kommen raus.


    Der zweite Schritt besteht darin, den Dreck von der Unterseite soweit wie möglich abzukratzen/schneiden, und den Rest nochmal einzuschmelzen und dann gaaaaaaanz langsam abkühlen zu lassen.
    Für Kerzen auch noch ein drittes Mal.


    Aber: was bitte willst du mit glatten Wachsplatten ohne Prägung?
    Die Bienen hätten damit gigantische Schwierigkeiten, weil absolut kein Packende.
    Als Mittelwand taugt sowas absolut nicht.
    Dann sammel dein 2x geklärtes Wachs lieber und schick es ab 30 oder 50kg zu einem MW-Hersteller, der es dir umarbeitet.
    Oder mach Kerzen draus.
    Den Bienen tust du sonst keinen Gefallen damit.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Andreas,
    es gab in den letzen Wochen und natürlich auch davor im Forum Bienenwachs rege Diskussionen und Berichte über die Wachsgewinnung aus (Alt)Waben. Bitte einfach mal das Forum durchsuchen.
    Noch eine Bitte: Schreib noch ein paar Infos in Dein öffentliches Profil.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • tatsächlich: das thema wurde auch schon mal im forum behandelt.:oops:
    Das komische ist, das in ein paar büchern immer mal wieder geschrieben wird man soll die waben einfach mit wasser aufkochen und abkühlen lassen.
    aber jetzt habe ich im forum gelesen, dass das schon 2 andere probiert haben- auch ohne erfolg.
    also mach ich nichts falsch sondern es scheint nicht zu funktionieren.


    aber soll man jetzt den (futter) honig ausschleudern bevor man den wachsschmelzer befüllt?
    in diesem futterhonig ist ja auch wasser.vielleicht gibt es dann auch wieder einen Brei?
    das problem bei mir ist eben das mir die wachsmotten im keller manche waben so angefressen haben, dass ich sie kaum mehr einsetzen kann.



    was haltet ihr denn von einem temeraturgeregletem heissföhn als wärmequelle zum schmelzen?


    Und die idee mit den glatten mittelwänden ohne prägung ist tatsächlich so schlecht?


    andreas77

    3 bastardvölker auf dadant am luganersee (CH)

  • Das Klappt nicht mit Heißluft.
     
    Den Honig kann man drinlassen wenn es nicht so viel ist.Wenn es mehr wäre und die Bienen nicht Krank waren kann man es auch Schleudern.(mit Wachsmotten löcher eher nicht:-()
     
    Die Nymphenhaut saugt sich bei Heißluft mit Wachs voll und du hast ein Prima Wachsblock:wink:.
     
    Am besten Dampfwachsschmelzer (Tapetenablöser) und eine Kunststofftrommel/faß. Die Nymphenhaut saugt sich mit Wasser voll und das Wachs läuft unten raus. Oder Kleinmenge mit Dampfentsafter.
     
    Glatte Mittelwände das wäre so wie ein weißes Blatt Papier als Bauplan, dann lieber einen glatten schmalen Anfangsstreifen Wachs als Richtschnur zum Bauen.
     
    wer Suchtet der Findet :daumen:


  • wenn ich die waben samt pollen und honig in einen topf mit wasser aufkoche entsteht ein Brei aus dem sich unmöglich wachs gewinnen lässt?!


    Hallo auch!


    Wenn du es so machen möchtest. packe deine ausgeschnittenen Waben in einen Jutesack o.ä. und koche sie auf. Dann entnehme den Sack, die Brühe läuft ab, der Brei bleibt drinnen und das Wachs schwimmt im Topf/Kessel.


    Ich würde dir aber dennoch dringend die Anschaffung eines SoWaSch empfehlen. Da steht in deinen Büchern sicher auch was drüber drin, heißt dort Sonnenwachsschmelzer. Für Kleinimker die Sparbüchse schlechthin.


    Kleine Bitte: schalt die Groß/Kleinschreibung ein, biittee ...

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Andreas,
    danke für die Info in Deinem Profil und herzlich willkommen im Forum.


    Das mit dem aufkochen von Wachs "einfach" im Wasser geht. Und ich glaube auch in jedem Buch wird dabei beschrieben, dass der "Wachsbrei" - sprich Trester - von der flüssigen Phase - Wachs, Wasser und Resthonig - getrennt werden müssen. Das kann man durch abgießen im heißen Zustand z. B. durch ein Seituch, Feinstrumpfhosen, Leinentuch etc. erreichen. Diese "Brühe" wird, dann nochmals erhitzt und langsam abgekühlt. Weitere Schritte s. u. bei Sabi(e)ne.
    Der sicher für die Zukunft bessere Weg ist die Dampfwachsschmelzermethode und da du im sonnigen Tessin wohnst ist ein Sonnenwachsschmelzer fast schon Pflicht.
    Gruß Eisvogel


    Nachtrag: Administratoren und Moderatoren sind offensichtlich Frühaufsteher. Hallo Andreas, es war zwischen R. Schwarz und mir nicht abgesprochen extra wegen Dir so früh das Bett zu verlassen.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo liebes Forum,


    der Tipp mit dem Auskochen der Waben stammt teilweise noch aus früheren Zeiten, als man noch diese riesigen Kochkessel auf offener Flamme besaß...
    Damals standen diese Dinger in den Waschküchen der Wohnhäuser und dienten u.a. zum Kochen der Wäsche.
    Was die Autoren, welche die Kochmethode empfehlen, gerne verschwiegen ist, welch großer Aufwand (und Sauerei) es ist, die verschiedene Schmelzprodukte wieder zu trennen.


    Außerdem hat nicht jeder heute noch einen so großen Topf zu Hause, zumeist wanderten die Dinger nach den Tod der Großeltern einfach auf den Sperrmüll oder zum Altmetall.


    So einfach und so zweckmäßig das Auskochen der Waben ist (die Waben sind nachher ziemlich sauber und durch die Hitze zugleich desinfiziert), so umständlich ist es in moderner Zeit.
    Wir schreiben das Jahr 2008 und in jedem guten Baumarkt gibt es die Dampferzeuger zum Tapetenablösen zu kaufen.


    Dem Sonnenwachsschmelzer ist die Methode mit einer leeren Beute und dem Dampferzeuger in mancherlei Hinsicht überlegen:


    - Die Nymphenhäutchen saugen sich mit Wasser voll und nehmen im darauf folgenden Schmelzvorgang fast kein Wachs mehr auf.


    - Aus wachsmottenbefallene Waben kann somit noch das letzte Quentchen Wachs gewonnen werden.


    - Die Rähmchen sind nachher sauber, man muß jedoch abschließend in warmem Zustand den auf den Unterträgern liegengebliebenen Trester abkratzen.


    - Es fließen hauptsächlich Wachs und Honigreste in den Eimer, wo das Wachs nach dem Abkühlen auf den flüssigen Honig- und Wasserresten schwimmt.


    - Freilich muß das Wachs für eine schöne Form und Optik nochmals in einem Topf geschmolzen und geklärt werden, dies ist aber wegen der Reinheit des mit der Dampferzeugermethode gewonnenen Wachses kein Problem.


    - Man kann mit zwei Zargen übereinander (Dampfschlauch unten eingesteckt) in knapp einer Stunde 2 x 12 = 24 DeutschNormal-Rähmchen schmelzen.


    - Die Waben vom Drohnenbrutausschneiden kommen bei mir in den SoWaSch. Ich sammele auch keine Waben übers Jahr, nur um sie dann in einem Rutsch mit dem Dampferzeuger auszuschmelzen. Die Waben schmelze ich im Herbst, wenn die Bienen vor der Auffütterung auf den Wintersitz gebracht werden. Dann entferne ich die unterste Zarge mit den dunklen Waben. Abfallwachs und Ausschußwaben fallen bei mir nur in Kleinstmengen an und wandern in den SoWaSch.


    - Freilich funktioniert diese Methode nur bis zu einer gewissenen Imkereigröße. Ab 20 Völkern lohnt sich der Aufwand mit dem Dampferzeuger nicht mehr.

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Moin, Kai,
    mein Dampfentsafter reicht mir bei meinen Völkern immer noch...:lol:
    Und geht viel schneller als mit dem Tapetendampfer.
    Ich trampel ja meine ausgeschnittenen Waben in einer Plastiktüte platt, dann geht fast der Inhalt einer ganzen Zarge auf einmal in den Beerenkorb, und wenn das Ding einmal kocht, kann man dabei stehenbleiben und nachlegen und abzapfen, und etwa alle halbe Stunde den Trester rauspulen. Das geht mächtig flott...:wink:

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    Bruce Springsteen

  • *staun* !


    man lernt nie aus !


    funktioniert das wabenzertrampeln auch, wenn noch honigreste darin sind ?
    stell mir das irgendwie als eine riesen matscherei und sauerei vor...

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


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