Mittelwände und AFB

  • Hallo ,


    sind Mittelwände durch mehrmalige Aufkochen zum Wachs klären dann automatisch frei von AFB oder muss der Wachs noch speziell behandelt werden .


    Schöne Grüße Florian

  • Hallo ,
     
    sind Mittelwände durch mehrmalige Aufkochen zum Wachs klären dann automatisch frei von AFB oder muss der Wachs noch speziell behandelt werden .


     
    Nö! Erst Durch Sterilisierung (Autoklavieren .....121°C bei ca 2atü Überdruck) werden die Sporen von AFB vernichtet. Also so, wie in der Medizin routinemäßig Keime vernichtet werden.
    Aufkochen bringt leider gar nix.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo Florian,


    es gibt zwei Möglichkeiten, Druckkessel, (Autoklave) oder mit einen Doppelwandigen Thermoölkessel, das letztere ist weniger gefährlich und jeder kann sich so ein Gerät kaufen.


    Ich habe so einen Thermoölkessel, das Gerät ist Doppelwandig und wird mit Thermoöl oder Wärmerträgeröl betrieben.


    Man kann damit Wachs klären und entseuchen.
    Mein Gerät hat ein Fassungsvermögen von 35 kg Wachs, nächste Größe 75 kg und bis 300 kg, letzteres kostet ca 5000 Euro.


    Das kleinste Gerät kostet ca zur Zeit 1000 Euro, oft gibt es solche Geräte auch im Sonderangebot.


    Wer selbst Mittelwände herstellt wie ich, sollte sein Wachs sicherheitshalber vorher entseuchen.
    Das Risiko ist zu hoch das man sich etwas einfängt!


    Der Kessel wird beim Entseuchungsvorgang sehr heiß!

  • Hallo Florian,


    entscheidend ist, wie schon vorher erwähnt, das Erreichen der 130° Grenze, die dann auch einige Minuten gehalten werden muss. Das geht sicher am besten im Autoklav oder Thermokessel, kostengünstig aber auch über Gaskocher und genügend großem Kessel/Fass etc. Nur musst du wirklich höllisch aufpassen, da ja >100° Wachstemperatur das Wasser zu brodeln beginnt, teils recht heftig. Also immer mit einem Laborthermometer kontrollieren und Schutzbekleidung (Plastikschürze, Handschuhe und Schutzbrille) tragen. bei diesen Vorsichtsmassnahmen gehts auch mit kleineren Mengen recht gut und AFB ist kein Thema.


    Ausserdem ist die Chance sich durch eigenes (!) Wachs über Mittelwände AFB einzu fangen praktisch gleich Null. Dann hättest du vorher eigentlich nur noch kranke Völker gehabt, so hoch müsste die Belastung sein.



    Hallo ,


    sind Mittelwände durch mehrmalige Aufkochen zum Wachs klären dann automatisch frei von AFB oder muss der Wachs noch speziell behandelt werden .


    Schöne Grüße Florian

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,
    da gebe ich dir recht. Wer einigermaßen den Durchblick hat wird kein fremdes Wachs oder Wachs aus "kritischen" Völkern zu Mittelwänden verarbeiten. Solches Wachs gehört weder in den Sonnenwachsschmelzer noch in andere Imkergeräte. Das Feuer ist hier die beste und billigste Lösung. Folgt man allerdings dem Drohn, dann können Sporen überhaupt keine Faulbrut auslösen. Ich kann dieser These nicht folgen.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  •  
    Abtötung von Keimen (Dauersporen) funktioniert mit "nasser Hitze" bedeutend besser, als mit "trockener". Bei Wachs kommt das Problem der Entzündbarkeit/Brennbarkeit hinzu. (Jeder, dem schon mal der Wachseimer in Brand geraten ist, weiß unangenehm das ist).
     
    Und darum wird in den Ausführungshinweise zur Bienenseuchen-Verordnung folgendes gefordert:
     
    Zitat:
    "Aufgrund bisheriger Erfahrungen ist es z.B. der Fall bei Einwirkung folgender Temperaturen und Einwirkungszeiten:
    + 230 °C für mindestens 20 Minuten (Trockensterilisation) oder
    + 120 °C für mindestens 30 Minuten (im gespannten Wasserdampf mit 1atü-Autoklav)."
     
    Aus oben genannten Gründen bleibe ich dabei: Effektiv und ungefährlicher ist das Autoklavieren.
    Zitat Ende.
     
    Trockensterilisation bei +230° bei Wachs möchte ich nicht machen wollen.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo Alfred,
     
    zitieren will gelernt sein.
     
    Unter Artikel 8 Absatz 3 steht was über die Sterilisation der toten Bienen.
    Dort sind deine Temperaturangaben zu finden.
     
    Unter Artikel 2 Abstaz 5 steht was über die Sterilisation des Wachses. Dort wird gefordert min. 180°C für min. 30 min. Dort steht nichts über Dampf oder Druck.
     
    Weiters ist Dampf und Druck nur bei Feststoffen nötig um eine gleichmäßige Verteilung der Temperatur zu gewährleisten.
     
    Bei Flüssigsterilisation, das ist Wachs mit Temperaturen über ca. 60°C, ist Druck nicht nötig. Nur eine gleichbleibende genügend hohe Temperatur über einen bestimmten Zeitraum.
     
    Und wie lange der Zeitraum, die Höhe der Temperatur ist, wird empirisch über mehrere Messläufe ermittelt. Dazu wird verseuchtes Material sterilisiert und danach geprüft wie hoch die Abtötung der Keime ist.
     
    Das nennt man Validierung.
     
    Durch diese Validierung kann z.B. auch herauskommen, daß man Wachs auch mit 80°C und einer Zeit von 3 Stunden seuchenfrei bekommt.
     
    Aber das sind nur Beispiele wie wir in der Pharma unsere kontaminierten Abfälle entsorgen.
     
    Das Zitat, das du aufgeführt hast, sagt nur aus, daß die Behörde den sichersten Weg geht. Dieser Weg ist aber nicht der einzige um das Wachs zu sterilisieren.
     
    Gruß René

  • Nachtrag:
     
    Für deinen Dampfautoklav ist eine Jährlich wiederkehrende Druckprüfung nötig. Diese darf nur der TÜV durchführen. Und das betrifft nicht nur die gewerblichen Betriebe sondern auch die privaten.
     
    Nennt sich auch Betriebssicherheitsverordnung.
     
    Zitat: Die Betriebssicherheitsverordnung schreibt in den § 14 (Prüfung vor Inbetriebnahme) und § 15 (wiederkehrende Prüfungen) Prüfungen vor, die durch Zugelassene Überwachungsstellen oder Befähigte Personen vorzunehmen sind.
     
    Gruß René

  • Hallo Sabine,
     

    Inwieweit unterscheiden sich die Eigenschaften des derart hoch erhitzten Wachses von denen des unerhitzten Rohwachses?


     
    Das ist eine gute und berechtigte Frage. Ich denke es ist dem Wachs sicher nicht zuträglich. Laut Mittelwandhersteller arbeiten diese mit max. 120°C Temperatur um zu entseuchen damit das Wachs nicht geschädigt wird.
     
    Nach der Sterilisation wird das Wachs bei ca. 80°C einige (8-10) Stunden gelagert und danach in Wannen gegossen um es abkühlen zu lassen. Das wird gemacht um die Schwebstoffe absinken zu lassen.
     
    Gruß René

  • Inwieweit unterscheiden sich die Eigenschaften des derart hoch erhitzten Wachses von denen des unerhitzten Rohwachses?


    Hallo Sabiene,


    wenn man Wachs zu lange erhitzt verfärbt es sich dunkel und wird unbrauchbar.
    Rohwachs ist hellgelb, siehe Entdecklungswachs.
    Lange Hitze schändigt das Wachs, da freut sich nur noch die Mülltonne.


    Bei der Thermoölvariante brauch man kein Wasser, wäre auch viel zu gefährlich, das Öl wird heißer als Wasser, und kocht nicht, nur das Wachs fängt an zu kochen, ab 180 Grad entzündet sich das Wachs von selbst.


    Bei Umgang mit heißem Wachs sollte man sorgfältig arbeiten und entsprechende Schutzkleidung tragen.


    So ein Thermoölkessel lohnt sich wenn man mit mehren Imkern sich so ein Gerät kauft, ohne Entseuchung bleibt immer ein Risiko!
    Ich konnte so ein Gerät günstig kaufen.
    Nach Möglichkeit entseuche ich auch Wachs für andere Imker!

  • Hallo ,


    vielen dank für die zahlreichen antworten .


    Werden käufliche Mittelwände eigentlich auch mal auf AFB kontroliert ? Einige Hersteller bieten ihre MW als Seuchenfrei an , bei anderen wird dies nicht erwähnt .


    Schöne Grüße Florian

  • hi,
    wie sieht´s eigentlich aus, das wachs in nem edelstahl wasserkocher zu erhitzen? die haben doch auch nen übertemperaturschutz, um zu erkenne, wenn alles wasser verdampft ist. wie heiß wird denn so ein teil?
    mfg jeffrey