Beuten/Schnee mit Kotspritzern...

  • Prost Neujahr, allerseits!


    Meine Damen halten mich ja weiter auf Trab - gestern mittag hat es hier geschneit (um 0°C) und als ich Abends dann nach ca. 1 bis 2 Stunden ohne Schneefall mal rausgeschaut habe, war ich überrascht, den Schnee rund um eine Beute voller Kotspritzer zu finden. Auch heute, bei rund 4°C, waren wieder Bienen unterwegs und die Beuten sind mehr oder weniger mit den Hinterlassenschaften verziert.


    Finde das weiterhin merkwürdig, daß sie bei solchen Temperaturen ausfliegen - aber jetzt kann man ja nur die Däumchen drehen und abwarten...


    Vielleicht wollten sie ja auch nur das Feuerwerk sehen ;-))


    Melanie

  • Moin,


    das ist kein gutes Zeichen. Du kannst nur hoffen. Ich habe noch nicht ein einziges Volk durchgebracht, das jetzt schon Ruhr/Nosema-symptome zeigt. Kommt die Schei...ei erst im Frühjahr schaffen es die Völker meist. Jetzt ockergelbe bis hellbraune Kotspritzer in Fluglochnähe deuten auf die selben auch im Innern hin. Putzbienen nehmen die Flecken auf, um sie zu beseitigen und infizieren sich so und ihren riesigen Darminhalt. Schließlich platzen auch sie im Stock. Der zügig tödliche Kreislauf wird erst unterbrochen, wenn Flugwetter einen Reinigungsflug und vor allem auch ein Abfliegen der belasteten Bienen zuläßt. Würden die Ruhr/Nosema-bienen einfach nur sterben, wegen mir 20cm vor dem Stock, wär Ruhr kein Problem. Daß sie in die Kiste sch..., bringt die Völker um. Mehr als Daumendrücken kannst Du nicht, wenn's so ist wie ich vermute. :-( Oft sind glücklicherweise nur einzelne Völker betroffen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Uiuiui, das liest sich ja schlecht...
    Wie sieht das denn aus - kann man die Beuten/Rähmchen solcher an Ruhr/Nosema eingegangener Völker einfach putzen und wieder einsetzen oder müssen sie auch so gründlich wie bei Faulbrut in heißer Lauge desinfiziert werden? Nur daß ich mich schon mal auf den Ernstfall vorbereiten kann...seufz...
    Habe nicht soviel Gerät auf Halde um dann in der Schwarmzeit gleich die Beuten aus dem Ärmel zu lüpfen...


    Melanie

  • Hallo Melanie,


    wart doch erstmal ab. Hm?
    Allerdings muss ich Henry beipflichten, was Du da schreibst, hört sich ungut an.
    Wenn die betroffenen Völker im Frühjahr noch fliegen, kann man sie retten, bis dahin kannst Du aber eh nichts tun.
    Die Rähmchen solcher Völker sind meist dermaßen versch..., dass Imker sie besser wegwirft.
    Die Beuten gut auswaschen und desinfizierend reinigen oder flämmen, dann kannst Du die wieder benutzen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Melanie,
    kan mich da nur meinen Vorrednern anschließen.
    Nosema hat Kotflecken vor allem am Flugloch. Die Stellen sind auch klebrig. Ruhr hatte ich bei den Bienen noch nicht, deshalb tippe ich eher darauf, denn deine Beschreibung passt nicht ganz zu Nosema.
    Abwarten, Tee trinken. Ich drücke dir die Daumen.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Also es sieht wirklich alles nach Nosematose/Ruhr aus - bei einem Volk sitzen bei ca. 1°C einige Bienen außen am Flugloch, frische Kotspritzer im Abflugbereich. Außerdem fällt nun auch ein deutlicher Geruch aus dieser Beute auf...scheinbar ist dieses Volk am stärksten betroffen; allerdings hatte ich auch bei den anderen 5 Völkern geringen Abflug beobachtet. Seufz...das Jahr fängt ja gut an...dumm das. Ob das der feuchte Sommer 2007 war?
    So richtig imkerliche Fehler finde ich in der Betriebsweise eigentlich nicht wenn ich so in meine Stockkarte gucke...


    Melanie

  • Hallo Melanie,


    Ruhr oder Nosema hat mit dem nassen August wenig zu tun.
    Bei Ruhr kann die mögliche Ursache ungeeignet Winterfutter sein, Tauhonig, Waldhonig oder andere Honige oder schwerverdauliche Ballaststoffe.


    Man sollte möglichst dafür sorgen, die Völker mit Ameisensäure zu behandeln und die Waben mit Essigsäure begasen im Wabenschrank oder Zargenturm, das verhindert das die Völker an Nosematose erkranken, diese Bakterien mögen keine saure Umgebung, und gehen dadurch zu zugrunde.
    100% zu schützen gibt es nicht, ich hatte bis jetzt noch keine Völker die Nosematose erkrankt waren.


    Man kann ganz einfach überprüfen ob die Völker an Nosematose erkrankt sind.
    Man nimmt eine Bienen und zieht den Darm heraus, ist er milchig-weiß hat die Biene Nosematose, ist der Darm rosabraun ist die Biene gesund.
    Der Geruch einer kranken Biene ist unangenehm.


    Bei günstiger Witterung würde ich die Völker mal öffnen, habe die Völker die Waben bekotet hilft meist wenig, man sollte in diesen Fall die Völker auflösen und die Waben samt Beute entfernen, die Rähmchen kann man in 3-3,5 % Ätznatron reinigen und desinfizieren, das töte Ruhr und Nosemabakterien ab.


    Die Beute sollte auch gründlich gereinigt werden.
    Es wer sicherlich mal erfahrungsreich wenn du von den Völkern mal Bilder machst.
    Man kann so besser beurteilen was es eigentlich sein kann.

  • Hallo, Michael2,


    Danke für Deine Hinweise!
    Von dem Test hatte ich gelesen; habe ich aber noch nicht gemacht.
    Der Geruch ist wirklich auffällig und intensiv; ich habe mich aber noch nicht rangetraut, mal reinzuschauen; es ist ziemlich kalt grad.


    Meine Idee war, die ganze Zarge samt Rähmchen - sofern das Volk wirklich dadrin eingeht - einfach an den Dampferzeuger zu hängen. Bei rund 100°C Wasserdampf sollten auch diese Nosema-Sporen eingehen; die halten wohl nur bis 70°C aus.


    Fotos kann ich mal machen aber momentan sieht man nicht viel außer dunkelgrüne Segeberger mit zahlreichen Kotstreifen an den Seiten und auf dem Deckel; mache ich mal bei Gelegenheit!


    Herzlichst
    Melanie



  • Hallo Melanie,


    wenn du schon starken Geruch wahrnimmst dann ist das Volk so für die Katze.
    Wenn das Volk schon so stark erkrankt ist kann meist wenig tun.
    Abräumen und die Sachen reinigen.
    Wenn die Temperatur 12-13 Grad hätte könnte man mit einer warmen Zuckerlösung 1:1 die Völker zur Selbstheilung helfen, geht bei Flugwetter ganz gut, die Zuckerlösung verdünnt die Bakterien und die Bienen scheiden den Mist alles aus.
    Eine dünne Zuckerlösung regt den Putztrieb an, nur ratsam wenn Flugwetter möglich ist.


    Wenn Kotspritzer an der Beute sind heißt es nicht immer das es eine Erkrankung sein muss, hier haben die Tage die Bienen ein Teil-Reinigungsflug gemacht.
    Wenn man die Beuten bei heißer Seifenlauge schruppt gehen die Keime auch kapput.
    Es ist ja keine Faulbrut!
    Sorge in Zukunft das die Bienen genug sauberes Wasser haben, eine Bienentränke sollte ab und an immer mal gereinigt werden, und bei Kotspritzer auf jeden Fall.
    Raubrei vermeiden, das sind mögliche Ansteckungsquellen für solche Krankheiten!
    Völker die Ausreichend Futter haben räubern normal nicht!