Doppelschwarmverfahren

  • Das Doppelschwarmverfahren zur (fast) säurefreien Varroabehandlung


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Behandlung der Bienen mit Säuren keine dauerhaften Schädigungen des Biens verursacht. ... . Aus diesem Grund ist mir ein wichtiges Anliegen, eine möglichst säurefreie Varroabekämpfung des Biens zu entwickeln.


    Das Doppelschwarmverfahren zeichnet sich gegenüber dem Fangwabenverfahren dadurch aus, dass es nicht auf Fangwaben angewiesen ist. Dies ist ein erheblicher Vorteil, denn viele Imker berichten vom häufigen Scheitern des Fangwabenverfahrens aufgrund der Tatsache, dass die Drohnenwaben allzuhäufig nicht bestiftet werden. ...


    Sobald das Volk im Frühjahr zwei Brutzargen füllt, legt man 1 Woche vor der Teilung des Volkes ein Absperrgitter zwischen die Brutzargen und hängt in beide Zargen je eine leere Drohnenwabe oder ein Leerrähmchen, damit sie zu Drohnenwaben ausgebaut werden.


    Leider ist auch zwischen oberer Brutzarge und Honigzarge ein Absperrgitter nötig.


    Ist die Woche vorüber, teilt man das Volk in einen Brutling und einen Flugling (= Kunstschwarm). Man stelle die Zargen beiseite und auf den alten Beutenboden (alter Standort des Volkes) eine leere Zarge mit ein paar Futterwaben, Leerwaben, Mittelwänden und der bestifteten Drohnenwabe in der Mitte auf. In diese Beute fege man alle Bienen der Zarge mit Königin. Die Königin kommt also mit in den Flugling. Die Honigzarge kommt samt Bienen auf den Flugling. Die Brut verbleibt samt aufsitzender Bienen in der alten Zarge, die auf einen neuen Boden in der Nähe gesetzt wird. Der Brutling bekommt keine Honigzarge. Ihm reichen die außenliegenden Waben, um honig zu lagern. Die unbestiftete Drohnenwabe wird dem Brutling entnommen und aufbewahrt.


    Der Flugling bekommt also die bestiftete Drohnenbrutwabe (es müssen ein paar hundert Larven darin sein). Da die Drohenbrutwabe die einzige Wabe mit Brut ist, sammeln sich in ihr ca. 80 % aller Varroamilben. Drohnenbrutwabe zum Fangen der Milben: Fangwabe.


    Zwar beginnt die Kö schon nach wenigen Tagen wieder Eier zu legen, aber die Milben werden doch vorzüglich in die Drohnenwabe ziehen. Nach 7 - 10 Tagen wird die Drohenbrutwabe entnommen und samt Milben entsorgt. Im Flugling werden (hoffentlich) die dem Brutling entnommene leere Drohnenwabe oder ein Leerrähmchen zu neuen Drohnenwaben mit Brut ausgebaut, die später dem Brutling gegeben werden.


    Der Brutling bleibt weisellos. Man wartet, bis in ihm keine unverdeckelte Brut mehr vorhanden ist. Das sind 21 Tage nach der Volksteilung. Nachschaffungszellen gegebenenfalls ausbrechen (es sei denn, man will den Brutling als Ableger getrennt weiterführen). Dann hängt man eine bestiftete Drohnenwabe aus dem ehemaligen Flugling hinein.


    Da sie dort die einzige Wabe mit unverdeckelter Brut ist, sammeln sich nun die Milben des Brutlings in ihr. Ist die Wabe verdeckelt, wird auch sie entnommen und entsorgt.


    Hat die Königin des Fluglings die Drohnenwabe nicht bestiftet, wird der Brutling mit Michsäure entmilbt. Danach werden sämtliche Bienen des Brutlings in den Flugling gefegt und die leeren Brutwaben, soweit sie dunkel sind, eingeschmolzen. Die hellen Brutwaben werden aufbewahrt. Die Honigwaben des Brutlings werden, falls es sich lohnt, in die Honigzarge des Fluglings gehängt oder als Futterwaben aufbewahrt.


    Wer einige seiner Völker vermehren will, verzichtet bei ihnen einfach auf die Wiedervereinigung. Man gibt dem Brutling eine neue Königin oder verzichtet auf das Herausbrechen der Nachschaffungszellen.


    Das Doppelschwarmverfahren kann bei Bedarf (zu viele Milben) Mitte August noch einmal wiederholt werden.


    Zeitplan:


    1. Tag: Absperrgitter zwischen alle Zargen. Einhängen von Drohnenwaben/Leerwaben in Bruträume.


    8. Tag: Teilung des Volkes in Brutling und Flugling. Flugling erhält die bestiftete Drohnenwabe (falls vorhanden). Leere Drohnenwabe aufbewahren. Flugling erhält Honigzarge samt aufsitzender Bienen.


    21. Tag: Einhängen der leeren Drohnenwabe in den Flugling.


    28. Tag: Die Brut des Brutlings ist vollständig geschlüpft. Einhängen der vom Flugling bestifteten Drohnenwabe (falls vorhanden) oder Behandlung des Brutlings mit Milchsäure. Wurde mit MS behandelt, werden alle Bienen des Brutlings in den Flugling gefegt. War eine bestiftete Drohenbrutwabe vorhanden, wird sie eingehängt. Dann muss man einige Tage warten, ehe die Drohnenwabe die Milben eingesammelt hat und entsorgt werden kann. Nach dem Herausnehmen der Drohnenwabe Varroakontrolle. Sind wenige Milben auf der Windel des Brutlings, werden sämtliche Bienen des Brutlings in den Flugling gefegt. Sind noch zu viele Milben im Brutling, wird er mit MS entmilbt und dann mit dem Flugling vereinigt. ...


    Was haltet ihr von dieser Idee?


    hanjoheyer

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Teil 2:
     
    Das neue (?) Verfahren hat m.E. mehrere gravierende Vorteile:
     
    1. Der Flugling wird so verstärkt, dass er eine gute Honigernte verspricht.
    2. Er sitzt auf völlig frischen Waben.
    3. Die Hälfte der Bienen ist nie mit Säure in Kontakt gekommen.
    4. Ich bin nicht - wie beim Fangwabenverfahren - auf Drohnenwaben angewiesen (die meisten Imker lehnen das Fangwabenverfahren ab, weil es zu häufig geschieht, dass die Kö die Drohnenwaben nicht bestiftet.)
    5. Ich brauche keine weitere Schwarmverhinderung durchzuführen.
    6. Dieses Verfahren ist wesentlich einfacher als das Fangwabenverfahren durchzuführen.
    7. Sämtliche Beuten werden einmal jährlich völlig bienenfrei, sodass ich sie reinigen und desinfizieren kann.
    8. Man erntet die doppelte Menge Wachs und hat nur geringe Honigernteeinbußen.


    Nachteil der Methode: Man braucht für jedes Volk zwei Beuten.
     
    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo, Joachim,
    du unterliegst gerad der Versuchung aller ziemlich frischer Imker: je komplizierter, desto besser, weil mehr Grund, an den Bienen zu fummeln...:roll::lol:
    Mach nach der Ernte ne komplette Bauerneuerung mit Behandlung und Brutscheunen, und gut is....da bleibt dann wenigstens Honig übrig.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo liebe Bienenpflegegemeinde
    Da stellt ich mir echt die Frage was würde der selber Bien zu soner unnatürlchen Geschichte sagen wenn er wohl menschlich verstehbar antworten könnt.Ist das nicht Stressi hoch 3 pur???? und das gerade während der so wichtigen Trachtzeit oder seh ich das wieder mal zu eng oder doch gar zu primitiv??? naja seine Meinung darf man doch darstellen.
    imkerliche Grüße

  • ...Mach nach der Ernte ne komplette Bauerneuerung mit Behandlung und Brutscheunen, und gut is....da bleibt dann wenigstens Honig übrig.


     
    Hallo alle,
     
    erst mal Danke für die Kommentare!
    @ Sabi(e)ne: Leider verstehe ich deinen Tipp nicht ganz. Wie macht man denn eine komplette Bauerneuerung nach der Ernte? Meinst du, leere Honigzarge auf Bodenteil, Bienen samt kö rein, Absperrgitter, und oben die alte Brutzarge drauf?
    Was sind Brutscheunen? Nie gehört. (Na ich guck mal bei "Suche" - soll ja ungefährlich sein.:oops: )
     
    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Joachim,


    das ist eine gute Idee für einen Versuch, aber der Aufwand ist zu groß um es bei allen Völkern durchzuführen. Oft machen es die Bienen wie sie wollen und dann klappt die Theorie nicht mehr, hab ich zu oft erlebt oder man macht selbst einen Fehler.Es sind genug bewährte Betriebsweisen im Forum beschrieben, da hat man genug zu tun um sie zu testen.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Sabi(e)ne,


    hab mich jetzt informiert. Weiß sogar, was ne Brutscheune ist....


    Am 23.1. schriebst du (in Fragen, MWs im Honigraum?):


    "Was ich evt. mal probiere, ist bei einer totalen Bauerneuerung das ganze Volk auf Anfangsstreifen zu setzen, NACH dem Frühling, dann müßte die Drohnenquote auch geringer sein."


    und 2 Postings weiter hast du ergänzt, dass es eine brutale und arbeitsaufwändige Sache sei.


    Wenn ichs mir überlege, ist 'meine' Methode ja auch bloß eine Bauerneuerung im Frühjahr. Nur dass ich nicht immer mit Säure behandle, sondern wenn es geht, mit Fangwaben.


    Das Aufwändige 'meiner' Methode ergibt sich erst durch den Willen, möglichst nicht mit Säure zu behandeln.


    Da wahrscheinlich der frühe Zeitpunkt der Völkertrennung für die zu erwartende geringe Honigernte verantwortlich ist, könnte ich ja die Trennung zeitlich nach hinten verschieben und erst durchführen, wenn die Milbensituaton es erfordert.


    Nehmen wir an, wir sind mitten in der Rapstracht, und die Milben nehmen überhand. Dann trenne ich die Völker wie beschrieben. Flugling und Brutling sammeln sammeln weiter wie gehabt; das Brutgeschäft geht weiter. Wieso muss ich weniger Honig erwarten? Was ist an der Sache denn kompliziert?


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Joachim,
     
    das ist eine gute Idee für einen Versuch, aber der Aufwand ist zu groß um es bei allen Völkern durchzuführen. Oft machen es die Bienen wie sie wollen und dann klappt die Theorie nicht mehr, hab ich zu oft erlebt oder man macht selbst einen Fehler.Es sind genug bewährte Betriebsweisen im Forum beschrieben, da hat man genug zu tun um sie zu testen.
     
    Gruß Drobi


     
    Hallo Drobi,
     
    aufwändig scheint mir nur die eingebaute Fangwabenmethode. sie ist jedoch wie beschrieben nicht zwingend. Der Flugling hat sicher wesentlich weniger Milben als der Brutling. also muss der F. schon mal nicht unbedingt behandelt werden oder? Und dem ausgelaufenen Brutling kann ich ja mit MS behandeln, wenns anders nicht geht. Was meinst du?
     
    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo, Joachim,
    ich hab an diesem Verfahren mehreres zu bemäkeln, und ich folge dir mal mitten in die Rapstracht...:wink:

    Zitat

    Sobald das Volk im Frühjahr zwei Brutzargen füllt, legt man 1 Woche vor der Teilung des Volkes ein Absperrgitter zwischen die Brutzargen und hängt in beide Zargen je eine leere Drohnenwabe oder ein Leerrähmchen, damit sie zu Drohnenwaben ausgebaut werden.
    Leider ist auch zwischen oberer Brutzarge und Honigzarge ein Absperrgitter nötig.


    Damit bremst du deine Königin schon mal übel aus, falls das Volk noch nicht vollens in Schwarmstimmung ist und das selbst besorgt (dann brennt eh schon die Hütte..) außerdem müßtest du zu diesem Zeitpunkt schon mehr als einen HR drauf haben, also fröhliches Auf- und Absetzen...


    Zitat

    Ist die Woche vorüber, teilt man das Volk in einen Brutling und einen Flugling (= Kunstschwarm). Man stelle die Zargen beiseite und auf den alten Beutenboden (alter Standort des Volkes) eine leere Zarge mit ein paar Futterwaben, Leerwaben, Mittelwänden und der bestifteten Drohnenwabe in der Mitte auf. In diese Beute fege man alle Bienen der Zarge mit Königin. Die Königin kommt also mit in den Flugling. Die Honigzarge kommt samt Bienen auf den Flugling. Die Brut verbleibt samt aufsitzender Bienen in der alten Zarge, die auf einen neuen Boden in der Nähe gesetzt wird. Der Brutling bekommt keine Honigzarge. Ihm reichen die außenliegenden Waben, um honig zu lagern. Die unbestiftete Drohnenwabe wird dem Brutling entnommen und aufbewahrt.


    Das setzt nach deiner Beschreibung voraus, daß insgesamt nicht mehr Waben mit Brut vorhanden sind, als in eine Zarge passen, das sehe ich aber nicht.
    Da dem Flugling alle Flugbienen zufliegen (er steht ja am alten Platz), bescherst du dem Brutling ein größeres Problem, nämlich kein Personal zum Wasserholen, keine Königin, und Vorräte unter der kritischen Reserve. Panik.
    Außerdem hat die Zarge ohne Königin längst Nachschaffungszellen angesetzt und müßte um Haaresbreite vorm Verdeckeln sein, wenn nicht vorher schon Schwarmzellen drin waren.

    Zitat

    Der Flugling bekommt also die bestiftete Drohnenbrutwabe (es müssen ein paar hundert Larven darin sein). Da die Drohenbrutwabe die einzige Wabe mit Brut ist, sammeln sich in ihr ca. 80 % aller Varroamilben. Drohnenbrutwabe zum Fangen der Milben: Fangwabe.


    Mitten im Raps ist das eher unwahrscheinlich, daß die Mädels Mama eine Drohnenwabe bestiften lassen; es ist viel wahrscheinlicher, daß sie die sofort zum Honiglager ausbauen...:wink:


    Zitat

    Zwar beginnt die Kö schon nach wenigen Tagen wieder Eier zu legen, aber die Milben werden doch vorzüglich in die Drohnenwabe ziehen. Nach 7 - 10 Tagen wird die Drohenbrutwabe entnommen und samt Milben entsorgt. Im Flugling werden (hoffentlich) die dem Brutling entnommene leere Drohnenwabe oder ein Leerrähmchen zu neuen Drohnenwaben mit Brut ausgebaut, die später dem Brutling gegeben werden.


    Mama legt viel schneller weiter, du unterschätzt die Bauaktivitäten.
    Und genau die sind auch der Grund, warum es ein Problem mit dem Honig geben wird. Wenig Jungbienen, viele Flugbienen, und Notstand an Waben: alles wird zurückgepfiffen und unter Inangriffnahme des Honigraums wird mit Priorität gebaut, nicht gesammelt.
    Es kann dir wegen Legenot der Königin passieren, daß sie deinen leeren Drohnenrahmen umfrickeln, oder Mama erst mal lassen, bis wieder reguläre Waben verfügbar sind und dann die Drohnenlarven ausfressen...

    Zitat

    Der Brutling bleibt weisellos. Man wartet, bis in ihm keine unverdeckelte Brut mehr vorhanden ist. Das sind 21 Tage nach der Volksteilung. Nachschaffungszellen gegebenenfalls ausbrechen (es sei denn, man will den Brutling als Ableger getrennt weiterführen). Dann hängt man eine bestiftete Drohnenwabe aus dem ehemaligen Flugling hinein.


    Falsch, gedeckelt wird am 12. Tag nach der Eiablage; nach 21 Tagen müßte alle Brut geschlüpft sein! Und guckst du erst da nach, läuft längst eine ungezeichnete nagelneue Königin im Stock rum...

    Zitat

    Da sie dort die einzige Wabe mit unverdeckelter Brut ist, sammeln sich nun die Milben des Brutlings in ihr. Ist die Wabe verdeckelt, wird auch sie entnommen und entsorgt.


    Das ist die Theorie. Ich wäre mir NICHT sicher, zum richtigen Zeitpunkt eine bestiftete Drohnenwabe zur Hand zu haben.

    Zitat

    Hat die Königin des Fluglings die Drohnenwabe nicht bestiftet, wird der Brutling mit Michsäure entmilbt. Danach werden sämtliche Bienen des Brutlings in den Flugling gefegt und die leeren Brutwaben, soweit sie dunkel sind, eingeschmolzen. Die hellen Brutwaben werden aufbewahrt. Die Honigwaben des Brutlings werden, falls es sich lohnt, in die Honigzarge des Fluglings gehängt oder als Futterwaben aufbewahrt.


    Wo sollen denn da Honigwaben herkommen? Die haben keine Erntekraft! Die müssen mit aller Kraft versuchen, ihre Brut am Leben zu halten und haben Panik wegen Königinverlust, da denken die nicht an Überschüsse!
    Und hier genau kommt eben doch Säure ins Spiel, also wozu der ganze Aufwand?
    Die Sommerbienen aus dem Frühjahr kriegen doch meist eh keine 2. Dusche ab, die sterben vorher.
    Die Verstärkung des Fluglings kommt aber für den Raps viel zu spät, der ist dann durch mit der Blüte. Oder ist eh schon geschwärmt.:cool:


    Zitat

    Wer einige seiner Völker vermehren will, verzichtet bei ihnen einfach auf die Wiedervereinigung. Man gibt dem Brutling eine neue Königin oder verzichtet auf das Herausbrechen der Nachschaffungszellen.


    Wer Nachschaffungszellen drin läßt, kann davon ausgehen, daß danach nochmal zügig umgeweiselt wird, ist jedenfalls meine Erfahrung, also eine zweite Brutpause....


    Zitat

    Das Doppelschwarmverfahren kann bei Bedarf (zu viele Milben) Mitte August noch einmal wiederholt werden.


    Klar, und danach fängt die Reinvasion an, und was machst du dann?
    Im Endeffekt hast du damit ne Menge Arbeit, ein ziemlich zerrupftes Volk in zwei Teilen während einer Haupttracht, sehr wenig Honig, und keine wirkliche Varroasanierung bis zur Weihnachtsbehandlung...
    Nein, tut mir leid, da gibt es bessere Möglichkeiten.
    Mach ganz konventionell eine Vorschwarmvorwegnahme mit der Alten (der KS muß nicht unbedingt riesig groß sein..) in eine frische Beute, brich alle Weiselzellen bis auf eine im Altvolk, behandle beide Teile nach der Honigernte, und dann laß sie entweder getrennt oder vereinige sie wieder.
    Alles andere ist viel zuviel Aufwand, und bringt *meiner Meinung nach* nichts außer weniger Honig, verwirrte Völker, und Beschäftigungstherapie....
    (es macht mir den Eindruck, als wenn du den natürlichen Ablauf eines Volks ohne Imker noch nicht so verinnerlicht hättest?:wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo HanJo,
     
    es ist sicher altweis von mir aber noch hast du kein Volk überwintert und möchtest schon die Weltimkerei verändern. War es doch nach dem Ende der Schwarmimkerei das höchste Ziel - wie bringe ich ein Volk ohne Schwarm durch die Frühtracht? - gehst du den umgekehrten Weg und verhinderts jeglichen Ertrag. Ohne Ertrag läuft auf Dauer in der Imkerei nichts, denn die Unkosten sind nicht unbeträchtlich. Ein längst verstorbenen Imker aus unserem Verein referierte einmal. "Der Winter ist die gefährlichste Zeit der Imkerei, da werden neue Betriebsweisen erfunden."
     
    Ich kenne den rauhen Hunsrück und seine Trachtsituation nicht, doch derartige Eingriffe wären auch gegen Ende Juli möglich. Der Kampf im Mai gegen die Varroa ist wie eine Schlacht gegen keine Feinde.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo, Herbert,

    Zitat

    "Der Winter ist die gefährlichste Zeit der Imkerei, da werden neue Betriebsweisen erfunden."


    Dem kann ich mittlerweile uneingeschränkt zustimmen!:lol:
    Und es ist das Glück der Bienen, daß man bis zum Frühjahr genügend Zeit hat, alles zu durchdenken und bis dahin dann doch wieder Abschied von etlichen Ideen nimmt...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen