• Hallo und schönern guten Abend zusammen!
    Als ich gestern bei den Bienen war zwecks OS-Behandlung fiel mir auf das an den Segeberger Beuten kleine Stücke Styrodur an den Fluglöchern bzw. den Beutenfronten rausgepickt (?) sind. Ich tippe auf Meisen oder einen sehr vorsichtigen Specht, der während der letzten Frostperiode Proteine gesucht und gefunden hat, meine Bienchen nämlich.
    Habe jetzt, um weitere Schäden zu vermeiden, ein Obstbaumschutznetz über die Beuten gehängt, sodass das Netz an den Seiten leicht schräg abfällt und so den Vögeln den Weg zur Beutenwand verwehrt.
    Jetzt meine eigentliche Frage: Das Netz hängt natürlich auch vor den Fluglöchern der Beuten, aber stört es die Bienen beim möglichen ausfligen und muss ausgespart werden an den entsprechenden Stellen? Die Maschenweite beträgt so ca 2-3cm.


    Dank und Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin,


    so ein Netz hilft, wenn es nicht dem Specht eine bessere Landemöglichkeit bietet. Den Bienen schadet es nicht. Die fliegen im Moment ja nicht. Sobald die sich wieder bewegen können, weil 's wieder wärmer wird, trauen sich auch keine Meisen mehr direkt vor's Flugloch. Dann kannste das wieder wegnehmen. Aber auch ein Reinigungsausflug mit Netz ist kein riesiges Problem. So dicht sind die Netze ja nicht.


    Was gegen Meisen und Spechte bei mir schon jahrelang besser hilft ist aufgehängtes Halsfett. In den letzten Jahren hab ich mir immer Rinderhalsfett geholt. Da kriegt man für einen Euro mehr als man tragen kann. Das Fett nagle oder binde ich in die Bäume in der Nähe der Bienen. Specht und Meisen fressen sich rund und fett daran und womöglich nagt auch mal 'ne Maus. Solange es kalt ist, riecht da nix und sobald es warm wird kann man die Reste kompostieren oder (was wahrscheinlicher ist) es gibt keine Reste. Dieses Jahr hab ich Schaftalg genommen, von eigenen Schafen. Das mögen sie offensichtlich auch.


    Es ist sehr romantisch, niedlich, süß ect. dem Vogelviehzeuchs im Winter beim Fettfressen zuzusehen. Der Specht beispielsweise, kloppt immer erst mal so als Alibi irgendwo an die Rinde und hackt sich dann große Brocken aus der weißen Masse. Die Meisen fliegen direkt an und hängen sich unten ans Fett (Fußpflege?) Es kommen hunderte - was sag ich - tausende. Es ist ein Schwirren und Flattern in der Luft und wenn alle gleichzeitig starten, wirft einen die aufgewirbelte (eigentlich abgewirbelte) Luft zu Boden ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Meisen, Spechte usw. tragen über die Nahrungssuche und -aufnahme spezifisch zur Regulierung der Schädlingspopulation in ihrer jeweiligen Umgebung maßgeblich bei. Durch das Dick- und Fettfüttern wird ihre diesbezügliche Wirksamkeit wesentlich eingeschränkt. Das erfolgt, so wie Henry es hinsichtlich der angezogenen Vogelmenge beschreibt, über seine unmittelbaren Standorte sehr weit hinaus.
    Aber ich denke, derartige Zusammenhänge sind sensiblen Naturfreunden ohnehin bekannt.

  • Schrieb ich "Tausende"? Nein, gemeint sind Millionen ... Meisen, Spechte und Störche, Fledermäuse und Nachtfalter lasten hier auf der winterlichen Landschaft, daß es nicht nur einen (also einen selbst) umhaut sondern ganze Wälder herrlichsten westsächsischen Urwaldes.


    Hier saßen die neulich um einen Klumpen Kamerunschafhalsfett:


    http://www.science-explorer.de/forest_1927-02.jpg


    Und hier letztes Jahr:


    http://www.science-explorer.de…guska/tunguska08.jpeg.JPG

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • 300 Ratschläge für den Freizeitimker.
    Nr 228:
    "Mit einem Futterhäuschen können Sie die Vögel vom Bienenstand fernhalten."
    Besonders bei Hinterbehandlungbeuten sollte man die Vögel vom Flugloch fern halten, da die Bienen ihren Wintersitz nahe dem Flugloch haben. Die Winterruhe kann erheblich durch die Meisen gestört werden, sie sind auch in der Lage Bienen aus dem Flugloch zu locken und als Delikatesse zu verspeisen.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Schrieb ich "Millionen"? Nein - Milliarden! :lol:
    Und alle Fett vom Fette meiner Schafe.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder