Probleme mit den "Weißen"

  • Moin ,Moin aus Hamburg,
    eigentlich wollte ich gestern nur ein paar Futterkranzproben nehmen.Also alles gut vorbereitet und rann an die Völker. Das erste Volk saß in der Obersten Zarge und füllte diese komplett aus. Augenscheinlich alles OK bis auf das heulen und das mir keine den Stachel entgegenstreckte.Die Vermutung bestätigte sich: Keine Eier, keine Brut , keine Königin. Die Vermisste war eine "weiße".
    Dann das nächste Volk. Wieder komplett starkes Erscheinungsbild, gleichmäßiges leises Summen , Abwehrhaltung aber vielleicht 5 DM großes Brutnest. Intakte Königin mit weißem Punkt.
     
    Nach 2 Stunden bin ich dann letztendlich bei 9 Völkern ohne Königin oder Brut gewesen. Bis auf eine waren alle ein "weißer " Jahrgang. Das war der verregnete Sommer. Ich wollte eigentlich letztes Jahr umweiseln, habe mich aber aufgrund des guten Eindruckes , den die Völker machten davon abbringen lassen. Die Bienen waren alle auf 2 Zargen eingewintert mit ca. 40KG Gewicht stark eingewintert worden.
    So, jetzt muß ich mir etwas einfallen lassen. Falls also auch jemand aus diesem Jahr noch Königinnen hat, ich würde mal reinschauen.
     
    Mit nachdenklichen Grüßen aus Hamburg:-(
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo, Daniel,
    mein Beileid, das ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt hart....
    Mein Vorschlag (jaja, schreit nur....:-D) wäre, sie jeweils einem anderen Volk mit nicht-weißer Königin aufzusetzen, bevor du Afterweiseln kriegst und noch größere Probleme.
    Zur Schwarmzeit (was dieses Jahr erheblich früher sein dürfte als sonst) trennst du sie wieder und läßt den Verwaisten je 1 oder 2 Schwarmzellen drin.


    Was noch interessant wäre: waren deine Weißen selbstgezogen und standbegattet und nahe verwandt oder von auswärts, nicht verwandt und/oder außerhalb begattet?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    danke für den Tipp Sabine. So werde ich es wohl machen.
     


    Was noch interessant wäre: waren deine Weißen selbstgezogen und standbegattet und nahe verwandt oder von auswärts, nicht verwandt und/oder außerhalb begattet?


     
    Es handelt sich teilweise um Schwarmzellen aus eigenen Völkern und um Zuchtstoff aus Segeberg. Alle Weiseln schlüpfen bei mir im Volk und sind /werden ausschließlich standbegattet.Die Völker stehen an verschiedenen Plätzen mindestens zu 3 Paar. Umliegender Drohnenflug von Nachbarständen ist auch immer möglich.Eigentlich bin ich bisher mit meiner Standbegatten "Regionalbiene" sehr zu frieden. Nur dieser Sommer war für die Begattung von denkbar schlechten Bedingungen gekennzeichnet. Man soll auf seinen Bauch hören. Ich habe mich von Fakten täuschen lassen.Man kann eben nicht "reinsehen" in die Damen.Wieder etwas dazu gelernt, auch wenn man sich diesen Fehler hätte sparen können.
     
    Viele Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Irritierte Anfänger-Frage:
    wären nicht "diesen Sommer" 2007 die GELBEN dran gewesen? :oops: 
    Sorry, Drohne Daniel, wenn ich hier etwas missverstehe...

  • Moin, Barbara,
    ja, er wollte die weißen von 2006 eigentlich umgeweiselt haben in Gelbe von 2007, aber da sie noch so toll in Schuß zu sein schienen.....:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Irritierte Anfänger-Frage: wären nicht "diesen Sommer" 2007 die GELBEN dran gewesen? :oops: Sorry, Drohne Daniel, wenn ich hier etwas missverstehe...


     
    Moin ,Barbara,
    ich bin persönlich der Meinung das eine Königin gerne älter als ein Jahr werden darf. Ich kenne viele sehr gute und erfolgreiche Imker, deren Betriebsweise auf einer jährlichen Erneuerung der Königin basiert.
    Eine sicherlich sehr erfolgreiche Praxis die man meiner Meinung nach eigentlich empfehlen kann.
    Ich persönlich bin der Meinungm,das eine wirklich gute Königin auf dem höchsten Leistungsstand Ihrer Vitalität das Volk zum Schwarm führt. Bis dahin lasse ich sie eigentlich "regieren". Das ist in der Regel länger als ein Jahr und funktioniert auch sehr gut. Mein momentanes Problem liegt einfach darin , das die Damen sich einen sehr ungünstigen Zeitpunkt für ihr ableben oder auch Ihre Unfruchtbarkeit ausgesucht haben. Das hätte ich wissen müssen.
    Mein Verdacht auf eine nicht perfekte Begattung (scheiß Sommer2006) war also nicht unbegründet. Interessant finde ich an der Sache nur, das auch offensichtlich die Bienen die Situation falsch eingeschätz haben. Es ist für sie ja ein existenzielles Problem, die Lage falsch einzuschätzen.
     
    Viele Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Daniel,
     
    für sehr unwahrscheinlich halte ich, daß allen Weiseln eines Jahrgangs zur gleichen Zeit der Samenvorrat auf Grund schlechten Begattungswetters ausgeht.

    Zitat

    Mein Verdacht auf eine nicht perfekte Begattung (scheiß Sommer2006) war also nicht unbegründet.


    Dann wäre ja bei allen nach dem (angenommen) 4,5-ten Drohnen eine schwarze Wolke für den vorzeitigen Abbruch des Begattungsfluges verantwortlich gewesen.

    Zitat

    Interessant finde ich an der Sache nur, das auch offensichtlich die Bienen die Situation falsch eingeschätz haben. Es ist für sie ja ein existenzielles Problem, die Lage falsch einzuschätzen.


    Auch das ist sehr unwahrscheinlich. Der Samenvorrat geht nicht blitzartig zu Ende. Die Leistung und der Pheromonausstoß gehen zurück. Die Bienen spüren das und weiseln still um. Ein Großteil Deiner Völker hätte das im letzten Spätsommer getan.
     
    Herzliche Grüße, Torsten

  • Moin, moin,

    Zitat

    Dann wäre ja bei allen nach dem (angenommen) 4,5-ten Drohnen eine schwarze Wolke für den vorzeitigen Abbruch des Begattungsfluges verantwortlich gewesen.


    Nein, es kann schlicht zu kalt gewesen sein und kaum Drohnen unterwegs.
    Drohnen fliegen zwar auch bei tiefen Temperaturen "auf's Klo", aber zum Begatten legen sie schon Wert auf Temperaturen ab 23° aufwärts...
    Ich hatte 2006 eine ganze Serie, die nur Drohnenbrut produzierte. Tagestemperaturen in deren zweiten Lebenswoche max. 14°C, dazu Regen....

    Zitat

    Auch das ist sehr unwahrscheinlich. Der Samenvorrat geht nicht blitzartig zu Ende. Die Leistung und der Pheromonausstoß gehen zurück. Die Bienen spüren das und weiseln still um.


    Leider nicht, wenn das Ende der Legetätigkeit und Brutnestschluß im Herbst zusammenfallen.
    Wenn Mama dann im Frühjahr nicht mehr in die Gänge kommt - Pech gehabt.


    Wir können natürlich auch gern über Erdstrahlen und PSM spekulieren, aber Fakt ist, daß es in manchen Jahren halt wettermäßig eben nicht hinhaut.
    Ich hab die allererste Serie in 2006 Ende April/Anfang Mai noch gut begattet gekriegt, die nächste nur noch halb, die dritte war der Totalausfall, und die 4. ging dann wieder.
    Hätte ich Anfang Mai überhaupt erst angefangen, und mit einer oder zwei großen Serien, wäre ich komplett verratzt gewesen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Vor 5 oder 6 Jahren hatte ich auch einmal einen größeren Ausfall von Jungköniginnen. Zu der Zeit hatte ich das Verbauen der Weiselzellen noch nicht so richtig im Griff. Ich hatte die Königinnenzellen vom Verbau befreit. Das Schlupfergebnis war schon sehr schlecht. Die geschlüpften Königinnen machten gar keinen so schlechten Eindruck. Aber im Herbst begann es schon mit den Ausfällen, welche sich im Frühjahr fortsetzten. Könnte es ev. diese Ursache gewesen sein?
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo, Honigmaul,
    wenn sie verbaut wurden, sind sie dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm geworden, denk an die zum Bauen erforderlichen Temperaturen.
    Nach Herrn Maier beim Imkerforumstreffen sinken die Schlupfraten ab einer Temperatur von über 36°C dramatisch, bei 38° gehen sie schon gegen Null; der Imkermeister der Uni läßt sie im Brutschrank bei 34.x° ausbrüten. (genauer weiß ich's nicht mehr).
    Da dürften dann schon ein paar Stunden bei Baubienentemperatur gewaltig was ausmachen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Ob beim beschriebenen Zellenverbauen die Temperatur zu hoch war, kann ich nicht beurteilen. Jedenfall war offensichtlich zu gute Tracht. Das Problem löse ich seither, indem ich bei guter Tracht nach dem 5. Tag (alle Weiselzellen sind verdeckelt) ein Magazin mit Leerwaben oder teilweise leeren Futterwaben aufsetze und dadurch die Bienen des Sammelbrutablegers genügend Platz zur Nektarablagerung haben.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo sabi(e)ne,
     
    ja aber die Ausfälle nicht im 0-ten oder 1-ten Jahr, sondern im Zweiten nach der winterlichen Legepause? Bei allen Weiseln dieses Jahrgangs? Sind die Weiseln damals zu Neunt(!) ausgeflogen und haben sich alle vorhandenen Drohnen schwesterlich geteilt, so daß es genau bis eben gerade gereicht hat?
    Eher tendiere ich zu piper ! Wie heißt denn die Grippe bei den Bienen?
    Ja klar doch! Nosema:u_idea_bulb02:
     
    Herzliche Grüße, Torsten