Volk verhungert

  • Hallo,
    Habe heute ein totes Volk gefunden. Verhungert. Kein Tropfen Honig mehr in der Beute.
    Beute war voller Bienen in einer wunderschönen Traube. 1-Zarger. Ableger. Im Juli, August hatte ich 12 l Futter gegeben.


    Meine Frage:
    Ab wann kann ich mit Fütterung der nebenstehenden Völker (2-Zarger, Ableger) beginnen ? Was ist zu beachten, wenn man im Frühjahr notfüttern muß ? (Flüssigfutter mit Eimern von oben.) Möchte kein Risiko wegen der anderen Völker eingehen.


    Viele Grüße von einem traurigen Neuimker.
    Harlekin.
    __________________

  • Hallo,
    jetzt ganz ohne Schuldzuweisung: für einen Ableger insgesamt 12 Liter (welches Mischungsverhältnis?) sind zuwenig.
    Das schlucken meine schon über Sommer weg und verbauen und verbrüten das.
    Für den Winter braucht es schon mindestens noch einen ganzen Eimer Sirup bei einem Einzarger, 2 Zarger zwei.


    Notfüttern: würde ich nicht mit Eimer machen, der Weg ist zu lang, nimm die Gefrierbeutel-Methode und angewärmtes Futter (Zip-Lock-Gefrierbeutel, 2/3 mit angewärmtem Futter füllen, Luft komplett rausdrücken, zumachen.
    Halbzarge drauf (unterm Deckel ist nicht genug Platz), direkt über den Bienensitz legen, reichlich Löcher reinstechen, etwas andrücken, damit was überläuft und sie es auch finden. Funktioniert ganz hervorragend, immer. Beuten sollten allerdings in waage stehen, sonst läuft alles aus....)
    Oder, falls es extrem brennt: zwei leere Waben auf je 1 Seite mit angewärmtem und leicht verdünntem Honig füllen und direkt rechts und links ans Brutnest hängen.
    Sobald sie richtig in Brut sind, brauchen sie bis zu 8kg pro Monat, vorher nur etwa 1.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Aus Schaden wird man klug. (Hoffentlich)
    Sehe es schon als persönlichen Verdienst des Imkers, was da passiert ist.


    Es war gekauftes Fertigfutter. Wobei der Ableger seit seiner Geburt insgesamt 18 Liter Futter und noch 2-3 Futterwaben zusätzlich bekommen hatte.


    Spielt die Aussentemperatur eine Rolle bei der Notfütterung ?


    Harlekin

  • Ja, es sollte möglichst warm sein, mindestens aber 5°.
    Futter immer anwärmen, so um 40° beim Drauflegen ist okay.
    An die Beutel gehen sie ziemlich schnell und putzen sie auch zügig leer, bei Eimern hast du das Problem, daß der Inhalt schnell kalt wird, und dann wie ein Kühl-Akku über dem Brutnest wirkt, und die Bienen dort drin verklammen und nicht wieder herauskommen.
    Das ist dann noch schlimmer....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen



  • Hallo Harlekin,


    man darf nicht denken das man 12 Liter Sirup verfüttert und man brauch nichts mehr zu tun.
    2007 war ein etwas ungewöhnliches Bienenjahr, da war die Tracht früh zu ende und man musste schon zeitig füttern.
    Habe letztes Jahr bis ende September gefüttert, weil die Völker sehr viel gebrütet haben und viel verbraucht haben.
    Eine genau Futtermenge gibt es nicht, man füttert nach Gefühl was ein Volk braucht, sonst kann es schnell verhungern!

  • Woher soll ein nagelneuer Imker das Gefühl haben???:roll:


    Hallo Sabiene,


    wenn ich meine Völker einwintere kontrolliere ich im Herbst ob die Völker genug Futter haben, das Gewicht muss stimmen, dafür muss man kein Profi sein!
    Ein Volk hungert schon wenn nur noch zwei Futterwaben im Volk sind.
    Die Bienen merken wenn die Grenze unterschritten ist, da muss man sofort handeln!
    Der geringe Vorrat löst bei den Bienen Stress aus und das Volk neigt verstärkt zur Räuberei.

  • Michel,
    hier geht es doch gar nicht mehr um "hätte, sollte, wäre doch".
    Das hilft keinem und er ist ganz bestimmt nicht glücklich.
    Hier geht es nur noch darum, wie dem anderen Volk auf die Schnelle geholfen werden kann.
    Fehler am Anfang hat todsicher jeder von uns gemacht, oft genug auch für die Bienen tödliche, von daher sollten wir alle schön schweigen, und nur versuchen zu helfen, aber nicht urteilen!
    *hugh*:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, Andreas,
    ein Volk kannst du eigentlich nur überfüttern, wenn du zu früh anfängst zu füttern.
    Während der Erzeugung der Winterbienen sollte das Brutnest schon noch ziemlich frei bleiben, wohingegen du mit einer kräftigen Futtergabe Anfang Oktober dazu beitragen kannst, daß das Brutnest geschlossen wird.
    Zuviel Futter im Stock schadet nicht (du kannst im Frühjahr eher überzählige Futterwaben rausnehmen), zuwenig dagegen sehr (Notfütterungen im März sind nicht lustig).
    Allerdings sollte man schon mit mehr als einer Zarge überwintern; Einzarger sind in meinen Augen schwer kalkulierbar, was das Verhältnis Brut:Futter angeht; bei zwei und mehr Zargen bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn eine Zarge komplett voll mit Futter ist....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin,


    solange genug Platz bleibt, ist die Übermenge egal. Einzarger kann man aber auch sehr leicht totfüttern, wenn man zu früh im Jahr (Juli/August) zuviel Futter mit zu hohem Wassergehalt gibt. Dann bleibt nicht genug Platz für die Brut die die Winterbienen erbrütet.


    Zur Rettung verhungernder Völker hilft Invertzuckersirup (oder flüssiger Honig) am Besten. Ich mußte noch nicht viele retten, wenn dann gab ich den Sirup mehr als handwarm und viel zu viel in die Futterzarge. Zucker hat eine sehr große Wärmekapazität - wer sich an geschmolzenem Zucker schon mal verbrannt hat wird das wissen - und eignet sich wunderbar, Wärme und damit Leben in die Kisten zu bringen. Auch wenn die Bienen nur wenige Liter benötigen, gebe ich bei so Notsituationen stets gleich 8 oder 10 damit das Futter insgesamt warm bleibt. Mein größter Kochtopf wird für's Aufwärmen mißbraucht. Da die Futterzargen auch gen Volk hin aus gut isolierendem Styropor sind, darf der Sirup wirklich ordentlich warm sein. (Wir haben bei Tautz gelernt, daß Bienen 44°C aushalten :wink: Bekommt eine kalte Biene heißen Sirup an den kalten Schnabel, dann wird sie nicht insgesamt die 44°C erreichen.:wink:) Sollten die Bienen das Futter oder einen Rest davon nach Tagen erkaltet übrig lassen und nicht mehr abnehmen, entleere ich die Futterzarge mit einem Hebeschlauch und erwärme den Sirup nochmal. In aller Regel zuhdschen die jedoch ruck zuck große Mengen der warmen Suppe weg, sobald sie die gefunden haben - also bei geruchlosem Sirup bitte innen und in die Aufstiege kleckern! Weil Futter die zum Ausfliegen reizt, nachmittags oder bei Einbruch der Dunkelheit füttern.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin, Andreas,
    ein Volk kannst du eigentlich nur überfüttern, wenn du zu früh anfängst zu füttern.
    Während der Erzeugung der Winterbienen sollte das Brutnest schon noch ziemlich frei bleiben, wohingegen du mit einer kräftigen Futtergabe Anfang Oktober dazu beitragen kannst, daß das Brutnest geschlossen wird.
    Zuviel Futter im Stock schadet nicht (du kannst im Frühjahr eher überzählige Futterwaben rausnehmen), zuwenig dagegen sehr (Notfütterungen im März sind nicht lustig).
    Allerdings sollte man schon mit mehr als einer Zarge überwintern; Einzarger sind in meinen Augen schwer kalkulierbar, was das Verhältnis Brut:Futter angeht; bei zwei und mehr Zargen bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn eine Zarge komplett voll mit Futter ist....:wink:


    Hallo Sabiene,


    das stimmt so nicht.


    Zu viel Futter kann genau so schädlich sein wie zu wenig Futter.
    Sitzen die Biene auf vollen Futterwabe besteht die Gefahr das die Bienen verkühlen.
    In der Mitte des Bienensitzes sollte immer etwas Platz sein, für leere Zellen.


    Leere Zellen wirken wie ein warmes Luftpolster volle Futterwaben im Volk nicht.
    Das Futter muss von den Bienen erwärmt werden um es auf zu nehmen.


    Bei Zweizarger haben die Bienen in der unteren Zargen genug Platz da für, bei Einzarger sollte in der Mitte Platz sein.


    Bei Einzarger füttert man nie eine komplette Futtermenge zu, das ist größer Käse, das macht nur jemand der überhaupt keine Ahnung hat, man füttert in kleinen Mengen zu je 5 Liter wenn, oder man gibt Apifondateig, und die Bienen nehmen das auf wie sie es brauchen.


    Bitte das Rad nicht neu finden!


  • Hi,
    deswegen überwintere ich grundsätzlich immer auf 2 Zargen. Sonst muss ich im frühjahr erweitern, so mach ich es halt im Herbst.
    Und genug Platzt und Futter schadet über den Winter bestimmt nicht. Restliche futterwaben kommen halt im frühjahr raus und in die Ableger.
    MfG Jeffrey

  • Hi,
    deswegen überwintere ich grundsätzlich immer auf 2 Zargen. Sonst muss ich im frühjahr erweitern, so mach ich es halt im Herbst.
    Und genug Platzt und Futter schadet über den Winter bestimmt nicht. Restliche futterwaben kommen halt im frühjahr raus und in die Ableger.
    MfG Jeffrey


    Hallo Jeffrey,


    ich überwintere meine Völker generell nur auf einer Zarge oder DN 1,5.
    Von der Zweiraumüberwinterung bin ich schon seit vielen Jahren abgekommen.
    Weil die Bauerneuerung einfacher ist und kein Winterfutter in den Honig gelangt.
    Die Völker viel besser behandelt werden können, als mit zwei Zargen.