Bestäubungspreise 2008

  • Moin Imkers, (vielleicht ein neues Oberthema: Bestäubungsimkerei?)


    seit langem hat mich mal wieder eine ganz konventionelle Obstplantage angesprochen aus dem sächsischen Obsterzeugerverband. Die wollen 2008 zur Apfelblüte Völker. Die sitzen auch nicht weit weg und vor allem genau in meine Lieblichgswanderrichtung in den Raps. Sozusagen Stopover.


    Nun bin ich ja auch gebranntes Kind, was die Obstbestäubung angeht, obwohl die Erinnerung langsam verblaßt. Angeboten haben die 20 Euro pro Volk bei Anlieferung innerhalb von 48 Stunden. Das wär kein Problem, weil ich immer paar Völker wanderfertig auf dem Wagen habe. Strecke wären auch nur etwa 15km.


    Was meint Ihr? Flöhe en passant Mitnehmen? Dieselkosten fallen praktisch nur für die zusätzliche Durchsichtsanfahrt an. Also vielleicht ein Zwanni. Ich könnte da (mal ganz fiktiv :wink:) mit ca. ungefährt ausgedachten 16 Völkern antreten, (die ich aber nicht habe :wink:). Sollich?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry
    gib doch mal Bestäubungsimkerei Peter Ecke ein,(das mit den Links kannich nicht)
    Der macht das schon einige Jahre im Nachbarort(Emmerich) zusammen mit den Holländern.
    Das sind richtige Spezialisten und verdienen richtiges Geld damit.
    Sie sehen einfach nicht mehr ein,das der Imker der einzige ist,der von der Bestäubung durch
    Bienen,nicht profitiert.
    Ich hatte dort als Beginner 6 Völker an die Erdbeerfelder gestellt,da ich noch Standplätze suchte.
    Er klärte mich auf,wie sie in Zukunft hier arbeiten wollten.
    Ich stehe dort nicht mehr und der Erbeerbauer hat es gespürt.
    Die bilden sich jetzt gegenseitig zu Bestäubungimkern aus,denn die Holländer bauen bereits Apfelbäume unter Folie an,und ordern Bienenvölker.
    Ich würde es an deiner stelle auf jeden Fall machen.
    Nach und nach werden die Leute es merken,wie wichtig die Bienen sind
    Gruß
    Helmut

  • Für die, die nicht googeln:


    BESTÄUBUNGSPRÄMIEN 2007 :


    Volk im Freiland 41 Euro für drei Wochen o. weniger(verlängerung pro Tag 1,95 Euro)
    Vedopplung der Völker (überbefliegung bei Saatgut):65 Euro f. 3 Wochen.Bei Nektarmangel muß gefüttert werden.
    Unter Glas:39 Euro pro Woche/Volk
    Anlieferung pro gefahrenem km : 0,28 Euro


    Gruß
    Helmut

  • Moin Imkers, (vielleicht ein neues Oberthema: Bestäubungsimkerei?)
     
    .........
     
    ..... Angeboten haben die 20 Euro pro Volk bei Anlieferung innerhalb von 48 Stunden. .......


     
    Schau mal hier:
    http://www.berufsimker.de/site/downs/425/Best-Praem.pdf
     
    Ich würde hinwandern. Die sollten doch noch die Erfahrungen aus DDR-Zeit mit den Bestäubungsimkern haben und damit klug genug, nicht die Bienen zu vergiften.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Moin ihr Guten,


    bin letztes Jahr schon mal zum Bundessteinobstseminar mit Herrn Ecke (der dort zu Gast war) aneinander geraten.
    Ich mag diese pauschalen Preise nicht - diese werden besser durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
    Ich kenne Betriebe die zahlen freiwillig bis zu 50 € andere nur 15 € weil es dort einfach genug Imker gibt, die sich drum prügeln ...


    Aber der Schnitt sind je nach Stärke, Standort und Kultur 20-35 € .


    @ Henry - bei einem ordentlichen Betrieb der nach QS, Eurep-GAP und IP wirtschaftet dürftest du heutzutage eigentlich keine Angst haben.


    DAS WICHTIGSTE ist immer, dass beide (IMKER UND OBSTBAUER) miteinander reden ! vermeidet Probleme und Missverständnisse


    Ciao Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hi Henry
    von Björn :weil es dort einfach genug Imker gibt,die sich drum prügeln....
    tief durchatmen..!
    Henry,ich bin sicher du fragst hier niemanden ob du den Zwanni mitnehmen sollst.
    Das hast du schon alles selbst für dich geklärt.(bist ja nicht blöd)
    Aber die Eröffnung einer guten Diskussion ist dir damit gelungen.
    Die Obst und Bauersleut freuen sich logischerweise über prügelnde Imker.
    Nur sollten wir bedenken das die Bestäubungsimker versuchen etwas von dem Bienenstich abzubekommen.
    Gute Arbeit leisten sie allemal,wie du und ich.
    Warum früher die schlausten Bauern ihre Obstbäume in die Nähe der Lehrer und Pastoren gepflanzt wissen wir ja bereits.
    Das ich mich mit meiner recht kurzen Restlaufzeit nicht mehr so richtig engagiere sei mir verziehen.
    Aber Henry, mit 37 kannst du ohne weiteres noch etwas mehr organisieren, um einen guten Preis für deine Arbeit und die Arbeit deiner Bienen etwas besser vergütet zu bekommen
    Das wird sowiso die Frage der nächsten Jahre sein.
    Jeder Landwirt wird in Zukunft auf Anbau von eiweissreichen Futtermitteln angewiesen sein,und dafür braucht man nun mal die Biene.
    Deshalb sollte wirklich darüber nachgedacht werden ob es nicht auch zum Erhalt der Biene beiträgt ,wenn klar gemacht wird,das auch Bestäubung Geld kostet.
    Das sich Imker weiterhin um gute Plätze kloppen werden wird nicht zu verhindern sein.
    Aber drüber nachdenken sollten wir alle,es sei denn wir hätten ein großes,gefülltes Konto aus dem wir immer wieder die Nutznießer subventionieren können
    Den Hobbyimker wird das nicht so sehr jucken,aber ein Nebenerwerbswerbsimker könnte davon, das ein oder andere Kind mehr,studieren lassen
    Wird schwer,hat was mit Solidarität zu tun
    Gruß
    Helmut

  • Was meint Ihr?


     
    Moin , Moin aus Hamburg
    In Stichworten : 2007 Altes Land.3 Wochen in der Verbotszeit für Spritzmittel aufgestellt.1 - 1,5 Zargen Ertrag auf 2 Brutraum Völkern.Zufahrt an den vom Obstbauern vorbereitenten (Europaletten in waage) Standort bis auf 1 Meter.
     
    Keine Probleme und 45 € pro Volk. Wurde für 2008 gleich wieder gebucht. Es waren noch andere Imker da, die bisher immer 3 -5 Waben Ableger zu gleichen Bedingungen gestellt hatten (aus 8 mach 16 :wink:). Die sind für 2008 wohl raus oder jedenfalls nicht mehr für den Kurs dabei.
     
    Viele Grüße aus dem dunklen Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin zusammen genau das meine ich Daniel - Gutes setzt sich durch und da braucht man auch nicht über Preise mit den Obstbauern diskutieren - die zahlen wenn sie sehen was sie Gutes bekommen.


    @ Helmut - ich versteh die Aufregung nicht - du wirst nicht verhindern können, dass es Imker gibt "die sich drum prügeln" - auch in Zukunft regelt das der Markt


    Ich mag nur nicht wenn von oben etwas übergestülpt wird - bzw. wie in der planwirtschaft ein preis von vornherein festgelegt ist ...


    .. und über die Notwendigkeit der Bestäubung braucht man hier absolut nicht zu diskutieren ...


    ... finde auch die Ideen der Vereinigung der Bestäubungsimker OK ! steht doch ganz außer Frage ...

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • Hallo,
    ich habe mir den Vortrag über die Bestäubungsimkerei in Donaueschingen angehört. Besser wäre es nicht gleich nach 30 € zu schielen, sondern vor der Blüte zuerst mal komplett ab zu wandern. Ich habe einige Zeit in eine Obstplantage Völker gestellt. Hoch und heilig wurde versprochen es würde nicht gespritzt. Es kümmerte nur wenige. Seit ich in Pension bin sehe ich meine Obstbauern tüchtig wärend der Obstblüte fahren. Überlege auch was ihr mit dem Honig macht. Er könnte Sondermüll sein. Als Obstbauer hätte ich meine eigenen Bienen, doch dann würden die ja beim Nachbarn mitbestäuben.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  •  
    ''Den Hobbyimker wird das nicht so sehr jucken,aber ein Nebenerwerbswerbsimker könnte davon, das ein oder andere Kind mehr,studieren lassen''
     
     
    Ich möchte das obige Zitat hervorheben! Ich habe es in der Vergangenheit ähnlich argumentiert und vormuliert. Ja, es ist wahr! Darüber sollen wir nachdenken!
     
    MfG

  • Moin, helmut,
    nein, das hat nix mit Solidarität, sondern mit Markt und Angebot und Nachfrage zu tun.
    Da sind wir doch wieder genau am Punkt: wer eine Imkerei betreibt, um Geld zu verdienen, sei es nur um die Kosten wieder reinzuholen oder um davon zu leben, begibt sich in einen Markt.
    Und dann muß er auch nach den Regeln dieses Marktes spielen, oder er wird untergehen.
    In Gescher z.B. vergibt der Graf wohl großzügig Standplätze, aber dafür müssen im Frühjahr zur Rapsblüte alle bei ihm antreten. Hat ja noch was von Feudalherrschaft :lol:, aber solange alle damit zufrieden sind, ist es doch okay.
    Der Markt wird sich auch hier durch das Aussterben der Rentnerimker gewaltig verändern, und man wird sich zusammenschließen müssen, um gegen die Wettbewerber aus Holland zu bestehen.
    Solange hier Leute winzige Ableger zur Bestäubung schleppen, und die Bauern draufreinfallen, ändert sich noch nichts, aber sobald ernsthafte Verträge gemacht werden...
    Bestäubung ist ein Geschäft, nix anders.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Sabiene
    genau das meine ich; ernsthafte Verträge.
    Aber dafür braucht es eine längere Vorlaufzeit und einige Imker/innen die sich stark engagieren.
    Imker die mit halben Völkern, und Obst-Saatgutbauern die rücksichtslos Gift spritzen ,müssen irgendwie aussortiert werden,
    Aber nicht bei einer Standplatzklopperei.
    Das sich dafür die Imker solidarisch zusammentun müssen ist nun mal Grundbedingung
    Gruß
    Helmut

  • moin zusammen,


    @ helmut du hast Recht - aber das ist graue Theorie - wie mit dem real existierenden Sozialismus zu DDR-Zeiten - irgend jemandem ist immer das Hemd näher als die Hose ...


    und ich denk Sabiene hat absolut Recht - wenn die "Rentnerimker" (ohne diese herabwürdigen zu wollen) aussterben - regelt das auf jeden Fall der Markt ...


    P.S. es gibt so gut wie keinen Obstbauern der während der Blüte nicht spritzt - auch im BIO-Bereich ! Ist so !
    ... die Frage ist immer was er spritzt ... und wann ???
    so viel Ehrlichkeit muss sein ...



    Schöne Grüße


    Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


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