Lehrbücher, Einführungen

  • Habt ihr Empfehlungen für ein gutes Imker-Lehrbuch? Gibt es Standard-Werke, die man kennen sollte?


    Vielleicht wäre es eine gute Idee, hier einen Sticky-Thread über Literatur für Anfänger und Lernwillige einzurichten, wenn das möglich ist. Es wäre immer gut, auch den Umfang (Seitenzahl) und die Ausrichtung des Werks mit anzugeben (z.B. Bilderbuch vs. wiss. Lehrbuch, etc.). Außerdem wäre es interessant, auch Online-Werke (Internet) anzugeben, wenn es die gibt.

  • Hallo Wabenhansel


    Eines der besten und umfangreichsten Standardwerke über zeitgemässe Imkerei ist "DER SCHWEIZERISCHE BIENENVATER". Dieses Werk enhält wirklich alles, was man über Imkerei wissen muss. Es besteht aus 5 Bänden:
    - Imkerhandwerk
    - Biologie der Honigbiene
    - Königinnenzucht und Genetig der Honigbiene
    - Bienenprodukte und Apitherapie
    - Natur- und Kulturgeschichte der Honigbiene.


    Das Werk wurde an einer der letzten Apimondiaausstellungen mit der Goldmedaille ausgezeichnet.


    Im Internet kannst Du verschiedene Stellen ausfindig machen, wo Du das Werk kaufen kannst.


    Gruss Jon

  • Hallo Bienenfreund!

    Den "Schweizerischen Bienenvater" kenne ich nicht.

    Sollte es praxisbezogene Literatur sein, so kann ich das Buch von Liebig "Einfach Imkern" und das Buch von Pfefferle "Imkern mit dem Magazin" nur empfehlen.

    Wie der Titel "Einfach Imkern" schon verrät, sind viele praktische Tipps verpackt. Das Buch "Imkern mit dem Magazin" geht in die gleiche Richtung. In beiden Büchern wird auf die Jungvolkbildung speziell eingegangen.

    Hält man sich an die beiden Bücher, so hat man mit Sicherheit immer ein Überschuss an Jungvölkern. Bei mir war es so, dass auf diese Art die Völker immer mehr wurden und ich eigentlich Völker auflösen musste, welche normal überwinterungsfähig gewesen wären.

    Von vielen anderen Bienenbüchern muss ich abraten. Es werden viele Behauptungen aufgestellt, die einfach nicht stimmen. Die Autoren dürften gegenseitig abgeschrieben haben. Wenn man einmal mehr Erfahrung hat, kann man sich auch auf andere Bücher einlassen. Man muss halt manches heraus filtern. Der Vergleich der beiden angeführten Bücher verwirrt einen Neuanfänger sicherlich bereits genug. Nur wenn er sich an eines der beiden Bücher hält oder sich dazwischen wo bewegt, entsteht zumindest kein Schaden.

    MfG
    Honigmaul

  • Sicher gibt es eine Fülle an Büchern, allerdings in wechselnder Qualität und Aktualität. Hier meine subjektive Auswahl:


    Als Einstieg:


    "Bienen halten"
    Franz Lampeitl
    Guter Querschnitt über alles Wissenswerte, weder auf Bienenrassen noch auf Beutensysteme fixiert. Offen geschrieben,nachvollziehbar.


    "Einfach imkern"
    Gerhard Liebig
    Viel gelobtes Buch des Hohenheimer Wissenschaftlers. Sehr auf seine Einfachbeute und die damit verbundene Betriebsweise fixiert. Seine "Do's and Don'ts" sind allerdings der Stand der Zeit, vernünftig ohne Schnörkel.


    "Imker-Praxis"
    Wolfgang Wallner
    Wie der Name schon sagt. Ein Buch aus Österreich, das auch die erwerbsmäßige Bienenhaltung nicht ausspart.


    Weiterführend:


    "Naturgemäße Bienenzucht"
    Rudolf Moosbeckhofer/Josef Bretschko
    Macht die den Bienenstaat steuernden Mechanismen begreifbar. Manch Kronleuchter wird aufgehen. Bretschkos Flachzargen-Betriebsweise wird eingehend erläutert


    "Haltung und Zucht der Biene"
    Zander/Böttcher
    Sehr umfangreiches Standardwerk, in Details aber nicht mehr aktuell.


    Specials:


    "Meine Betriebsweise"
    Bruder Adam
    Einblick in eine beneidenswert konsequent geführte Imkerei, geschrieben vom vielleicht besten Züchter aller Zeiten


    "Auf der Suche nach den besten Bienenstämmen"
    Bruder Adam
    Der vielleicht beste Züchter aller Zeiten durchkämmt Europa und dokumentiert dabei die ursprünglichen Varietäten der Apis Mellifera.


    "Züchtung der Honigbiene"
    Bruder Adam
    Die theoretische Grundlage des Lebenswerks Bruder Adams


    "Die Veredelung von Bienen"
    Eigil Holm
    Ein Buch als Hintergrund zur Kombinationszucht. Für "Hardcore-Züchter" ein Muss!


    "Lexikon der Bienenkunde"
    Nitschmann
    Unerschöpfliches Nachschlagewerk. Derzeit zum Schleuderpreis zu bekommen!

  • Wie bewertet ihr die beiden Bücher:


    "Imkern Schritt für Schritt" von Bienefeld


    "1 x 1 des Imkerns" von Pohl ?


    Ist das für einen Neu - Imker nicht sinnvoll in einer Gegend, in der eigentlich ausschließlich in DNM geimkert wird?

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Wie bewertet ihr die beiden Bücher:


    "Imkern Schritt für Schritt" von Bienefeld


    "1 x 1 des Imkerns" von Pohl ?



    Also ich als blutiger Anfänger habe beide gelesen...
    Wobei ich sagen muss leichter für einen Anfänger zu verstehen ist das Buch
    "1mal1 des Imkers"
    Bei dem Buch "Imkern Schritt für Schritt" fand ich vieles ... jedoch nicht Schritt für Schritt ... :roll: Für jemanden der sich da noch einlesen muss enhält es mir persönlich zu viele quer verweise auf andere Seiten..
    Frei nach dem Motto ... Auf Seite 11 erklärt ihnen was auf Seite 23 angesprochen wird um Seite 15 zu verstehen ...


    Alles in allem aber haben mir persönlich beide Bücher einen durchaus objektiven Blick in die Imkerei geben können. Viele Grafiken und Bilder machen das ganze auch noch etwas einsteiger freudiger und plastischer für den Leser.

  • Ich möchte noch den Tautz "Phänomen Honigbiene" ins Feld werfen, ist nichts speziell für Imker, enthält aber eine Menge interessanter Details, die selbst alte Imker noch nicht wußten...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    Tautz wiegt schwer, dem Anfänger.:roll:


    Alternativ: Der Mensch und die Bienen von Michael Weiler
    Betrachtungen zu Lebensäußerungen des Bien.


    Ökologisch imkern von Claudia Bentzien
    Einfach imkern nach den Regeln der Natur


    Merci,adé, Jerome

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Jetzt ist ein Anfänger sicherlich verwirrt!

    Wie gesagt, vieles was in Bienen-Büchern geschieben steht hält einer Prüfung nicht stand. Dies triffte beim Buch "Naturgemäße Bienenzucht" über weite Teile zu.

    Das angeführte Buch von Tautz ist auch nichts für einen Anfänger, der praktische Ratschläge sucht.

    MfG
    Honigmaul



  • Tautz´Phämomen Honigbiene ist auch kein Buch für Imker...

    aber was heißt denn bitte triffte?:confused:

  • Hallo Zusammen,
    beim Pfefferle muß aber beachtet werden, das zu dieser seiner Betriebsweise auch die Tracht entsprechend sein muss.
    Wer die bienenzehrende späte Tannentracht nicht hat, der erzeugt massenhaft neue Völker und hat bald keinen Platz mehr dafür.
    Das Ausscheiden der Altvölker durch Verbrauch und Zusammenlegen dieser, der Aufbau von zahlreichen Jungvölkern und Vorausauswahl bei diesen, ist das A und O dieser Betriebsweise.
    Trotzdem empfehle ich das Buch, weil die Tipps und Hinweise über die Handhabung der Völker gut sind.
    Den Tautz empfehle ich Anfängern und Interessierten, weil darin eine zeitgemäße Beschreibung des Wissens über Bienenvölker beschrieben ist.
    Empfehlen würde ich auch Ludwig, aber der ist nur noch schwer zu bekommen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin,
    meine Anfänger kriegen den Liebig und den Rest erzähle ich ihnen dann schon...:cool::wink:
    Die meisten Bücher sind schlicht zu alt und/oder oft auf Hinterbehandler bezogen, oder einfach völlig verwirrend.


    Der Tautz ist durchaus auch was für Anfänger, um die Komplexität der Vorgänge im Volk überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, und von dieser mechanistischen Bearbeitungsweise wegzukommen.


    Der Schweizer Bienenvater ist ein sehr gutes Buch, aber aufgrund der hohen Verbreitung des Schweizer Kastens dann doch wieder mit Vorsicht für Magazinler zu genießen, m.M.n., aber sehr gut zum Nachschlagen, er beantwortet fast alle Fragen.


    Das Buch von Michael ist für die meisten Anfänger zu heavy, damit kann man ihnen eher nach zwei, drei Jahren kommen.


    Der Wochenendimker ist ziemlich rabiat in seiner Betriebsweise, was sogar schon Anfänger festgestellt haben...:wink:


    Zu viele Bücher vor dem ersten Volk gelesen zu haben, verwirrt eher und macht unsicher, zumal wenn der Pate auch noch eine andere Meinung hat...
    In der ersten Saison können alle gern alles mit mir diskutieren, aber gemacht wird, was ich sage.
    Ich kann das in allen Fällen auch vernünftig begründen, warum so und nicht anders, und meistens können alle damit auch gut leben.
    Ich sage ihnen immer, wenn so schöne komplizierte Theorien aufgestellt werden, daß sie es aufschreiben sollen, und wir nächstes Jahr nochmal drüber reden.
    Bis jetzt hat sich da im Lauf der Zeit dann immer irgendein gewaltiger Haken gezeigt, so daß diese Theorien dann in der Rundablage landeten.
    Wenn sie ihre eigenen Völker haben, können sie machen, was sie wollen, aber nicht im ersten Jahr.
    Das kann ich den Bienis nicht antun.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen