Mittelwand schuld am Wabenabstand?

  • Morgen liebe Imkergemeinde!

    Daß der Imp es sich selber richtet, wenn wir ihn denn lassen, wissen wir ja eh.
    Doch was wir ihm vorgeben, was er tun soll, ist wieder eine ganz andere Sache.

    Lothar hat in meinen Augen vollkommen recht, die 32mm Völker explodieren im Frühjahr regelrecht. Das hat mir auch grade vor ein paar Tagen mein Imkerspezi bestätigt und wenn der das sagt, dann glaub ich ihm, den hab ich nämlich auch infiziert, wie so manche Andere.

    Ich glaub nach wie vor: Je enger, desto scheener!
    Zumindest, was den Brutnestbereich angeht.

    Daß es die dicken Honigwülste nicht mehr gibt, ist eine angenehme Nebenerscheinung.

    Ist doch die Urmutter aller Impen nicht eine Afrikanerin?
    Und haben unsere Carnicas und Buckfast und Dunklen nicht auch deren Genbank gespeichert?

    Probieren geht über studieren!

    Schönen verschneiten Morgen wünsch ich Euch!
    Simmerl

  • Hallo Lothar
    Um die Brut in den Waben warm zu halten, braucht es viel weniger Bienen dazu.
    Gerade bei der Aufwärtsentwicklung im Frühjahr ein Vorteil.


    Ist das nicht nee Überlegung von dir die man so nicht stehen lassen kann???
    um die Entwicklung im Frühjahr mit weniger Bienen durch den Wabenabstand wie von dir beschrieben als Vorteil zu sehen ist doch nur schön reden und wunschdenken damit der Wabenabstand zum neuen imkerlichen Versuchswettbewerb wird.In Wirklichkeit ist der Brutverlaufverlauf von so vielen Faktoren abhänig das der Wabenabstand sicherlich in einem ganz kleinen Fenster seinen Einfluß hat mag ja möglich sein aber wer glaubt man ändere den Abstand und die Welt ist in Ordnung der wird mit Sicherheit langfristig eines besseren belehrt werden.Ich finde viele Anfänger die sowas lesen werden damit verleidet eine falsche Richtung ein zuschlagen.Aber jeder muss und sollte seinen eignen Weg gehen und finden.
    Also, die Abstände sind menschengemacht
    Diesen Satz haste bestimmt nicht gedanklich zu Ende gebracht denn dies trifft mit Sicherheit nicht zu höchsten menschlich beinflusst,oder seh ich das zu eng??



    imkerliche Grüße

  • Hallo Herby,
    doch, das lasse ich so stehen!
    Es sei denn, Du kannst mir das mit den Völkern in Körben widerlegen.
    Bei den menschengemachten Abstand von 10 mm brauchst Du zwei Bienen, um eine Wabengasse dicht zu machen, bei Korbvölkern mit 7 mm Wabengasse reicht eine Überlappunp der Bienen innerhalb dieser, um diese dicht zu machen.
    Dies hat nichts mit dem Brutrhytmus zu tun.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Herby,
    der Wabenabstand soll ganz gewiß kein "Versuchswettbewerb" werden, weil das mit MWs eh nicht richtig funzt, nur mit Naturbau.
    Und JA, das Brutnest wird ganz definitiv im Frühjahr besser klimakontrolliert; es ist viel einfacher für die Bienen mit dem geringeren Abstand (siehe Lothar).
    Und was Simon schreibt, daß die Wülste wegfallen, kann ich ebenfalls bestätigen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,

    es fehlen da schon etwas die Beweise. Man muss nicht nur die Zellengröße und den Wabenabstand messen, sondern auch die den tatsächlichen Entwicklungsvorsprung bezüglich der Anzahl von Bienen im Stock. So einfach eine Einschätzung, die Bienen haben eine rasante Frühjahrsentwicklung oder sie exsplodieren geradezu, das ist imkerliche Einschätzung. Man hat über Jahre festgestellt, dass eine zu gute Hilfe bezüglich des Wärmehaushaltes des Biens sich negativ auswirkt.

    Wenn messen, dann nicht nur Zellengröße, Wabenabstand, sondern auch die Frühjahrsentwicklung im Vergleich mit Völkern am selben Ort.

    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ahoj, Herbert,
    probier es selbst, anders würdest du (und andere) mir ja eh nicht glauben!:Biene:
    Und ich weigere mich beharrlich, bei noch zu kühlen Temperaturen das Brutnest lange offen zu lassen; Populationsschätzungen können andere machen, ich nicht, die Mädels sollen in Ruhe ihre Arbeit machen und die Kinder schön warmhalten.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Lothar,


    10 mm sind menschengemacht, da gebe ich dir vollkommen recht. Wer an ein Korbvolk mit 7 mm glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann, auch in Korbvölkern sind die Abstände zwischen den Wabenabständen 12 mm und größer oder damit 1/2 Zoll für Freunde alter Maße.
    Nur mal so quer durch die Jahrhunderte:


    http://en.wikipedia.org/wiki/User_talk:Michael_Bush


    Gruß
    Heinrich

  • Hallo Sabie)ne,

    so bleibt es einen gefühlte stärkere Frühjahrsentwicklung.:roll: Selbst wenn es in hundert Beiträgen steht muss etwas nicht wahr sein. Manche Themen sind hier wirklich Bienenlebensgefährlich für Anfänger. Ich möchte hier Henrys Beiträge ausnehmen. Ein Anfänger tritt oft hier an die Imkerwelt zu verändern. Da werden oft einfache logische Zusammenhänge angesetzt um ein Problem zu lösen. Die Biene ist jedoch ein Lebewesen und lebt nicht immer nach der Schreibe. Ich wäre ja auch gerne so einer der mal einen Granitsockel bekommt mit Büste, auf welchem steht: Dem Erretter der Imker.

    In jedem Handwerk benötigt man Erfahrung - auf dem Gebiete der Imkerei wohl nicht. Ich kann durchaus aus Büchern lernen, doch mir würde grauen, wenn ich über Nacht einen Bauernhof übernehmen müsste.

    Gruß, ganz freundlichen

    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Heinrich : du vergißt dabei, daß kleine Zellen auch kürzer als die großen sind...:cool:
    Und User Lapacz widerspricht ihm zwar, hat aber trotzdem nicht recht.
    Frag mal Eric zu Huber....:wink:


    herbert : nach *ein paar Jahren* der Imkerei kann ich aber schon "gefühlte" und "echte" Frühjahrsentwicklung unterscheiden, auch mit einer *schnellen* Durchsicht.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    der aus Erfahrenswerten übernommene Wabenabstand der Korbimkerei gegen die 150 Jahre Mobilimkerei.
    Natürlich wird es im Korb auch weitere Wabengassen als sieben mm geben.
    Vor allem, wenn man unten mißt, was ja am einfachsten ist.
    Nun, dort ist der Wabenbau auch abgerundet und mit Drohnenzellen versetzt.
    Oben sind die Wabengassen aber noch enger.
    Daraus kann ich ja auch nicht den Schluß ziehen, das man noch engere Wabengassen machen soll.
    Wichtig ist der Brutnestbereich, nicht die Randzonen.
    Die Wabenabstände von 30 bis 33 mm in den Körben haben nicht nur den Zweck, Drohnenbau zu verringern.
    Überlegt mal, woher die enorme Entwicklung der Völker von der Auswinterung bis zur Schwarmreife kommt.
    Sicherlich nicht nur durch die Auslese auf Schwarmfreudigkeit.
    Durch die engeren Wabengasen sind diese Völker in der Lage, diese Bienenmassen zu erbrüten.
    Allein eine größere Schwarmfreudigkeit der Heidebiene als Erklärung hierfür mag ich nicht als einzigen Grund gelten lassen.
    Mittlerweile gibt es diese ja nicht mehr, auch die Bienen in der Heide sind heute carnicageprägt.
    Bestätigungen , wenn auch ohne stichhaltige Beweise, möchte ich nicht als pure Falscheinschätzung einstufen.
    Soviel Einschätzungsvermögen traue ich Sabine schon zu, und auch anderen, ohne jahrzehntelange Imkerei.
    Was uns fehlt, ist die Vergleichsmöglichkeit mit wilden Völkern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Tach Sabiene,
    hab ich nicht, klingt alles sehr erhebend. Da komm ich nicht mit:oops:.
    udo:roll:
    Hab ich nicht: meint Zollstock, Makrometer usw. Siehe Beitrag gaanz unten:roll:

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Guten Morgen,


    Lothar hat es schön beschrieben, daß die Bienen im "Freibau" (nächstes Kunstwort :lol:) oben und unten und mittendrin andere Abstände bauen. Das kann ich sowohl für den Strohkorb als auch für die Warrébeuten bestätigen.
    (Gilt übrigens auch für die Zellgrößen). Von A bis Z alles vorhanden.


    Daß die jeweilig bevorzugte Zellgröße und der Abstand der Waben vom Menschen beeinflußt wird, steht bei der Rähmchenimkerei mit Mittelwänden außer Frage.


    Viel interessanter als die vorgeschriebene Größe empfinde ich den Aspekt der vorgeschriebenen Gleichförmigkeit!


    Bei den Genen spielt die Gleichförmigkeit oder besser gesagt die Verarmung der Vielfalt eine große Rolle für die Bienengesundheit. Grob gesagt: Je mehr genetische Vielfalt, desto größer das Spektrum der Aufgaben, die die Bienen bewältigen können.


    Zellgröße und auch der Wabenabstand werden unmittelbar Wirkung auf die heranwachsenden Bienen besitzen. Im Freibau werden durch die Unterschiede und die Variabilität der Waben unterschiedliche Bienen heranwachsen - mit unterschiedlichen Fähigkeiten?


    Eventuell beeinflußt nicht nur die Genetik, sondern auch die Umstände des Aufwachsens die Gesundheit und die Fähigkeiten der Bienen? Das ist eine Frage, die mich interessiert.

  • Guten Morgen, Bernhard,
    eben deshalb bin ich ja beim Naturbau gelandet, wenn auch im Rähmchen.
    Dennis' Bilder vom "jahreszeitlichen" Brutnest haben mich da sehr beeindruckt, und eigentlich ist das auch völlig logisch, daß jede Jahreszeit durchaus spezielle Bienen erfordert, die Drohnen sind doch nur das offensichtlichste Beispiel.


    Der normale Imker bekommt beigebracht, daß das Brutnest etwas statisches ist, was sich höchstens vergrößert und wieder verkleinert, aber ich denke, daß es viel dynamischer ist, und m.M. nach auch abhängig von der Gesamtgröße des Volumens.


    Und selbstverständlich ist die Aufzucht der Larven der wichtigste Punkt überhaupt; die fertige Biene hat ja keine Möglichkeit mehr, irgendetwas zu ändern/auszugleichen etc.
    Wenn doch schon zwei Grad Unterschied in der Brutnesttemperatur so einen Riesenunterschied ausmachen, und man sich klarmacht, wie viele verschiedene Faktoren im Brutnest geregelt werden, dann wundert man sich fast, daß die Bienen unsere Eingriffe überhaupt überleben....


    Von daher komme ich immer mehr zu der Überzeugung, daß es das Beste für die Bienen ist, als Mensch soweit wie möglich die Finger rauszulassen.
    Wenn mein Ziel doch Honig ist, warum muß ich dann umhängen, umweiseln, mit aller Gewalt Schwärme verhindern, und machen und tun, wenn simple Schwarmvorwegnahme völlig ausreicht?
    Und aus einem Naturbauvolk ganz konventionell Ableger zu machen, erscheint mir angesichts der Komplexität dieser Brutnester schon fast undenkbar; wie soll aus solchen aus dem Zusammenhang gerissenen Stücken jemals wieder ein harmonisches Ganzes werden?
    Und ja, ich bin mir bewußt, daß sich das für normale Imker ziemlich merkwürdig anhört, weil die meisten lernen, ein Bienenvolk wie ein Auto zu behandeln, alles ist standardisiert und austauschbar, aber ich lerne immer mehr, daß es eben nicht so ist....

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    Bruce Springsteen