Entsorgung/Verarbeitung von Wabenmaterial

  • Da momentan heftig über Varroa und Völkerverluste geschrieben/gestritten wird,kommt in diesem Zusammenhang zwangsläufig ein weiteres Problem auf den Tisch. Wie entsorge/verarbeite ich zweckmäßig größere Mengen Futter-, Brut- und Leerwaben von verendeten Völkern? Denn hier liegt sicherlich ein Grundstein der gesunden Völkerführung fürs nächste Jahr.
    Bis heute habe ich "nur" ein Volk als Verlust zu beklagen. Aber was wird wenn viele Völker sterben, bzw. bei anderen ja schon gestorben sind?
    Leerwaben sind sicher nicht das große Problem. Aber was wird mit den vielen vollen Futterwaben?
    Würde mich freuen, da es sicher einige betrifft, wenn hier viele eurer Erfahrungen und Vorgehensweisen geschildert werden.
    Beste Grüße Peter

  • Hallo, Peter,
    unbebrütete Leerwaben behalten, dann Zähne zusammenbeißen und alles andere thermisch entsorgen.
    Das Risiko ist viel zu groß, sich mit falscher Sparsamkeit (vulgo: Imkergeiz) sofort wieder in die Sch**** zu begeben.
    Oder kannst du 6 bar Druck und mindestens 130°C zum Entseuchen aufbieten?
    Damit wäre dann zwar AFB nicht mehr im Spiel, aber was ist mit Rückständen von Varroamitteln aus zugekauften MWs?
    Und du weißt doch, eine ständige leichte Vergiftung ist auf Dauer genauso schlimm wie eine einmalige starke....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Aber was wird mit den vielen vollen Futterwaben?


    Die sauberen und unbebrüteten Futterwaben werden zur Versorgung der Jungvölker im nächsten Jahr gebraucht. Mit dem unverbrauchten Winterfutter eines Volkes dürften 1-2 Jungvölker von der Erstellung bis zur Einwinterung auskommen. Problematisch dürfte es mit dem Überbleibsel aus Einraumbeuten sein, da dort das Futter in den dunklen Waben sitzt. Die Wachsmotte muss eingerechnet werden.


    Gruß
    Simon

  • Die sauberen und unbebrüteten Futterwaben werden zur Versorgung der Jungvölker im nächsten Jahr gebraucht. Mit dem unverbrauchten Winterfutter eines Volkes dürften 1-2 Jungvölker von der Erstellung bis zur Einwinterung auskommen. Problematisch dürfte es mit dem Überbleibsel aus Einraumbeuten sein, da dort das Futter in den dunklen Waben sitzt. Die Wachsmotte muss eingerechnet werden.


    Gruß
    Simon


    Hallo Simon,
    wenn ich dich richtig verstehe, dann würdest du unbeachtet dessen, dass diese "guten" Futterwaben von verendeten Völkern stammen,diese für Jungvolkbildung einsetzen. Gilt das auch, wenn du dir nicht 100% sicher bist über die Ursache, welche zum sterben geführt hat?
    Gruß Peter

  • Hallo Sabine,
    wieso schreibt ihr immer was von 6 bar Druck zum Entseuchen? Das ist nicht richtig.
     
    Richtig ist, daß du eine bestimmte Temperatur über einen bestimmten Zeitraum anwenden musst um eine bestimmte Abtötung der Mikroorganismen zu erreichen.
    1. Gibt es keine 100%ige Abtötung aller Mikroorganismen
    2. Der Druck ist nur dann nötig wenn du mit Dampf arbeitest und dann sind auch nur 2,0 bar nötig um 132°C zu erreichen.
    3. kann jeder, der einen genügend großen Topf, ein Einkochthermometer und ne Uhr hat sein Wachs entseuchen.
    4. machen das einige Mittelwandhersteller genauso. Dort wird das Wachs auf 120°C erhitzt und über 2-3 Stunden so stehen gelassen. Danach wird auf 80°C abgekühlt für 8-9 Stunden um die Schwebstoffe sinken zu lassen. Wenn du nämlich das Wachs zu hoch erhitzst dann geht es kaputt.
     
    Gruß René
     


    Oder kannst du 6 bar Druck und mindestens 130°C zum Entseuchen aufbieten?
    Damit wäre dann zwar AFB nicht mehr im Spiel, aber was ist mit Rückständen von Varroamitteln aus zugekauften MWs?

  • Hallo, Peter,
    alles verbrennen, entweder selbst oder über Müllverbrennung, inkl. Rähmchen.
    Alles andere lohnt sich wirklich nicht, wir haben es nachgerechnet, mit gemessenen Zeitansätzen.
    Wenn es nur ein oder zwei verstorbene Völker sind, und jemand sehr viel Zeit hat, okay, aber wenn es merkliche Lücken im bestand gerissen hat: weg damit.
    Die Beuten richtig zu desinfizieren, ist schon aufwendig genug.
    Und ich entsorge lieber einmal zuviel, als einmal zuwenig, da gehe ich keine Risiken ein.
    Das Problem ist doch, daß du rein optisch nicht sehen kannst, woran oder die Völker wirklich verstorben sind, dafür gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, und die wenigsten schicken Bienen UND Brutwabenproben ein.
    Würden die Waben, falls kontaminiert, lila oder grün, könnte sich ja jeder leichten Herzens davon trennen, aber so schlägt eher wieder die Sparsamkeit zu (der Geiz...:roll:).
    Kann ich nicht nachvollziehen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Rene,
    davon sind aber immer noch die Anti-Varroamittel nicht geknackt, und in einigen handelsüblichen MWs ist da gut was drin; ich erinnere mich an meine allererste Wachsanalyse, und daß obwohl ich niemals sowas benutzt hatte....:evil:
    Ob es heutzutage besser ist, kann ich nicht sagen, aber ich arbeite ja nicht ohne Grund jetzt ganz ohne Fremdwachs und MWs.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ... wir haben es nachgerechnet, mit gemessenen Zeitansätzen.


    Dann wird es es wohl am billigsten sein, ich führe unbebrütete und 2,5kg volle Futterwaben der kostenpflichtigen Entsorgung zu.
    Die Wirtschaftlichkeit meiner bisherigen Vorgehensweise habe ich mangels Übung und Routine auch noch nicht optimiert, wird vielleicht noch kommen, wenn ich mehr tote als lebendige Völker im Frühjahr habe.


    Gruß
    Simon

  • Dann wird es es wohl am billigsten sein, ich führe unbebrütete und 2,5kg volle Futterwaben der kostenpflichtigen Entsorgung zu...


    :lol: ...bin mir auch nicht sicher, ob man in Zukunft beim Verbrennen von alten Waben im Lagerfeuer nicht noch einen Feinstaubfilter braucht.... :roll:


    ...Jedenfalls brennen alte Waben (auch mit viel Futter) hervorragend!


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • :lol: Simon,
    was du machst, weiß ich nicht, aber du weißt, daß ich für jeden Arbeitsschritt Zeitansätze und Kostenrechnung mache.
    Und manchmal ist es eben billiger, wegzuschmeißen als um jeden Preis was retten zu wollen.
    (in der Biogärtnerei haben letzte Woche 7 Leute je 2 Std Rosenkohl geputzt (etwa 80kg), der seit 6 Tagen in Folie naß im Kühlhaus stand, das Endergebnis waren knapp 14kg fertiger, der aber allein beim Putzen damit schon fast 75€ gekostet hat, ohne Anpflanzung, Pflege, Ernten und Verpacken. Es wäre wirklich besser gewesen, die ganze Charge auf den Kompost zu kippen, und die Leute nach Hause zu schicken...falls du verstehst, was ich meine....:wink:).


    edit: es geht hier auch nicht um einfach überschüssige Waben, sondern um die verstorbener Völker, wo die Todesursache vielleicht auf den ersten Blick Varroa war, aber wer weiß das denn wirklich zu 100%?
    Der drittletzte AFB-Ausbruch hier in der Gegend ist nur aufgefallen, weil 3 Kollegen nebeneinander "leichten Sporenbefall" hatten und sich daraufhin auf die Suche machten....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wenn mir ein Zweizarger eingehen würde, dann kann ich im Varroafall die zweite Zarge ungesehen und unsortiert als Futterwaben aufbewahren. Das sollte man wissen, wenn man die Wabenhygiene konsequent betreibt.
    Ich werde langsam nervös, wenn es Imkereien gibt, die Stundensätze für das Entsorgen von Futterwaben über Jahre durchgerechnet haben.:evil:


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,

    Zitat

    Die sauberen und unbebrüteten Futterwaben werden zur Versorgung der Jungvölker im nächsten Jahr gebraucht.


    Zitat

    ich führe unbebrütete und 2,5kg volle Futterwaben der kostenpflichtigen Entsorgung zu.


    hast du dich verschriebselt?


    Gruß Peter