Alternative Bienenhaltung

  • Hallo Ihr Lieben,


    wie schon mal angedeutet möchte ich auf meiner Seite http://www.nordbiene.de/jungim…uimker-einfach-imkern.htm 
    einen Artikel schreiben über alternative, einfachste, kostengünstige und artgerechte Haltungsformen der Honigbiene. Behandelt werden sollen Bienenwohnungen wie Stülpkörbe, Warré-Beute, Purzel- und Tunnelstöcke, sowie der Top-Bar-Hive. Ziel ist es, weitere Bevölkerungsgruppen für die Immen zu gewinnen, die sich eventuell vor den hohen Investitions- und Folgekosten sowie dem Zeitaufwand scheuen.


    Über gute Ideen, Hinweise, eigene Erfahrungen (welche hier noch nicht veröffentlicht wurden) und auch Fotos hier im Forum wäre ich sehr dankbar.


    LG
    Kai

  • Moien, Kai,
    ich bin zwar kein Kanditat für deine geforderten Ansprüche dieses Themas,
    fühle mich aber unter deiner Rubrik: Alternative Bienenhaltung, wohl.
    Mein Konzept ist, den BIEN so weit wie möglich selber schaffen zu lassen.
    Dazu gehört meine Betriebsweise: Größtmöglicher Brutraum, ohne Draht,
    ich laß die Bienen "schwingen", 2/3 Zander mit Draht nur Jungfernwachs
    im Honigraum. Ansonsten nur unbelastete Materialien.
    Ziel: Vitale Biene, standorttreu, wehrfähig und robust.
    Viel Glück bei deinem Thema UDO bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo,


    ich habe vor kurzem den Lichtblick gehabt :u_idea_bulb02: :lol:


    Einfach leere Beuten aufstellen und darauf warten, daß Bienen einziehen. Vielen reicht das. Bei manchen ziehen Bienen ein und bleiben dort.


    Der Anfänger beobachtet die Bienen eine Weile und nach einiger Zeit, wenn er sich traut, arbeitet er sich an die Bienen heran. Wenn er sich nicht traut, dann eben nicht. Hauptsache die Bienen haben ein Zuhause und einen interessierten Beobachter. Bei uns im Verein hält auch jemand Bienen rein zur Freude am Schauen.


    Bienenkästen kann jeder bauen. Aufstellen zur Not auch noch. Den Rest erledigen die Bienen. Bis der Tag kommt, und der Honigbär im Menschen erwacht. Und es Zeit ist, die ersten Stiche zu kassieren. :Biene:


    Nur so als Anregung. Es muß nicht der Honig am Anfang aller Imkerei stehen. Die Zeiten sind vorbei. Naturschutz ist da schon eher "in". Und so wie in jedem naturnahen Garten Wildbienenhotels stehen, könnten auch Honigbienenhotels stehen.


    Projekt Honigbienenhotel ist geboren. :u_idea_bulb02:

  • Hallo Kai-Michael,
    ich habe ja nicht gerade den Ruf eines alternativen Imkers, doch eine Purzelbeute hat nichts, wirklich nichts mit artgerechter Haltungsform zu tun. Der Zellenboden steht bekanntlich nicht horizontal, sondern hat ein leichtes Gefälle in Richtung Mittelwand. Stelle ich den Bau auf den Kopf, dann entspricht das ........ . Ich denke allerdings. du hast dich da vertippt.
     
    Ich weiß, dass hier nur wenige meiner Auffassung sind, dass eine Imkerei so betrieben werden muss um sich selbst zu erhalten. In meinem Falle ist inzwischen die Situation so, dass nach dem 10. Mai die Tracht zu Ende ist. Beim Wandern sind diese alternativen Beuten problematisch. Andererseits ist entgegen der weitverbreiteten Annahme, die alternative Imkerei im kommen. In unseren Verein treten immer mehr Leute (Frauen) ein, welche eigentlich nur ihren Honig wollen. Da wäre allerdings dieses Thema nicht schlecht, doch ungleich schwieriger. Nicht jeder, jede ist fix an der Kreissäge und baut mal eben eine Warrebeute (wenn der Schwarm schon am Baum hängt) oder mit einem hydraulischen Wagenheber eine Honigpresse. Ich denke, diese Betriebsmittel und -weisen sind im Moment eine schönes Spielzeug für Experten. Ein Anfänger wird schwer damit zurecht kommen.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remstalimker,


    in aller Hochachtung :wink: darf ich anmerken, daß der Aufwand für den Bau einer Warré sehr gering ist. Jedoch dürfte diese bereits zu kompliziert sein, so daß eine simple vertikale Einraumbeute, bestehend aus viereinhalb Brettern und einem Flugloch vielleicht geeigneter als Honigbienenhotel ist. Siehe Grafik:



    Diese Beute ist nun wirklich sehr simpel. Völlig ungeeignet zum Imkern, jedoch für die Naturbeobachtung äußerst wertvoll. Ich kann mir vorstellen, daß man diese mit Hilfe von Naturschutzverbänden in den Umlauf bringen könnte.


    Diese Hotels werden dann nummeriert und in ein Wildhonigbienen-Beobachtungsprojekt eingebunden. Soweit meine Erkenntnis reicht, ist die Beobachtung der Honigbienen als Wildtier gleich null, obwohl die Erkenntnisse daraus wertvoll wären. Auf der Entomologentagung habe ich Herrn Prof. Tautz befragt, ob er von wilden Bienen wüßte. Einige wären ihm bekannt, aber "man wisse noch viel zu wenig".


    So ein breitengeeignete Beobachtung wäre ein Ansatz. Eventuell kann man ein Beobachtungsfenster einbauen und damit die Palette der Beobachtungen erweitern?



    Besonders richtig finde ich Deine Aussage, daß die bisherigen Imkereimethoden (Warré eingeschlossen) Expertensysteme sind. Meine Folgerung ist, daß die Bienenhaltung eben nicht nur von Experten ausgeübt werden kann und sollte!


    Über die Bienen ist Ökologie und Naturschutz in ihrer Gesamtheit sehr gut zu vermitteln. Von den Bienen zu den Blumen, von den Blumen zum Boden, vom Boden zum Wasser! Über die Bienen ist die Gesamtheit eines Systems viel viel besser zu verstehen, als über Falter und Libellen, die derzeitigen Steckenpferde. Bienenhaltung kann zum Naturverständnis so viel beitragen! Schade ist das, das die Haltung nur Experten vorenthalten sein soll!


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • :p_flower01:Hallo, Bernhard, die Idee ist nicht schlecht, meinst du jetzt, in die Kiste sollen Honigbienen einziehen oder Wildbienen?(Solitärbienen)
    Ich habe zum Beispiel in meinem Garten 20 cm dicke Baumscheiben aufge-
    hängt und verschieden große Löcher reingebohrt. Inzwischen sind alle
    Löcher von Solitärbienen besetzt.
    Es gibt auch Kästen zu kaufen(Schwengler o.ä.) mit diese Bohrlöchern, wenn
    man den Vorderdeckel abnimmt, kann man die Bienen bezw. Eier/Larven,
    in einem Plexiglasröhrchen beobachten.
    Ein schönes Weihnachtsgeschenk.
    Liebe Grüße Udo


    ja, ja du meinst Honigbienen, -hab nochmal gelesen


    Bernhard:Biene: die V A R R O A :confused:

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Laut Professor Tautz gibt es wilde Honigbienen in Deutschland, die keine Probleme mit der Varroa haben. Bienen, die in solche Kästen einziehen, wären ansonsten irgendwo in einen Mauerspalt oder Trafohäuschen eingezogen.


    Hier jedoch geben sie gute Gelegenheit zur Beobachtung natürlicher Vorgänge, wie sie leider viel zu selten geworden sind! (Und das nicht wegen der Varroa...)



    Ich möchte an dieser Stelle auf:


    ...hinweisen.


    Projektforum gestartet


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Ich stimme zu, dass es eine Beute geben muss, die so EINFACHST wie möglich ist und die sich jeder selber herstellen kann.


    Folgende Grundbedingungen MUSS die Beute aber erfüllen:


    - ausreichend Volumen
    - Möglichkeit der Fütterung
    - Möglichkeit der Varroabehandlung!


    Nächstes Jahr werde ich verschiedenes austesten, zum Beispiel Purzelstock aus Holz nach dem Muster eines Strohkorbes (Behandlung und Ernte von unten), und Tunnelstock mit abnehmbarem Bodenbrett zur Varroabehandlung und Tür von Hinten zur Honigernte.


    Die Warre-Beute ist sehr schön, aber wieder sehr kompliziert herzustellen.


    LG
    Kai

  • Moien zusammen,
    dennoch kann ich mir vorstellen, daß die "Wildbienenkiste" von Bernhard
    auch den (ebenfalls geliebten) Wespen und Hornissen ein Zuhause
    geben könnte?!:roll:


    Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Udo,


    ja Hornissen nehmen diese Kästen bestimmt gerne an! :daumen:


    Kai : Du hast noch keine Warre gebaut, oder? :lol: So schwer ist es nicht. Gegen Varroa "müssen" nur be-imkerte Bienen behandelt werden. Ein Naturfreund, der nicht imkern sondern nur beobachten will, der kann auch nicht füttern oder behandeln. Ergo halte ich die geschlossene Beute für besser.


    Nicht vergessen - die asexuelle Selektion findet über Schwärme statt!


    :Biene:

  • Moien, Bernhard,
    gegen Varroa müssen nur Imkergehaltene Völker behandelt werden.
    Die Schwärme kommen doch von Imkern, die behandeln oder nicht.:)
    Also, ich war schon bei den "Naturfreunden" gegr. 1894 seit 1961, da
    war ich gerade 7 Jahre, das war der Baustein, aber nur ein Stein unter
    vielen.
    Dann doch lieber Rent-a-bien, wie ich das beginne und Henry dir noch
    eindeutlicher vermitteln kann. Er hat mehr Erfahrung in dem Geschäft.


    Warrée bauen ist schwer, das höre ich viel über pm.
    Dann doch lieber Bienen lieben und im Rahmen unserer, deiner Möglichkeiten
    etwas zum positiven verändern.
    Da wäre, einfach Bienen halten ohne Probleme. Vielleicht sollte man den
    zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.
    Du hast mehr drauf als ich, geh zurück zum ersten.


    Das kommt von Herzen:Biene::Biene:

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Bernhard,
     
    es ist nicht mein Problem eine Warrebeute zu bauen, doch wer nicht im Besitz einer Kreissäge ist für den schon. Ich halte das für frivol zu verbreiten, dass nichtimkerlich bearbeitete Völker keine Varroa haben oder durch sie nicht umkommen. Die Versuche an der Adria und auf der Nordseeinsel haben das Gegenteil bewiesen. Es gibt viele, welche behaupten, dass wilde Schwärme schon seit Jahren in dieser oder jener Höhlung hausen. Der Beweis wurde bisher noch nie erbracht.
     
    Ich kann nichts dafür, ich bekam den Imkereiimpuls, als es nichts zu essen gab. Das sitzt, da willst du Honig ernten.
     
    Für Leute, welche meine Bienen mit Giftspritzen traktieren, will ich keine Bienen halten. Wer keinen Erfolg hat oder will wird auf Dauer nicht bei der Stange bleiben.
     
    Hallo Udo, ich bin auch ein alter Naturfreund.
     
    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo ihr Leut'!


    Udo : Ich höre über pn anderes :lol: Eher nach dem Motto: "So einfach war es noch nie!" Warum Du anderes hörst, verstehe ich noch nicht? Wenn jemand die Beute gebaut hat und Schwierigkeiten hatte - ich wäre sehr verbunden über eine Nachricht darüber!


    herbert : Ich verstehe den Hinweis mit der Kreissäge nicht, Herbert :confused: Ich baue meine Warrébeuten ohne strom- oder motorbetriebene Geräte! Nicht, weil ich ein Extremist bin, sondern weil ich gerne mit alten Holzbearbeitungsgeräten arbeite! Trotzdem sind die Beuten schnell gebaut. Ich benötige einen kleinen Hobel, einen großen Hobel, eine scharfe Säge und einen Hammer. Zwei Zwingen und ein Tisch vereinfachen das Zusammensetzen. Kein Problem. Eine Kreissäge halte ich für etwas übertrieben.


    Deinen Hinweis, Herbert, auf die Zeit, in der es nichts zu essen gab - dafür habe ich vollstes Verständnis! Ich war in Australien für zwei Wochen ohne jedes Geld. Und das ohne Bekannschaft und Unterkunft. Diese Erfahrung hat auch mich geprägt. Auch wenn sie kleiner dimensioniert war, sie sitzt.


    Ich darf aber zu bedenken geben, daß unsere jetzige Produktion zu einem großen Teil auf Erdöl fußt. Von der notwendigen Wanderung, von der Entfernung der aufgestellten Völker zum eigenem Heim, von der Herstellung der Varroaziden usw. Viele Arbeitsschritte sind ohne diesen Rohstoff kaum möglich. Was passiert aber, wenn das große Ölfaß einmal leer ist? Wir schöpfen beständig raus, es wird einmal leer sein. Und dann? Alternativen sind rar und vor allem kurzfristig nicht umsetzbar. Daher finde ich es außerordentlich wichtig für die Nahrungssicherung, möglichst autark von solchen Rohstoffen wie Erdöl zu arbeiten. Ich erhoffe mir mit meiner Umstellung auf chemie- und behandlungsfreie Imkerei, daß sich die Bienen in Zukunft aufgrund ihrer natürlichen Fruchtbarkeit vermehren und ich mit mehr Bienenvölkern denselben Ertrag einbringen kann. Dasselbe gilt für meinen Garten, wo ich selbst Saatgut ernte und versuche, die Pflanzen hier heimisch zu machen. Das bedeutet, daß sie sich selbst aussäen und möglichst selbstständig erhalten.


    Unser Leben in der Zukunft wird sehr stark davon abhängig sein, was um uns herum an Ressourcen existiert, und in welchem Verhältnis wir zu unseren direkten Nachbarn stehen.


    Deshalb stelle ich jetzt das Produktionsmaximum hinten an, weil das jetzt noch ohne beträchtliche Einschränkungen geht. Ich investiere also in die Zukunft während der fetten Jahre.


    Meine Bestrebungen eine "wilde Biene" zu halten, also eine sich größtenteils selbst erhaltene Biene, sind also durch vielfältige Motive entstanden.


    Ich hoffe, Du verstehst mich richtig, denn ich bin Dir in jedem Falle wohlgesonnen, sei Dir dessen versichert.