Ich reg mich grad auf....

  • ...über das Editorial und die ganze 04er Ausgabe der Bienenzeitung mit den 3 Buchstaben.
    Schon im Editorial wird geraten, sich bei den Verlusten doch bitteschön "erstmal mit den Faktoren zu beschäftigen, die man selbst kontrollieren kann".
    Also lediglich die eigene Behandlungsweise.
    Der Tenor geht im GANZEN Heft so weiter, Varroa, Varroa, Varroa.
    Andere Ursachen werden nahezu negiert.
    Auf Deutsch: wir sind einfach alle zu blöd, richtig zu behandeln; egal, ob jemand die letzten 30 Jahre gut durchgekommen ist oder nicht, im Zweifel ist es immer und ausschließlich der Imker als Fehlerquelle.
    Da geht mir der Hut hoch...:evil:


    P.S.: Sorry, ich bin wirklich ganz oben auf der Palme...:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guten Abend Sabiene....
     
    nicht aufregen!:p_flower01: Lohnt nicht!!! Gibt nur Bluthochdruck und Herzinfarkt... Und dann kann ich nix mehr fragen...
    Einen schönen Abend!!:Biene:

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ich weiss, unsere Meinungen gehen bei dieser Sache auseinander (wir hatten schonmal so einen Thread), aber wenn Du Dich schon aufregst, dann doch lieber über die Bieneninstitute, denn auf die wird ja immer wieder Bezug genommen.


    Gruß,
    Anderl

    "Wichtig ist, was man tut, und nicht was man sagt." Eragon

  • Hei, Anderl,
    die sind bei mir doch eh unten durch, das ist ja wohl bekannt (einzige Ausnahme: Prof.van Praagh :liebe002:). Spätestens seit dem ersten Versuch mit kleinen Zellen war DAS Thema durch, aber es regt mich auf, daß das dermaßen kritiklos übernommen wird.
    Überall woanders wird sich ernsthaft und mit viel Geld mit dem Thema Bienensterben beschäftigt, nichts bleibt von vorneherein außen vor, aber das hier ist wirklich wieder ein schönes Beispiel für "wes' Brot ich eß, des Lied ich sing".
    Nur sollte sich so eine Imkerzeitung mal überlegen, wer das Geld in die Kasse bringt, das sind die Anzeigenkunden, nicht die Institute, die beliefern nur den redaktionellen Teil.
    Und wegen der Anzeigen hab ich das Ding eigentlich überhaupt...ansonsten könnte ich auch sehr gut ohne leben, im Internet gibt es bessere Veröffentlichungen, ohne daß ich mich durch zig Seiten Vereinsmeldungen quälen muß...:evil:
    Grrmphfffffff....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :lol: Stimmt, die Vereinsanzeigen finde ich auch nicht so interessant!
     
    Aber der Rest, da stehen schon gute Sachen drin. Es sagt ja auch keiner, dass DU zu dämlich bist zum Behandeln. Aber wenn die Institute doch immer wieder Proben von eingegangenen Bienenvölkern bekommen und in den meisten Fällen ein Befall mit Varroa festgestellt werden kann (und dass zu einer Zeit, in der ja durch erfolgreiche Behandlung nahezu alle Milben raus sein sollten bzw. sich zur ersten Vermehrung in der Brut befinden müssten), kann ich nachvollziehen dass Varroa als maßgebliche Ursache benannt wird.
     
    Meine Völker leben, und (sofern ich der Stockwindel trauen kann) sind sehr gering mit Varroa belastet. Viele Varroen = Volkstod. Ist doch eigentlich ganz einfach ...
     
    Gruß,
    Anderl

    "Wichtig ist, was man tut, und nicht was man sagt." Eragon

  • Hei, Anderl,
    aber du weißt genausogut wie ich, daß außer der Varroa noch mindestens 100 andere Ursachen ( und alle im Raiffeisen zum Spritz- oder Beizeinsatz käuflich!) in Frage kommen, deren Auswirkungen bislang nicht en detail erforscht sind, weil es sonst teuer für die Firmen werden würde.
    Dazu der im anderen Fred angesprochene unter Umständen vorhandene Eiweißmangel (in der Bienenzeitung ist ein Artikel, wo auf die Gefährlichkeit steriler Pollen für die Brut hingewiesen wird, in einem Nebensatz zu GVO-veränderten Bäumen), der speziell in Maisgebieten durchaus ein heftiges Thema sein kann.
    Bloß weiß das kaum einer (oder kann einer von euch aus dem Handgelenk die essentiellen Aminosäuren der Hauptpflanzen der Landwirtschaft runter beten?), und die, die es von Berufs wegen wissen müßten, gucken da nicht hin.


    Ich will ja nicht mal abstreiten, daß auf vielen Bienenproben so viele Varroen sind, daß das dann zum Schluß verleitet, das müsse die Todesursache sein, nur wird gar nicht weit genug in die Tiefe analysiert, weil: wer soll das bezahlen?
    Schillbee sagt, es gibt nahezu keine Nosema-freien Völker, es gibt nur sehr drastisch verschiedene Verlaufsformen, aber warum ist dann fast nie außer in offensichtlichen Fällen Nosema als Ursache genannt?
    Vor 35 Jahren war das noch der Hauptgrund, dazu die Tracheenmilbe.
    Und wer analysiert die Bienen auf ihre Eiweißzusammensetzung im Vergleich zu einem absolut gesunden Volk?
    Keiner...
    Wir wissen ja nicht mal genau, wie sich solche Mangelzustände auswirken und wie sie sich zeigen, wenn überhaupt...
    Dazu noch die Problematik (sorry Hartmut :oops:) mit den Abbauprodukten der PSM, die absolut ignoriert wird, obwohl diese Metaboliten oft genug noch viel gefährlicher sind als das Ursprungsprodukt.
    Das alles zusammen einfach so unter den Tisch zu kehren, und zu sagen, die Imker sind unfähig, macht mich stinkwütend.:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Eins fällt mir dazu noch ein. Ich habe vor kurzem gehört, dass ein Bienenvolk heute bereits bei einem wesentlich geringeren Varroabefall zu Grunde geht als noch vor 10 Jahren. Die Frage ist jetzt natürlich woran das liegt - die Milben könnten agressiver geworden sein, oder mehr Viren mitbringen, die Bienen könnten z. B. durch Inzucht nicht mehr so widerstandfähig sein, oder durch Genmais, oder durch Pestizide, oder oder oder ...


    Solange nicht ein anderes Problem als Ursache für das Völkersterben gefunden wird, weiß ich für meinen Teil nur eins sicher: Indem ich die Varroamilbe mit bestem Wissen durch sichere und ausreichend geprüfte Maßnahmen dezimiere, kann ich schonmal eine der evtl. vielfältigen Ursachen ausschalten, oder zumindest deren Schäden verringern.

    "Wichtig ist, was man tut, und nicht was man sagt." Eragon

  • Hallo Zusammen,
    wundert Ihr Euch, das in den Bienenproben erhöhte Anzahlen von Varroamilben sind?
    Vergleicht doch mal die Situation der Milben mit in Seenot geratenen,
    dessen Floß mehr und mehr wegbricht.
    Das erklärt das Gedränge.
    Ob die Milbe agressiver geworden ist?
    Ich vermute mal einen Heterosiseffekt,
    begünstigt durch Vereinigungs- und Zusammenlegungsbetriebsweisen,
    dazu noch eine Zuwanderung von Milben durch Bienen aus zusammenbrechenden Völkern.
    Dazu durch Umweltbelastungen geschwächte Völker.
    Obwohl vor über dreißig Jahren noch härtere Kaliber von Umweltschädigungen vorhanden waren.
    Fehler bei der Behandlung gibt es sicherlich.
    Dazu ist jeder Bienenstand zu unterschiedlich.
    Selbst nur hundert Meter entfernt kann das Mikroklima schon so sein, das eine gleichzeitige, erwünschte, Behandlung nicht möglich ist.
    Zu Beginn der Varroainvasion waren auch noch mehr Betriebsweisen verbreitet, die nicht so sehr auf erstarken der Völker ausgelegt waren.
    Puschen wir nicht damit nicht nur die Anzahl der Bienen in die Höhe?
    Haben wir mit jahrelangen Ausschneiden der Drohnenbrut nicht dafür gesorgt, das wir Varroen haben, die bevorzugt in Arbeiterinnenbrut sich vermehrt?
    Mit der Möglichkeit, sich vielmehr vermehren zu können?
    Wenn wir alle "zu dumm sind", um eine ausreichende Bekämpfung der Varroa durchzuführen, dann sollten wir zur verordneten Bekämpfung zurückkehren.
    Aber dann mit der Haftung und Entschädigung bei Versagen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem s..kalten, schneereichen,nassen guten Morgen :)


    Hey Sabine, ärger dich nicht,bringt eh nichts :biene:
    Ich war am Donnerstag Honig wegfahren und habe da etwas sehr intressantes gehört :eek:
    Auch unsere so gut behandelten, fürsorglichen, alleswissenden und uns einfachen Imkern immer unsere Dummheit und Unzulänglichkeit vor Augen haltenden I......(Wort schreib ich nicht aus, sonst kommt Hartmut`s Hammer :liebe002: ) haben hier in Bayern einen Verlust von 80% (Hörensagen und nicht wiederlegt obwohl Imkermeister davon dabei war).
    Aber wir haben ja nur (laut Zeitungen) einen echten Verlust von 25-30%.
    Der Imkermeister meinte mann dürfe halt nicht in den Urlaub fahren wenn die Zeit der Varroabehandlung anstehe.
    Ich sagte : Das ich garantiert nicht in den Urlaub gefahren bin.
    Alls dann der Honigaufkäufer daraufhin antwortet: Auch ...... hat ja einen Verlust von 80% der Bienen, wurde nicht`s mehr erwidert.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Moin, moin, Heike,
    wenn das so wäre, täte es mir sehr leid um die Bienis.
    Aber dann würde es interessant sein, zu erfahren, ob das jemals öffentlich zugegeben werden wird oder unter den Tisch fällt....
    Einerseits würde es die Glaubwürdigkeit stärken, Verluste zuzugeben, aber andererseits wird dann der Aufschrei durch's Land gehen, daß die Konzepte nix taugen....
    Schwierige Situation.
    Es wird sich kaum jemand hinstellen und sagen, wir sind mit unserem Latein am Ende, denn dann müßte anschließend mit allen Mitteln wirklich bis zur technisch möglichen Nachweisgrenze geforscht werden, und dann gäbe es heftige Interessenkonflikte.:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, mit geht auch seit längerem beim näheren Nachdenken über das Verhalten so ziemlich aller Institutionen gegenüber der Imkerei echt der Hut hoch. Und ich finde es echt bezeichnend, wenn mal (mein subjektiver Eindruck) die Informationsgewinne für die Imkerschaft allein über dieses Forum hier dem "output" aus den offiziellen Stellen gegenüberstellt. Muss auch endlich mal Spendierbiene werden...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter