jungfernwaben für Honiggewinnung

  • Hallo Imker,
     
    ich lese immer wieder, dass es ein Qualitätsmerkmal ist, im HR Jungfernwaben zu verwenden. Ich habe dazu Fragen und bitte Euch um Eure Antworten/Meinungen.
     
    - beeinflusst es wirklich die Honigqualität?
    - welche Qualitäts-Parameter des Honigs korrelieren mit dem Wabenzustand
     
    - für wieviele Perioden kann man Jungfernwaben einsetzen, bis sie auch aus hygienischen oder technischen Gründen auszutauschen sind (ev. wird eine Jungfer auch zu alt)
    - ist es aus Gründen der Festigkeit sinnvoll, einmal-bebrütete Waben im HR zu verwenden (natürlich nicht für Wabenhonig)
     
    bin sehr dankbar für Eure Meinung
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Gerd ,
     
    Qualität: Ja, ich bild mir ein, wenn Du mir 10 Proben gibst, daß ich 8 mal richtig lieg, ob der Honig aus bebrüteten/unbebrüteten stammt.
     
    2 Frage: Ziemlich einfacher Versuch: Jungfernwabe, bebrütete Wabe, schwarze Wabe, weich alle drei seperat in Wasser ein für 1. Tag. Schütt die Brüh einzeln in eine weiße Plastikschüssel, nimm jeweils einen Schluck!
    Guten Appetit.
     
    3. Frage kann leicht beantwortet werden: Etliche Jahre, zumindest 4-5, auch länger, wenn sie Dir nicht mehr gefallen einschmelzen.
     
    4. Probiers! 1.Bebrütet müssen sie nicht sein. Flachrähmchen/Halbrähmchen
    werden bestens angebaut. Beim Schleudern mit Gefühl arbeiten, notfalls öfters wenden, das ist alles.
     
    Gruß Simmerl

  • Danke für Eure Antworten,
     
    den Unterschied an den Waben kann ich natürlich feststellen, aber wenn ich richtig verstanden habe, ist der Unterschied im Honig deutlich zu schmecken und zu riechen?
    Dann müsste sich das ja auch messen lassen und es Qualitäts-Parameter dazu geben?
    Entsprechend den Versuch vom Simmerl müsste sich dieser Geschmack/Geruch schwarzer Waben auch im Honig wieder finden und eben nicht, wenn es eine Jungfernwabe war, richtig? Wenn ja, wäre diese Analogie auch für einen Anfänger einfach zu reproduzieren.
    Um ausschliesslich Jungfernwaben im HR verwenden zu können, muss man erst ein paar Jahre einen Bestand aufbauen. Ich sag mal lieber nicht, dass ich noch wenig Bestand habe:oops:
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Ich sag mal lieber nicht, dass ich noch wenig Bestand habe.


    Hallo Gerd, ein Obstbaum hat im ersten Jahr auch noch keinen Vollertrag...


    Das nur zum Trost. :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich glaub ja du hast da was falsch verstanden.


    Jungfernwaben sind doch die unbebrüteten, neugebauten Waben?
    Die machen die Bienen auf den Mittelwänden selber. Wo brauchst du da einen Bestand?

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo,
     
    die Bienen bauen ja nur eine beschränkte Anzahl von Mittelwänden zu Waben aus (bei mir etwa 6 MW's). Richtig schwarze Waben schmelze ich ein, bei steigender Anzahl der Völker entsteht ein Defizit an ausgebauten frischen Waben.
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Wie kommts?
    Bei mir haben die letztes Jahr, da ich nur mit MW erweitern konnte 3 Zargen ausgebaut.
    Natürlich nur mit Mittelwänden. Reinen Naturbau in Arbeiterinnengröße gibts natürlich nicht so reichlich.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo, Gerd,
    wahrscheinlich kommt bei dir wieder das Phänomen der verzögerten Raumwahrnehmung zum Tragen. Gib ihnen einen 2. HR nur mit MWs schon, wenn sie am ersten gerade mal an den Unterträgern rumkrabbeln....
    Und versuch mal, die ausgebauten Waben an den Rand und MWs in die Mitte zu setzen, und mach ein paar Löcher im oberen Drittel der MWs.
    Die Bautraube baut ja nie nur an einer MW...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    also ich habe immer einen überschuß an ausgebauten waben. jedes volk baut im jahr mindestens 30 mw, oder sogar mehr aus.
    mfg jeffrey

  • Hallo,
     
    die Bienen bauen ja nur eine beschränkte Anzahl von Mittelwänden zu Waben aus (bei mir etwa 6 MW's). Richtig schwarze Waben schmelze ich ein, bei steigender Anzahl der Völker entsteht ein Defizit an ausgebauten frischen Waben.
     
    viele Grüsse
    Gerhard


    Hallo Gerhard


    Bist du auch einer ? der mit dem zuhängen von Mittelwänden geitzig ist ? ( etwa 6 MW's )


    Kurz vor (ca.1Woche) anfang Kirschblüte , beim herrausnehmen der überschüssigen Futterwaben kannst du sofort mit Mittelwänden im Brutraum auffüllen . Sobald dann die Kirschen eine Woche blühen gibst du den Honigraum , 3 ausgebaute Waben in der Mitte ,wenn du welche hast ,sonst mit Mittelwänden.Bei der Entnahme der Frühtracht das gleiche noch einmal.Dann hast du kein Defizit mehr an ausgebauten frischen Waben.


    Mit imkerlichen
    Gruß Josef .
    derbocholter

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moin, Josef,
    das kann man aber nicht so verallgemeinern; Kirsche blüht hier schon 5 Tage, aber wehe dem, der jetzt Futterwaben schon rausgenommen hat: 0° heute morgen....
    Der Spruch heißt nicht umsonst "Völker verhungern im April".:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
     
    danke für Eure Antworten, bin etwas überrascht.
     
    Ich war bis jetzt der Meinung, dass die Bienis nicht mehr schaffen als 6 MW's auszubauen und hab natürlich auch nicht mehr rein.
     
    Wenn ihr soviele MW's reinhängt, dann geht das doch auch zu Lasten des Ertrags, oder? Einerseits weil ja zum Ausbauen das 7fache an Nektar benötigt wird (hab ich gelesen), und die sammelbare Menge auch beschränkt ist. Andererseits, weil die Bienis bei MW's ja gar nichts einlagern können, also erst gezwungen sind zu bauen. Die Folge wäre ev. ne Menge (halb)ausgebauter MW's aber leider kaum Honig.:-(
    Das wär in meinem Fall auch kein grosses Problem, aber der Zusammenhang zwischen MW-Ausbauen und Honigernte würde mich schon interessieren. Vielleicht könnt Ihr mir da Euere Erfahrung mitteilen.
     
    Danke schon mal und viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Moin, Gerd,
    die Baubienen sind die jungen, die Flugbienen die alten.
    Je mehr Jungbienen du hast, desto besser und mehr wird gebaut.
    Und desto mehr Flugbienis hast du eine bis zwei Wochen später.:wink:
    Gebaut wird umso besser, je weniger du den Deckel aufmachst (Thermoregulation!), weil die 40° zum Wachsschwitzen ja doch schon einiges an Energie kosten.


    Ob diese 1:7 ratio stimmt, kann ich nicht beurteilen; aber über mangelnden Ertrag bei viel Bauenlassen kann ich mich nun wirklich nicht beschweren.
    Allerdings wird u.U. ein Volk schneller Naturbau bauen als MWs ausbauen, weil die MWs auf Bearbeitungstemperatur zu kriegen ganz schön lange dauert, ist ja viel mehr Masse zu erwärmen.
    Von daher bin ich mit meinem arbeits- und kostensparendem Naturbau ziemlich glücklich und ertraglich zufrieden.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen