Starthilfe für Umstellung auf Warré

  • Hallo.
     
    ich benötige euren Rat zur ökologischen Bienenhaltung.
    Aber erstmal zu mir.
     
    Ich bin Bienenhalteranfänger.
     
    Vor 1 Woche habe ich 3 Bienenvölker geholt auf Zander Rähmchen.
    Im Winter alles vorbereitet, Rähmchen, Mittelwände eingeschmolzen usw.
    Habe mich nur immer gefragt ob ich Lust auf diese ganze Behandlung mit Ameisensäure und Oxalsäure habe.
    Gerade 1 Woche vorher habe ich mich gefragt ob die Bienen nicht durch unsere Ausbeuterei geschwächt und anfällig gegen Krankheiten geworden sind , und wie sie es denn ohne den Menschen schaffen können. Wenig Resonanz bei den Imkern die ich gefragt habe.
     
    Dann habe ich vor ein paar Tagen hier im Forum von der Warré-Beute gelesen und war begeistert das es Alternativen gibt und meine Gedanken doch nicht so abwegig waren.
     
    Nun habe ich nur mehrere Probleme:
     
    1. bei uns ist gestern 30 cm Schnee mit entsprechenden Temperaturen gefallen. Bienen auf 850 m über NN.
    2. der Imker hat die Bienen 1-zargig überwintern lassen. 2 Völker sind klein und haben noch genug Honig. Aber auch Brut weil es vorher warm war. 1 Volk ist sehr stark und hat kaum noch Vorräte. Ich habe mit Zuckerlösung gefüttert als es noch über 10°C war. Wurde aber nicht so angenommen.
    Heute habe ich gesehen das sie Mangels Bausperre unten in der Zarge zapfenartige Zellen bauen. Schwarmzellen werden sie doch bei den Temperaturen nicht bauen?
     
    Meine Überlegung war sie 300 Höhenmeter tiefer zu fahren. Hab ich in 10 min. erledigt. Dort waren es heute max. 9°C ohne Schnee und mit blühenden Pflanzen , bei uns max. 6°C und 30 cm Schnee der teilweise taute.
    Eine Zarge unter den starken Schwarm zu stellen damit sie bauen können und nach unten wandern.
    In diese Zarge was für Rähmchen?
    Ich habe noch 2 Futterwaben, dieverse Rähmchen mit Mittelwänden, ca. 10 mit ausgebauten Waben, einige leere Rähmchen.
    Ich wollte erstmal mit meinen 12 Zargen weitermachen. Im Frühjahr/Sommer Zargen drunter stellen und selber ausbauen lassen. Warré schrieb in seinem Buch das man bei größeren Zargen u.a. mehr Futter benötigt. Wenn ich den Varroaschieber drin lasse habe ich ja auch einen geschlossenen Boden.
    Im Mai dann 1-2 Warré-Beuten bauen und Ableger dort reinsetzen.
    Ich habe das Buch von Warré noch nicht ganz durchgelesen. Ich hoffe meine Vorstellungen sind durchführbar.
    Meine Motivation ist die Bienen in der Natur zu erhalten und nicht maximal Honig zu ernten.
     
    Ich weis , daß dies alles Eingriffe sind , die die Bienen in ihrer Entwicklung stören. Nur muß ich jetzt ja etwas unternehmen, da ich schlechte voraussetzungen und nicht das richtige Material mit an den Start bringe.
     
    Wozu würdet ihr mir raten?
     
    Gruß Jan

  • Hallo Jan,


    kleine Schritte, bei Erfolg erweitern. Also langsam beginnen. Ich würde dazu raten, zunächst mit Hilfe des Imkerpaten deine bisherigen Beuten über dieses Jahr und den nächsten Winter zu bringen.


    Wenn Du in diesem oder nächsten Jahr zu Schwärmen kommst, dann kannst Du neben den bisherigen Beuten die erste Warre besiedeln und parallel deine Beobachtungen machen. Ich würde da nichts erzwingen wollen.


    In den ersten Jahren rate ich Dir zur Behandlung deiner Bienen mit Varroamitteln. Die Imkerei ohne Behandlung muß erst noch entwickelt werden. Es gibt erste vielversprechende Ansätze, die Entwicklung ist jedoch noch in den Kinderschuhen. Vieles deutet darauf hin, daß man anhand Populationszucht und wiederkehrenden Massenselektion die Biene "züchten" muß. Das jedoch ist eine Bienenzuchtmethode, wie sie heute nicht mehr praktiziert wird. Die Re-Kombination der heutigen Zucht mit der neuen alten Zucht muß erst noch erfolgen. Sozusagen eine Rückkreuzung der Zuchtmethoden :lol:


    Es wäre ziemlich sicher, daß Du deine Bienen verlieren würdest und dann kannst Du die Imkerei nicht erlernen, oder nur nur auf den härtesten Weg.


    Ich rate dazu, die bisherigen Beuten weiter nach Anleitung zu betreiben. Warte auf einen Schwarm und den kannst Du dann parallel in eine Warrebeute einschlagen. Dort kannst Du dann die ersten Beobachtungen machen und vergleichen. Der Rest entwickelt sich von selbst. So macht es die Natur - schöne Blumen wachsen langsam. :p_flower01:


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hi Jan,
    willkommen,du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.
    Ich kann Bernhard uneingeschränkt zustimmen.
    Ich habe noch nicht mal 10 Jahre Bienen,und mein Wissen ist beschränkt.
    Das Verhalten der Bienen über eine gewisse Zeit zu beobachten ist aber zwingend notwändig.
    Es gibt schon Imker die mit der Warre' einige Jahre arbeiten,mit und ohne Schwierigkeiten.
    Es wird etwas länger dauern,bis Ergebnisse vorliegen,und die Varroa gibt es auch noch.
    Ich werde alles was ich tue und lasse,ehrlich hier ins Forum stellen,und viele Andere auch.
    In der Zeit lernst du "einfach imkern",und brauchst dann unsere Fehler nicht zu wiederholen
    Es gibt weltweit Imker,die es mit der Warre'versuchen.
    Auch gibts hier Sprachgenie's die alles übersetzen.
    zB.Bernhard englisch und Eric französisch,extra für die alten,guten Volksschüler.
    bleib am Bien
    viel Glück und Erfolg
    Gruß
    Helmut

  • Hallo,
     
    einen Imkerpaten habe ich (noch) nicht.
    Ich finde es schwierig weil jeder so wurschtelt (nicht abwertent gemeint) wie er es kennt und ich oft gegensätzliche Ratschläge bekomme.
    Ich trauen auch den Leuten mehr zu, die sich mit ökologischen Gesichtpunkten beschäftigen.
     
    Bernhard
    ich hatte es in Deinem Beitrag "Bienenhaltung für alle" so verstanden, das eine Varroabehandlung nicht mehr erforderlich sei. Falsch gelesen oder war es nur ein Versuch?
     
    @all
    ich kenne mich mit Schwärmen, Schwarmvorwegnahme etc. nicht aus.
    Für mich klingt das immer so: Schwarm ist gleich Bienen weg. Ich bin berufstätig und meistens auch deutlich mehr als 8 Std. von zuhause fort.
    Hat jemand einen Tip für mich wo ich mehr über das Schwärmen bzw. Schwarmeinfangen lesen kann?
     
    Zu der jetzigen Situation: werde wenn es in ein paar Tagen wärmer ist eine Zarge mit Futterwaben und ausgebauten unter das große Volk setzen.
    Ist es sinnvoll nochmal in wärmere Gebiete zu fahren?
     
    Gruß Jan