• Hallole,
    ich bin bisher 4x in den Raps gewandert und habe nur 2x gut geerntet.
    (1x davon sind sie allerdings in den Klee)
    Anscheinend sind einige Einflussfaktoren hier wichtig.
    Folgende habe ich selbst zusammengestellt.
     
    Wetter Da können wir nix machen
    Volksstärke Viel bringt viel
    Rapssorte welche bringt und welche nicht????
    Bodenbeschaffenheit ??
    Düngung Hab mal gelesen das Schwefeldüngung gut ist.
    Schädlingsbekämpfung Na dann mal lieber Bienen als Rapsglanzkäfer.
     
    Was habt Ihr hier für Erfahrungen gesammelt?

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo Franky,


    das mit dem Wetter ist wohl der wichtigste Punkt bei deiner Frage. Die meisten Pflanzen honigen bei schwülwarmen Wetter und um die 20°C. Deshalb müssen die Bienen :Biene::Biene::Biene:jederzeit in der Lage sein eine mögliche Tracht zu nutzen, bei uns gibt es leider nur im Durchschnitt des Jahres 20 Trachttage. Alle anderen Punkte die du erwähnt hast, könnten einen kleinen positiven Einfluß haben, aber nicht in jedem Fall.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi Franky,
    Meine ersten Kenntnisse bekam ich durch einen Imker aus McPomm.
    Die Völker wurden sehr stark im Raps und schwärmten,keine Honigernte.
    In einer anderen Gegend waren fast keine Bienen mehr in der Kiste,aber alle Magazine voll Honig.
    Die Erklärung war,das es unterschiedliche Sorten gibt,die eine hatte nur Nektar,die andere nur Pollen.
    Es gab dann eine Einigung derart:Damit die Imker wiederkamen wurden beide Sorten in Streifen ausgebracht,
    Hier bei uns in der Ecke wurde festgestellt,das nachdem überall die Entschwefelungsanlagen in Betrieb genommen wurde,dem Raps dieser Schwefel fehlte.
    Osten Wind bringt auch keinen Nektar,ebendso Kälte .Raps liebt feuchtwarmes Wetter.
    Ich habe einen Standort,4 Felderwirtschaft Raps,an dem ich noch nie Rapshonig ernten konnte,
    Vermutlich die Nektarlose Sorte.Da schwärmten sogar einzargige Ableger.
    Seit dem ich diese Zusammenhänge meine zu kennen,stelle ich dort meine Schwächlinge ab.
    Der Erfolg gab mir Recht,sie brachten ordentlich Sommerblüte.
    Gruß
    Helmut

  • Ich hab da mal 'ne Frage,
    Wie riecht Euer Raps?
    Früher roch er sehr schwer nach etwa Harzer Käse.
    Vor Jahren habe ich als Gerücht gehört, der Windbestäuber-Raps riecht nicht. Die letzten beiden Jahre war hier allerdings die Rapsblüte verregnet und vertrocknet, so dass sowieso kein Nektar kam.


    wer weiß was?
    Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.


  • Wie riecht Euer Raps?
    Früher roch er sehr schwer nach etwa Harzer Käse.
    Vor Jahren habe ich als Gerücht gehört, der Windbestäuber-Raps riecht nicht.


    Das hat nichts miteinander zu tun. Keine neue Sorte riecht. Schon lange werden 00-Sorten angebaut, mit Erucasäurefreiheit und niedrigem Gehalt an Glucosinolaten. Jemand hat gesagt, dass erst mit diesen Sorten der Rapshonig etwas taugt, vorher wäre er scharf und unausgewogen gewesen, weil die Glucosinolate auch im Nektar sind und damit auch im Honig.


    Was es gibt, sind Hybridsorten mit cytoplasmatisch-männlicher Sterilität, die bilden keine Pollen. Angebaut wurde eine Zeitlang eine Mischung aus Hybridsorte und einer Sorte, die Pollen spendet (Mischung: "Verbundhybriden"), das ist aber auch wieder out. Mittlerweile gibt es restaurierte Hybriden mit Pollen.


    Raps, der sortenbedingt keinen Nektar bildet gibt es nicht. Hier noch mehr über neue Rapssorten und Bienen:
    http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C2995808_L20.pdf

  • Hi Brestling
    der Link ist echt interesannt.
    Also das Wetter war damels gut ob es zu trocken war oder Westwind kann ich leider nicht mehr sagen.
     
    Ich werde auf jeden Fall mal die Bauern hier abklappern wer was Anbaut und wie behandelt.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Versuch mal, mehr Richtung Alb zu wandern. Wir haben hier im mehrjährigen Durchschnitt unterdurchschnittliche Erträge im Neckarland, während weiter oben auf den Keuperböden überdurchschnittliche Erträge zu bekommen sind. Am allerbesten, wenn eine Lehmschicht folgt, so dass die Wasserhaltung im Boden gut ist. Dann ist sogar in viel zu trockenem Frühling wie letztes Jahr Rapshonig zu ernten.

  • Hallo,


    hab mal eine Frage zu einer Beobachtung an meinem Hauptstand. Ich hab mich heute mal in den Rapsfeldern im Flugkreis meiner Bienen mal genauer umgesehen.


    Lediglich im dichtesten, aber leider kleinsten Feld, das etwa 150m Luftlinie zum Stand ist, waren Bienen (auch Wildbienen) zu beobachten. In den etwa 500 bis 1000 m weiter entfernten Schlägen ist absolut kein Insekt zu sehen, bis auf schnackenähnliche Fliegen. Andere Völker sind mir dort nicht bekannt. Der Boden scheint schwer und zumindest gut feucht.


    Ich hab die Diskussion zum Thema nektarfreiem Raps hier weitgehend nachgelesen, offen bleibt für mich jedoch die Frage, ob:


    a) in den nektarfreien Sorten dann auch kein Pollen gesammelt wird, denn den geben alle gecheckten Blüten ab


    b) oder die Bienen vielmehr so derart effizient ihre benötigte Menge Tracht eintragen, dass sie sich auf das direkte Umfeld beschränken, solange es dort reicht.


    In direkter Nähe zum Stand gibt es sehr viel Löwenzahn, recht viel Obstblüte und diverse blühende Hecken und Bäume. Die Brutnester "verpollen" fast und zum Teil werden die zweiten Honigräume schon angegangen.


    Ich bin an dem Standort mit meinen Ernten somit eigentlich ziemlich zufrieden, allerdings - nein, ich will nicht ausverschämt werden :-D - hab ich den Frühtrachtertrag immer überwiegend dem Raps zugeschrieben. Jetzt überlege ich dennoch, mit meinem künftig ausgebauten Völkerstamm dann doch mal gezielt honigende Rapsfelder anzuwandern - so man sie denn ausfindig machen kann.


    Wie schätzt Ihr das ein? Danke! :p_flower01:


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter