Was machen mit ausgeschnittener Drohnenbrut?

  • Hallo zusammen,


    ich werde dieses Jahr mit dem Imkern beginnen, habe einen Kurstag bei Prof. Liebig absolviert und sein Buch gelesen. Kurzum: Nur Theorie bisher.


    Dass man regelmäßig einen leeren Baurahmen reinhängt und auschneidet, um die Drohnenbrut zu reduzieren, habe ich verstanden. Auch, dass man das ausgeschnittene Stück samt Brut einschmelzen kann.


    Aber:
    Ich habe am Anfang erstmal zwei Völker. Selbst wenn ich mehr hätte: Man kann ja nicht jedesmal wegen ein zwei Waben das Schmelzen beginnen, sondern wartet wohl, bis eine Menge zusammenkommt, die sich lohnt.


    Aber wie lagert man das Material bis dahin? Die Brut fault ja sicher. Soll man es in eine Tüte tun und im Gefrierschrank zwischenlagern? Oder ist das abwegig?


    Viele Grüße!
    Thomas

  • ...ich leg sie in den Gefrierschrank und danach in den Sonnenwachsschmelzer...


    In diesem Fall würde die beste des Hauses unseren Thomas ganz sicher nach Sibirien schicken.:lol:


    Übrigens,


    Zitat

    Dass man regelmäßig einen leeren Baurahmen reinhängt und auschneidet ...

    Also dies ist eine ungeheure Gatscherei, beinahe hätte ich ein anderes Wort dafür verwendet, wo man den Nutzen durchaus infrage stellen könnte.

  • Liebe Leute,
    bevor ihr wieder mit dem Drohnenmord anfangt, zählt doch mal bitte je 100 Arbeiterinnenzellen und 100 Drohnenzellen aus, und dann entscheidet, ob ihr euch das antun müßt.


    Und wer nur wenige Völker hat, und trotzdem mördert, sollte das Ausgeschnittene nicht lange aufbewahren (soviel Wachs kommt da eh nicht raus), sondern am besten dem Kompost/Biotonne überantworten. (macht auch das Eheleben streßfreier...:cool:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    Was sagt die Königin dazu: BRUT FAULT. Gewissen?:oops:


    Merci, adé, Jerome

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Wenn ich die Antworten hier zusammenfasse, dann wird das Ausschneiden der Brut als wirkungslos angesehen. Und als unmoralisch.


    Sabine : Wie ist denn das Verhältnis Drohnen zu Arbeiterinnen auf einem leeren Baurahmen nach Deiner Erfahrung?


    Jofl : "Gratscherei" kenne ich nicht. Soll das "Aufwand" bedeuten?


    Natürlich ist mir der Gedanke nicht angenehm, einen Teil der Brut zu vernichten. Aber andererseits soll dies ja die Varroapopulation niedrig halten. Wenn ich in der Summe viel mehr bei besserer Gesundheit erhalten kann, dann ist das doch ok?


    Viele Grüße,
    Thomas

  • Hallo Sabi(e)ne,

    Liebe Leute,
    bevor ihr wieder mit dem Drohnenmord anfangt, zählt doch mal bitte je 100 Arbeiterinnenzellen und 100 Drohnenzellen aus, und dann entscheidet, ob ihr euch das antun müßt.


    Und wer nur wenige Völker hat, und trotzdem mördert, sollte das Ausgeschnittene nicht lange aufbewahren (soviel Wachs kommt da eh nicht raus), sondern am besten dem Kompost/Biotonne überantworten. (macht auch das Eheleben streßfreier...:cool:)


    ich habe aber gelesen, dass die Lage der Waben, in der die Brut entsteht, für die Varroa eine entscheidende Frage ist. Auch die Vorliebe der Varroa sich in mehrmals bebrüteten Waben zu vermehren ist von entscheidender Bedeutung.
    Hast Du das bei Deinen Untersuchungen eigentlich auch berücksichtigt?
    Ich habe selbst vor mehreren Jahren, als meine Bekämpfung gegen die Varroa noch nicht so intensiv war, am Rande der geschnittenen Drohnenbrut (Jungfernwachs gegen die Sonne gehalten) massenweise die Varroa sehen können. Das war aber auch in jener Zeit, als sich fast eine neue flügellose Bienenrasse entwickelt hatte. Die Zeiten sind aber vorbei.
    In diesem Jahr werde ich Deinen Rat auch einmal befolgen, aber mit mehrfach bebrüteten im Zentrum vom Brutnest befindlichen Waben.

  • Hallo


    Wenn Drohnenbrut entfernen dann so wie es schon in der Biiene stand.


    Extra mehrfach gedrahtete Rähmchen aus schmalerem Leisten.


    Verdeckelte Brut mit dem Messer köpfen und ausklopfen.
    Frosten wäre nicht schlecht da sonst die Varoa wieder ins Volk gehängt wird.


    Vorteil nach meiner Ansicht: man hat bebrütete Waben und dadurch bessere Fangergebnisse.


    Aber das ist nur meine Ansicht, außerdem schenke ich mir zur Zeit das Schneiden. Ich habe eine andere Strategie gegen unsere geliebte Varoa.


    Gruß Uwe

  • Moin, Thomas,


    wie darf ich die Frage verstehen?
    In einem Baurahmen als einzige Möglichkeit kriegst du zumeist 100% Drohnen.


    "Gatscherei" = Matscherei, Sauerei.


    Wenn es die Varroapopulation niedrig halten würde, - ja.
    Wenn aber doch so viele Leute Drohnenwaben schneiden, wo müssen die Milben dann hin?
    In die Arbeiterinnenzellen.
    Es findet also eine Anpassung/Selektion auf diese Zellen hin statt.
    Und damit ist dann die Mörderei völlig ad absurdum geführt.....


    Abgesehen davon, daß es einem Volk Streß höchsten Grades bereitet, immer wieder und wieder soviel Energie in die Drohnenaufzucht zu legen.
    Normal bremsen sie das ja spätestens nach den ersten beiden Brutsätzen runter, aber durch die Schnippelei und ihr unbefriedigtes Bedürfnis nach einer Mindestanzahl an Drohnen im Volk läuft das auf höchster Tourenzahl weiter.
    Das ist alles Energie, die beim Honigsammeln abgeht....


    Du unterschätzt die Wichtigkeit der Drohnen für ein normales Leben im Volk; die meisten Imker kriegen beigebracht, daß das eben nur "fliegende Sperma-Pakete" wären, aber das ist nicht so.
    Gerade der erste Brutsatz ist enorm wichtig, weil sonst keine reifen und zeugungsfähigen Drohnen zur Schwarmzeit bereitstehen.
    Wenn ein ganzer Verein konsequent schneidet, sind meist auch die ersten Begattungsergebnisse bei Standbegattung ziemlich kümmerlich, eben weil es an Drohnen im richtigen Zustand mangelt.


    Und wie gesagt, schneidet mal 100 Drohnenzellen und 100 Arbeiterinnenzellen, und dann überlegt, was ihr tut. In meinen Drohnenzellen sind viel weniger Varraoen als bei den Mädels, zumindest in den letzten 4 Jahren (vorher hab ich nicht verglichen).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, drohne,
    ihr seid zu schnell für meine lahme Tippselei...:lol:


    Da widerspricht sich aber doch was: entweder haben die Varroen eine Vorliebe für mehrfach bebrütete Waben, die sich zumeist in den wärmeren Regionen des Brutnests finden, oder sie haben eine eindeutige Vorliebe für Drohnenzellen, die ja nun mal kühler und weiter weg und meist Jungfernbau sind?
    Ich bin der Meinung, wir haben sie schon gut selektiert auf wärmere und kleinere Zellen, anders kann ich mir den geringeren Befall in den Drohnenzellen nicht erklären.
    Hast du eine bessere Erklärung?:wink:

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  • Hallo loopguru,


    mit dem Schneiden der Drohnenbrut reduzierst Du die Varroa.
    Das soll das Entscheidende ! sein.
    Hast Du das an dem Kurstag von Prof. Liebig so erfahren ?
    Die Drohnenbrut kommt sofort in den Sowa-Schmelzer und das gewonnene Wachs wird zu gegebener Zeit nochmals eingeschmolzen.

  • Hi,


    ich habe Hühner - da sind die Drohnenwaben in 5 Minuten leer und das Eiweiß ist gut recycelt. Danach kommt der Rest in den Sonnenwachsschmelzer. Nur bitte die ausgepickte Wabe nicht lange hängen lassen, sonst interessieren sich die Mädels (Bienen) wieder dafür un das wäre nicht gut.
     
    Gruss
    Veet

  • Hallo sabi(e)ne,

    Moin, drohne,
    ihr seid zu schnell für meine lahme Tippselei...:lol:


    Da widerspricht sich aber doch was: entweder haben die Varroen eine Vorliebe für mehrfach bebrütete Waben, die sich zumeist in den wärmeren Regionen des Brutnests finden, oder sie haben eine eindeutige Vorliebe für Drohnenzellen, die ja nun mal kühler und weiter weg und meist Jungfernbau sind?
    Ich bin der Meinung, wir haben sie schon gut selektiert auf wärmere und kleinere Zellen, anders kann ich mir den geringeren Befall in den Drohnenzellen nicht erklären.
    Hast du eine bessere Erklärung?:wink:



    Ich kann natürlich auch die Drohnen (am Rand) erst einmal schlüpfen lassen und dann erst die erneute Drohnenbrut ausschneiden und auszählen. Vielleicht ist dann die Ausbeute der Varroen größer.
    Wenn Du Deine Varroen auf wärmere und kleinere Zellen selektieren konntest, dann hat natürlich für Dich Drohnenschneiden keine Bedeutung mehr und das Volk hat seinen "Sex".
    Was machst Du aber nun in der "Honigzeit" mit den Varroen in der Arbeiterbrut?
    Sicherlich nicht Arbeiterbrut schneiden. Ist hier aber im Forum auch einmal von ... erwähnt worden.(im Juli geschnitten)
    Die Bildung von Brutablegern und Behandlung ist die notwendige Folge. Das mach ich aber neben dem Drohnenschneiden auch noch.
    Nun kann natürlich jeder in Abhängigkeit der Anzahl seiner Völker (5 oder 100) seine Methoden zur Bekämpfung der Varroen entwickeln. Ich bin für alle Methoden aufgeschlossen nur nicht für die, welche ein Kahlfliegen im Winter mit einbeziehen. Den Königsweg habe ich noch nicht gefunden. Es wird immer Vor- und Nachteile für die Bienen geben.

  • Hi, drohne,

    Zitat

    und dann erst die erneute Drohnenbrut ausschneiden und auszählen. Vielleicht ist dann die Ausbeute der Varroen größer.


    Nach institutslicher Offizialmeinung sollten sich aber gerade im allerersten Drohnensatz die meisten Milben befinden, und dadurch der Effekt der größte sein....
    Genau das kann ich aber eben nicht feststellen, denn bis überhaupt Drohneneier gelegt werden, sind doch schon lange die ersten Arbeiterinnenbrutsätze gelaufen, mit entsprechender Vermehrung.
    Was sollte dann die Milben dazu veranlassen, in die großen Zellen zu wechseln, wenn sie sich doch fast genausogut schon in den kleinen, warmen vermehrt haben?


    Bislang habe ich das Milbenproblem im Sommer mit Brutscheunen und totaler Bauerneuerung bei den Altvölkern, plus OS-Behandlung nach Trachtende bei den neuen KS versucht zu bändigen, wobei ich so meine Zweifel habe, ob dieses doch recht rabiate Vorgehen wirklich sinnvoll ist, weil Spätsommer einfach nicht die Zeit fürs Bauen ist.
    Ableger sind keine Lösung, weil das ein Zustand ist, der nun gar nicht in freier Wildbahn vorkommt, und mit Naturbau sieht man sehr deutlich, daß sie "verwirrt" sind.
    Naja, noch viel zu überlegen...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
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