Wetterschaden / Regnen in die Beute

  • Jetzt ist es auch mir passiert:


    Der Wind hat in der letzten Nacht den beschwerten Beutendeckel (2-zargige Segeberger) abgeweht. ...und es hat die ganze Nacht geregnet.
    Es liegen viele tote Bienen auf den Rähmchenoberträgern. Habe schweren Herzens erstmal den Deckel wieder drauf gemacht.


    Die tiefe Temperatur scheint weniger ein Problem zu sein, eher das Wasser. Gibt es Chancen? Hat wer Erfahrungen?
    Reingucken werde ich solange es weiterregnet sicher nicht.

  • Moin,


    sowas können Bienenvölker erstaunlich gut überleben. Sie verbrauchen allerdings mehr Futter dadurch.


    2 Tipps:
    1. Mit 4 Liter 40°C warmem Futter nach Sonnenuntergang in eine Futterzarge gegeben, gibst Du den Bienen die Chance kurzzeitig ihre Bewegungsfähigkeit wieder zu erlangen und die gröbsten Schäden und das Wasser zu beseitigen. Die Wärme dringt durch den dünnen Futterzargenboden und wenn die anfangen das Futter abzunehmen wird die ganze Kiste nochmal warm. Du muß eine Spur tröpfel und etwas aromatischen Honig zusetzen. Die sollen das ja finden solange es noch warm ist. (Tipp stammt aus einer Bienenzeitung von 1941 und funktioniert bestens)


    2. Benutze zur Deckelsicherung Drahtbügel in den Griffmulden und keine Steine oder Betonplatten. Die Bügel halten immer, sogar wenn der Sturm die Kisten umschmeißt und sie haben keine eigene Wärmemenge. So ein kalte Stein bleibt lange ein kalter Stein. Besonders auf Holzbeuten bleibt es daher lange naß und klamm.


    Ich hatte schon Bienenvölker die haben mehrere Tage ohne Deckel gestanden - Deckel und Futterzarge waren meterweit aufs Feld geblasen worden - die oberste Schicht Bienen waren erfroren und vereist. Darunter saß das Volk und überlebte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • So isses.
    Ich muss mal kramen, ich habe irgendwo Fotos von Beuten, die hatte "Lothar" umgeworfen.
    Die Bienen haben wochenlang in Nässe und Kälte überlebt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,
    Varroa ist schlimmer als der Sturm. Ich denke, sie werden es überleben. Ich habe alle meine Imkerfreunde konfirmiert. Sie binden jetzt auch einfach eine Schnur um die Beute. Da ist sogar Lothar machtlos gewesen. Beute umgeworfen aber der Deckel blieb drauf. Steine auf dem Deckel sehen romantisch aus, müssen aber auf dem Wanderplatz gesucht und wieder versteckt werden und nützen beim ständig rüttelnden Wind nichts.
     
    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Oranje,


    viel Glück mit deinen Bienen.
    Den Profis dank für die Tipps, werde meine Magazinabdeckung auch gleich anders sichern


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Der Wind, der Wind....
    oder vom Winde verweht...
    das mit den Dekelklammern ist ne tolle Lösung! Da hauts die Kiste mit um ehe die abgehen, gerade bei Schaumstoffbeuten DIE Lösung.
    Ich hab auch noch Langstroth Holzbeuten, da ist der Deckel etwas größer als die Zarge (Länge und Breite jew. 1cm) und der Deckel ist so hoch wie ne Flachzarge. Wird also drübergestülpt ( AGMagazinimker.de ) da braucht man keinen Ballast oder Klammern. Oben übrigens kein Blech, wie die Orginale, sondern ne Sperrholzplatte mit Teichfolie bespannt, dann poltert auch der Regen nicht so.
    Grüße aus der matschigen Lausitz
    Knäcke

  • Ich kann auch etwas beruhigen : Letztes Jahr hat es mir 1 Beute abgedeckt und 1 Nacht volle Lotte reingeregnet.Das Volk kam mittelstark aus dem Winter ...

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Hallo,
     
    ich sichere meinen Beuten mit einem Spanngurt. Mein Imkerpate lehnt dies an seinen Aussenstaemdem allerdings ab mit der Bemerkung: "Da stehen sie ja gleich zum Aufladen bereit". Diebstahl ist in meinem Garten wohl nicht zu befuerchten, sodass ich die Gurte dranlasse.
     
    Gruss Michael

  • Ist Bienendiebstahl abhängig von der Bienenkistensicherung?


    Hier wurde auch viel geklaut in letzter Zeit...soweit mir bekannt ist, war kein Kasten mit Spanngurt gesichert...


    Allerdings wird angeraten, zweizargig zu überwintern, weil das den Diebstahl erschweren würde...tolle Aussichten sind das....

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Hallo fowi,
     
    wenn die Kisten schon mit Spanngurt transportgesichert sind geht es eben noch ein bischen einfacher. Besonders bei Holzkisten ohne Pfalz leisten ein Spanngurt wertvolle Dienste, da verrutscht nichts mehr.
    Aber es handelt sich bei um "Diebstahl-" Erfahrungen meines Patenimkers, nicht um meine eigenen. Meine Bienen stehen bei mir im Garten. Da wird sich wohl kein Dieb verirren.
     
    Gruss MIchael

  • Hallo!


    Ich hatte auch schon so ein Volk! Hat zuerst reingeregnet und dann draufgeschneit! Als ich hinkam dacht ich zuerst es sei nur der Blechdeckel weg, aber es war auch der Holzdeckel weg und nur mehr die Futterzarge drauf (Loch in der Mitte) und die Isolierung war total mit Wasser angesogen und gefrohren. Im Gitterboden hatte ich die Varroawindel noch nicht entfernt gehabt und diese Schale war voll Wasser - welches durch den Stock und Volk hinunter geronnen ist). Ich habe zuerst nur den Schnee entfernt und den Deckel aufgesetzt. Als es dann etwas wärmer wurde und die Isolierung nicht mehr so hart angefroren war habe ich sie gegen eine neue getauscht). Im Frühjahr war das Volk nicht von den anderen zu unterscheiden. Ich dachte zuerst auch, die werden es sicher nicht über den Winter schaffen aber Totgesagte leben länger.
    Also ruhig Blut!


    lg
    Andreas