Ameisensäure auch im Januar möglich??

  • Hallo,
     
    ich wohne in einer Weinbaugegend. Zur zeit haben wir tagsüber sehr milde Temperaturen. Nachts sollen es demnächst auch konstant über 6 Grad Celsius werden. Am Freitag über 13 Grad im Schatten.
     
    Bisher hatten wir einen sehr lauen Winter. Ich bezweifle, daß meine Bienen die Brut völlig eingestellt haben.
     
    Frage: Ist es unter diesen Bedingungen auch möglich mit Ameisensäure mittels Schwammtuch zu behandeln?
    Es erscheint mir zumindest unter diesen Umständen sinnvoller.
     
    Danke und Gruß


  • Frage: Ist es unter diesen Bedingungen auch möglich mit Ameisensäure mittels Schwammtuch zu behandeln?


     
    Nein. Nach meinen Erfahrungen sind die Verluste von Königinnen bei der Anwendung von Ameisensäure im Winter/Frühjahr besonders hoch. Desweiteren: Es ist trotz allemdem noch viel zu kalt für die vernünftige Verdunstung von AS, d.h. die Wirkung ist nicht ausreichend.
     
    Selbst wenn die Völker jetzt immer noch (oder schon wieder) Brut haben sollten, so sollten die Brutflächen sehr klein sein und die Wirkung von Perizin oder Oxalsäure sollte trotz kleiner Brutflächen ausreichend sein.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo,
    Frage: Ist es unter diesen Bedingungen auch möglich mit Ameisensäure mittels Schwammtuch zu behandeln?
    Es erscheint mir zumindest unter diesen Umständen sinnvoller.
    Danke und Gruß


     
    Moin , Moin aus Hamburg,
    es sind keine ausreichenden Temperaturen für die Behandlung und der Zeitraum bis zur nächsten Ernte ist zu kurz.(Rückstandsproblematik).
    Durch die verminderte Luftzirkulation würde vermutlich die Konzentration der Dämpfe über einen zu langen Zeitraum im Volk verbleiben.Die Dämpfe würden vermutlich auch zu viel Unruhe ins Volk bringen.Trotz der Temperaturen ist noch Winter. Der richtige Winter kommt noch. Meines Erachtens würde weiterhin auch die Gefahr bestehen, das die Futterreserven übersäuern. Jeder der hier genannten Punkte schließt meiner Meinung nach für sich allein schon die Behandlung aus.
     
    Wer seine Bienen bisher richtig behandelt hat, sollte jetzt auch die Behandlung abgeschlossen haben und die Völker sollten in einem überlebensfähigen Zustand sein. Zu einem systemischen Behandlungskonzept gehört auch , das man die Bienen einfach mal in Ruhe überwintern läßt. Jetzt reißt Du mit einer Behandlung auch nichts mehr raus.
     
    Wie hoch ist der Totenfall bei den Milben ? Wie sah Dein bisheriges Behandlungskonzept aus ? Warum willst du jetzt noch behandeln ?
     
    Viele Grüße aus dem kalten Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Immenheger, hallo Daniel,
     
    zunächst mal Danke für eure Antworten.
     
    Zur Frage warum erst jetzt diese Behandlung. Den Zeitpunkt suchte sich mein Imkerpate aus, der schon seit Jahren mit über 50 Völkern imkert.
     
    Er träufelt mit Oxalsäure und hat mir ebensolche mitgegeben um gleiches zu tun. Unser Problem der letzten zwei Jahre ist halt, daß die Sumsen bisher durchgebrütet haben. Zu warme Winter in einem Weinbauklima... :roll: . Momentan allerdings ist die Brutfläche tatsächlich relativ klein.
     
    Meine Überlegungen:
    Wenn ich gegen Varroa behandele, dann muß ich zwar auf den Kalender achten, darf aber auch den Entwicklungszustand der Völker und die klimatischen Bedingungen nicht aus den Augen verlieren.
     
    Mit anderen Worten: Behandle ich schon im Dezember mit Oxalsäure gegen Varroa und es ist noch Brut vorhanden, dann ist die ganze Geschichte für die Füße, da die Varroa eben schon oder immer noch in der Brut sitzt. Bestenfalls ein Streifschuß eben.
     
    Daher meine Überlegungen anstelle mit geträufelter Oxalsäure, doch die AS mittels Schwammtuch auszuprobieren. Die nächsten Tage bzw. kommende Woche sollen außerordentlich mild werden. Flugaktivitäten an warmen Tagen gab es schon zu genüge. Ich fürchte, daß bei weiterem warmen Witterungsverlauf, die Brutfläche weiter zunimmt.
     
    Die Varroa erwische ich durch die Oxalsäure bei solchen Umständen wohl nicht.
     
    Alles nicht so einfach....
     
    Danke nochmal für eure Hinweise

  • Hallo hans2,


    wenn Du Deinem Imkerpaten Vertrauen schenkst, vertrau ihm, denn nur er weiß, wie die Situation in Eurer Gegend genau ist. Internett ist das eher problematisch, zuviele unterschiedliche Klimazonen... vertraust Du ihm - aus welchen Gründen auch immer - nicht, oder empfindest Unbehagen, halt die Augen auf nach anderen Imkern in Deiner Region


    Grüße aus Bayern, wo es die nächsten Tage nochmal richtig Winter werden kann...
    von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Morgen hans2 ,
     
    ich würd die Finger davon lassen, weils nichts bringt.
     
    Wenn Du die Völker sanieren willst, weil Du im Frühjahr schon die Milben krabbeln siehst, dann kannst Du sie im April auch milbenfrei oder einigermaßen milbenfrei bekommen, indem Du Schwärme bildest, mit den alten Kg.innen, mit Milchsäure diese 2x behandelst und die Brutwaben in Sammelablegern mit AS-Langzeitverdunstern gibst.
     
    Ein grober Eingriff, wobei Du eine Frühtracht vergessen kannst.
    Aber eine wirksame Methode, zu der ich Dir nur raten kann, wenns wirklich brennt.
     
    Ansonsten laß es lieber jetzt sein. Auch Imker mit 50 Völkern reden oft einen mords Stuss.
     
    Gruß Simmerl

  • Alles nicht so einfach....


     
    Moin , Moin aus Hamburg,
    das vermutlich erfogreichste Behandlungskonzept gegen die Varroa ist meiner Meinung nach das Systemische.
    Es besteht aus jahreszeitlich gegliederten Bekämpfungsmaßnahmen.Jeder Eingriff zu seiner Zeit. Drohnenbrut schneiden, Ablegerbildung, Schwarm und Ablegerbehandlung mit Bedampfung oder Träufelmethode organischer Säuren, nach der Ernte bedampfung und zum Jahresende noch mal träufeln.
    Sicherlich gibt es verschiedene Mittel und Methoden, deren Diskussion unter Imkern regelmäßig zu Streit führt:wink: aber ich glaube, das man sich darüber einig sein kann, das der systemische Einsatz als sehr wirksam angesehen werden kann. Wichtig hierbei ist allerdings vor allem, das man einsieht, das jeglicher Eingriff auch eine enorme Belastung für das Volk ist und das man in jedem Fall beachtet, das es nicht zu einer Rückstandsproblematik kommt, sich auch keine Resistenzen bilden und das das Volk auch seine Ruhezeiten bekommt.Behandlungen mit organischen Säuren vor einer Ernte halte ich persönlich für den falschen Weg(Ruhezeit und Rückstandsproblematik)
     
    Viele Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo!


    Meine Behandlungsmehtode:
    Drohnenbrut ausschneiden
    Ablegerbildung (wenn notwendig)
    nach dem Abnehmen des Honigraumes mit xxx
    nach der 2. Honigernte 2 mal mit Ameisensäure (30 und 20 ml)
    Oxalsäure-Verdampfung Anfang Dezember

    Und jetzt zu meiner Frage: In meiner Gegend war von Dezember bis jetzt zu kalt, um die Oxalsäurebegasung zu machen. Ist es jetzt, wenn es noch wärmer werden würde, sinnvoll noch mit Oxalsäure behandeln?

    Herzliche Grüße
    Kevin

    Herzliche Grüße aus dem wunderschönen Mühlviertel in Oberösterreich!! ------- Kevin

  • Hallo!
    Meine Behandlungsmehtode:
    Drohnenbrut ausschneiden


     
    das ist OK:daumen:
     

    Ablegerbildung (wenn notwendig)


     
    das ist gerade im Zuge der Varroabekämpfung (immer) notwendig.Ableger können sofort behandelt werden, da in dem Jahr nicht mehr geerntet wird.Der Varroadruck im Muttervolk wird drastisch reduziert.:daumen: 
     

    nach dem Abnehmen des Honigraumes mit Bienenwohl


     
    Bienenwohl hat keine Zulassung !:evil:
     

    nach der 2. Honigernte 2 mal mit Ameisensäure (30 und 20 ml)


     
    welche Dosierung /Konzentration /Methode ? Man kann auch häufiger behandeln.Kontrolle !:daumen: 
     

    Oxalsäure-Verdampfung Anfang Dezember


     
    Oxalverdampfung ist nicht zugelassen :evil:
     


    Und jetzt zu meiner Frage: In meiner Gegend war von Dezember bis jetzt zu kalt, um die Oxalsäurebegasung zu machen. Ist es jetzt, wenn es noch wärmer werden würde, sinnvoll noch mit Oxalsäure behandeln?
    Herzliche Grüße Kevin


     
    Du hättest auch sehr gut die zugelassenen Behandlungsmethode des Träufelns wählen können.Das wäre sogar optimal gewesen. Im allgemeinen gilt, das man die Behandlung spätestens in der letzten Dezemberwoche abgeschlossen haben sollte, damit sich keine Rückstände bilden, die man dann bei der ersten Honigernte in seinem Honig findet. :daumen: Varroabehandlung ist systemisch zu sehen. Flexibilität in der Kombination der zugelassenen Behandlungsmethoden macht erfolgreiche Milbenbekämfung aus.
    Die Palette an zugelassenen Methoden und Mitteln ist so umfangreich , das man sich auch aus diesem Fundus bedienen sollte.
     
    Viele Grüße aus Hamburg
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Daniel, ich würde dir 9 von 10 Punken für deine Antwort geben:daumen::wink:


    Oxalverdampfung ist nicht zugelassen :evil:


    Richtig, aber in Betrachtung dessen,

    Zitat

    Mit anderen Worten: Behandle ich schon im Dezember mit Oxalsäure gegen Varroa und es ist noch Brut vorhanden, dann ist die ganze Geschichte für die Füße, da die Varroa eben schon oder immer noch in der Brut sitzt. Bestenfalls ein Streifschuß eben.


    dass das durch die jetzigen Klimabedingungen immer häufiger vorkommt, wäre eine Oxalsäureverdampfung im Block vielleicht doch eine "Alternative".
    Gruß aus dem milden Osten
    Peter

  • Daniel, ich würde dir 9 von 10 Punken für deine Antwort geben:daumen::wink: Peter


     
    :p_flower01:Danke:liebe002:
     


    Richtig, aber in Betrachtung dessen,
    dass das durch die jetzigen Klimabedingungen immer häufiger vorkommt, wäre eine Oxalsäureverdampfung im Block vielleicht doch eine "Alternative".Gruß aus dem milden Osten Peter


     
    Stimme ich Dir grundsätzlich zu. Wir wissen ja letztendlich alle, wie das mit den Zulassungen funktioniert. Nur ...... Gesetz ist Gesetz (zumindestens wenn alle hinschauen und man sich öffentlich zu etwas bekennt:cool:)
     
    Was ich aber in jedem Fall für berücksichtigenswert halte ist : Wie ist das mit den Rückständen ?. Eigentlich gilt für jedes Medikament, das bei der Behandlung nachweisbare Rückstände entstehen.Daher sollten Behandlungen mindestens ca. 6 Monate vor der Ernte abgeschlossen sein.:u_idea_bulb02: 
     
    Allein aus diesem Grunde sollte er jetzt nicht mehr behandeln . Bekomme ich jetzt noch einen Punkt ? :wink:
     
    Viele Grüße aus dem trüben aber frostfreien Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Einen halben, ok. Dafür bleibst du Steigerungsfähig.:wink:Peter


     
    :p_flower01:was wäre schon ein Leben ohne Ziele ?:wink:
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)