ausgeschleuderte Waben haben Wasser gezogen - wie putzen?

  • Liebe Imkers.
    durch zu feuchte Lagerung haben ausgeschleuderte, unbebrütete Honigraumwaben "Wasser gezogen" - die Waben sind schwer und eben voller Honigwasser aber offensichtlich nicht verschimmelt.


    Frage ist nun, was man besser tun sollte - die ganzen Waben ausschneiden und verwerfen (was eigentlich schade wäre weil die Waben eigentlich sehr schön sind und erst im letzten Jahr im Naturbau gebaut wurden), die Waben ausschleudern (was eben viel Arbeit & Schleuder putzen bedeutet) oder die Waben mit einem Wasserstrahl ausspülen und im Warmen trocknen lassen (wenn das überhaupt geht?)?


    Die Bienen will ich da eigentlich nicht ranlassen weil es eben massiver Wassereintrag (womöglich auch Keimeintrag) ist und ich das nicht im Honig wiederfinden will.


    Tipps und Ideen dazu wären willkommen...wieder was gelernt <seufz>


    Melanie

  • Moin, moin, Melanie,
    du hast aber auch Probleme...*trööööst*
    Da bleibt leider nur zweimal schleudern.
    Einmal alle so, danach die Waben in der Badewanne oder sonstigem großen Kump nochmal mit lauwarmen Wasser füllen und nochmal schleudern.
    Danach sollte alles raus sein, und dann an trockenem warmen Ort trocknen lassen (oder wenigstens da, wo viel Zugluft/Wind ist).
    Mit Wasserstrahl spülen geht leider nicht, du kriegst es nur durch Schlagen wieder raus, und das verträgt dein Naturbau wahrscheinlich weniger als schleudern.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Bienenfreund!


    Wenn die Waben nicht verschimmelt sind, können diese ganz normal zum Aufsetzen verwendet werden. Da kommt nichts in den Honig. Nach dem Aufsetzen werden die Waben von den Bienen ohnehin gereinigt, indem der Resthonig/futter wie eine Ernte behandelt wird, "brutnestnah" eingelagert und verbrütet wird.
    Das Aufsetzen sollte aber zu einer Zeit erfolgen wo noch keine starke Tracht ist. Honigfeuchte Waben werden von den Bienen gut angenommen.


    Bezüglich Keimeintrag würde ich mir keine Sorgen machen. Hast du schon beobachtet, wo die Bienen ihr Wasser holen? (Pfütze, Jauchelacke usw). Es gibt Untersuchungen, dass die Keime von den Bienen weitestgehend außer Gefecht gesetzt werden.


    Aber grundsätzlich würde ich mir den Ort der Wabenlagerung genauer ansehen. Dieser dürfte vermutlich zu viel Luftfeuchtigkeit haben, bzw. eine unzureichende Lüftung.


    Das mit der Lüftung gilt aber nur im Winter (wo es draußen kälter ist als drinnen). Im Sommer kann eine Lüftung unter Umständen genau das Gegenteil bewirken. Bei mir werden die Waben während der Lagerung immer trockener. Ein abgetropfter Honig lässt sich nach dem Winter im Wabenlager gar nicht mehr so leicht wegwischen, da er direkt eingetrocknet ist.


    MfG
    Honigmaul

  • Hi Melli,
    du braucht 2 Zargen, eine ohne alles! Lftentfeuchter reinstellen! die Feuchtwaben in die 2. Z. obendrauf, Deckel aufsetzen, etwas Luftzirkulation - z.N. ein Hölzchen oben einlegen UND einen trockenen Standort. Wetten das wird trocken!
    Knäcke

  • Hallo Melanie,


    wo hast du die Waben den aufbewahrt?
    Ich hebe meine Waben im Schrank auf, da kommt nichts dran.
    Man soll nach Möglichkeit Honigfeuchte Waben immer verschlossen aufbewahren, Zargenturm oder Schrank.


    Die Waben ziehen nur Wasser wenn die Umgebung feucht ist, in einer trocknen Umgebung kommt so was auch kaum vor.


    Die Feuchte zieht Hefepilze an, die Gefahr kann bestehen, wenn man solche Waben Völkern zuhängt, und der neue Honig kann mit Hefepilzen angereichert werden.
    Die Bienen filtern mit ihrem Ventiltrichter Keime heraus, aber man sollte drauf achten das die Waben trocken aufbewahrt werden.


    Der Vorteil von Honigfeuchten Waben, die Bienen nehmen die Waben gerne an, und der Honig hat eine Reizwirkung.
    Die Königin bestiftet solche Waben sehr gerne.
    Waben die Wasser gezogen haben, sind nicht mehr Honigfeucht!


    Wie Sabiene schon geschrieben hat, die Waben in Wasser spülen und aufhängen zum trocknen.
    Gut ausschütteln oder schleudern!


    Wenn du die Möglichkeit hast, hänge die Waben zum trocknet in den Heizungskeller, so mache ich das immer wenn ich Waben zum trocknen aufhänge.


    Honigfeuchte Waben mögen die Wachsmotten auch nicht so gern.
    In meinen Schrank stehen nur helle Honigwaben und Mittelwände.

  • Hallo Hautflüglerin,
    im Herbst in Zukunft Waben nach der Einfütterung aufsetzen. Folie mit kleinem Loch dazwischen legen. Deine Hautflügler werden dann die Waben sauber putzen. Wie schon erwähnt taugen sie zur Brutraumerweiterung auf jeden Fall und tausenden Imkern passiert das jedes Jahr und sie machen es wie Honigmaul vorschlägt. Du könntest auch jetzt eine Futterzarge oder Folie mit kleinem Loch oder Schaumstoffplatte mit Loch aufsetzen und die Magazine mit den Waben darauf setzen, sie putzen dann auch.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Danke für die ganzen Tipps!!


    Remstalimker
    Tatsächlich hatte ich die Waben sogar nach dem Schleudern aufgesetzt und das war mein Fehler - die haben das nämlich flugs wieder gefüllt und nicht geputzt! Diese Füllungen haben natürlich noch besser Wasser gezogen...Hatte einfach vergessen, daß man die geschleuderten Honigräume besser unter- als draufsetzt und das dann aber auch wirklich nur kurz (24 Stunden) damit sie die Honigreste als Schutz vor Räuberei entfernen aber nicht gleich das nächste eintragen.


    Ich habe auch schüberlegt, den Kram einfach in den Heizungskeller zu stellen weil es da wirklich super warm und trocken ist. Da hätte ich die den ganzen Winter drin lassen sollen aber ich dachte, so von wegen Hygiene (Heizölbrenner sind eben nie ganz sauber) wäre das nichts...so habe ich mir nun extra Arbeit aufgehalst, na bravo...was tut man nicht alles für die glücklichen Honigkunden und die Lebensmittelaufsicht ;-))


    Allerdings will ich die Soße darin wirklich lieber raus haben - denke, einmal den Kram durchschleudern (dabei gleich den Schrott entsorgen) und danach im Keller trocknen wird wohl die beste Lösung sein...


    Herrjeh, ohne dieses super-aktive Forum hätte ich den Kladderadatsch wohl längst hingeschmissen...irgendwann sollte ich mal das "Wirkliche Anfänger-Imkerbuch" schreiben das mal die ECHTEN Probleme beschreibt...


    Melanie

  • Hallo Hymenoptera,
    man sollte beim Aufsetzen besser noch ein leeres Magazin aufsetzen, das bei den Bienen der Eindruck entsteht hier gibt es etwas zu stehlen. Manchmal dauert das Putzen auch etwas länger. Untersetzen könnte man bei verkleinertem Flugloch immer noch, kommt ja nichts in den Honigraum. Obwohl ich heute gesehen haben, dass die Apfelblüten am Aufplatzen sind.

    Zitat

    irgendwann sollte ich mal das "Wirkliche Anfänger-Imkerbuch" schreiben das mal die ECHTEN Probleme beschreibt...

    Hier wirst du das Problem haben, dass du wieder die falschen Probleme beschreibst. Die Imkerei wird immer neue Probleme schaffen. Dir, mir, allen. Die großen Schweiger, welche scheinbar keine Probleme haben, verbreiten Lehrbuchweisheiten.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,


    ich finde es überflüssig die ausgeschleuderte Waben den Bienen noch mal auf zu setzen.
    Wartet man zu lange, sind die Waben bereits wieder mit Nektar gefüllt, und man hat genau das Gegenteil erreicht!


    Nach dem Schleudern kommen die Waben in den Schrank, und da passiert nichts.
    Das nochmalige Aufsetzen ist viel zu umständlich und zusätzliche Arbeit!
    Es sollte jeder für sich entscheiden, ich halte davon nicht viel!

  • Hallo Michael2,
    da hast du schon recht.

    Zitat

    Es sollte jeder für sich entscheiden,

    Doch wenn jemanden um Ratschläge bittet, möchte er auch Antwort. Oft auch nur um für seine schon begangene Tat eine Bestätigung zu erhalten. Wenn ich ausgeschleuderte Waben im September aufsetze, wie beschrieben, werden sie nicht mehr angetragen. Du musst da schon in einem gottgesegneten Gebiet imkern und manche werden dich auch um dein trockenes Wabenlager beneiden.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Also das tolle Wetter nutzend habe ich es jetzt mal probiert, die Waben zu schleudern. Aber das klappt einfach nicht. Viele Zellen sind voller kristallisiertem Honig. Echter Murks; das will ich einfach nicht in meinen Honigräumen haben


    Ich werde den ganzen Kladderadatsch jetzt durch den Dampfwachsschmelzer scheuchen und dann schöne, neue Naturbauwaben ziehen lassen...und in diesem Jahr für eine bessere Lagerung sorgen. Eben wieder etwas gelernt - toll!


    Habe mir jetzt diesen Wabenschmelztrichter geordert (http://www.imkerzentrale.de/sh…nwachs_wachsschmelzer.htm) denn diese Lösung finde ich pfiffig - da werden auch gleich die Zargen mit geputzt und zumindest oberflächlich desinfiziert.


    Danke & Grüße


    Melanie

  • Hallo Melanie,
    zwei kleine Anmerkungen:


    Wie ich sehe benutzt Du Segeberger.
    1. Zum Schmelzen die Auflageschienen aus Kunststoff entfernen. Zu mindest bei meinem Dampferzeuger sind die hinterher durch die Hitze verformt und reif für die Tonne.


    2. Die Zargen etc. regelmäßig wechseln. Die ständige Hitze bekommt ihnen sonst nicht gut.
    Es bilden sich an der Innenseite der Zargen, zumindest bei meinem Dampferzeuger nach mehreren direkt aufeinander folgenden Durchgängen , Risse.


    Gruß Hubert

  • Danke für die Tipps - habe Holzschienen und wollte die eigentlich schon tauschen weil die Plastikdinger echt weniger verkittet werden. Aber das ist wichtig zu wissen.
    Und das mit dem Tauschen ist auch wichtig - womöglich werde ich diese Zargen aber eh nur noch fürs Schmelzen verwenden. Als Honigräume sind sie mir zu schwer und für Bruträume habe ich ja die 1 1/2er.


    Melanie