Warum wird Wachs von Bienen nicht umgebaut?

  • Eine ernst gemeinte Frage! Ist die Aussage event. sogar falsch? Etwas übertrieben gesagt: Also könnte man einen Block Wachs in den Bienenstock stellen und die Bienen "recyclen" den zu einer neuen Wabe?

    ...drama makes the world go round... darf ja bloß nicht langweilig werden!

  • Hallo maxwell,


    deine Frage kann man klar mit nein beantworten.Die Bienen bauen nur auf Altwaben, aus dem vorhandenen Wachs Weiselzellen, auch ein Umbau von Arbeiterzelle auf Drohnenzelle und umgekehrt sind bekannt. Auch äußerliche Strukturveränderungen am Wachsblock sind möglich.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin,
    es ist schlicht ein Verarbeitungs- und ein Wärmeproblem.
    Die Bienen mit ihren winzigen Kiefern können keine Stücke vom Block nagen, und haben auch insgesamt ein Problem mit glatten Wachsoberflächen, deshalb klappen Mittelwände ohne Prägung fast nie.
    Dazu kommt, daß bei normalen Stocktemperaturen (36°C im Brutnest) das Wachs ja noch ziemlich standfest sein muß, damit die Zellen stabil bleiben.
    Es ist also am energiesparendsten, das Wachs gleich direkt nach der Produktion bei den erforderlichen höheren Temperaturen auch zu verarbeiten, statt irgendwelche kalten Bereiche mühsam zu erwärmen und umzufrickeln.
    Das ist auch der Grund, weshalb sie schneller Naturbau errichten können als MWs ausbauen, denn das Wachs der MWs muß erst mal erwärmt werden, damit das neue dran hängenbleibt. Außerdem sind die MWs immer zu dick, auch in den Zellansätzen, und müssen da erstmal runtergenagt werden, was auch wieder höheren Aufwand bedeutet.


    Normalerweise ist ein Volk nur darauf eingestellt, ein einziges Mal richtig viel zu bauen, nämlich wenn es als Schwarm ins neue Zuhause einzieht.
    Alles, was danach kommt, sind nur noch Anbauten, wie zur Honiglagerung oder einzelne Zellen zur Weiselaufzucht.
    Zur Bauerneuerung MWs reinzupacken ist von dieser Betrachtungsweise aus absolut nicht bienengemäß....*rumketzer*:wink:
    Im Mittelalter wurden gewaltige Mengen an Wachs für die Kirchenkerzen gebraucht, das war fast noch wichtiger als der Honigertrag, und das meiste Wachs produziert nunmal ein Schwarm....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Eine ernst gemeinte Frage! Ist die Aussage event. sogar falsch? Etwas übertrieben gesagt: Also könnte man einen Block Wachs in den Bienenstock stellen und die Bienen "recyclen" den zu einer neuen Wabe?


    Hallo,


    die Aussage ist nicht nur eventuell, sondern sicher falsch. Bienen produzieren Wachs durchaus auch auf Vorrat, um dann schnell, wenn notwendig bauen zu können. Beispiel sind ua. die Wachsbrücken auf Oberträgern im Herbst, die dann im Frühjahr zur Bautätigkeit genutzt werden. Ein Teil der sogenannten Verbauungen sind Wachsreserven. Genauso wird das Wachs der Mittelwände mit zum Ausziehen genutzt.


    Gruß
    Heinrich

  • Hallo Zusammen,
    Bienen verwenden altes Wachs aber nicht für "Großbaustellen" wie neue Waben,
    sondern für "Kleinbauten" , also Verdeckeln.
    Zumindest für Brutzellen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Nach dem letzten Schleudern hab ich mein Entdeckelungswachs auf ein Backblech ausgelegt. Es war sicher 2 bis 3 cm hoch mit Wachs beschichtet. Dann hab ich's einem Bienenvolk zum Auslutschen von hinten in die Trogbeute geschoben. Als ich das dann wieder entnehmen wollte, hab ich nicht schlecht gestaunt, wie sie aus den ganzen Bröseln vom Boden aus nach oben Wabenbau zusammengezimmert haben. Sah allerdings nicht besonders schön aus. Waren keine parallelen Wabenwände, sondern ziemlich krumme Dinger. Ich erwähne das nur, zum Beweis, dass die Bienen kleine und dünne Wachsbrösel verwenden können.

  • luxnigra :

    Zitat

    Mittelwände im Brutraum sind eben doch Bienengerechter als Draht


    Ganz definitiv NEIN.:Biene:
    Laß selbst naturbauen und miß mal die Zellen durch, und mach ein Diagramm über deren Verteilung in 3d - dann vergleich mit echten wilden Völkern.
    EINE Zellgröße im ganzen BR ist sowas von *Sch.........*
    Das gibt es in der echten Realität einfach nicht.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich habs doch gewusst: Mittelwände im Brutraum sind eben doch Bienengerechter als Draht. Aber bei den Demeters ist es genau anders rum: Draht ist erlaubt, Mittelwände nicht. Im Brutraum.


     
    Mittelwände ohne Draht geht eigentlich nicht! Außer Du pappst die Mittelwände einzeln mit Wachstropfen an die Oberträger.

  • Eine ernst gemeinte Frage! Ist die Aussage event. sogar falsch? ...


     
    Es wird mit Garantie teilweise umgebaut. Die Farbe der Weiselzellen und der Brutzellendeckel ist dafür Beweis.
     
    Und ich ließ bei der letzten Durchsicht ein Stück (leere) Wabenzunge (von der inneren Rückwand) auf dem Beutendeckel der Nachbarbeute liegen. Am nächsten Nachmittag saß dort ein Häufchen Bienen drauf und das Wachs war großteils weg, der Rest geschrotet. Ja, ich weiss... nix rumliegen lassen...:oops:
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • luxnigra :
    Ganz definitiv NEIN.:Biene:
    Laß selbst naturbauen und miß mal die Zellen durch, und mach ein Diagramm über deren Verteilung in 3d - dann vergleich mit echten wilden Völkern.
    EINE Zellgröße im ganzen BR ist sowas von *Sch.........*
    Das gibt es in der echten Realität einfach nicht.:wink:


     
     
    Aber: Die Bienen können Zellen abschroten und neu bauen, siehe Drohnenbau mitten auf der Wabe, bei Mittelwänden. Was nicht mehr so gut funktioniert bei Mittelwänden ist die übertragung der Schwingungen im Volk. Darum sind sie bei Demeter ja auch verboten.