Wieviel Milbenabfall ist "normal"

  • Hallo zusammen,
    habe die Winterbehandlung hinter mir und habe auf den Stockwindeln
    folgende Milbenanzahl an einem Tag.
    Stand mit 5 Völkern:
    Volk 1 20 Milben
    Volk 2 55 Milben
    Volk 3 30 Milben
    Volk 4 68 Milben
    Volk 5 18 Milben
    Meine Frage: Sind diese Mengen "normal" und warum sind die Zahlen innerhalb eines Standes so unterschiedlich? (Wurden im Sommer gleichzeitig behandelt, und alle waren so ziemlich gleichstark)

    Wenn Dich eine Biene sticht, dann gehe fort und fluche nicht.
    Denk daran sie ist zuerst gewesen, hier auf der Erd als Lebewesen.

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Der gezählte Abfall ist eher als niedrig anzusehen, vorausgesetzt die Behandlung hat ordnungsgemäß gewirkt und die Völker sind brutfrei. Die große Streuung ist typisch für die Varroa. Der Grund der Streuung ist mir nicht bekannt.
     
    Wenn die Völker auch eine ausreichende Volksstärke aufweisen, dürfte der nächsten Bienensaison nichts mehr im Wege stehen.
     
     
    MfG
     
    Honigmaul

  • Lieber Richard,
    zum x-ten Mal:


    entscheidend ist NICHT die Anzahl der nach der Behandlung gefallenen Milben, sondern der natürliche Totenfall in den Wochen davor.


    Wenn du in einem Volk hohen Totenfall hast, aber bei der Behandlung nur wenige Milben fallen, stimmt was nicht mit der Wirksamkeit deiner Behandlung.
    Hast du niedrigen Totenfall, kann zwangsläufig dann auch kein hoher nach der Behdnalung kommen.


    Ergo ist es viel wichtiger, vorher danach zu gucken (und über mehrere Tage) als nachher.:wink:


    (Henry predigt das schon viel länger.....)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ergo ist es viel wichtiger, vorher danach zu gucken (und über mehrere Tage) als nachher.:wink:


    Genau so isses.
    Richard, hast du den nat. Milbenfall vor der Behandlung auch erfasst?
    Eine Behandlung mit OS könnte dann so aussehen:

    Nach meiner Meinung/Daten gibt es keinen Unterschied zwischen OS mit und ohne Zucker.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,
    nein leider habe ich den natürlichen Totenfall nicht erfasst. Werde ich aber nächste Saison sicherlich machen.

    Wenn Dich eine Biene sticht, dann gehe fort und fluche nicht.
    Denk daran sie ist zuerst gewesen, hier auf der Erd als Lebewesen.

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Bitte verlass die in der warmen Jahreszeit nicht auf den natürlichen Milbenfall, da können Ameisen und andere Raubinsekten schneller sein als du mit dem Zählen. Ich lese im Forum immer wieder, dass bei einem "geringen Milbenfall" die Völker an der Varroa eingegangen sind. Der natürliche Milbenfall während der kalten Jahreszeit ist aber sicher aussagekräftig, wenn der offene Gitterboden nicht durch tote Bienen verdeckt ist.
     
    MfG
    Honigmaul


  • Bitte verlass die in der warmen Jahreszeit nicht auf den natürlichen Milbenfall, da können Ameisen und andere Raubinsekten schneller sein als du mit dem Zählen.


    Das ist richtig! Ich habe es selbst ermittelt, dass über 100 Milben pro Tag vom nat. Milbenfall genascht wurden. Abhilfe verschafft man mit etwas Rapsöl, entweder getränkt in einem Küchenwischtuch oder dünn aufgepinselt/geleert in der Schublade (mit Rand!). Damit hat man unliebsame Überraschungen sicher ausgeschlossen. Wobei es Völker und Stände gibt, die nicht beräubert werden. Die Aufstellung der Beuten spielt dabei auch eine Rolle.
    Edit:
    Mit Öl in der Unterlage muss man den nat. Milbenfall differenzierter betrachten, denn es werden nicht nur die dunklen Milben festgehalten sondern eine Vielzahl bisher durch Beutenventilation(?) u. a. weggewehte dünnhäutig transparente Milben sichtbar. Das Verhältnis zwischen hellen und dunklen Muttermilben ist bei der Ermittlung der Schadensschwelle nicht unwesentlich.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Hasso,
    der Abgang von Winterbienen ist relativ zu beurteilen:

    Ein Verlust von 5 000 Winterbienen ist weit weniger dramatisch wenn das Volk mit 15 000 Bienen eingewintert wurde. Wenn von ehemals 8 000 nur noch 4 000 Bienen im Frühjahr da sind, ist der Verlust schon sehr hoch.
    Der Abgang liegt in aller Regel aber nicht vollständig auf dem Gitterboden.
    Durch bestimmte Techniken können Völker mit 30-35 000 Bienen eingewintert werden. Wenn diese dann 10 000 Bienen verlieren, merkt man das als Imker oft nicht. Leider ist die Wachstumskurve solcher Völker nicht gerade berauschend, dafür aber die Schwarmstimmung.:daumen:


    Gruß
    Simon

  • Hallo, Hasso,
    nein, in diesem Zusammenhang war der natürliche Milbentotenfall gemeint.
    Und hoch ist relativ, wie immer, aber Ü10 dunkle Milben in drei Tagen würde ich schon nicht mehr als wirklich wenig bezeichnen, weil du dann etwa 300 bis 500 im Volk hast...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Richard,

    eine gute Abhandlung mit anschaulicher Grafik über die Dynamik des Varroatotenfalls nach Winterbehandlungen findest Du hier:

    http://www.alp.admin.ch/themen/00502/00515/00519/index.html?lang=de&download=M3wBUQCu/8ulmKDu36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIN0fXaEbKbXrZ2lhtTN34al3p6YrY7P1oah162apo3X1cjYh2+hoJVn6w==


    Wenn ca. einen Monat nach der Oxalsäurebehandlung im Durchschnitt täglich nicht mehr als 0,5 bis 1 tote Varroa runterfällt, dann bist Du auf der sicheren Seite.

    Mit freundlichen Grüßen
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