Radioaktiver Honig

  • Hallo,
    ich war gestern zur Vereinsversammlung, als unser Honigobmann von einer erhöhten radioaktiven Belastung, besonders in Heidehonig sprach.
    Er war beim DIB zur Schulung und kam mit so einer Nachricht wieder.
    Ist ja irgendwie erschreckend.
    Ich glaub er sprach von ca. 100 Bq/kg.
    Der gute Heidehonig:confused:

  • Was soll daran erschreckend sein?


    100 Bq, das klingt bedrohlich - aber wenn man eine mittlere "Belastung" von 50 Bq im Kubikmeter Raumluft allein aufgrund der natürllichen Radonvorkommen annimmt, klingt das schon wieder anders. Der Mensch selbst strahlt mit ca. 9000 Bq - insofern kann man durch Honigkonsum die eigene Strahlungsrate senken. (Alle Daten übrigens aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung)


    Und dann bleiben noch die Fragen: Woher kommt die Strahlung und was richtet sie an?
    Wenn im Heidehonig mehr Kalium als sonstwo ist, dann ist da auch mehr natürliches Kalium-40. Kein Problem. Oder hat es andere Ursachen?
    Das Bequerel ist definiert als Atomzerfall pro Sekunde - dadurch ist aber noch nichts über die Art des Zerfalls gesagt. Aus einem Zerfall gehen Bruchstücke und Strahlung hervor - aber es gibt drei Arten von Strahlung, die so frei werden. Alpha-Strahlung (ein Heliumatomkern) ist sehr hart, kommt aber nicht weit, Schutz ist von außen nicht nötig, aber IM Körper richten Alphastrahler großen Schaden an. Beta-Strahlung (ein Elektron) kommt weiter, hat aber nicht soviel Wumms (Als Schutz reicht ein Blatt Papier, im Körper nicht so toll). Gamma-Strahlung kommt fast überall durch, ähnlich wie Röntgenstrahlung, aber dafür ist ein einzelner "Strahl" nicht so zerstörerisch (Als Schutz braucht man Bleiplatten).
    Sinnvoll wäre eine Angabe der Strahlendois in mSv, also einer
    Strahlendosis.


    Die Info ist also grob irreführend! Solche Sachverhalte sollten nur in Kreisen diskutiert werden, sie auch sachlich einornen können.


    Effendi

  • Hallo,
    Heidehonigessen ersetzt die Volksröntgenaktion!
    Die Werte je kg sind über die Strichdicke auf dem Brötchen und die Genusshäfigkeit zu bewerten und dürften sich damit gut runterrechnen lassen. In US wird jedes "Naturprodukt" keimtot geGammat, oder ultrahocherhitzt. Die leben auch noch!
    Bei Massenverzehr in Verbindung mit Waldpilzen und Wildfleisch kann man dann ohne Taschnlampe nachts im Wald Pilze suchen gehen!
    Gemessen wird übrigens im Stahlungstotraum, um die kosmische Hintergrundstrahlung auszublenden.
    Es ist auch nicht alles auf den russ. Unglücksreaktor zurückzuführen! Die Atomtests und Bombenabwürfe, das Schießen mit abgereicherter Uranmunition in "Kriesengebieten"....
    wirkt auch noch. Auch der Bergbau bringt Radioaktivität nach oben, selbst die Ölfördrung.
    Manche haben als Plan "B" noch ne 2. ERDE im Keller.
    Lebt jetzt! in 10000 Jahren isses vorbei!
    Gruß Knäcke (bitte nicht hauen!)

  • :daumen: Einfach nur gut! :daumen:


    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Bitte nicht wieder zerreden !


    Unsere Nahrung, speziell Milch, Nüsse( Paranüsse aus der Türkei !) und Trinkwasser, sowie selbst unsere Atemluft sind von Natur aus schwach radioaktiv.Der grösste Teil der natürlichen Radioaktivität stammt bei den Nahrungsmitteln vom radioaktiven Kalium. Das natürliche Uran-Zerfallsprodukt Radon gelangt über die Atemluft in den Körper.
    Radonquellen in Heilbädern werden bei Kuren genutzt.
    Ein Mensch nimmt in einem Jahr ca 4 Millisievert auf.
    Bequerel ist in dem Zusammenhang "Ist ja irgendwie erschreckend" nicht zu gebrauchen.
    Da der Verbrauch an Honig durchschnittlich pro Woche nicht im Kilobereich liegt, dürfte die Belastung aber minimal sein. Das Tütchen Paranüsse aus der Türkei ist da wohl heftiger. Gips ist übrigens auch ein guter Strahler . Hat jemand mit Gipsplatten renoviert ??

  • ...In US wird jedes "Naturprodukt" keimtot geGammat... Die leben auch noch!...



    Hallo Knäcke,


    gegammates strahlt ja hinterher auch nix ab, weil nicht radioaktiv, sondern nur tot...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Tschernobyl ist noch nicht "gegessen" ! Andere Stahlungsquellen sind vernachlässigbar.
    Unsere Nahrung weist auch nach über 20 Jahren Reaktorunfall erhöhte Werte auf.
    Die oberirdischen Atomwaffenversuche in den 1950er und -60er Jahren haben weltweit erste nennenswerte radioaktive Belastungen verursacht.
    Erst als 1986 ein Reaktor im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl explodierte, waren in Deutschland nenenswert erhöhte Werte duch Wind und Regenauswaschung zu verzeichnen. Bayern hatte am schlimmsten erwischt: Spitzenwerten der Gammadosisleistung von 1100 Nanogray pro Stunde (nGy/h) gegenüber üblicherweise etwa 70 bis 80 nGy/h.
    Die meisten Radionuklide mit Halbwertzeiten von Sekunden, Minuten oder Stunden waren innerhalb kurzer Zeit zerfallen. Auch Jod-131 trägt wegen seiner Halbwertzeit von acht Tagen schon lange nicht mehr zur Gesamtaktivität bei. Nach rund 80 Tagen ist Jod damit nicht mehr relevant nachweisbar.
    Übrig bleiben die längerlebigen Radionuklide Cäsium und Strontium. Der Anteil von Cäsium-134 nahm wegen der kürzeren Halbwertzeit von ca. zwei Jahren rascher ab, so dass es heute praktisch keine Rolle mehr spielt. Für die nach wie vor lang anhaltende radioaktive Belastung ist in erster Linie Cäsium-137 mit einer Halbwertzeit von rund 30 Jahren verantwortlich. Cäsium-137 wird also auch zukünftig noch über viele Jahre in Boden und Pflanzen (Anreicherung im Tier)zu finden sein. Strontium-90, mit einer Halbwertzeit von 28,5 Jahren ebenso. Dies sind die Stoffe, die unseren Honig belasten.
    Werte zum Vergleich:
    Wald- oder Heidehonig mit 50 Bq/kg "und mehr" (so Literatur, 100 Bq/kg ist damit durchaus möglich)
    Alpenmilch 1986 nach Tschernobyl bis zu 400 Bq/l
    1998 betrug die Belastung der Milch in den bayerischen Alpen betrug bis zu 50 Bq/l.
    Steinpilze im Jahr 2000 bei 710 Bq/kg
    Wildbeeren Werte von 100 Bq/kg, Himbeeren bis 20Bq/kg, aktueller Wert
    Spitzenwerte bei Schwarzwild 1999 aus Staatsforsten in Bayern von 65.000 Bq/kg
    Bei Rehen war jedes fünfte Tier mit über 600 Bq/kg Cäsium belastet (Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach)
    Die meisten Lebensmittel liegen heute zwischen 5-20 Bq/kg.
    Bodenbelastungen in Weissrussland bis zu 1.480.000 Bq/m2 für Cäsium-137--(2007 !!!)


    Zur Zeit gilt in den Ländern der Europäischen Union ein Grenzwert für die Cäsium-Gesamtbelastung von 600 Bq/kg für Nahrungsmittel und von 370 Bq/kg für Milch, Milchprodukte und Säuglingsnahrung. Das gibt zu denken,oder ???? Es soll da keiner sagen, dann wär das ja alles noch nicht so schlimm!
    In der Ernährungsmedizin sieht das anders aus: Nahrung für Erwachsene sollte mit höchstens 30 bis 50 Bq/kg und für Kinder, stillende und schwangere Frauen mit höchstens 10 bis 20 Bq/kg belastet sein.
    Problem dieser Grenzwerte ist: Da sich keine Grenze angeben lässt, unterhalb der Radioaktivität ungefährlich wäre, sollte also im Sinne des Minimierungsgebots generell so wenig wie möglich Radioaktivität aufgenommen werden. Nur wie ? Mit Geigerzähler in den Supermarkt ?
    So, viel Information aus viel aktueller Literatur.
    Schönes Wochenende trotz Sturm !!

  • rauchst stirbst, rauchst net stirbst auch...:-(
    oder
    wer früher stirbt ist länger tot...:lol:
    genießt das Leben...:liebe002:
     
    schönen 1. März
    Georg

    Wissen ist Macht, nix wissen macht nix...
    nobody is perfekt...

  • Gartenimker
    Klar, alles Tschernobyl, oder was? Bevor Du das nächste mal alles auf düe üblichen Katastrophen schiebst, informiere Dich lieber über natürlich vorkommende Nuclide.


    Effendi

  • Hallo,
    freut mich ,dass jemand eine andere Meinung hat. Das kann aber nicht alles sein.
    Ich bitte daher um Angaben , welchen Anteil die "natürlichen Nuklide " haben.


    Mein Beitrag ist Ergebnis einer Recherche, nicht wilde Spekualtion. Ich denke, das wird auch aus den genannten Zahlen deutlich. Der Anteil von Untergrundstrahlung und auch regionale Unterschiede sind mir daher gut bekannt. Ich lasse mich gerne auf eine Diskussion ein.
    Ich gebe allerdings zu, dass mein Beitrag den Anschein erweckt "alles Tscherenobyl schuld".
    Also los ! Fakten !

  • Ich hab ne Erklärung für die Honigbelastung gefunden:
    http://www.laves.niedersachsen…3270603_N1246_L20_D0_I826


    Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bemerkt :
    "Die höhere Belastung von Heidehonig wird dadurch verursacht, dass die Besenheide (calluna vulgaris) im sauren Heideboden wächst. In Heideböden, ebenso wie im Waldboden, fehlt die Durchmischung des Bodens durch Bearbeitung. Somit findet auch keine Verdünnung der Radionuklide im Boden statt. In diesem Ökokreislauf bewirkt die saure Umgebung eine hohe Mobilität des Cäsium-137. Zusätzlich fehlen Tonminerale an denen das Cäsium-137 gebunden wird. Die Folge ist eine hohe Pflanzenverfügbarkeit. Damit lässt sich die höhere Belastung des von den Bienen produzierten Heidehonigs ebenso erklären, wie auch die höhere Belastung der Wildpilze und der davon sich ernährenden Wildtiere."


    effendi : Und Caesium 137 ist ein künstliches Radionuklid, das nur bei Atombombenexplosionen und Reaktorunfällen auftritt. Wenn ich da keinen verpasst habe, war der letzte Tschernobyl........