Grundsatzfrage...

  • Moin, moin,
    angesichts meiner gerade wieder sehr heftigen Pollenallergie:


    können Insekten Allergien kriegen?


    Frage ist ernstgemeint; wer ein Immunsystem hat, dem kann es auch entgleisen, oder?
    (Säuger können welche haben, das weiß ich)
    Welche Folgen hätte das mutmaßlicherweise?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Welche Folgen hätte das mutmaßlicherweise?


     
    schau in den Spiegel:wink:
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Sabiene,


    Hat die Biene ein Immunsystem wie Milchsauger? Nein. Allergien wie Milchsauger? Nein. Kann sie sich gegen Infektionen wehren? Ja, aber anders. Als Laie kann ich mir eine Allergie nicht vorstellen.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • :lol: Hab noch keine Viecher mit Tempos & Triefnase gesehen, aber die Frage war wirklich ernstgemeint.


    Wenn z.b. Nachbar's Hund eine Flohallergie haben kann, die ihm faustgroße Quaddeln beschert, was spricht denn dagegen, daß auch Insekten welche haben können?


    Ich hab keine Ahnung, wie sich sowas auswirken könnte, eventuell allgemeine Schwäche und Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit?
    Wer weiß denn wirklich was darüber?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • reiner :
    aber wenn sie sich gegen Infektionen wehren kann, muß es doch molekulare Prozesse geben, Erreger zu erkennen und zu bekämpfen.
    Und welches System funktioniert immer einwandfrei?
    Mir ist schon klar, daß die Immunabwehr bei Säugern eine andere ist, aber warum setzen wir voraus, daß die der Insekten IMMER top ist oder sie einfach schnell sterben?
    Ist es so völlig ausgeschlossen, daß da auch mal was falsch laufen kann, ohne daß sie sofort tot umfallen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,


    eine provozierte Immunreaktion bei Insekten führte im Versuch zu einer geringeren Lebensdauer. Siehe auch verrignerte Lebensdauer bei DWV-Infektionen. Mehr weiss ich dazu auch nicht. vielleicht könnte einer der mitlesenden Mediziner mal was dazu schreibseln !?

    42

    ganz sicher

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  • Hallo, Andreas,
    Dankeschön, das ist wirklich interessant!:-D
    (ist das im Detail, was Reiner schrieb)

    Zitat

    Bestätigt wurde diese allgemeine Theorie durch unsere Felduntersuchungen (1), die zeigten, dass die genetische Diversität von Wirtsgruppen die Häufigkeit eines Befalls mit Parasiten senkt und die Fitness erhöht.


    Das spricht natürlich wieder für eine möglichst breite genetische Basis bei den Bienis...
    Da wäre es sogar interessant zu erfahren, wie es mit der Abstammung der Völker bei Imkers mit gewaltigen Verlusten aussieht.....
    Dann müßten ja genetisch sehr einheitliche Bestände wesentlich anfälliger sein als wild gemixte.

    Zitat

    Bei der humoralen Immunantwort werden antimikrobielle Peptide synthetisiert, die dann in der Hämolymphe zirkulieren. Diese Peptide beeinträchtigen wichtige Stoffwechselwege der Parasiten und töten diese dadurch ab.


    Könnte das einer der Ansatzpunkte sein?
    Z.B. in der Faltung des jeweiligen Proteins?
    Gleiche Summenformel, aber völlig andere Wirkung?

    Zitat

    Unsere Experimente haben gezeigt, dass die Sterblichkeit von Arbeiterinnen von B. terrestris, die zur Aktivierung ihres Immunsystems provoziert werden, viel höher ist, selbst wenn sie nicht durch einen Parasiten infiziert sind. Der hohe Preis für das Überleben bei einem Parasitenbefall lohnt sich also nur, wenn genügend Energie zur Kompensation des Mehraufwands einer Immunreaktion verfügbar ist.


    Da dürften die Bienis im Vorteil gegenüber den Hummeln sein, weil deren Fortpflanzung früher im Jahr liegt und noch reichlich Energie gesammelt werden kann, theoretisch....


    Was meint ihr?

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Leute
    Fachmann bin ich auch nicht aber es ist gut möglich das auch die Bienen eine Autoimunerkrankung bekommen können.
    Ein solches Volk würde aber sicher kaum eine Chance haben, weder im Zuchtbetrieb noch in der Natur.
    Immerhin halten wir sie schon jahrhunderte, schützen und pflegen (päppeln)sie. Auch jetzt mit der Varroa. Die Züchter suchten sicher möglichst wenige besonders effiziente Bienenstämme.
    Für mich reimt es sich ganz gut das unserem Immunsystem, nachdem wir fast allen Schmutz und die meisten Erreger um uns herum verbannt haben, viele Stoffe fremd sind.


    Aber zurück zum Thema
    Angenommen wir hätten es bei den Bienen zuweilen mit allergien zu tun.
    Beträfe dies dann alle Bienen eines Volks?


    Woran erkennt man eine solche Autoimmunerkrankung?
    Äußerlich wohl kaum. Aber die Bienen müssten doch sehr matt sein , kaum Leistungsfähig. Da ich annehme das die allergische Reaktion eher innerlich abläuft.


    Auf welche Stoffe könnten die Bienen allergisch reagieren?
    Mit Pollen haben sie tgl zu tun.
    Wasser trinken sie, wie ich hier gelesen habe, am liebsten aus Tümpeln.
    Eigentlich sind sie mit vielem konfrontiert, müsste da eine Neigung zu Allergien nicht schon anderen aufgefallen sein
    Vieleicht Farben und Hölzer der Beuten?


    Nochmal:je mehr ich drüber nachdenke komm ich immer wieder an den Punkt das ein solches Volk seine Gene kaum weitergeben kann.
    Ist es zu schwach wird es vom Züchter aussortiert oder stirbt.
    Wenn die Königin Krank wäre, wäre wahrscheinlich schon umgeweiselt bevor wirs überhaupt merken.
    Will sagen, die Frage würde für mich dann bedeutungslos. Denn wenn nur ab und zu ein solcher Stamm entsteht und dann aufgrund seiner Schwäche eingeht würde ich den Verlust wahrscheinlich meiner Dummheit oder so zuschreiben und es gar nicht merken.


    Gruß
    Markus

    Wenn zu perfekt, liebe Gott böse! Nam June Paik

  • Hi, Markus,
    ich sterbe ja auch nicht an meinem Heuschnupfen, und für den Doc sind das nur "leichte Befindlichkeitsstörungen"..
    Aber ich frage mich, was z.B. die Züchtung von Doppel-Null-Raps bewirkt hat an evt. Eiweißveränderungen im Pollen, oder des Drohns Partikel-Viren...
    Alles, was über Eiweiße läuft, sind hochsensible Vorgänge, ich erinnere nur an BSE.
    (und ich hab da noch nicht mal GVO im Auge), sondern normale "gezüchtete" Veränderungen an Pflanzen.
    Was hat sich in den letzten 40 Jahren in der Umwelt so geändert, daß die Bienen immer empfindlicher werden?
    Im DBJ 03/07 stand was von aktuell 600.000 Völkern bundesweit (was ich noch für schöngerechnet halte), vor drei Jahren redete der XXX noch von 1.000.000.....ich finde das bedrohlich, und es liegt nicht nur an der Varroa oder dem Aussterben der alten Imker.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Sabine,


    das Immunsystem ist ein Abwehrsystem der Wirbeltierkörper.
    Du und ich. Nicht die Bienen.


    "Alles, was über Eiweiße läuft, sind hochsensible Vorgänge".


    Ja, ja und nochmals ja.


    Gruß, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Sabine
    ja die Veränderungen sind gewaltig und so umfangreich das sie wohl kaum zu überblicken sind. Und was die Züchtungen angeht... aber das wurde hier schon viel diskutiert.
    Klar jedes neue Eiweis birgt die Gefahr reaktionen hervor zu rufen.
    Aber wie würden wir das erkennen, ich für mein Teil muss erst mal die normalen Verhaltensweisen erkennen lernen bevor ich so was sehen würde.
    Sicherlich würde der erfahrene Imker Verhaltensänderungen bemerken.
    Deine "leichten Befindlichkeitsstörungen " machen sich doch bestimmt auch bemerkbar.
    Und so wie allergiker unter verschwollenen Augen und Schleimhäuten leiden müsste sich das doch auch irgendwie bemerkbar machen.
    Wie Udo betont :lol: wird in dem Lifesience Bericht auch nicht von spezifischen Abwehrstoffen, wie sie für die Pollenalergie beim Menschen verantwortlich sind, gesprochen. Ich verstehe das so, das immer die gleichen (Standart-) Peptide ausgeschüttet werden , die wie Propolis einen allgemeinen Schutz bieten. So würde ich allergien auf Pollen wie wir sie kennen fast ausschließen.
    Allerdings ist dann noch nicht klar was die Stoffe anrichten wenn sie Aufgenommen werden. Ob das dann noch unter allergischen Reaktionen ein zu ordnen ist weis ich nicht.


    Kleine Frage ab vom Thema
    Es heist doch das Pollenallergiker Linderung durch essen kleiner Mengen regionalem Honigs erwarten können? Trifft das bei Dir nicht zu?


    Markus

    Wenn zu perfekt, liebe Gott böse! Nam June Paik