Zusammenhang von Wassergehalt, Hinterbehandlung und Raumangebot?

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Es stellt sich die Frage, welcher Zusammenhang besteht zwischen Wassergehalt im Honig, Hinterbehandlung und Raumangebot. Im Winter hat der Imker mehr Zeit zum Nachdenken und Nachschlagen. Bei der Durchsicht des Forums ergeben sich für mich aber keine klaren Linien.
     
    1. Könnte es sein, dass die Hinterbehandlungsimker einen trockeneren Honig haben, da sie bebrütete Waben in den Honigraum umhängen (ist ja angeblich verpönt)? Diese Beobachtung könnte man damit ev damit erklären, dass bebrütete Zellwände Wasser aufsaugen und auf einer größeren Fläche abgeben könnten.
     
    2. Es wird immer wieder behauptet, dass der Honig eines eng gehaltenen Volkes einen niedrigeren Wassergehalt hätte. Könnte es sein, dass bei einer Massentracht genau das nicht stimmt und ein großräumig gehaltenes Volk den eingetragenen Honig auf einer größeren Fläche ausbreiten kann und dadurch auch die Verdunstungsfläche größer ist?
     
    Auch bei den Untersuchungen der Institute dürfte kein klares Ergebnis zustande gekommen sein. Ich glaube der Wassergehalt von bebrüteten Waben gegenüber von unbebrüteten ist überhaupt noch nicht untersucht worden.
     
    Soweit ich informiert bin, hat sich auch bei den Untersuchungen von Dr. Liebig nur abgezeichnet, dass die brutnestnah Waben ein niedrigerer Wassergehalt und bei den Randwaben der größte Wassergehalt hatten.
     
     
    MfG
     
    Honigmaul

  • Hallo Honigmaul
    Weder 1 noch 2 ist ausschließlich verantwortlich, noch brauchen wir Institute die alles bis aufs letzte beweisen. Wenn Du ausschließlich verdeckelte Honigwaben entnimmst, wirst Du nie Probleme mit der Feuchtigkeit haben. Was soll dann die Frage ob der Honig 16,8 oder 17,6 % Wasser hat. Les doch den Bretschko, da stehts drin.
    Gruß Peter

  • Hallo Honigmaul
    Weder 1 noch 2 ist ausschließlich verantwortlich, noch brauchen wir Institute die alles bis aufs letzte beweisen. Wenn Du ausschließlich verdeckelte Honigwaben entnimmst, wirst Du nie Probleme mit der Feuchtigkeit haben. Was soll dann die Frage ob der Honig 16,8 oder 17,6 % Wasser hat. Les doch den Bretschko, da stehts drin.
    Gruß Peter


    Peter,
    Widerspruch aus dem Saaletal!
    Ich hatte letztes Jahr von einem Volk eine Zarge mit Honigwaben. Verdeckelt!
    Die Damen hatten´s scheinbar sehr eilig, die Deckel auf die Zellen zu bringen.
    Der geschleuderte Honig war sehr flüssig, das Meßergebnis zeigte über 20 % Wassergehalt. Die 15 kg wurden übrigens wieder verfüttert. :daumen:



    Gruß
    Ralph

  • Hallo Honigmaul, Hallo Zusammen,
    einen Erfahrungswert kenne ich, so gelehrt bekommen und auch immer angewandt:
    Verhältnis Brut- zu Honigraum nie größer als eins zu eins.
    Kleinerer Honigraum geht immer.
    Dann klappt es auch mit dem Wassergehalt, den niedrigen.
    Das nur mal als "Faustregel".
    Ob ein unterschiedlicher Wassergehalt im Honig wirklich nur an der Art der Beute liegt, bezweifle ich mal.
    Obwohl mir mal einer gesagt hat, der beste bis dahin geerntete Honig in Deutschland wurde irgendwann mal in den späten 40er Jahren in vieretagigen Hinterbehandlungskästen gewonnen.
    Das kann ich aber nicht beurteilen.
    Den Wassergehalt beeinflussen ja noch zahlreiche andere Varrianten.
    Volksstärke, Art des Nektars, Wetter usw.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Es ist mir schon klar, dass der Wassergehalt nicht direkt etwas mit dem Beutensystem zu tun hat. Aber bei den Hinterbehandlern ist das Umhängen von Brutwaben gebräuchlich und dürfte damit in Zusammenhang stehen.
     
    Ich bezweifle eben stark, dass ein kleiner Honigraum eine Garantie für einen wasserarmen Honig ist. Meiner Meinung nach dürfte es bei einer Massentracht eher umgekehrt sein.
     
    Bei Bretschko kommen mir manche Erklärungen einfach nicht schlüssig vor. An die Zusammenhänge betr. Wassergehalt kann ich mich zur Zeit nicht erinnern, muss erst nachlesen.
     
    MfG
    Honigmaul

  • An rst
    Ist doch eher die Ausnahme, mir noch nicht passiert, vieleicht waren die Ecken noch nicht richtig fertig. Es gibt auch verschiedene Refraktometer mit unterschiedlichen Skalen.
    An Honigmaul
    Das ganze Umfeld wirkt mit, ist doch klar. Ich hab vor Jahren Hinterbehandler gehabt, nur war der Honig da genau so gut wie jetzt. Aber wer hat jetzt noch Hinterbehandlerkisten? Eigendlich doch die Ausnahme. Der Bretschko mit den niedrigen Honigwaben ist auf jeden Fall gut, Datant natürlich auch, denn ich ernte ja nur Honig aus verdeckelten Waben.
    Gruß Peter

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Peter aus dem Erzgebirge : Das ist genau meine Frage, wie wirkt das Umfeld mit?
     
    Ist der Honig aus bebrüteten Waben trockener als aus unbebrüteten? Die Bruthülsen können ja bekanntlich Wasser aufsaugen.
     
    Könnte es sein, dass bei großzügiger Raumgabe bei Massentracht der Honig weniger Wassergehalt hat? Dies könnte sich durch die vergrößerte Verdunstungsoberfläche, der Honig wird ja anfangs tröpfchenweise ausgebreitet, ergeben. Vermutlich wird der Honig dadurch auch noch öfters umgetragen (spätere brutnestnahe Lagerung).
     
    Zu Bretschko: Soweit ich mit erinnern kann, beziehen sich seine Angaben hauptsächlich auf Früh- und Sommertracht. Meine Vermutungen beziehen sich auf eine Massentracht (Fichte, Tanne).
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo
    Es gibt Zusammenhänge betreffend Wassergehalt. Das habe ich durch eigene Versuche und viele Gespräche herausgefunden.
    Die Hinterbehandler haben in der Regel den tieferen Wassergehalt, weil der Honigraum und der Brutraum gleich gross sind. Der Wärmehaushalt klappt da sehr gut. Weiter wird beim Hinterbehandler normalerweise kein Sortenhonig gewonnen, d.h. er bleibt länger im Volk und wird dadurch besser verarbeitet.
    Beim Magazin hat man offtmals den HR grösser als den BR. Der Honig wird also mehr verteilt gelagert und weil die Zellen ja noch nicht voll sind nicht verdeckelt oder über längere Zeit nicht verdeckelt und weil hygroskopisch = höherer Wassergehalt. Das gleiche mit den Dickwaben im HR. Kommt dann noch Läppertracht dazu, ist die Misere komplett.
    Ein weiterer Faktor ist das Ausetzen der HR. Wenn zu viele HR, dann siehe oben.
    Die Honigsorte ist dann auch noch ein Punkt.
    Schlussendlich habe ich nun als HR Flachzargen, keine Dickwaben und gebe möglichst nicht zu viel Raum. So stimmt der Wassergehalt ohne dass ich noch weitere Kunstgriffe tätigen muss.
    Freundliche Grüsse
    Hugo

  • Hallo Honigmaul
    Das Umfeld wirkt stark mit. Ich arbeite ohne Absperrgitter und da wird der gesamte Honigraum besser mit in den Gesamtraum einbezogen. Es ist somit im Honigraum auch wärmer als wenn ein Absperrgitter drin ist. Siehe auch Bretschkos Kommentar dazu. Die Wärme bringt natürlich einen niedrigeren Wassergehalt. Inwiefern bebrütete Waben hykroskopischer sein sollen kann ich nicht beurteilen. In dem Honigwabenkreislauf kommen auch ohne Absperrgitter kaum Brutwaben. Wie auch Hugo schreibt, so sind meine Honigwaben komplett gedeckelt und was sollte ich sonst noch machen. Eine Lindentracht nur halb verdeckelt, also ohne Folgetracht schleudern wäre schon bedenklich. Aber sonst, keine Probleme.
    Gruß Peter
    Ich arbeite ähnlich wie Sabines CB aber ohne Checkern und das schon über 25 Jahre

  • Hallo,
    nach meinen Messungen ist Honig in Dickwaben wasserreicher. Honig in Randwaben ist wasserreicher. Ich habe einen Kollegen, dieser schleudert aus Massentrachten keine Randwaben. Hohenheim hat festgestellt, dass der erste Honigraum den geringsten Wassergehalt hat. Beim zweiten und dritten wird der Wassergehalt immer höher. Manche meinen, wenn die Honigräume Spundlöcher haben, würde der Honig trockener. Auf jeden Fall, je kleiner der Raum und desto mehr Bienen, desto trockener der Honig, deshalb war wohl der Honig früher trockener.
     
    Beachte: Zur Zeit der Hinterlädler hatte der Imker keinen Refraktometer. :roll: Trotzdem war der Honig trockener? Woher man das weiß?
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: