Völkerverlust 07/08 und die TSK

  • Moin


    Aufgrund der immer wieder hier zu lesenden Völkerverluste:


    Hat jemand schon mal versucht, seine Winter-Völkerverluste mal bei der Tierseuchenkasse anzumelden?
    Oder sind wir über die TSK nur gegenüber AFB versichert?


    Kommt mir nur gerade mal so in den Sinn.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo, Patrick,
    nur bei AFB und NUR bei amtlicher Anordnung der Verbrennung.
    Alles andere ist "unternehmerisches Risiko".
    Der Bauer kriegt ja seine Kuh auch nicht ersetzt, wenn die an einer Schwergeburt stirbt...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem veregneten,windigen guten Morgen :)
    Allso Sabine :eek:, Varroa und eine Schwergeburt, egal von Kuh u.s.w. ist ja wohl nicht ein und da selbe :oops:
    Die Geburt ist das narürlichste von der Welt, wenn da mal was schief geht ist es einfach Natur.
    Die Varroa ist zwar auch natürlich, aber erst seit den 80.-ziger Jahren bei uns und das nicht von alleine :mad:
    Sie war auch im Tierseuchengesetz drin, nur wurde den guten Herren der Ersatz der Bienenvölker, die zu dieser Zeit abgetötet worden sind( ca. 2ooooo-350000.Völker) zu teuer.
    Und schwupps wurde aus dieser Seuche etwas ganz normales.
    Du weiß nicht mehr wie es früher war:
    Die Völker brauchten außer Futter vom Imker zur Überwinterung, nichts.
    Im Frühjahr musste man die Fluglöcher frei machen von den vielen Bienen die im Winter ganz normal gestorben sind.
    Trotzdem waren die Völker noch unheimlich stark.
    Solche Krüppel wie wir es mittlerweile gewohnt sind gab es nur vereinzelt.
    Die Völkersterblichkeit war von 40 V. vielleicht mal 2 Stück, aber dann nur weil der Imker geschludert hatte.
    Heute sind bis zu 20-30% normal.
    Was ist daran normal?
    Das wir so im Regen stehen gelassen werden ist für mich nicht nach vollziehbar.
    Wenn einem Imker, der davon leben muß, die Mehrzahl der Bienen stirbt und das an einer eingeschleppten Tierart, ist das für Ihn ein Viasko.
    Es fällt nicht nur der Honig weg, nein auch die Königinnen,Kunstschwärme u.s.w.
    Der Honigpreis ist ja je am untersten Limit, oder willst du das bezweifel wenn der Imker für 1t. Blütenhonig nur noch 1800€ bekommt.
    Allso ist dieser Verlust existensbedrohend für den Imker.
    Auch der Hobbyimker überlegt sich doch nach solchem Geschehen ob er weiter machen soll oder nicht.
    Bei einem Landwirt wird ja auch die Kuh und deren Nachkommen, die mit BSE infiziert sind und getötet werden, ersetzt.
    Und BSE ist nur durch den Menschen an das Wiederkäuertier durch falsche Fütterung erzeugte Krankheit.
    Wo fütterst du den deine Bienen falsch?
    BSE ist bei den Tieren auch noch nicht ausgebrochen, aber trotzdem bekommt der Landwirt Ersatz.
    Varro ist bei unseren Völkern ausgebrochen, sprich nachweißbar, wo ist unser Ersatz für die Toten?
    Es gibt ja noch nicht einmal ein richtiges Behandlungsmittel .Schreit nicht rum und sagt: Ameisensäure, Oxalsäure u.s.w., hilft es den immer? Schaut doch dieses Jahr eure Völker an.
    Alle Imker haben behandelt, und wahrscheinlich öftern wie normal.
    Und hat es geholfen?:cry:
    Wer jetzt ja schreit hat Glück, aber der nächste Winter kommt bestimmt.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hi,
    was die Milbe nicht schafft, hat der Landwird von nebenan auf dem Gewissen. (Trachtarmut, totgespritzte Wildblüher...., Gendreck.....)!
    Wer zahlt den Ausfall?????
    Der Trottel der sich neue Bienen anschafft und damit dem Bauern zum Ertrag verhilft (verhelfen sollte), Wie dankt der das(der Bauer) s.o.!
    Wir machen ja nur Honig, weil wir nix anderes zu tun haben und reich werden wollen!


    Aktuelle Verlustrate im Bereich Forst / SPN in BB: 10% Durchschnitt!!!
    einer hat nix mehr, der Nächste 0 Verlust, aber noch ist nichts entschieden!
    Knäcke

  • Moin, moin,
    jeder, der sich Tierzucht als Erwerb aussucht, weiß, daß er ein höheres Risiko eingeht als ein Rosenzüchter.
    Und ich finde es sehr "deutsch", da nach Absicherung durch den Staat zu schreien.
    Die Blauzungenkrankheit ist auch hier "irgendwie" eingeschleppt worden, und trotzdem gibt's kein Geld, ebenso bei vielen anderen Seuchen (RHD bei Kaninchen, z.B.).
    Nun könnte man natürlich argumentieren, angesichts der Bedeutung der Imkerei für die Landwirtschaft wäre das aber wichtig, Ausfälle zu ersetzen, nur leider ist diese Bedeutung in der Politik immer noch nicht angekommen, und nicht mal bei den Bauern selbst.
    Allerdings bezahlen auch wir Lobbyisten, um diese Bedeutung klarzumachen, nur funktionieren tut es nicht....


    Heike : tut mir leid, daß die Verluste VOR der Varroa so konstant bei 0-5% gelegen haben sollen, wurde mir von diversen älteren Herren anhand ihrer Aufzeichnungen schon länger widerlegt. Der Schnitt lag durchaus bei 20% jährlich, und auch vor der Varroa wurden schon in größerem Umfang jedes Jahr packages importiert.
    Nosema und Tracheenmilben waren damals gewaltige Probleme, über die heute fast keiner mehr spricht....
    Irgendwas ist halt immer.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    meine Verlusten in Sachen Varroa, halten sich in den letzten Jahren in grenzen, Totalverluste hatte ich noch nie.


    Jeder einzelne trägt dazu bei, wenn in der Umgebung 5-6 Imker dicht auf dicht stehen, wie das bei mir der Fall ist, und einer nicht mit macht, also die Behandlung nicht richtig ausführt dann bekommt man eben Probleme.


    Entweder man macht mit, oder bekommt von mir die Meinung gesagt, dafür habe ich kein Verständnis, es sind meine Völker und meine Arbeit, hinterher habe ich die Probleme und tote oder schwache Völker.


    Wer davon nichts versteht, soll die Imkerei besser aufgeben, und sich ein anderes Hobby suchen was man versteht.


    Leider gibt es viele Imker, die es nicht für nötig halten einmal im Jahr gemeinsam etwas durch zuführen, das führt immer und immer wieder zu Problemen.


    Wenn ich schon hören Perizin im August, die Winterauffütterung im August, da frage ich mich warum ist man so nachlässig.


    Im Frühjahr drauf kommen solche Leute an, und wollen die Völker noch geschenkt habe!

  • Hallo Heike,
     
    auch vor der Varroa galt ein Winterverlust von 10% als normal. Beim Durchschnittsimker waren die Völker im Frühjahr nicht so stark wie heut zu Tage. Die Frühtracht galt als eine Entwicklungstracht. Man hatte ein Nosemaproblem, man spritzte sogar mit Antibiotika in die Beute. Ich kannn das bildlich belegen.
     
    Die Aussagen über Varroa und Tierseuchenkasse gehören gleichfalls überlegt. Das Geld in der TK für Bienen kommt von den Imkern. Wollt ihr, dass die Beiträge auf 40 € pro Volk erhöht werden, dass die Nachlässigen jedes Frühjahr neue Völker kaufen können? Stellt euch dieses Szenario vor. Ein Viehzähler müsste im August alle Völker zählen und die Behandlung überwachen und im April die Verluste protokollieren.
     
    Wir haben am Ort Erwerbsobstbau, die Hagelprämien der Versicherung sind so hoch, dass sie die Gewinnspanne wegfressen.
     
    Wir könnten uns allerdings auf den Universalforumschuldigen einigen, die alten Herren von DIB.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Bienenmichel,
    was ist denn an einer Auffütterung der Völker im August nachlässig?
    Nachlässig ist das hungern oder gar verhungern lassen der Völker zu dieser Zeit, wenn draußen nichts zu holen ist oder nicht möglich ist, einzuholen.
    Auch Du hast das Futtergeschirr auf den Beuten, wenn der August verregnet.
    Wenn es noch nicht mal mehr läppert und diese Tracht die Bienen bei Laune hält und nicht auf dumme Gedanken kommen läßt, bist auch Du froh, wenn sie Dir den Wintervorrat auffüllen.
    Auch wenn man nur erreicht, das die Völker in Brut bleiben.
    Alles andere ist nachlässig.
    Selbst wenn Du noch auf heißen Kohlen sitzt und auf eine Spättracht wartest, diese Völker werden nach Wegnahme der Futterwaben Dir diese sicherer einbringen als welche die den August durchgehungert haben.
    Die Zeiten, so wie ich es in einer Bienenzeitung aus den siebziger Jahren gesehen habe, wo der Imker unbesorgt in den Urlaub im August fährt und seine Völker einfach so zu Hause läßt, sind in unserer ausgeräumten Landschaft leider vorbei.
    Varroabehandlung zu dieser Zeit:
    die Bienen werden, angepasst an ihrer Umwelt, auch schon bei oben beschriebenen Bedingungen, auf Winterbienen erbrüten umstellen.
    Und die ersten Sätze varroaarm erbrütete Winterbienen sind die wichtigsten.
    Also auch dann frühe Varroabehandlung.
    Zumal die Temperaturen im August für eine Behandlung, trotz schlechtem Wetter, besser sind als im womöglich doch schon kühleren September.
    Voraussage:
    Wir werden bald schon das gleiche schreiben, allerdings über den Juli.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    wenn der Honig im Brutraum den Bienen gehört, dann kannst du auch heute noch im August getrost in den Urlaub fahren. Das wäre letztes Jahr w.d.V.* katastrophal gewesen. Ich konnte ein ganzes Imkerleben lang nur im August fahren. Die Bienen in den Wald gestellt und nach vier Wochen zurück. Im einen Jahr wurde geschleudert, im nächsten gefüttert. Vorletztes Jahr ging das auch. Ich habe allerdings kein Verständnis für den hier beklagten Pollenmangel.
     
    Gruß
    Remstalimker
     
    *Abkürzung habe ich erfunden.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Moin, Herbert,

    Zitat

    Ich habe allerdings kein Verständnis für den hier beklagten Pollenmangel.


    Vielleicht wohnst du in einer gesegneteren Gegend als wir?:p
    Regulär blüht hier ab 25. Juli (letztes Jahr ab 20. Juni) gar nix mehr, bis Ende August Springkraut, Spargel und Goldrute anfangen, und auf den Wald brauche ich hier nicht zu hoffen, weil Laub- und Mischwald, aber keine Läuse, oder nur seltenst mal.
    Und wo soll es dann herkommen?

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    Bruce Springsteen


  • Hallo Lothar,


    weil es dafür im August zu schon zu spät ist, schau dir das Jahr 2007 an.
    Wer da erst im August seine Völker pflegt der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Verluste zu beklagen.


    Ich habe schon mal geschrieben, das man nicht stur nach alt bekannten Abläufen seine Bienen einfüttert und behandelt.


    So was geht nicht mehr so einfach, man sieht was es für Probleme gibt wenn man macht was man will.


    Beginnt das Bienenjahr früh, muss man damit rechen alle Arbeiten früher aus zu führen, hätte ich 2007 nicht Anfang Mitte Juli meine Drohnenvölker rechtzeitig einer Spezialbehandlung unterzogen, hätten diese Völker das Frühjahr 2008 nicht mehr erlebt!


    Hätte ich nach Schema F die Völker im August eingefüttert, hätte ich mich bei den Verlustimkern mit einreihen können!


    Wenn die Imker keine Veränderung bei ihrer Betriebsweise machen, und alles nach Schema F, wie Perizin im August, kein Abschleudern vor August, später Futtergaben, keine richtige Varroabehandlung und wirksame Behandlung durchführen, der wird auf kurz oder lang immer immer wieder Probleme bekommen!


    Da sind keine weiteren Mangelerscheinungen mit aufgeführt, als Imker muss ich Veränderungen sehen, und mich drauf einstellen, genau wie Heike schon mal geschrieben hat, Pollenmangel.


    Hier bei mir ist die Tracht eigentlich früh zu Ende, das wird bei dir auch nicht anders sein.
    Ausgenommen sind Spättrachtgebiete, da muss man dafür sorgen Jungvölker zu bilden die keinen Kontakt zu einer Wald oder Melezetosetracht haben!


    Weil der größte Teil der Bienenverluste sind hausgemacht und vom Imker selbst erzeugt wurden.


    Die Institute haben wochenlang und Monate zu vor schon gewarnt, das mit hohen Verlusten gerechnet werden muss!


    Wer sich daran hält hat keine Verluste, da gehöre ich dazu!


    Ich weiß nicht wie das bei anderen ankommt, was ich immer so schreibe, möglich das ich da eine aggressive Schreibweise habe.


    Wer mich persönlich kennt weiß das ich es nur gut meine, aber wenige Imker nehmen die Warnungen erst!


    Ich denke jeder muss selbst entscheiden, was er macht und wie er dazu steht.

  • Guten Morgen Sabi(e)ne,
     
    als Anfänger verkaufte mir mein Fachhändler Bierhefe als Pollenersatz im Frühjahr, bis ich merkte dass die lieben Kleinen ihn gar nicht wollten. Bei mir ist die Landschaft nicht ausgeräumt, sondern vollgestellt. In den Gärten ist ständig ein Pollenangebot. Bei Ablegern ist es ein die Frage des Fütterns. Bei gleichmäßigem Futterstrom gehen die auf wie Dampfnudeln. Leider fehlt bei mir die Massentracht. so dass ich ab 15. Mai wandern muss. Selbst am Wald finden sie genügend Pollen. Es galt früher als Wahrheit, dass Bienen "im" Wald wegen Pollenmangel aus der Brut gehen. Das kann ich nicht bestätigen.
     
    Gruß
    Herbert

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  • Guten Morgen, Herbert,
    in den Gärten hier rum blüht im Sommer auch viel, aber die Mädels können tw. nicht viel damit anfangen. Gefüllte Blüten oder Exoten, die weder Pollen noch Nektar bieten, sind ziemlich nutzlos. "Normale" Sachen bringen halt kein Prestige bei den Nachbarn...:roll:
    Die Neubaugärten sind in der Richtung zwar bunt, aber tot.
    Im Wald ist es auch nicht besser, es liegt zwar viel Totholz rum, und eine anständige Krautschicht gibt es auch, aber keine Blüten im August....
    Da ist dann alles nett grün, aber eigentlich Wüste, bienitechnisch gesehen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
     
    sieht es bei Dir wirklich so eintönig aus? Blüht da kein Weisklee, Herbstlöwenzahn, Goldrute, Astern und andere Sommerblumen und machen die Bauern mit Phacelia und Sommerraps(senf) auch keinen Zwischenfruchtanbau im Sommer?
    Das wäre ja dann wirklich eine tote Gegend! Dann gäbe es nur die Empfehlung, die Taschen mit Samen zu füllen, Löcher reinzumachen:lol: und dann querfeldein!:daumen:
     
    Herzliche Grüße, Torsten