Schlüssel zur stabilen Beziehung zwischen Varroa und Bienen gefunden?

  • Hallo miteinander,


    eigentlich ist die Nachricht von den neuesten Untersuchungen von Prof. Thomas D. Seeley bahnbrechend! Das isses!


    Hier die Links zu den Abstracts:


    >>LINK (I)


    >>LINK (II)


    Darin meint Seeley die Ursache für eine stabile Bienen-Milben-Beziehung gefunden zu haben.


    Der erste Schlüssel besteht darin, daß man verstehen muß, daß sich hauptsächlich die Milben an die Bienen anpassen müssen, und nicht anders herum.


    Noch wichtiger ist jedoch der zweite Schlüssel, nämlich daß in der Natur (er boebachtete wildlebende Völker) ein vertikaler (!) Transfer von Milben stattfindet, also von Muttervolk zu Tochtervolk. Von Bienenstock zum abgehenden Schwarm. Eltern zu Nachkommen.


    Da die Milben von Muttervolk zu Tochtervolk weitergegeben werden, können sich die Milben aufgrund der Abstammungsverhältnisse gut und schnell genug an die Bienen anpassen.


    In einer Imkerei jedoch findet der Milbentransfer hauptsächlich horizontal statt, also zwischen nicht-verwandten Völkern. Die Milbe kann sich aufgrund der Abstammungsunterschiede nicht schnell genug anpassen, um eine stabile Beziehung herzustellen.


    Das ist es! Legt das mit den Beobachtungen anderer zusammen und ihr werdet eine Deckungsgleichheit finden!


    Was sind die Folgerungen für die Imkerei?! Wie kippt man den Transfer von horizontal zu vertikal?


    Frohe Grüße, :p_flower01:


    Bernhard


    PS: Maschinenübersetzte Seite von Seeley:


    >>LINK

  • Hallo, Bernhard und die anderen,:p_flower01:
     
    deine Freude steht dir ins Gesicht geschrieben.:p
     
    Folgerungen: Das hieße keine Basiszucht, keine regionale Biene, keine
    Selektion nach Varroaresistenz am eigenen Bienenstand,
    da verwandt -und milbenverwandt?:roll:
     
    Mach mich schlau, bitte.:wink:
     
    Liebe Grüße Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo


    demnach müssten die von Manne abgegebenen Völker,zumindest, in isolierten Gebieten überleben können.
    Kurze Frage an Manne gibt es Völker die Du abgegeben hast die ohne Behandlung auch bei anderen überlebten? Wenn ja unter welchen Bedingungen, ähnliche wie bei Dir oder total anders?


    Gruß Uwe

  • Hallo Bernhard,
    das sind interessante Links :daumen:. Aber die folgende Aussage von Dir kann ich da nicht finden:
     

    Da die Milben von Muttervolk zu Tochtervolk weitergegeben werden, können sich die Milben aufgrund der Abstammungsverhältnisse gut und schnell genug an die Bienen anpassen.


     
    Ist das deine Interprätation der Aussagen, aus den von Dir verlinkten Arbeiten oder kann man das irgendwo sinngemäß bei Seeley nachlesen, dass die Verwandschaft der Bienen von Muttervolk und Schwarm eine Bedeutung für das Überleben hat?

    Gruß Andreas

  • Hallo miteinander,


    eigentlich ist die Nachricht von den neuesten Untersuchungen von Prof. Thomas D. Seeley bahnbrechend! Das isses!


    Darf ich sagen, dass ich dies als Quacksalberei ansehe? Oder werde ich damit gelyncht?
    Sorry, ich habe noch nie soviel "wissenschaftlichen Dünnschiss" mir ansehen müssen. Lamarck und Lyssenko lassen grüßen ...... :roll:


    Ich empfehle, eine gute Vorlesung über Evolution, vor allen den Abschnitt über "Wirt-Parasit-Beziehungen" sich anzuhören (oder in einem entsprechenden Lehrbuch nachzulesen)!


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo, Bernhard,
    nach dem DIB-Artikel haben sie wie immer denselben Fehler gemacht: "je 1 Königin aus den Arnot Forest Völkern und normalen".
    Es liegt aber nunmal nicht an der Königin allein, warum kapiert das keiner????
    Seeley ist schon irgendwo in der richtigen Richtung unterwegs, eine ständige wechselseitige Anpassung Parasit - Wirt kann sehr schnell gehen, wenn sich beide schon länger "kennen" (siehe http://www.spiegel.de/wissensc…tur/0,1518,526505,00.html ).
    Resistente wilde Völker einfach in normale Imkerkisten zu packen, kann mMn einfach nicht gutgehen, dafür ist der Unterschied zwischen Naturbau und Imkerei einfach zu groß.
    Ich begreife nicht, warum derartige Koryphäen sowas einfach außer Acht lassen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    demnach ist das "Herumwursteln" in den Völkern eher schädlich.
    Mit den Verbringen von Brutwaben "zur Verstärkung" in andere Völker,
    dem Vereinigen von Völkern und ähnlichen;
    vermischen wir, das Wort Züchten nehme ich mal nicht dafür, zwei verschiedene Varroapopulationen mit entsprechenem Heterosiseffekt?!
    Über diesem Ansatz haben wir hier aber schon vör längerer Zeit diskutiert.
    Ist eine "geradlinige Vererbung" Muttervolk - Schwarm (egal welcher) die Lösung, um ein "besseres Verhältnis" V-Milbe zur Biene herzustellen?
    Wenn man Sabi(e)nes Einwand, mit den Einzelköniginnen, mal genau überdenkt, gibt jeder, der schon einmal eine andersfarbige Königin eingeweiselt hat, ihr recht.
    Wie lange dauert es denn, bis das betreffende Volk die Farbe gewechselt hat?
    Und was ist, wenn die Eigenschaften der besseren Varroatoleranz quasi mit der Muttermilch aufgesogen werden?
    Wer gibt diese denn dann in den ersten Brutfolgen weiter?
    Da sollte es dann schon ein Schwarm oder Brutableger sein.
    Auch wenn man dann Königinnen aus solchen Völkern mit erhöhter Varroatoleranz nicht mit gewünschtem Tempo und großer Anzahl verbreiten kann.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,
    ganz genau.
    Daß wir schnell und viele Königinnen nachziehen können, heißt nicht, daß das die Lösung ist.
    In diesem Fall ist der Weg zwar mühsam und langwierig, dafür aber anscheinend funktionierend.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    also ich habe das so verstanden:


    Unter natürlichen Umständen sterben die Milben aus, wenn sie ihren Wirt umbringen, weil sie keine Möglichkeit haben, auf einen anderen Wirt aufzuspringen. Das liegt daran, daß die Milben nur durch Schwärme in neue Wirte gelangen. (Vertikale Bewegung) Natürlicherweise werden unter diesen Umständen nur solche Milben langfristig überleben, die ihre Wirte nicht umbringen. Die also nicht so virulent sind.


    Unter Bedingungen in einer Imkerei, wo ein horizontaler Austausch stattfindet (Austausch von Bienen, Waben, etc. zwischen den Völkern...) hat die Milbe weitere Möglichkeiten zum Überspringen auf einem anderen Wirt als den Schwarm. Diese Möglichkeiten haben dann zur Folge, daß es der Milbe egal ist, ob der Wirt lebt oder stirbt. Denn die Milbe wechselt zu häufig den Wirt. Damit werden die Milben nicht nach Virulenz ausgelesen. Diese fehlende Selektion aber hat eben fatale Auswirkungen auf den Wirt.



    Diskussion auch hier: Bien-Milb ~ Thema Seeley



    Die Frage bleibt bestehen: Was sind die Rückschlüsse, die ein Bienenhalter daraus ziehen kann?

  • Hei, Bernhard,

    Zitat

    Was sind die Rückschlüsse, die ein Bienenhalter daraus ziehen kann?


    1. Kleinere Stände, hohe Bienendichten sind unbedingt zu vermeiden.


    2. Größere Abstände zwischen den Ständen


    3. Vermehrung ausschließlich über Schwarmvorwegnahme


    4. keinerlei absichtliche Bienen- oder Wabentransfers zwischen den Völkern


    5. imkerliche Eingriffe als Maximal-Streßfaktoren soweit wie möglich unterlassen


    6. reiner Naturbau, keine MWs, die Bienen müssen selbst entscheiden können, wie sie was bauen


    7. für Verbesserung des Pollen- und Nektarangebots im Umkreis sorgen; nicht bloß Phacelia, sondern Vielfalt ist gefragt


    8. das Winterfutter sollte möglichst nicht nur aus Zucker bestehen (die ganzen tollen Sachen im Honig tun auch den Bienen gut, erstaunlich, gell?:wink:)


    Da gibt es aber mit Sicherheit noch mehr...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen