Lebensdauer eines Brutnests?

  • Moin, moin,
    mal folgender Gedanke zum Mitspekulieren:
    ich hab jetzt eine Menge historischer Bienenbücher gelesen, und auch mit einigen richtig alten Imkern gesprochen, mit dem Ergebnis, daß eigentlich kein Stock oder auch natürliche Höhle länger als ein paar (2-5) Jahre am Stück besiedelt ist.
    Die Legenden von den "seit zwanzig Jahren besiedelten Hohlwänden" sind tatsächlich nur Legenden; früher oder später sind im Frühjahr keine Bienen mehr da.


    Sind wir vielleicht auf dem völlig falschen Dampfer, wenn wir erwarten, daß wir es hinkriegen könnten, ein Volk nahezu unendlich am gleichen Ort am Leben erhalten zu können?
    In freier Wildbahn verläßt die Königin mit dem Schwarm das alte Nest, meist schon nach dem 1. Jahr, aber spätestens nach ihrem 2.
    Der Schwarm baut seine eigenen neuen Waben, und im alten Brutnest ändert sich mit der Begattung der neuen Königin die Genetik recht drastisch.
    Kann es sein, daß ein bestehendes Brutnest sozusagen ein Verfallsdatum hat?


    Die Verluste, auch schon in Vor-Varroa-Zeiten, lagen im statistischen Mittel eigentlich immer so um 20% herum, mit Ausreißern nach unten und oben; zumindest wird das in den meisten Büchern als normal bezeichnet.
    Hat mal jemand ausprobiert, was passiert, wenn man jedes Jahr Schwarmvorwegnahme praktiziert plus gleichzeitiger kompletter Bauerneuerung im Herbst bei den Altvölkern?:cool:


    Ich wäre da sehr gespannt auf Bernhards Erfahrung über die Jahre, weil in der Warre das Brutnest des Vorjahres ja zum HR des laufenden Jahres wird, und dort eben kein Brutnest älter als 1 Jahr wird....
    Wenn an meiner These was dran ist, müßten Warre-Imker wesentlich geringere Verluste auf Dauer haben.
    Eure Meinungen?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, zusammen,


    wird hier nicht etwas komplizierter gemacht, als es gar nicht ist?
    Brutnest und Verfallsdatum.
    Tut mir leid, damit kann ich nichts anfangen, rein gar nichts.
    Jeder Imker egal welche Couleur, wird seinen Brutraum stetig erneuern und auf die
    gesunde Umwelt seiner Bienen achten.


    Mit herzlichen Grüßen, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • :lol: Dann nochmal im Sendung-mit-der-Maus-Modus:


    Eine Königin bekommt erst ein Brutnest von ihren eigenen Töchtern maßgeschneidert, wenn sie Erfolg mit dem Schwarm hatte, und ein neues Zuhause bezieht.
    Was sie im besten Fall bereits im nächsten Jahr mit dem nächsten Schwarm wieder verläßt.
    Dieses erst 1 Jahr alte Brutnest wird danach von Bienen bevölkert, die sich durch die Begattung der neuen Königin schon genetisch drastisch vom abgegangenem Schwarm unterscheiden.
    Wenn diese neue Königin auch bereits in ihrem ersten Jahr schwärmt, haben wir im dritten Jahr in diesem Brutnest bereits genetisch völlig andere Bienen, wenn wir mal von einer nicht übermäßigen Bienendichte, aber genügend nicht verwandten Drohnen jedesmal ausgehen.
    Die Frage ist also: kann es sein, daß dieses alte Brutnest für die neue Genetik schlicht nicht passend ist?
    Jetzt begriffen?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Tja, Sabi(e)ne,


    deiner Rhetorik bin ich nicht gewachsen
    In diesem deinem Fred gibt es nichts beizutragen, was ich zu dem Thema meine, habe
    ich vorab in Beitrag 5 erklärt.
    Allen Sarkasmus und Kritik verkneife ich mir, da unter Beobachtung.


    Herzliche Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo, Udo,
    dann nimm doch mal zur Kenntnis, daß fortlaufende Brutraumerneuerung NICHT bienengemäß ist.
    Das gibt es schlicht nicht.
    Wabenbau wird errichtet und erst mit dem Aussterben der jeweiligen Bewohner saniert und vom nächsten Schwarm neu gebaut.
    Es gibt keine stückweise Wabenerneuerung.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Tja, Hartmut,


    Wieviel Bonus hat Sabiene und wieviel ich. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
    Die Sticheleien von Sabine siehst du nicht.
    Das ist UNFAIR.


    Gruß, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo, Sabi(e)ne,
    fortlaufende Bruterneuerung ist naturgemäß!!! Ich versteh nicht, was du hier so
    verkomplizieren willst. Bienenhaltung ist einfach, du verschreckst nur die Zuschauer
    und Anfänger.


    Herzliche Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Nein, Udo,
    ist es nicht.
    In freier Wildbahn fummelt niemand im Brutnest rum und nimmt alte Waben raus und tut neue MWs rein.
    Da wird das Brutnest vom Schwarm in einem Rutsch gebaut, und danach kaum noch was geändert, außer irgendwelche Viecher rauben am Volk rum.
    Deshalb bevorzugen die Damen ja Spechthöhlen in über 10 m Höhe.
    Der Schwarm hat einmal ein Raumerfassungsvermögen, und das ist genau bei seinem Einzug in eine neue Behausung.
    Danach hakt es gewaltig, weil es das einfach nicht gibt.
    Der Baum kann umfallen, deshalb der Trick mit dem Grünzeug vorm Flugloch beim Umsetzen auf kurze Entfernung, aber normal wird da kein Wabenbau nach der Etablierung neu gebaut.
    Und egal, was für eine Art Behausung, nach spätestens 6 Jahren ist IMMER Ende mit dem jeweiligen Volk.
    Egal, ob Varroa oder nicht, es gibt in Mitteleuropa keine dokumentierten Bienenvölker oder Nester, die je länger überlebt hätten.
    Da müssen doch bei Imkers die Lichter angehen? :u_idea_bulb02:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen