Was machen mit ausgeschnittener Drohnenbrut?

  • Hallo zusammen,

    Drohnenbrut schneiden: ja oder nein ?

    Der Bien braucht doch die Drohnen. Die Varroen sollen sich überwiegend die Drohnenbrut vermehren. Varroen braucht kein Volk. Das ist mein Wissen. Was also tun? Noch habe ich keine praktischen Erfahrungen mit dem Thema, ich weiß nur Varroabekämpfung ist nötig!


    Ich habe letzte Woche Drohnenbrut geschnitten, um die darin befindlichen Varroen zu zählen. Hierzu habe ich die frischen Drohnenwaben entdeckelt, die Drohnen versucht herauszunehmen und die Zellen ausgewaschen. Ergebnis: große Sauerei und einige Milben. Auch im gefrorenen Zustand habe ich es getestet. Ergebnis: das selbe, nur gingen die Larven schlechter aus den Zellen. Was mache ich falsch?


    Meine Fragen:

    Welche Praktiken kann ich noch anwenden, um die Sauerei bis zum Milben zählen zu reduzieren. Mir fehlt hier die Erfahrung.

    Ist die Maßnahme des pauschalen Drohnenschnittes heute noch notwendig? Ich möchte eigentlich keine Drohnen schneiden, wenn der Nutzen nur gering ist. Wie kann ich den Nutzen möglichst vorher erkennen?

    Vielen Dank!

    Ich freue mich über eure Antworten!

  • Wenn die Winterbehandlung ordentlich gemacht wurde, gibt es jetzt keinen Grund zu Aktionismus.

    Es geht auch ohne Drohnenbrutschneiden und zumindest muss man dann nicht auch noch die Milben darin zählen.

    Als ich anfing zu imkern, dachte ich auch, die Hauptarbeit ders Imkers ist Milbenzählen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • sam.19600 : Solange die Drohnenbrut tiefgefroren ist, gibts keine Sauerei. Wenn man die stockwarmen Waben(stücke) nicht ausschneidet, sondern vorsichtig ausbricht, auch nicht (Bruchkante entsteht entlang der Wabenreihen).


    Drohnenschnitt kann nur ein Baustein im Varroamanagement sein.

    Es kommt darauf an, was Du damit erreichen willst. Varroabefallsdiagnosemethoden gibt es auch andere, die einfachste: regelmäßig Gemüll auf der Windel auszählen/abschätzen.


    Drohnenschnitt kann und sollte aber auch ein Baustein auf dem Weg der Selektion sein. Drohnen, die am Schlupf gehindert werden, können ihre (vom Imker vorläufig als nicht verbreitungswürdig eingestufte) Genetik nicht an andere Prinzessinnen und damit Völker und Bienenstände weitergeben.


    Auch wenn nicht in unserem Kulturkreis gewachsen: Drohnenlarven sind wertvolle Eiweißlieferanten für die menschliche Ernährung (ganz ohne die Umwelt zu belasten und ohne vegane "Alternativen" aus Chemiefabrikation mit fragwürdigen lateinamerik. Rohstoffen), werden sogar zu medizinischen Zwecken in der Apitherapie (z.B. Apilarnil) eingesetzt.


    In einigen Fäden wurde das Thema bereits diskutiert z.B.:

    Was machen mit Drohnenbrut?

    Drohnenmilch

    Drohnenmaden zubereiten

  • Hallo, man isst sie einfach auf, habe ich letztens bei Youtube gesehen, wo kraftvoll in die Drohnenwabe gebissen wurde.......fand ich persönlich ekelig, passt aber zum Gesamtbild.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Es gibt den Tipp:

    In die Drohnenwabe gegen die Sonne geschaut - kleine dunkle Punkte in den Brutkammern sind die Milben.

    Ich war vorigen Sommer täuscht, wie wenige ich da gesehen habe.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Igel und Wildvögel lieben sie. Mein TK ist schon wieder leer und Kohlmeise „Hubert“ klopft jetzt verzweifelt an die Tür. 🤣


    Tiefgefroren kann man sie wunderbar vom Wachs trennen. Aber da muss man schnell arbeiten, denn die tauen bald auf.


    Lg,

    Miriam

  • Auch im Dampfwachsschmelzer trennen sich Wachs und Maden gut.

    Das gibt auch kein Gematsche, sondern Maden al dente. Milbenzählen geht dann aber nicht mehr so ohne weiteres.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Igel und Wildvögel lieben sie. Mein TK ist schon wieder leer und Kohlmeise „Hubert“ klopft jetzt verzweifelt an die Tür. 🤣


    Tiefgefroren kann man sie wunderbar vom Wachs trennen. Aber da muss man schnell arbeiten, denn die tauen bald auf.


    Lg,

    Miriam

    Ich habe nach diesem Post Bilder im Kopf...


    Es stellt sich dabei die Frage an welcher Tür "Hubert" klopft. Hoffentlich nicht an die Innentür der TK...


    Aber zum Glück kann man Hubert (sie?!) tiefgefroren wunderbar vom Wachs trennen.

  • Vielen Dank,

    ich werde mir die Drohnenwaben nun erst gegen das Sonnenlicht ansehen, um dann zu entscheiden, ob ich die Drohnenbrut vernichte.

    Sollte ich es machen, dann kommen die Waben in den Dampf-Entsafter!

    Die Milbenanzahl werde ich weiter über das Gemüll kontrollieren.

    Vielen Dank!

  • Wenn die Winterbehandlung ordentlich gemacht wurde, gibt es jetzt keinen Grund zu Aktionismus.

    Es geht auch ohne Drohnenbrutschneiden und zumindest muss man dann nicht auch noch die Milben darin zählen.

    Als ich anfing zu imkern, dachte ich auch, die Hauptarbeit ders Imkers ist Milbenzählen.

    Wie erkenne ich eine ordentlich gemachte Winterbehandlung?

  • Über den Milbenfall am Anfang des Jahres. Theoretisch wäre eine Prüfung nach der Behandlung sinnvoll, aber ich will die Völker nicht öffnen. Meine Böden sind nämlich zur Behandlung zu und bleiben es dann auch für die Frühjahrsentwicklung.