Was kostet die Zertifizierung zum BIO Honig?

  • Wer weiß was?


    Ich würde gern meinen Honig mit dem Bio Siegel verkaufen.


    Was kostet die Zertifizierung pro Bienenvolk im Jahr?


    Muss ich zwingend Mitglied in einem Bioverband (z.B. Bioland) sein?


    Gruß Jens

  • Hallo Jens,


    um Mitglied zu werden muss man einige Dinge ändern.
    Die Bienen dürfen nur auf bestimmten Standorten stehen, Holzkästen und Teile sind nur zulässig.
    Keine Kunststoffteile in den Völkern etc.....
    Eigener Wachskreislauf, Zukauf von Mittelwänden die aus Biokreise stammen.
    Bio-Zucker, darf nur verwendet werden.
    Mehr Schreibkram, alles muss belegbar sein.


    Ich muss dir ehrlich sagen, das ich von der Umstellung auf eine Bioimkerei nicht sehr viel halte!
    Man darf nicht vergessen es gibt keinen Unterschied von normalen Bienen zu Bienen die in einen Bioimkerei gehalten werden.
    Alle Bienen leben in derselben Natur und mit denselben Problemen, äußere Einflüsse, Krankheiten, Chemie, Umweltgiften.
    Für mich gibt es keinen Unterschied in der Natur was Bio angeht.
    Sind solche Vorhaben völliger Blödsinn, das Beispiel kann ich dir hiermit gleich erläutern.
    Geh mal in den Discounter und was sieht man da und kann es kaufen?


    Richtig Biobienenhonig für 2,99 Euro, da frage ich dich bist du dir wirklich sicher das du auf
    Bio umstellen willst?
    Schaut man aufs Glas, da steht Honig aus EU und nicht EU Ländern, da sind ganz andere Bestimmungen als hier bei uns, das der Honig mit großer Wahrscheinlichkeit kaum anders produziert als konventioneller Honig.
    Der Verbraucher schreit nach Bio, die Leute kaufen es weil Bio trauf steht.
    Ob sich der ganze Zirkus lohnt bezweifle ich sehr stark.


    Hier ist mein Stand, von meiner Imkerei, ich lege sehr viel Wert welches Wachs ich verwende.
    Seit ende 2007 habe ich eignen Wachskreislauf den ich selbst bearbeitet, Entseuchung und Herstellung der Mittelwände mit einer Wassergekühltengießform.
    Ich verwende nur Milchsäure 15%, Ameisensäure in der ad us vet Qualität, wie auch die Milchsäure, Apiguard, Oxalsäure als Behandlungsmittel.
    Meine Völker halte ich zum großen Teil in Segeberger Kunststoffmagazin.
    Das darf man bei Bio nicht verwenden, halte ich für großen Blödsinn weil 99% unsere Lebensmittel in Kunststoff verpackt sind, und auch Bio.


    Den Honig den ich verkaufe und produziere ist von höchster Qualität und steht Biohonig nichts nach, bei Biohonig aus dem Discounter bezweifle ich die Qualität.


    Meine Untersuchungen beständigen keine Rückstände Nachweisbar.
    Bei Honigprämierung hatte ich eine Ivertasegehalt von 201,5 !


    Von Bio profitieren nur die das Biosiegel verkaufen.

  • Hallo Jens,
    du wirst darauf hier keine erschöpfende Antwort bekommen, weil die Kosten von einigen Faktoren abhängig sein wird.


    Am besten, du wendest Dich an eine Kontrollstelle und schilderst denen Dein Vorhaben. Die werden sich mit Dir zusammensetzten, Dich beraten und Dir ein entsprechendes Angebot unterbreiten.


    Informationen findest Du unteroekolandbau.de - Das Informationsportal.


    Bevor Du Dich mit einer Kontrollstelle in Verbindung setzt, setze Dich erst einmal mit der Materie auseinander, damit Dir klar ist, was Du willst und warum Du es willst. Dann wirst Du auch argumentativ sicher auftreten können. :wink:


    Gute Anlaufstellen für ausführliche Informationen sind auf den schon erwähnten Seiten zu finden:


    www.oekolandbau.de/


    Dort besonders unter der Rubrik
    "Erzeuger"
    und
    "Service"


    Alles über´s BIO-Siegel unter:


    www.bio-siegel.de/


    Und natürlich die Anbauverbände, Adressen findest du unter erstgenannter URL > Service > Adressen > Anbauverbände


    ...
    Muss ich zwingend Mitglied in einem Bioverband (z.B. Bioland) sein?...


    Eindeutige Antwort: Nein, Du mußt nicht. Du vermarktest dann unter "BIO nach EG-Öko-Verordnung".


    Aber eine Mitgliedschaft in einem Anbauverband ist auf alle Fälle von Vorteil. :cool:


    Ich hab grad gelesen, dass Du in oder bei Dresden wohnst. Dann ist Dein Weg zu Informationen gar nicht so weit:


    Gäa e.V. - Vereinigung ökologischer Landbau


    Bundesgeschäftsstelle
    Arndtstraße 11, D-01099 Dresden



    Gruß
    Ralph

  • Hallo, Stefan,
    aber es lohnt sich, wenn du damit Zugang zu der ziemlich zahlungskräftigen Kundschaft bekommst, die grundsätzlich nur Bio kauft.
    Wer 3,50€ für ein Pfund Chicoree (Bio) ausgibt statt 99ct im aldi, der zuckt auch bei 8€/500g Honig nicht. Dazu kommt der Vorteil: aus der Region für die Region, was gerade hier bei mir immer mehr zum Argument wird.
    Und "unser Bio-Imker" macht sich im Gespräch doch viel besser als der "Bio-Honig aus dem Basic"....*g*:wink:
    Marketing heißt, dem Kunden das zu geben, was er haben will, oder noch besser, ihm klarzumachen, daß er genau das will, was du im Angebot hast, was er bislang noch nicht wußte....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich meine BIO honig ect ist die größte verarschung die es je bei Lebensmitteln gab und geben wird.


    Und warum bitte bist du zu diesem enttäuschenden Ergebnis gekommen? Wir Bio-Imker sind weder Halsabschneider noch Betrüger, sondern wir halten und an die sehr strengen Regeln des jeweiligen Bio Verbandes.


    Mich würden bitte drei Fragen interessieren:


    1. Bist du tatsächlich Imker


    2. Bist du auch Honigverkäufer


    3. Kann dein allfälliger Betrieb eine stundenlange Kontrolle, wobei sämtliche imkerlichen Einrichtungen, sämtliche Bienenstände und sämtliche Aufzeichnungen strengstens überprüft werden, standhalten?


    Hier werden im übrigen auch deine Handtücher überprüft, sondern auch mit welchem Mittel du die Fenster putzt, bzw. ob du einen Haarschutz verwendest. Diese Liste kann mitunter enorm verlängert werden. Bei uns zertifizierten Imkern trift dies alles zu und sämtliche Hürden wurden auch geschafft, trotzdem behauptest du Verarschung ect.



    Zur Eingangsfrage von Hilux5


    Mein Ratschlag: nur keine Scheu davor, sondern mit einem Bio Verband deines Vertrauens in Kontakt treten. Diese übermitteln dir in der Folge div. Unterlagen und wenn dir dies keine größeren Probleme bereitet, eben als Bio-Betrieb anmelden.


    Auch ich war mir unsicher bezüglich der doch sehr hohen Kosten und der massiven Auflagen, aber eine Zertifizierung rechnet sich auf alle Fälle.


    LG aus dem NÖ Weinviertel, übermittelt


    Josef

  • Der Verbraucher sagt aber etwas anderes. Bio Produkte sind in den letzten Jahren immer mehr gefragt.
    Der Verbraucher denkt um, d.h. Qualität vor Quantität!


    Hallo Franz,


    der meister Biohonig vom Discounter ist doch mehr als eine Lachnummer.
    Der größte Teil kommt aus dem Ausland, dem Verbraucher wird das vorgegaugelt was eigendlich normaler Honig ist.
    Hier bei uns hat man Probleme Biohonig ab zu setzten und muss sich einer langwierigen Zertifizierung unterziehen die viel Geld kostet und sehr aufwendig ist.
    Für mich ist das eine Sackgasse die mit Imkerei kaum was zu tun hat.

  • Hallo, Michel,
    da bist du auf dem falschen Dampfer.
    Warum sollten sich italienische Bio-Imker die Mühe machen, sich durch eine deutsche Kontrollstelle checken zu lassen, wenn sie es doch soviel einfacher haben könnten?
    Du beleidigst gerade alle Leute, die Bio aus Überzeugung machen, weltweit.
    Klar kann man die Standards anzweifeln, wenn man weit weg wohnt, aber den meisten, egal ob Imker oder Bio-Apfelbauer, geht es eher insgesamt um den Schutz der Umwelt; die meisten haben Kinder, und möchten, daß auch ihre Enkel noch eine einigermaßen intakte/reparierte Umwelt vorfinden.
    Wenn man damit auch noch zusätzlich mehr Geld verdienen kann, ist das völlig legitim.
    Und klar ist EU-Bio nicht gerade das Maximum an Anforderung, aber immerhin etwas, und besser als nichts.
    Bioland-Anforderungen erfülle ich ganz locker, für Demeter reicht es nicht, weil ich keinen ungeteilten Brutraum will.
    Angesichts der Vorschriften und zugelassenen Spritzmittel für Energiepflanzen gehen mir die Nackenhaare hoch, und ich warte auf den ersten Skandal, daß "versehentlich" Energie-Weizen im Brot gelandet ist, mit entsprechendem Schadstoffgehalt....


    Ich habe bislang ein Grundvertrauen in zumindest Bioland und Demeter, und bis zum Beweis des Gegenteils sehe ich keinen Grund, da irgendwie mißtrauisch zu sein.
    Nach einem Bericht über einen argentinischen Bio-Apfelbauern, der das seit 24 Jahren bio macht, ziehe ich meinen Hut vor diesen Leuten und ihrem eigenen Anspruch an sich selbst.
    Gute Arbeit wird tatsächlich auch außerhalb von D geleistet, auch wenn du das nicht glaubst...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Franz,
     
    der meister Biohonig vom Discounter ist doch mehr als eine Lachnummer.
    Der größte Teil kommt aus dem Ausland, dem Verbraucher wird das vorgegaugelt was eigendlich normaler Honig ist.
    Hier bei uns hat man Probleme Biohonig ab zu setzten und muss sich einer langwierigen Zertifizierung unterziehen die viel Geld kostet und sehr aufwendig ist.
    Für mich ist das eine Sackgasse die mit Imkerei kaum was zu tun hat.


     
    Das ist sicher deine Meinung als Imker, spiegelt aber nicht den Markttrend des Käufers wider!
     
    Auch wir in unserer Familie steigen immer mehr auf Bioprodukte um.
    Lieber kaufe ich z.B. meinem Sohn am Wochenende ein Netz Bioklementinen bevor ich im 2 Netze von den konventionellen kaufe.


    Wo ich dir beistimmen kann, ist der Umstand, dass z.B weite Anfahrtswege nicht "Bio" vorteilhaft sind!
     
    Lies doch bitte die Marktanalysen über Bio!

  • Hallo zusammen,
    was auch viele nicht unterscheiden und man ihnen erst erklären muss: bei Bio-Honig geht es nicht darum, sowenig Schadstoffe wie möglich im Honig zu haben. a, gespritzte Felder sollten einen abstand von ca 1,5 km zum Bienenstand haben, aber die Bienen fliegenja weiter. Und darum geht es auch gar nicht in erster Linie, sondern es geht um eine natürlichere, artgerechtere Völkerführung. Deshalb z.B. nur Naturwabenbau, da es der Natur entspricht, dass die Bienen nun mal ihre Waben selbst bauen. Deshalb bei der Honigverarbeitung nur Edelstahl. Das ist nun mal teurer und wird auch streng kontrolliert. Wer hier von Verar.... redet, der hat gar nichts begriffen.
    ruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo,


    auch wenn dies nicht besonders Forumskonform ist (vollständiges Zitat), trotzdem: Volle Zustimmung zu Sabi(e)nes Beitrag.


    Viele Grüße
    Stefan
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