• Erweitern?


    Ob nun ein Magazin aufgesetzt wird oder untersetzt werden soll, ist die Frage. Das Bienenvolk erstellt im Naturbau seine Waben von oben nach unten und dies deutet darauf hin, dass das Untersetzten eines Magazins naturgetreuer ist. Mich interessiert wo wird die Steigwabe placiert? Ist es besser an der Wand beim Flugloch oder in der Mitte des Magazins?


    Ich warte auf deine Antwort


    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Der Ausdruck Steigwabe ist mir nicht bekannt.
     
    Die Ansicht, dass das Untersetzen natürlicher ist, dürfte schon stimmen, hat aber seine Nachteile:
     
    1. Im später geschleuderten Honig sind die Reste des Winterfutters enthalten.
     
    2. Der Honig wird ausschließlich aus bebrüteten Waben gewonnen (angebliches Hygieneminus).
     
    3. Das Untersetzen ist extrem schwarmfördernd.
     
    Ich habe mich die letzten 10 Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt. Früher waren die Versuche eher gescheitert. Als größten Reinfall muss ich den Versucht der FH Weihenstephan, Abteilung Bienenkunde bezeichnen.
     
    http://imkerei.wertingen.com/downloads/schwvh01.pdf
     
    Alle auf diese Weise behandelten Völker schwärmten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Variante tatsächlich erprobt woden ist.
     
     
    Letztes Jahr hatte ich erstmals keinen Schwarm. Ich habe das Konzept des Checkerboardings angewandt. Betreffend Checkerboariding ist aber ein "Glaubenskrieg" entbrannt. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert.
     
     
    http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=133690&postcount=39
     
    Meine bisherigen Beobachtungen haben ergeben, dass man sehr frühzeitig und überwiegend mit ausgebauten Waben aufsetzen muss um möglichst schwarmarm durch zu kommen. Laut Dr. Liebig kann man nie zu früh, nur zu spät aufsetzen.
     
    Weiters ist darauf zu achten, dass zwischen dem Brutnest und der Aufsatzzarge der Futterkranz durchbrochen ist (Leerwaben, oder das Brutnest ist eh bereits oben, od Zargenwechsel usw). Ansonsten befüllen die Bienen die Zellen vom Futterkranz abwärts und verhonigen das Brutnest.
     
    MfG
    Honigmaul


  • Meine bisherigen Beobachtungen haben ergeben, dass man sehr frühzeitig und überwiegend mit ausgebauten Waben aufsetzen muss um möglichst schwarmarm durch zu kommen. Laut Dr. Liebig kann man nie zu früh, nur zu spät aufsetzen.
     
     
    MfG
    Honigmaul


    Ob das ausgebaute Waben sein müssen möchte ich bezweifeln. Ich habe letzes Jahr nur mit Mittelwänden erweitert => ohne Schwarm.
    Bauenlassen soll doch schwarmmindernd wirken oder?

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo Bienenfreunde!


    Drollhos
    Da müssen sicherlich mehrere Umstände berücksichtigt werden (Reinzuchtköniginnen, gute oder schlechte Tracht, Betriebsweise überhaupt).


    Die Frage, ob mit Mittelwänden oder mit ausgebauten Waben erweitert wird, ist ein heikles Thema. Grundsätzlich ist während der steilen Entwicklungsphase der Bautrieb stark ausgeprägt.


    Bei sehr frühzeitiger Erweiterung scheint es mir sicherer mit ausgebauten Waben zu erweitern, denn da könnte es schon passieren, dass der Bautrieb noch nicht ausreichend vorhanden ist und daher die Aufsatzzarge schlecht angenommen wird.


    Wird erst während der Kirschblüte erweitert, so werden Mittelwände sicher gut angenommen. Es könnte aber auch sein, dass das Brutnest auch bereits verhonigt wird. Leere Zellen verleiten die Bienen offensichtlich stärker dazu, dort den Honig abzulagern und entlasten dadurch das Brutnest.


    Sollte jedoch der Schwarmtrieb ausgebrochen sein, so wird dieser durch Mittelwandgabe sicher nur noch verstärkt. Bekanntlich lässt bei Schwarmstimmung der Bautrieb nach. Den Bienen gelingt es noch eher das Brutnest zu verhonigen, die Königin an der Eiablage zu hindern und sie auf diese Weise flugfähig zu machen.


    Aber in der Praxis stellt sich die Frage gar nicht so richtig, denn wenn eine Zarge mit 5 oder 6 ausgebaute Waben in der Mitte und am Rand mit 3 oder 4 Mittelwänden aufgesetzt wird, so ist die Möglichkeit zur raschen Ablagerung des Nektars und die Befriedigung des Bautrieben auf jeden Fall gegeben. Es muss nur noch darauf geachtet werden, dass die Futterkappe keine trennende Schicht ergibt.


    MfG


    Honigmaul